Schönheit und ihre Schattenseiten
Loreley - Die Frau am Fluss1817. Juliane ist eine junge Frau von vollendeter Schönheit. Menschen werden von ihr angezogen wie Motten vom Licht. Doch nicht alle sind ihr wohlgesinnt. Als hart arbeitende Magd für ihren Vormund begegnet ...
1817. Juliane ist eine junge Frau von vollendeter Schönheit. Menschen werden von ihr angezogen wie Motten vom Licht. Doch nicht alle sind ihr wohlgesinnt. Als hart arbeitende Magd für ihren Vormund begegnet sie in ihrem Heimatort Bacharach am Rhein den verschiedensten Charakteren. Manch einer vergöttert sie, ein anderer sieht eine Bedrohung in ihr oder will sie wie einen wertvollen Schatz besitzen. Eines Tages begegnet sie dem charmanten Johann König und verliebt sich in den talentierten Schiffsführer. Doch Johann verfolgen die Schatten der Vergangenheit und ein eifersüchtiger Bekannter, der in Juliane die Erinnerung an seine große Liebe erkennt …
In „Loreley“ lässt Susanne Popp eine berühmte Geschichte aufleben, verpackt in einen historischen Roman, in dem sie fiktive und reale Figuren miteinander verknüpft. Ich war gespannt, wie ihr das gelingt und hatte mir darunter ehrlich gesagt eine ganz andere Handlung vorgestellt. Vor allem, weil ich nicht wusste, dass Heinrich Heines „Lore-Ley“ gar keiner alten Sage entsprungen ist wie allgemein behauptet wird, sondern viel mehr auf die Sirenen aus Homers „Odysseus“ zurückgeht.
Durch Popps auktoriale Erzähl-Perspektive, erhält der Leser einen weitreichenden Überblick über die Geschichte und die Verstrickungen der einzelnen Personen. Ich mag ihren eingängigen, einfachen Schreibstil, der zu der damaligen Zeit sehr gut passt.
Richtig einfühlen konnte ich mich in die Charaktere allerdings nicht. Dadurch bleibt man als Leser zu distanziert. Auch fiel es mir anfangs schwer in die Handlung reinzukommen. Worauf läuft die Story hinaus? Nach und nach wird ein lockeres Geflecht sichtbar, das sich sicherlich im zweiten Band deutlicher zu erkennen gibt. Ich hätte drei Sterne gegeben, aber glücklicherweise kommt am Ende noch einiges an Spannung auf, wodurch der Roman deutlich an Schwung gewinnt und neugierig auf den Folgeteil macht.