Ivy & Abe in Paralleluniversen
Ivy und AbeDer Schreibstil war besonders. Das ist durchaus hervorzuheben, denn das Buch ist irgendwie sehr erwachsen geschrieben und ich mochte das sehr.
Es gibt keine "klassisch nummerierten" Kapitel sondern eher ...
Der Schreibstil war besonders. Das ist durchaus hervorzuheben, denn das Buch ist irgendwie sehr erwachsen geschrieben und ich mochte das sehr.
Es gibt keine "klassisch nummerierten" Kapitel sondern eher einzelne Abschnitte, die alle sehr unterschiedlich lang sind und in denen Ivy und Abe in verschiedenen Szenarien beleuchtet werden. Es ist keine zusammenhängende Geschichte und wahrscheinlich hätte sie noch ewig weitererzählt werden können.
Der Leser ist immer im jeweiligen Abschnitt in der Geschichte der beiden: mal sind sie Kinder, mal Rentner, mal junge Erwachsene. Mal spielen sie als Kinder in einem Urlaub und sehen sich anschließend nie wieder, mal wachsen sie gemeinsam auf, mal haben sie eine Affäre miteinander und betrügen ihre Partner, mal hat Abe eine Affäre und hintergeht Ivy. Das Buch ist aus Ivys Perspektive geschrieben und in jedem einzelnen Abschnitt hatte ich das Gefühl, dass sie der "mehr liebende" Part der beiden ist. Sie hat ihm oft viel verziehen und war immer mit ganzem Herzen bei ihm, aber nie können beide ein Leben lang zusammen und glücklich sein. Ein Knackpunkt ist so ziemlich immer, die Huntington-Krankheit ihrer Mutter, die Ivy geerbt haben könnte. Die groben Eckdaten rund um die zwei sind oft gleich: Ivys kranke Mutter, ihre Erziehung, ihr Bruder John, die Berufe von Abe und Ivy. Unter Berücksichtigng verschiedener Faktoren tauchen diese Dinge in jedem Abschnitt wieder auf und beeinflussen den Verlauf der beiden.
Ich fand es wirklich nicht schlecht, aber immer, wenn man in eine Situation hineingefunden hat und mitfieberte, wurde man herausgerissen und in eine neue Situation katapultiert, in die man reinfinden musste. Es gibt in diesem Sinne keine durchgehende Geschichte, in der sich beide entwickeln, kein Happy End und auch kein Sad End. Die Idee hätte man ewig weiterspinnen können, nur verliert der Leser das Interesse, da die Geschichte keine Entwicklung wahrnimmt.
Ich denke, jeder muss selbst entscheiden, ob ihm so etwas gefällt. Denn es ist sehr gut geschrieben, aber etwas fad ab einem bestimmten Punkt.