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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 12.12.2025

Zwischen Todesliebe und Lebenshunger

Belladonna 1: Belladonna – Die Berührung des Todes
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Seit Signa Farrow ein Baby war, wurde sie von einem Verwandten zum nächsten gereicht. Denn der Tod scheint ihr auf dem Fuße zu folgen. Alle ihre Vormunde sterben wie die Fliegen. Inzwischen ist sie eine ...

Seit Signa Farrow ein Baby war, wurde sie von einem Verwandten zum nächsten gereicht. Denn der Tod scheint ihr auf dem Fuße zu folgen. Alle ihre Vormunde sterben wie die Fliegen. Inzwischen ist sie eine schöne junge Frau und landet bei den unvorstellbar reichen, aber auch sehr geheimnisvollen Hawthornes. Zum ersten Mal fühlt sie sich wohl in einem neuen Heim und setzt alles daran, diesmal dem Tod ein Schnippchen zu schlagen. Auch hier hat er bereits gewütet. Signas neuer Vormund Elijah trauert um seine Frau, die an einer rätselhaften Krankheit gestorben ist. Seine Tochter Blythe ist kurz davor ihr zu folgen. Signa setzt alle Hebel in Bewegung, um sie zu retten und scheut nicht davor zurück, den Tod selbst um Hilfe zu bitten. Doch handelt es sich wirklich um eine tödliche Krankheit? Eine Jagd nach der Wahrheit beginnt …

Das Hörbuch „Belladonna“ wird von Lena Münchow gelesen und hat mir sehr gut gefallen. Nicht zuletzt aufgrund der meisterhaften Darbietung der Sprecherin. Sie hat eine leicht kratzige, aber unheimlich sympathische und vielseitige Stimme.
Der Roman ist der erste der Reihe und ich freue mich darauf, nun den zweiten Band zu lesen. Geschrieben ist die Geschichte aus Signas Sicht im personalen Erzähler. Der Schreibstil der Autorin Adalyn Grace ist flüssig und mitreißend. Ich habe mich keine Sekunde gelangweilt. Nur an einigen wenigen Stellen hatte ich mit der Logik etwas zu kämpfen, aber da es sich um Fantasy handelt, konnte ich letztlich gut darüber hinweghören.

Die Protagonistin Signa mag ich sehr gerne. Sie hat einen unverfälschten, lebenshungrigen und freiheitsliebenden Charakter, ist mutig und hilfsbereit. Sie liebt Pflanzen und freundet sich mit dem Tod an, den sie immer für ihren Feind gehalten hat. In „Belladonna“ wird sie zur Detektivin und Mordermittlerin. Die Geschichte punktet mit Spannung, einigen überraschenden Twists und düsterer Mystik.

Veröffentlicht am 12.12.2025

Wo die Liebe hinfällt …

If You Fall
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Maggie wird von ihrem Mann Miles Knall auf Fall verlassen und steht plötzlich mit zwei kleinen Töchtern und ihrer alternden Tante allein da. Mutig stemmt sie den Alltag, macht das beste aus ihrer Situation. ...

Maggie wird von ihrem Mann Miles Knall auf Fall verlassen und steht plötzlich mit zwei kleinen Töchtern und ihrer alternden Tante allein da. Mutig stemmt sie den Alltag, macht das beste aus ihrer Situation. Doch dann taucht auf ihrem Grundstück ein verletzter Mafioso auf, der ihre Hilfe erpresst. Wider besseren Wissens nimmt sie John bei sich auf. Doch dieser Mann ist so ganz anders, als sie sich ein Mitglied des Kartells vorgestellt hat. Und dazu noch unverschämt attraktiv. Dass er sowohl von der Mafia als auch von der Polizei gesucht wird, macht die Situation nicht einfacher. Und dann steht auch noch Miles vor der Tür …

„If you fall“ stammt aus der Feder von Autorin Any Cherubim und ist der erste Teil einer Dilogie. Das Hörbuch wird von Dominic Kolb und Sonja Ortwein-Kubocz gesprochen. Beide haben eine angenehme Stimme. Sie schlüpfen in die Ich-Perspektive der beiden Protagonisten und vermitteln dem Hörer die Geschichte mitreißend und authentisch. Ich hatte viel Freude bei ihrer Darbietung und fand beide Charaktere absolut sympathisch.

„If you fall“ wartet mit Humor, Spannung und prickelnder Erotik auf. Für mich war das die richtige Dosis Drama und Leidenschaft. In der Geschichte geht es vor allem um die erwachende Zuneigung zwischen John und Maggie, die Mafia spielt im Grunde nur eine hintergründige Rolle. Für mich hat das gut gepasst. Ich höre bereits Teil 2, weil ich unbedingt wissen möchte, wie es mit den beiden weitergeht. Ich mag Any Cherubims Schreibstil und die Hörbuch-Umsetzung ist meiner Meinung nach toll gelungen.

Veröffentlicht am 12.12.2025

Mir fehlt der Sparkle

Sparks
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„Sparks“ ist eine Geschichte der Magie. Fantasievoll und besonders, keine Frage. Mich konnte sie dennoch nicht packen und noch weniger überzeugen. Trotz tiefgründiger Gedankenspiele und interessanter Charakterzüge, ...

„Sparks“ ist eine Geschichte der Magie. Fantasievoll und besonders, keine Frage. Mich konnte sie dennoch nicht packen und noch weniger überzeugen. Trotz tiefgründiger Gedankenspiele und interessanter Charakterzüge, bin ich vor allem mit der Protagonistin Rin nicht warm geworden. Sie ist die Direktorin eines Wanderzirkusses, der Menschen mit einem „Spark“ - einer magischen Fähigkeit - ein Zuhause bietet und Arbeit gibt. Da gibt es Gestaltwandler, Heiler und andere Künstler. An sich eine spannende und interessante Idee, aber mir fehlte im Laufe der Story einfach die Spannung.

Die Geschichte wird anhand zweier Zeitstränge und aus zwei personalen Perspektiven erzählt. Die eine ist Rin im Jahr 1926, die andere Edward 1916. Letztere nimmt deutlich weniger Raum ein, ist aber im Vergleich so viel interessanter. Ich habe beim Lesen eigentlich immer nur auf die „Edward-Kapitel“ gewartet. Während Rins Geschichte langsam dahinplätschert, geht Edwards fast zu schnell. Hat für mich nicht gut gepasst und erschien mir in der Form auch nicht glaubwürdig.

Logischerweise sind die Zeitstränge, oder viel mehr die Personen miteinander verwoben und treffen irgendwann aufeinander. Ich finde das ganze Konstrukt aber sehr künstlich und wenig authentisch. Klar, im Rahmen eines Fantasy Romans bleibt für Autor und Leser viel fantasievoller Spielraum, mein Verstand möchte aber trotzdem eine gewisse Grundlogik und vorgegebenen Weltenbau, um sich in die Handlung reindenken zu können.

Auch der Schreibstil war mir nicht konstant sympathisch. Einige Kapitel ließen sich gut weg lesen, bei anderen stolperte ich von einem Satz zum nächsten. Hier möchte ich beispielsweise auf das häufig genutzte Pronomen „dey“ hinweisen, das mich im Lesefluss total gestört hat. Tut mir leid, aber ich mag das altmodische „er“ und „sie“ einfach lieber. Insgesamt erscheint mir die Geschichte zu gewollt, zu überzogen, zu langatmig und irgendwie zusammengewürfelt. „Sparks“ fliegt für mich aus dem imaginären Bücherregal.

Veröffentlicht am 12.12.2025

Macht Wahrheit wirklich frei?

Honesty. Was die Wahrheit verbirgt
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Nachdem Franzi Kopkas Dilogie „Gameshow“ zu einem meiner Jahreshighlights 2023 aufstieg, war ich mega gespannt auf den Trilogie-Auftakt der „Honesty“-Dystopie. Die Autorin hat einen unvergleichlich tollen ...

Nachdem Franzi Kopkas Dilogie „Gameshow“ zu einem meiner Jahreshighlights 2023 aufstieg, war ich mega gespannt auf den Trilogie-Auftakt der „Honesty“-Dystopie. Die Autorin hat einen unvergleichlich tollen Schreibstil, der mich auch hier wieder mitriss.

Sie entführt uns in das Jahr 2306, einer auf den ersten Blick glorreichen Zukunft. Denn die Welt scheint friedlich und harmonisch. Alle übriggebliebene Menschen leben in sogenannten „Ringen“, welche gleichbedeutend mit ihrem gesellschaftlichen Rang sind.
Die junge Maeander lebt mit ihrer Familie im eher ärmlichen Ring 5. Gesteuert wird das Zusammenleben von einer zentralen KI, die jede Handlung, jedes Gespräch und jeden Gesichtsausdruck scannt. Mithilfe einer speziellen Substanz sind alle Menschen dazu gezwungen, stets die Wahrheit zu sagen. Wer sich von seinen Gefühlen beherrschen lässt, gilt als potenzielle Gefahr und verschwindet nicht selten auf mysteriöse Weise.
Die impulsive Maeander ist ständig auf der Hut, bis sie erfährt, dass es eine ganze Bewegung gibt, die aus dem Untergrund gegen den schönen Schein und die Zwänge der neuen Welt rebelliert. Schneller als Maeander liebt ist, gerät sie zwischen die Fronten. Ein Überlebenskampf entbrennt.

Zumindest in Band 1 dreht sich die Geschichte vorrangig um Maes Zurechtkommen in einer scheinbar glücklichen Welt. Es passiert gar nicht so viel, aber durch die interessante Darstellung habe ich mich stets super unterhalten gefühlt. Auch wenn ich mich zugegebenermaßen erst in die Geschichte hineinfinden musste. Ganz im Stil der futuristischen Story verwendet Kopka eine weitgehend geschlechtsneutrale Sprache. Ich bin ehrlich gesagt kein Fan davon, aber es passt in die Geschichte. Glücklicherweise war mir Maeander auch sofort sympathisch. Manchmal fehlt mir die Emotion in Kopkas Beschreibungen, aber ihre Texte sind dennoch stets rund und fließend. Toll finde ich, dass die Autorin sich mit diesem Roman einen langgehegten Traum erfüllt, da sie die Geschichte schon seit vielen Jahren in der Schublade liegen hatte.

Natürlich endet alles in einem krassen Cliffhanger, der Lust auf Band 2 macht. Ich glaube, indem ich sage, dass ich ihn bereits vorbestellt habe, wird klar, dass mich auch „Honesty“ überzeugen konnte. Ein gelungener Auftakt.

Veröffentlicht am 12.12.2025

Lasst Blumen sprechen

Hyazinthenschwestern
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Alba Sonntag lebt mit ihren vier zerstrittenen Schwestern auf dem wunderschönen Gut Boxhagen bei Berlin. Es ist 1848 und die jungen Frauen leben von dem Anbau bunter Hyazinthen. Vor allem Alba liebt die ...

Alba Sonntag lebt mit ihren vier zerstrittenen Schwestern auf dem wunderschönen Gut Boxhagen bei Berlin. Es ist 1848 und die jungen Frauen leben von dem Anbau bunter Hyazinthen. Vor allem Alba liebt die Arbeit mit Pflanzen und ist ebenso wie ihre Schwestern in der Sprache der Blumen bewandert.
Eines Tages taucht ein Fremder auf einem ihrer Felder auf und behauptet der neue Gärtner zu sein. Attraktiv und charmant wie Kasimir ist, freundet sich Alba mit dem jungen Mann an.
Währenddessen rebellieren im nahegelegenen Berlin die Bürger gegen den König. Die Lage spitzt sich immer mehr zu und schon bald wird auch Alba von der politischen Lage angezogen. Sie lernt Kasimir von einer ganz anderen Seite kennen und lieben.
Durch die aufrüttelnden Ereignisse kommen die Lügen und Wahrheiten der Vergangenheit ans Licht. Die Sonntag-Schwestern erhalten eine letzte Chance, ihre Beziehung zueinander zu retten.

Das Hörbuch „Hyazinthenschwestern“ hat mich wunderbar abgeholt und unterhalten. Ich bin ein großer Fan von historischen Romanen und insbesondere von verstrickten Familiengeschichten. Dass Menschen vor auch allem innerhalb der Familie unheimlich komplex und vielschichtig sind, beschreibt Rebekka Eder in ihrer Geschichte bildhaft und authentisch. Die Charaktere sind gut herausgearbeitet, wobei Alba, Kasimir und Albas Schwester Amalie die größte Aufmerksamkeit zuteil wird.

Mir gefällt besonders, dass einige reale Personen, Handlungsorte und Ereignisse in den Roman eingeflochten wurden. Ein Highlight war für mich zudem die interessante Sprache der Blumen, die in „Hyazinthenschwestern“ eine ganz spezielle Bedeutung einnimmt. Toll recherchiert und in die Handlung eingebunden!

Nicht zuletzt möchte ich die Sprecherin Vanida Karun loben, die mit sehr angenehmer Stimme klar und unterhaltsam betonend liest. Sie hat mir das Hörbuch zu einem tollen Erlebnis gemacht und ich würde mich freuen, öfter von ihr zu hören. Insgesamt ein gelungener historischer Roman, der mit einer ordentlichen Prise Spannung und Drama gewürzt ist.