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Veröffentlicht am 21.09.2025

Spannender Thriller

Welcome Home – Du liebst dein neues Zuhause. Hier bist du sicher. Oder?
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Du glaubst alles scheint perfekt. Ein wunderschönes Haus, der geliebte Hund an deiner Seite und die Familie als Rückhalt. Doch dann kippt die Idylle und entwickelt sich zu einem fesselnden Psychospiel, ...

Du glaubst alles scheint perfekt. Ein wunderschönes Haus, der geliebte Hund an deiner Seite und die Familie als Rückhalt. Doch dann kippt die Idylle und entwickelt sich zu einem fesselnden Psychospiel, bei dem die Leserinnen und Leser nie genau wissen, wem sie trauen können. Der Hauptdarsteller Marco ist sympathisch, ein Mensch mit Ecken und Kanten, der manchmal vielleicht etwas panisch reagiert, aber genau das macht ihn glaubwürdig. Besonders berührend ist seine Beziehung zu seinem Hund James, der ihm inmitten der aufziehenden Dunkelheit ein Stück Normalität und Trost spendet. Die Liebe zu seiner Familie ist spürbar und gibt dem Thriller eine emotionale Tiefe, die weit über das Genretypische hinausgeht. Ein besonderes Highlight ist die Figur der Nachbarin Johanna. Anfangs wirkt sie eindeutig mysteriös und etwas unheimlich, aber im Laufe der Geschichte zeigt sie auch ihre anderen Seiten. Diese ambivalente Darstellung hat mir besonders gut gefallen, weil sie der Figur eine Tiefe verleiht, die man in manchen Thrillern vergeblich sucht. Die Spannung ist gut temperiert. Was mir gut gefallen hat ist, es gibt keine übertriebenen Effekthaschereien, sondern eine kontinuierlich steigende Bedrohung, die sich mehr und mehr zuspitzt. Die Auflösung ist schlüssig und durchaus befriedigend, auch wenn sie nicht ganz so spektakulär ausfällt, wie man es nach dem Spannungsaufbau vielleicht erwarten würde

Der Schreibstil des Autors ist flüssig und gut lesbar. Er schafft es, mit kurzen Kapiteln und einem direkten Erzählton einen regelrechten Sog zu erzeugen. Man fliegt förmlich durch die Seiten, immer auf der Suche nach der nächsten Wendung, dem nächsten Hinweis…

Was den Thriller insgesamt auszeichnet, sind die durchweg interessanten Charaktere und eine solide Story, die durch ihre Nähe zur Realität besonders unter die Haut geht. Einziger kleiner Kritikpunkt: Die Polizei agiert stellenweise zu passiv, was manchmal etwas unlogisch wirkt, aber dies schmälert den Lesegenuss nur geringfügig.

Als Fazit kann man sagen ein atmosphärischer Thriller, der durch seine glaubwürdigen Figuren und die psychologische Tiefe überzeugt. Ein Buch, das zeigt, dass der wahre Albtraum manchmal dort beginnt, wo wir uns am sichersten fühlen.

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Veröffentlicht am 21.09.2025

Kurzgeschichten in Romanform

Der Wörterschmuggler
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Ein Roman, der eher als Kurzgeschichtensammlung funktioniert. Der Autor verbindet poetisch-verschnörkelte Sprache mit kleinen Episoden, die lose in eine größere Handlung eingebaut sind.

Die Charaktere ...

Ein Roman, der eher als Kurzgeschichtensammlung funktioniert. Der Autor verbindet poetisch-verschnörkelte Sprache mit kleinen Episoden, die lose in eine größere Handlung eingebaut sind.

Die Charaktere sind interessant skizziert, bleiben jedoch vage und schwer greifbar. Besonders der Hauptcharakter Bruno Labastide wirkte für mich zu einfältig dargestellt. Zwar entwickelt sich dieser kleine Ganove im Laufe der Erzählung weiter, doch ein überzeugendes Gesamtbild seiner Wandlung bleibt der Roman schuldig. Die Handlung selbst ist teilweise nachvollziehbar, verliert sich jedoch stellenweise in Details, die mir überflüssig erschienen. Nicht alles hat sich mir beim Lesen erschlossen, was die Lektüre mitunter zäh machte. Statt einer stringenten Entwicklung ist das Werk eher eine lose Aneinanderreihung von Kurzgeschichten, die die Kommerzialisierung von Sprache und das unstete Leben des Taugenichts Bruno Labastide beleuchten.

Das große Plus des Romans liegt jedoch eindeutig in der Sprache. Poetisch, kunstvoll und verspielt fließen die Sätze dahin. Für Leserinnen und Leser, die sich an sprachlicher Virtuosität erfreuen, ist das ein Genuss. Wer jedoch eine tiefgründige Geschichte und vielschichtige Figuren erwartet, könnte enttäuscht werden.

Ein schön geschriebener Roman mit Schwächen in der Story und bei den Nebencharakteren – in diesem Sinne eher ein Werk für Sprachliebhaber als für Storyfans.

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Veröffentlicht am 05.09.2025

Leise Geschichte mir ernstem Thema

Die Bibliothek meines Großvaters
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Ein Roman mit Krimi-Elementen, der sich um das Thema Demenz, Hoffnung und Bücher dreht.

Kaede eine junge Lehrerin liebt ihren Großvater über alles und versucht diesem trotz seiner Erkrankung eine große ...

Ein Roman mit Krimi-Elementen, der sich um das Thema Demenz, Hoffnung und Bücher dreht.

Kaede eine junge Lehrerin liebt ihren Großvater über alles und versucht diesem trotz seiner Erkrankung eine große Stütze zu sein. Im Laufe ihres Alltags geschehen allerhand sonderbare Dinge und Kaede versucht mit Hilfe ihres Großvaters die sonderbaren Vorgänge einzuordnen und zu lösen. Aber Kaede ist in Gefahr und benötigt die Hilfe ihrer Freunde und ihres Opas. Eine sehr interessante Geschichte nimmt ihren Lauf.

Kaede ist eine eher zurückhaltende junge Frau, die neben ihrem Beruf vor allem die Liebe zur Literatur entdeckt hat. Sie kann sich in diesen Welten einfach fallen lassen. Neben ihrem Großvater haben mir ihre beiden Freunde Iwata und Shiki gut gefallen. Gerade Shiki, der Künstler mit den sonderbaren Gedankengängen, passt hervorragend in die Welt von Kaede und ihrem Opa. Der Schreibstil des Autors ist einfühlsam und gut beschreibend. Mit einer leichten Melancholie legt sich dieser wie ein Raureif auf den Text. Dennoch gibt es auch heitere Momente und die Spannung der Handlung wird immer wieder leicht angedeutet. Das Ende ist interessant und da es sich um eine Trilogie handelt ist die Geschichte noch nicht komplett abgeschlossen. Sehr interessant war die Behandlung des Themas “Demenz”. Ich habe hier einige neue Dinge erfahren. Aber die Informationen über diese sehr spezifische Krankheit waren nicht überbordend. Ein leichter mit einer kleinen Portion Spannung gezeichneter Roman der mir in Summe gut gefallen hat.

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Veröffentlicht am 05.09.2025

Liebevolle Erzählung

A Taste of Cornwall: Eine Prise Liebe
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Mit “A Taste of Cornwall – Eine Prise Liebe” legt Katharina Herzog den ersten Teil ihrer neuen Reihe rund um den urigen Pub an der Küste Cornwalls vor. Sie bietet ihren Leser*innen eine gewohnte heimelige ...

Mit “A Taste of Cornwall – Eine Prise Liebe” legt Katharina Herzog den ersten Teil ihrer neuen Reihe rund um den urigen Pub an der Küste Cornwalls vor. Sie bietet ihren Leser*innen eine gewohnte heimelige Lovestory, die zum Träumen verleitet.

Im Mittelpunkt steht die Restaurantkritikerin Sophie die nach einem Eklat London verlassen muss und den Pub übernimmt, um daraus ein gutgehendes Sternerestaurant zu machen. Doch bevor der Pub im neuen Glanz erstrahlen kann, muss sie aus den Angestellten erst einmal ein Team machen und die Dorfgemeinschaft überzeugen.

Ich mag die Liebesromane von Katharina Herzog sehr, weil sie so schön cozy sind und zum Träumen einladen. Mit Cornwall hat die Autorin sich wieder einen schönen Ort für ihren Roman ausgesucht, der auch inhaltlich einfach passt. Überzeugt hat mich vor allen Dingen wieder die Figurenzeichnung. Sowohl Sophie als auch Annabelle haben Tiefe und machen eine Entwicklung durch, die man unter der Oberfläche nicht erwarten würde. Dazu kommen für mich die kleinen Anekdoten, die den Roman rund machen, ob es der Kater ist oder die Alpakas.

Es geht viel um die Arbeit im Restaurant und ums Kochen, aber auch darum die Schatten der Vergangenheit hinter sich zu lassen und mit einigen Dingen Frieden zu schließen. Die verschiedenen Perspektiven ermöglichen es uns Leserinnen und Lesern zu vielen Figuren eine nähere Bindung aufzubauen. Der Schreibstil der Autorin ist gewohnt leicht und flüssig, man fliegt nur so durch die Seiten.

Ich freue mich nun schon auf den zweiten Band der Reihe, an diesem schreibt die Autorin schon und der Epilog gibt schon einen Ausblick, um wen es sich drehen wird.

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Veröffentlicht am 05.09.2025

Ein kniffliger Fall zum Miträtseln

Lady Agnes und der tote Gärtner im Rosenbeet
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Cozy Crime, wie ich ihn liebe: herrlich skurrile Figuren, ein beschauliches Anwesen und dazu ein kniffliger Fall zum Miträtseln.

Lady Agnes ist eine englische Dame in den besten Jahren. Zur Seite steht ...

Cozy Crime, wie ich ihn liebe: herrlich skurrile Figuren, ein beschauliches Anwesen und dazu ein kniffliger Fall zum Miträtseln.

Lady Agnes ist eine englische Dame in den besten Jahren. Zur Seite steht ihr Henderson, ihr treu ergebener Butler. Thomas Henderson hat nur eine Schwäche: seinen Aberglauben. Ob die Zahl 13, schwarze Katzen oder bestimmte Rituale, sie sind ihm heilig. Die Köchin Grace verliert nach dem Tod des Gärtners Daniel Green ein wenig die Nerven und betrinkt sich, obwohl sie Alkohol eigentlich verabscheut. Und dann ist da noch der Kommissar, der nicht nur einen sehr eigenwilligen Kleidungsstil pflegt, sondern auch ein Geheimnis mit sich trägt.

Der englische Humor und die typischen Klischees über Briten und das Landleben sorgen immer wieder für ein Schmunzeln. Die kurzen Kapitel und wechselnden Perspektiven machen das Lesen spannend und bringen uns den Figuren näher. Besonders gut gefallen hat mir, dass ich den Täter so nicht auf dem Schirm hatte. Mein einziger Kritikpunkt ist der untypische Kommissar, seine Geschichte hätte für meinen Geschmack noch etwas ausführlicher herausgearbeitet werden können.

Ein Cozy Crime, den ich sehr gerne gelesen habe und ich würde mich auch über einen weiteren Band mit Lady Agnes freuen.

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