Jagd auf einen Serienkiller -
Wie viele willst du tötenObwohl der Name der Autorin deutsch klingt, ist Joanna Schaffhausen eine Amerikanerin. Mit “Wie viele willst du töten“ liegt ihr Debüt vor.
Das Cover wirkt gruselig, die zerfallene Hütte, der giftige ...
Obwohl der Name der Autorin deutsch klingt, ist Joanna Schaffhausen eine Amerikanerin. Mit “Wie viele willst du töten“ liegt ihr Debüt vor.
Das Cover wirkt gruselig, die zerfallene Hütte, der giftige gelb-grüne Hintergrund und der riesige Titel, der in einem Weizenfeld steht. Besonders macht das Buch, dass der Schnitt die gleiche giftige Farbe hat.
Ellery Hathaway arbeitet als Polizistin in einer Kleinstadt, in der niemand ahnt, dass sie eine neue Identität angenommen hat. Vor 14 Jahren konnte sie aus den Fängen eines Serienkillers gerettet werden. Nun bereitet ihr bereits seit fast drei Jahren das Verschwinden einiger Bewohner Sorgen. Ihren Chef kann Ellery von ihren Bedenken nicht überzeugen. Schließlich nimmt sie Kontakt zu Reed Markham auf, dem FBI-Beamten, der als ihr Retter berühmt wurde.
Das geht zunächst alles sehr schnell, bereits im zweiten Kapitel trifft Reed in Woodbury ein. Als Charaktere passen Ellery und Reed gut zusammen. Sie bilden auch eine Einheit gegenüber den anderen Polizisten. Sie haben eine gemeinsame Vergangenheit und stehen mit ihrer Meinung zum Verschwinden der Bewohner von Woodbury zunächst allein.
Die Autorin beschreibt die Zerrissenheit beider Figuren sehr gut. Beide sind durch die Erlebnisse mit dem Serienkiller auf ihre Weise „beschädigt“. Angst und Selbstzweifel gehören zu ihrem Alltag. Im Verlauf der Handlung werden die Ereignisse von vor 14 Jahren Stück für Stück erzählt.
Ein früheres Opfer nun selbst zur Jägerin nach einem möglichen Serienkiller zu machen, ist ein interessanter Aspekt. Die Handlung ist durchaus spannend und die Geschichte liest sich sehr schnell, da auf unnötige Ausschmückungen, Beschreibungen und Nebenhandlungen verzichtet wird. Darin liegt aber auch gleichzeitig das Manko dieses Thrillers: Alle anderen Figuren bleiben zu blass, das Personal ist übersichtlich und die Auflösung vorhersehbar. Bei 333 Seiten hätte man gut zugunsten von etwas mehr Raffinesse und falschen Spuren ein paar Seiten aufstocken können. Auch konnte mich Ellerys Umgang mit den Beweisen und Vermutungen nicht ganz überzeugen; das erschien mir nicht immer logisch.
Insgesamt ein solider Thriller, der Dank der beiden Hauptfiguren gut unterhält, für mich aber keine Überraschungen bot. Ich vergebe 4 wohlwollende Sterne, in der Hoffnung, Ellery und Reed vielleicht in einem weiteren Fall wiederzutreffen.