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Veröffentlicht am 22.06.2025

Pageturner

Loverboy – Niemand liebt dich so wie ich
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Als Lola und ihre Mitbewohnerin Vivian in einem Berliner Club feiern, lernt Vivian den charismatischen Pascal kennen. Sie verliebt sich Hals über Kopf in ihn. Lola freut sich riesig für die stille, zurückhaltende ...

Als Lola und ihre Mitbewohnerin Vivian in einem Berliner Club feiern, lernt Vivian den charismatischen Pascal kennen. Sie verliebt sich Hals über Kopf in ihn. Lola freut sich riesig für die stille, zurückhaltende Vivian. Doch schon nach wenigen Wochen erkennt sie ihre Mitbewohnerin nicht mehr wieder, so sehr hat diese sich verändert. Als Vivian kurz darauf spurlos verschwindet und die Polizei Lola abwimmelt, begibt sie sich auf die Suche nach ihrer Freundin. Unterstützung erhält sie von Vivians Halbbruder Elias.
Das Buch „Loverboy – Niemand liebt dich so wie ich“ von Antonia Wesseling wird im Wesentlichen aus der Sicht von Lola und Elias erzählt. Aus Vivians Perspektive berichtet nur ein Kapitel und ein Online-Tagebuch. Das hat mich zu Beginn sehr irritiert. Denn dadurch erfahren wir nur sehr wenig über die Beziehung zwischen Pascal und Vivian. Erzählt wird die Geschichte aus den Perspektiven von Lola und Elias, sodass wir nie ganz sicher sein können, inwieweit die subjektiven Wahrnehmungen der beiden der objektiven Realität entsprechen.
Vivian kommt in Form ihres Tagebuches zu Wort, das bis in ihre Jugendzeit zurück reicht. Da ich die Person Vivian jedoch als sehr anstrengend wahrgenommen habe, war ich nach ein paar Kapiteln sehr froh, dass ihre Sicht auf die Dinge nur am Rande geschildert wird.
Zwischen Lola und Elias entspinnt sich nach anfänglichem Misstrauen und Ablehnung immer mehr eine Ebene, in der die beiden zusammen nach Vivian suchen und sich schließlich auch freundschaftlich und persönlich immer näherkommen. Die Schilderung der Ablehnung, des Misstrauens, der Annäherung, des Vertrauens, des Zweifels der beiden Personen fand ich sehr gelungen. Sie sind grundverschieden, bewerten die Welt sehr unterschiedlich, haben beide ein Problem, anderen zu vertrauen und finden trotzdem zueinander. Zwischen dieser persönlichen Ebene, die sich entwickelt, versuchen sie auch immer wieder Vivian zu finden, ihr Verschwinden zu klären, Pascal zu finden und zu verstehen, was eigentlich passiert ist.
War die Geschichte zu Beginn noch eher harmlos, die vielen Rätsel sehr undurchsichtig, so entwickelte das Geschehen jedoch schnell eine Sogwirkung auf mich. Ich konnte das Buch nicht zur Seite legen, musste noch ein Kapitel lesen und noch eins, bis endlich am Ende alle meine Fragen geklärt waren. Wie ich das Ende bewerte? Zwiegespalten. Es erscheint mir nicht unbedingt unrealistisch, aber doch zum Teil ernüchternd.

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Veröffentlicht am 22.06.2025

Ich verstehe es einfach nicht

Im Leben nebenan
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Toni lebt mit ihrem Partner Jakob in Berlin. Lange haben die beiden erfolglos versucht, ein Kind zu bekommen. Doch jetzt will Toni nicht mehr. Stattdessen wacht sie eines morgens in einem anderen Leben ...

Toni lebt mit ihrem Partner Jakob in Berlin. Lange haben die beiden erfolglos versucht, ein Kind zu bekommen. Doch jetzt will Toni nicht mehr. Stattdessen wacht sie eines morgens in einem anderen Leben auf. Hier nennt sie sich Antonia, ist nicht nach Berlin gezogen, sondern in ihrem Heimatort geblieben, hat ihre erste große Liebe geheiratet und ist gerade Mutter geworden.

Der Schreibstil der Autorin Anne Sauer ist eingängig, bildhaft und sehr angenehm. Doch inhaltlich hatte mich das Buch sehr schnell verloren. Wir wechseln zwischen den Perspektiven von Toni und Antonia. Antonia, die sich in einem ihr unbekannten Leben wiederfindet und ihr Leben als Toni zurück möchte. Immer wieder habe ich mich beim Lesen gefragt, wer die Zielgruppe dieses Buches sein soll? Für wen hat Anne Sauer das Buch geschrieben? Was will sie mir damit sagen?

Oder hat sie dieses Buch geschrieben, um ihr Leben als Mutter oder ihr Leben als kinderlose Frau zu verarbeiten? Will sie die Vor- und Nachteile beider Leben herausarbeiten, um sich besser entscheiden zu können, was sie will?

Mich lässt das Buch auf jeden Fall ratlos zurück. Ich verstehe es einfach nicht und auch das Ende hat das Buch für mich nicht verständlicher gemacht.

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Veröffentlicht am 22.06.2025

Temporeich

Die Geminiden - Spektrum (#2)
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Band 2 der Spektrum-Reihe, Die Geminiden, von Nana Foss wird aus der Sicht von Pi erzählt. Nachdem wir in Band 1, Die Leoniden, alles aus der Sicht von Emilie erzählt bekommen haben, brauchte ich nun ein ...

Band 2 der Spektrum-Reihe, Die Geminiden, von Nana Foss wird aus der Sicht von Pi erzählt. Nachdem wir in Band 1, Die Leoniden, alles aus der Sicht von Emilie erzählt bekommen haben, brauchte ich nun ein paar Kapitel, um mich in Band 2 zurecht zu finden. Allerdings wurde mir schnell klar, dass Pi die viel interessantere Figur ist.
Vielen Szenen aus Band 1 begegnen wir hier als Lesenden noch einmal wieder. Dabei werden ganz nebenbei viele unserer Fragen aus Band 1 beantwortet. Doch freut euch nicht zu früh. Denn mit jedem gelüfteten Geheimnis, tauchen mindestens zwei neue auf.
Besonders beeindruckt hat mich, dass mir nicht einen Moment langweilig wurde. Es passiert ständig etwas. Ein Abenteuer jagt das nächste. Ist die Gruppe der Zeitreisenden gerade einer Gefahr entkommen, taucht auch schon das nächste Problem auf. Ich finde, die Autorin kann das Niveau und das Tempo bis zum Schluss halten. Selbstverständlich endet Band 2 auch wieder mit jede Menge Geheimnissen und Fragen. Ich bin nun so gespannt auf Teil 3 und was da noch alles passieren wird.
Mir hat zudem die Liebesgeschichte sehr gut gefallen. Ich hoffe, sie spielt auch in den weiteren Bänden noch eine Rolle. Denn natürlich wechselt im dritten Band wieder die Erzählperspektive. Aber das macht die Spektrum-Reihe nur umso besser für mich.
Wie Band 1, habe ich auch Band 2 wieder als Hörbuch gehört. Zu Beginn hatte ich ein wenig Probleme mit der Sprecherin Ann-Kathrin Hinz. Sie wirkte auf mich ein wenig gelangweilt und die Betonung kam mir unnatürlich vor. Doch das änderte sich schnell, als die Geschichte mich mitgerissen hatte und Ann-Kathrin Hinz für mich Pi verkörperte. Ab da hätte ich mir niemanden vorstellen können, der mir das Geschehen lebendiger und spannender hätte erzählen können.

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Veröffentlicht am 04.06.2025

Ist diese Geschichte wirklich noch zeitgemäß

Preston Brothers, Band 1 - Loving Lucas
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Sie lernen sich kennen, als sie beide 11 Jahre alt sind und werden allerbeste Freunde. Lucas und Laney sind unzertrennlich und für alle ist klar, dass die beiden füreinander bestimmt sind. Auch sie sind ...

Sie lernen sich kennen, als sie beide 11 Jahre alt sind und werden allerbeste Freunde. Lucas und Laney sind unzertrennlich und für alle ist klar, dass die beiden füreinander bestimmt sind. Auch sie sind sich ihrer eigenen Gefühle sicher. Aber fühlt der andere genauso?
Jay McLean hat es geschafft, dass ich „Loving Lucas“ vom ersten Augenblick an geliebt habe. Jeden Satz habe ich genossen. Die Freundschaft zwischen Lucas und Laney war so toll, ihre Gedanken und Gefühle einfach wundervoll. Geschafft hat die Autorin dies durch ihren gefühlvollen Schreibstil, der sich ganz nah an den Hauptpersonen bewegte. Wenn es nach mir gegangen wäre, hätte die Geschichte genauso weitergehen können.
Jay McLean hat ihrem Buch jedoch einen anderen Verlauf gegeben. Es gab ein paar Wendungen, mit denen ich nicht gerechnet habe und die mich von der Erzählung, aber auch von den Personen entfremdet haben. Ganz besonders Laney ist mir fremd geworden und ich habe bis zum Ende auch keinen neuen Zugang mehr zu ihr gefunden. Zu sehr hatte sie mich enttäuscht.
Laney entwickelt sich im Laufe der Geschichte zur gebrochenen Heldin. Das hat mich zuerst enttäuscht und im weiteren Verlauf sehr geärgert. Das hat mich zu der Frage geführt, ob die gebrochene Heldin noch zeitgemäß ist? Haben wir Leserinnen nicht vielmehr eine starke, selbstbewusste Heldin verdient, die für uns ein Vorbild ist und uns zeigt, wie wir es besser machen können?
Auch mit Lucas habe ich immer wieder gehadert. Zu Beginn war er mir oft zu unaufmerksam und zu sehr mit seinem Bedürfnis nach Spaß beschäftigt. Im weiteren Verlauf fand ich ihn schon fast ungesund behütend. Auch hier hat die Autorin ein, wie ich finde, überholtes Rollenbild ins Zentrum gestellt.
Beides finde ich sehr schade, denn die Autorin kann wirklich sehr gut schreiben. Ihr Erzählstil ist sehr bildlich und beim Lesen stelle ich mir sofort einen Film zu der Geschichte vor. Ihr Buch „Be my first“ aus dem Jahr 2023 ist einer meiner Lieblingsromane aus dem Genre der Liebesgeschichten. Die Reihe „Preston Brothers“, deren Band 1 „Loving Lucas“ ist, umfasst drei Bände und ich hoffe, dass die anderen beiden mich wieder mehr begeistern. „Loving Lucas“ bekommt von mir 3,5 Sterne, weil ich den Schreibstil liebe, mir der Anfang sehr gefallen hat und das Ende durchaus versöhnlich war.

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Veröffentlicht am 25.05.2025

Das Martyrium der kinderlosen Frauen

Hello Baby
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„Hello Baby“ heißt die Gruppe, in der sich sechs kinderlose Frauen austauschen, die sich in einer Kinderwunschklinik in Südkorea kennengelernt haben. Alle Frauen sind auf natürlichem Weg nicht schwanger ...

„Hello Baby“ heißt die Gruppe, in der sich sechs kinderlose Frauen austauschen, die sich in einer Kinderwunschklinik in Südkorea kennengelernt haben. Alle Frauen sind auf natürlichem Weg nicht schwanger geworden und versuchen es nun mit allen Möglichkeiten, die eine Kinderwunschklinik bietet.
In jedem Kapitel erfahren wir etwas über das Leben einer dieser Frauen. Dabei geht es um die Verfahren, die in der Klinik angewandt werden. Es geht um die körperlichen und seelischen Schmerzen, die dieser Schritt bedeutet. Die Frauen stecken voller Gefühle der Angst, der Hoffnung, der Scham, der Freude und des Leids, wenn es wieder nicht geklappt hat. Sie erleben Fehlgeburten, Ausschabungen, Einnistungen.
Der Druck auf die Frauen durch ihre Familien und die Familien der Ehemänner ist unbeschreiblich groß. Denn Mutterschaft wird den Frauen immer noch als der natürliche Weg zugeordnet. Werden die Frauen nicht schwanger, ist es stets ihr Versagen und nicht das ihrer Partner bzw. Ehemänner. Selbst dann nicht, wenn sich nach einer Untersuchung herausstellt, dass der Mann auf dem natürlichen Weg keine Kinder zeugen kann. Häufig ist dies dann ein Tabuthema, über welches in der Familie nicht geredet wird.
Und so sind die Frauen bereit, jegliches Leid zu ertragen, um schwanger zu werden. Der Weg dahin ist in der Klinik steinig, langwierig und mit Schmerz verbunden. Sind die Frauen zu Beginn noch voller Hoffnung, so sind sie nach ein paar Jahren oft gebrochen. Denn der Druck von außen wird nicht geringer, sondern stärker. Auf Verständnis können sie nicht hoffen. Die Männer dagegen führen ihr Leben wie vorher auch einfach weiter. Für sie ändert sich kaum etwas. Oft ziehen sie sich schnell aus den Prozessen zurück, sofern sie nicht unbedingt gebraucht werden.
Doch das alles reicht noch nicht aus an Schuld, Scham und Schmerz, der auf die kinderlosen Frauen abgeladen wird. Sind sie berufstätig, so verschweigen sie ihre Behandlungen, ihren Wunsch nach Schwangerschaft und Kindern. Denn trotz Gesetzen, die sie unterstützen sollten, sieht die berufliche Wirklichkeit anders aus. Eine Frau, die sich für Termine in der Kinderwunschklinik, für die Schwangerschaft oder später aufgrund der Kinder frei nimmt bzw. nicht mehr allzeit für ihre Arbeit zur Verfügung steht, ist mit einem Makel behaftet. Dies lässt sie der Vorgesetzte spüren, indem er ihr regelmäßig ein schlechtes Gewissen macht, wenn sie frei benötigt. Die Kollegen werfen den Frauen vor, das Team verraten zu haben, sich für etwas Besseres zu halten und ihre Arbeit zu vernachlässigen. Denn Arbeit bedeutet Aufopferung, steter Fleiß, Einsatz weit über die täglichen Arbeitszeiten hinaus.
Mich hat das Buch von Kim Eui-kyung tief beeindruckt. Sie schafft es auf 220 Seiten, mir einen komplexen Einblick zu vermitteln, in das Leben der Frauen, in ihre Psyche, ihre Gefühlswelt, in die gesellschaftlichen Strukturen, in denen die Frauen leben und auch in das körperliche Martyrium, das sie erleiden. Dieses Buch kann und will ich mindestens allen Frauen empfehlen.

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