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Veröffentlicht am 12.12.2025

Schönheit und ihre Schattenseiten

Loreley - Die Frau am Fluss
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1817. Juliane ist eine junge Frau von vollendeter Schönheit. Menschen werden von ihr angezogen wie Motten vom Licht. Doch nicht alle sind ihr wohlgesinnt. Als hart arbeitende Magd für ihren Vormund begegnet ...

1817. Juliane ist eine junge Frau von vollendeter Schönheit. Menschen werden von ihr angezogen wie Motten vom Licht. Doch nicht alle sind ihr wohlgesinnt. Als hart arbeitende Magd für ihren Vormund begegnet sie in ihrem Heimatort Bacharach am Rhein den verschiedensten Charakteren. Manch einer vergöttert sie, ein anderer sieht eine Bedrohung in ihr oder will sie wie einen wertvollen Schatz besitzen. Eines Tages begegnet sie dem charmanten Johann König und verliebt sich in den talentierten Schiffsführer. Doch Johann verfolgen die Schatten der Vergangenheit und ein eifersüchtiger Bekannter, der in Juliane die Erinnerung an seine große Liebe erkennt …

In „Loreley“ lässt Susanne Popp eine berühmte Geschichte aufleben, verpackt in einen historischen Roman, in dem sie fiktive und reale Figuren miteinander verknüpft. Ich war gespannt, wie ihr das gelingt und hatte mir darunter ehrlich gesagt eine ganz andere Handlung vorgestellt. Vor allem, weil ich nicht wusste, dass Heinrich Heines „Lore-Ley“ gar keiner alten Sage entsprungen ist wie allgemein behauptet wird, sondern viel mehr auf die Sirenen aus Homers „Odysseus“ zurückgeht.

Durch Popps auktoriale Erzähl-Perspektive, erhält der Leser einen weitreichenden Überblick über die Geschichte und die Verstrickungen der einzelnen Personen. Ich mag ihren eingängigen, einfachen Schreibstil, der zu der damaligen Zeit sehr gut passt.
Richtig einfühlen konnte ich mich in die Charaktere allerdings nicht. Dadurch bleibt man als Leser zu distanziert. Auch fiel es mir anfangs schwer in die Handlung reinzukommen. Worauf läuft die Story hinaus? Nach und nach wird ein lockeres Geflecht sichtbar, das sich sicherlich im zweiten Band deutlicher zu erkennen gibt. Ich hätte drei Sterne gegeben, aber glücklicherweise kommt am Ende noch einiges an Spannung auf, wodurch der Roman deutlich an Schwung gewinnt und neugierig auf den Folgeteil macht.

Veröffentlicht am 12.12.2025

Wie weit würdest du gehen, um deine Liebsten zu beschützen?

Die Gabe des Roten Königs
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Abgeschieden vom Rest der Welt lebt die siebzehnjährige Merle mit ihren Eltern zwischen Wald und Moor. Ihre einzige Verbindung zur Außenwelt ist Skip, ein junger Mann aus der Stadt. Als die Anfälle ihrer ...

Abgeschieden vom Rest der Welt lebt die siebzehnjährige Merle mit ihren Eltern zwischen Wald und Moor. Ihre einzige Verbindung zur Außenwelt ist Skip, ein junger Mann aus der Stadt. Als die Anfälle ihrer geistig kranken Mutter schlimmer werden, ergreift Merle die Chance und flüchtet zu Skip in die Stadt. Doch ihr Leben dort verläuft völlig anders als erwartet. Die Angst der Menschen vor dem Roten König und der sogenannten „Gabe“ ist allgegenwärtig. Eine Rebellion ist im Gange und Merle plötzlich mittendrin. Aber auch mit ihr selbst scheint etwas nicht zu stimmen. Als sie einen düsteren Fremden vor dem König beschützt, kommt es zum Eklat und Merle droht alle zu verlieren, die ihr lieb sind …

Ich liebe Janis Nebels Schreibstil und wie ihre Geschichten stets mit unvorhersehbaren Twists aufwarten. Sie ist nicht zimperlich mit ihren Figuren, was mich immer wieder nach Luft schnappen lässt. Auch in „Die Gabe des Roten Königs“ kommt die Spannung nicht zu kurz. Vor allem im letzten Drittel nimmt die Handlung richtig Fahrt auf. Die zarte Zuneigung zwischen Merle und Skip wird auf den Prüfstand gestellt und der zwielichtige Fremde bringt alles durcheinander, was Merle je über sich gewusst zu haben glaubt.

Merle ist in diesem ersten Teil ein naives, fast schon kindlich unwissendes Mädchen, was aufgrund ihres zurückgezogenen Lebens authentisch wirkt. Schmerzhaft muss sie erfahren, dass ihre Handlungen schreckliche Konsequenzen nach sich ziehen können. Ich bin gespannt auf ihre Entwicklung in den Folgebänden. Ob sie mir sympathisch ist, kann ich noch gar nicht sagen, da sie kaum Zeit hat sich selbst zu erforschen und stattdessen wie ein Spielball herumgeworfen wird.

Das Setting ist mittelalterlich. Was perfekt mit der noch kaum greifbaren Magie harmoniert. Schwerter, Burgen, Gold und raue Sitten. Und wer oder was ist eigentlich dieser schrecklich schöne Rote König? Ich liebe es! Hier wird gelogen, betrogen, gekämpft und geliebt. Am Ende bleiben alle Fragen offen und der Griff zum zweiten Band ist unausweichlich!

Veröffentlicht am 12.12.2025

Seichte Urlaubslektüre

Alles, was wir fühlen
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Lisa führt ein geordnetes Leben. Job, Ehemann, Kind. Der übliche Alltagsstress. Ob sie damit wirklich glücklich ist, fragt sie sich erst, als sie auf einer Party den charismatischen Ben kennenlernt. Sie ...

Lisa führt ein geordnetes Leben. Job, Ehemann, Kind. Der übliche Alltagsstress. Ob sie damit wirklich glücklich ist, fragt sie sich erst, als sie auf einer Party den charismatischen Ben kennenlernt. Sie mögen die gleiche Musik, hören einander mit ehrlichem Interesse zu. Eine Freundschaft liegt auf der Hand. Doch was vorprogrammiert ist, tritt ein: Zwischen Lisa und Ben entwickeln sich tiefere Gefühle. Lisa erkennt zunehmend, wie wenig Nähe und Verständnis zwischen ihr und ihrem Mann herrschen, doch ihre Ehe wegwerfen und ihrem Sohn die heile Familie zu nehmen erscheint ihr grausam. Hin und hergerissen zwischen magnetischer Anziehungskraft und dem Wunsch das Richtige zu tun, drohen Lisa und Ben sich aufzureiben. Kann es eine Lösung für eine unmögliche Situation geben?

Ich will ehrlich sein. Ich habe mir unter „Was wir fühlen“ eine ganz andere Story vorgestellt. Nachdem das wunderschöne Cover mich dazu gebracht hat, sie zu lesen, konnte ich meine Enttäuschung nicht ganz überwinden. Die Geschichte ist aus dem Leben gegriffen und dadurch absolut realistisch. Aber sie bleibt aus dem selben Grund irgendwie farblos und wenig spannend. Schon am Anfang weiß der Leser, wie sich das Ganze entwickeln und ja, auch wie es enden wird.

Lisa ist mir als leicht überforderte und trotzdem irgendwie perfekt funktionierende, selbstlose Supermom mit Märtyrer-Qualität zu langweilig und zu durchschaubar. Sie befindet sich von Anfang bis Ende in quälerischer Opferhaltung.
Ihr Ehemann hat wenig Tiefe. Der stereotype unaufmerksame Kerl, der seine tolle Frau nicht zu schätzen weiß und plötzlich eine aggressive Ader ausbildet, um die unsterbliche Liebe zwischen Lisa und Ben zu rechtfertigen.
Hm. Hier hätte ich mir mehr und liebevollere Charakterzeichnung gewünscht.
Ben ist der nette Typ von nebenan, kämpft aber mit seiner düsteren Vergangenheit. Auch irgendwie klar.
Insgesamt fehlte mir in diesem Buch das Besondere, das Einzigartige, das Unvergessliche.

Glücklicherweise verfügt Nicole Fisher über einen tollen Schreibstil, der mich dazu brachte, das Buch zu Ende zu lesen. In Verbindung mit der Hoffnung, dass doch noch eine Überraschung, eine unvorhergesehene Wendung eintritt. War leider nicht so. Mehr als eine durchschnittlich unterhaltsame, aber wenig einprägsame Urlaubslektüre war das für mich nicht.

Veröffentlicht am 12.12.2025

Komm mit nach Artimé

Wächter der Magie – Aufbruch nach Artimé (Wächter der Magie 1)
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Der dreizehnjährige Alex und sein Zwillingsbruder Aaron wachsen an einem trostlosen Ort auf. Im von der Außenwelt abgeschotteten Quill werden Menschen in drei Kategorien eingeteilt: Gewollte, Notwendige ...

Der dreizehnjährige Alex und sein Zwillingsbruder Aaron wachsen an einem trostlosen Ort auf. Im von der Außenwelt abgeschotteten Quill werden Menschen in drei Kategorien eingeteilt: Gewollte, Notwendige und Ungewollte. Letztere werden gnadenlos liquidiert. Aus Angst vor diesem grausamen Schicksal fügen sich die Bürger den Gesetzen, welche jegliche Art von Gefühlsregungen oder gar Fantasie verbieten. Mit unerbittlicher Härte übt Hohepriesterin Justine ihre Macht aus, niemand in Quill kann seinem Schicksal entgehen. Oder doch?
Alex soll als Ungewollter liquidiert werden, landet jedoch gemeinsam mit anderen Quillern seines Alters an einem unglaublichen, geheimen Ort. Artimé. Hier werden Kinder in all ihrer Kreativität geschätzt und gefördert. Es ist ein Ort voller Magie und Freundlichkeit. Und vor allem: des freien Willens. Doch Alex vermisst seinen Zwillingsbruder - ein Gewollter - so sehr, dass er ganz Artimé in Gefahr bringt …

„Wächter der Magie – Aufbruch nach Artimé“ bildet den Auftakt zu einer neuen spannenden Fantasy-Reihe für Kinder und Jugendliche ab 10 Jahre. Es ist eine magische Geschichte, die problematische Themen unserer eigenen Gesellschaft aufgreift und kindergerecht spiegelt. Wie weit darf oder sollte der freie Wille ausgelebt werden? Ab wann ist Gehorsam blind und bis zu welchem Grad ist Gesetzestreue ein Beitrag zur Gemeinschaft?

Ich habe das Buch gemeinsam mit Kindern gelesen, die gebannt waren von seiner Spannung, der bildhaften Fantasie und den sympathischen Charakteren. Lisa McMann hat eine interessante und manchmal nicht ganz einfache Art zu schreiben. Sie arbeitet mit teilweise unheimlich langen, verschachtelten Sätzen, die aber irgendwie funktionieren. Manchmal wusste ich am Ende nicht mehr, wie der Anfang des Satzes lautete. Aber davon sollte man sich nicht abschrecken lassen!

Unsere Lieblingscharaktere sind vor allem Mr. Today - der alte, etwas schrullige Magus, irrtümlich als „Farmer des Todes“ bezeichnet - ,Alex als Protagonist der Handlung und seine großklappige Freundin Lani. Durch sie wurde die Geschichte lebendig und durchwirkt von Humor. Wir haben mit ihnen mitgefiebert, gelitten und ihre Erfolge gefeiert. All die besonderen Kreaturen und Wesen in Artimé haben uns begeistert und in dem Wunsch zurückgelassen, bald wieder dorthin zu reisen.

Veröffentlicht am 12.12.2025

Im Krieg und in der Liebe … ist alles erlaubt?

Für immer, dein August (Mühlbach-Saga 2)
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Die Geschichte einer besonderen Familie geht weiter. Karl und Lina Schäfer sind in in ihren mittleren Jahren angekommen, während ihre Tochter Charlotte zur jungen Frau erblüht ist. Der Krieg hat sie von ...

Die Geschichte einer besonderen Familie geht weiter. Karl und Lina Schäfer sind in in ihren mittleren Jahren angekommen, während ihre Tochter Charlotte zur jungen Frau erblüht ist. Der Krieg hat sie von ihrem liebsten Kindheitsfreund August allzu lange getrennt, doch endlich kehrt er nach englischer Gefangenschaft zurück, besucht sie in Bremen und die beiden verlieben sich ineinander. Doch August kann seine Familie in Mühlbach nicht allein lassen. Charlotte zieht zu ihm. In das Heimatdorf ihrer Mutter. Ein Ort, an dem die Menschen nicht vergessen haben, dass sie unehelich zur Welt gekommen ist. Und dann bricht auch noch ein weiterer Krieg aus, der allen bisher gekannten Schrecken in den Schatten stellt…

„Für immer, dein August“ ist die Fortsetzung von Barbara Leciejewskis Mühlbach-Saga. Inspiriert von der Geschichte ihrer eigenen Familie, erzählt die Autorin eine schonungslose und erschütternde Sicht auf die deutsche Vergangenheit. Obwohl mich der erste Band deutlich mehr berührt und mitgerissen hat, so ist auch Band zwei unbedingt lesenswert. Ich bin ein großer Fan von Leciejewskis einnehmendem Schreibstil. Die auktoriale Erzählperspektive ermöglicht dem Leser einen großflächigen Blick auf das Geschehen.

Da ist die freundliche, pflichtbewusste Charlotte, die es versucht allen recht zu machen. Der fürsorgliche August, der seine Frau auf Händen trägt und viele bekannte Gesichter aus dem ersten Teil. Für meinen Geschmack blieben die Charaktere der beiden Protagonisten aber diesmal blasser. Ich konnte mich nicht so gut in sie hineinversetzen. Vielleicht auch aufgrund der zahlreichen Nebenschauplätze. Dennoch hat mich das Buch sehr gut unterhalten und auch zum Nachdenken angeregt. Die Geschichte ist authentisch, vom Leben inspiriert und liebevoll ausgestaltet. Ob es wohl noch weitergehen wird mit den Mühlbachern?