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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 31.01.2026

Verhängnisvoll

Das Signal
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Die junge Innenarchitektin Viola Decker wacht im Krankenhaus auf und stellt erschrocken fest, dass ihr ein Bein fehlt. Sie erfährt, dass sie im Weinkeller ihres Mannes einen Unfall hatte. Ihr ...

Die junge Innenarchitektin Viola Decker wacht im Krankenhaus auf und stellt erschrocken fest, dass ihr ein Bein fehlt. Sie erfährt, dass sie im Weinkeller ihres Mannes einen Unfall hatte. Ihr Mann Adam, ein bekannter Meinungsforscher, scheint sich bestens um sie zu kümmern. Ohne Viola um ihre Meinung zu fragen, engagiert er eine Pflegerin. Nun befindet sich Viola mit der verschlossenen Pflegerin in Erdgeschoss ihres Hauses. Der Umbau des alten Gemäuers geht nicht voran. Zudem sind für die junge Frau plötzlich wichtige Utensilien nicht mehr auffindbar. Ihr Misstrauen ist geweckt, sie besorgt sich digitale Tracker. Damit beobachtet sie neben ihrem Ehemann bald auch weitere Personen und ist geschockt.

Bereits das raffiniert in Violett gestaltete Cover signalisiert Alarm.
Die beklemmende Atmosphäre, in der sich Viola befindet, hat Ursula Poznanski zunächst sehr authentisch dargestellt. Zweifel an ihrem Ehemann Adam und seinem Verhalten kommen für mich noch im Krankenhaus auf. Die Situation für Viola im Haus, von einem Zuhause möchte ich nicht reden, ist ebenso beängstigend. Was zunächst vor allem an ihrer distanzierten, sehr undurchsichtigen Pflegerin liegt, die Viola mehr überwacht als betreut. Aber auch ihr Mann verstrickt sich zunehmend in Unwahrheiten über seinen Alltag. Sie ist den beiden nahezu schutzlos ausgeliefert, was sie bald ändert.

Die Idee der Autorin, Tracker in den Ablauf des Thrillers zu bringen, war für mich neu und hat mich zunächst interessiert. Die technischen Detail dazu wurden verständlich erklärt. Nun kann Adam kaum noch einen Schritt tun, ohne dass Viola ihn überwacht. Aber geht es ihr dadurch besser? Ich denke nicht, da sie nicht den Mut aufbringt, ihren Mann direkt auf ihren Verdacht anzusprechen. Auch ihre Freundinnen sind für ihre Psyche keine große Hilfe.

Zur Mitte des Buches wird die Handlung aus meiner Sicht unnötig in die Länge gezogen, die Spannung ließ nach. Die Szenen lieferten teilweise keine neuen Erkenntnisse. Das Ende des Buches wirkte an den Haaren herbeigezogen. Mit Ausnahme des Nachbarsohnes Benno besaßen auch die Nebenfiguren keine überzeugende Tiefe. Ich vergebe für den Thriller, der mich nicht überzeugen konnte, daher nur drei Sterne.

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Veröffentlicht am 25.01.2026

Die Flutwelle

Grenzfall – Ihr Grab in den Fluten
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Auf der deutschen und österreichischen Seite der Alpen, in der Grenzregion Karwendel, hat ein heftiges Unwetter zu Stürmen und Überflutungen geführt. In der Folge wurden Häuser zerstört und Menschen ...

Auf der deutschen und österreichischen Seite der Alpen, in der Grenzregion Karwendel, hat ein heftiges Unwetter zu Stürmen und Überflutungen geführt. In der Folge wurden Häuser zerstört und Menschen sind tot oder werden vermisst. Als in einer Schlucht ein Toter gefunden wird, stellt sich schnell heraus, dass der Mann ermordet wurde. Die deutsche Oberkommissarin Alexa Jahn nimmt die Ermittlungen auf. Währenddessen wird ihr österreichischer Kollege, Chefinspektor Bernhard Krammer, mit dem Verschwinden einer Frau konfrontiert. Beide ermitteln nicht nur angesichts des Unwetters in einer kritischen Situation.

Eine dunkle Gebirgslandschaft sowie ein reißender Fluss, das Cover passt bestens zum Inhalt des Krimis und stimmt darauf ein.

Der Prolog beginnt sehr spannend – eine einsame Frau befindet sich in ihrem Wohnmobil in einer beängstigenden Situation. Anna Schneider schildert diese Lage so authentisch, dass ich Gänsehaut bekommen habe. Der Krimi verläuft in der Folge spannend und sehr temporeich weiter. Sämtliche Schauplätze und die mit dem Unwetter verbundenen Situationen sind so authentisch beschreiben, dass ich mich darin hineinversetzen konnte.

Nicht nur für die sympathischen deutsch-österreichischen Ermittler Alexa und Bernhard bricht mit der Flutkatastrophe, einem Mordopfer sowie vermissten Personen eine arbeitsreiche Zeit an. Die Hilfsbereitschaft von Einsatzkräften und Zivilpersonen ist angesichts der Katastrophe groß, was die Autorin eindrucksvoll schildert. Die Mordermittlung läuft trotz der schwierigen Umstände schnell an. Anna Schneider hat familiäre Probleme, Gewalt gegen Frauen und deren dramatische Folgen detailliert zum Ausdruck gebracht.

Naturgewalten und die daraus resultierenden Auswirkungen nehmen einen breiten Raum ein und deprimieren. Insgesamt ist es der Autorin perfekt gelungen, mehrere Kriminalfälle miteinander zu verbinden. Das Buch hat mich von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt und bestens unterhalten. Ein spannender Krimi mit starken Figuren, dafür vergebe ich gerne fünf Sterne und spreche eine Leseempfehlung aus.

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Veröffentlicht am 05.01.2026

Zwischenzeit

Oxen. Interregnum
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Geheimdienstchef Axel Mossmann bittet Niels Oxen und Margrethe Frank um Hilfe. Er hat Hinweise darauf, dass der zerschlagen geglaubte Geheimbund Danehof vor dem Wiederaufbau steht. Mossmann bleibt ...

Geheimdienstchef Axel Mossmann bittet Niels Oxen und Margrethe Frank um Hilfe. Er hat Hinweise darauf, dass der zerschlagen geglaubte Geheimbund Danehof vor dem Wiederaufbau steht. Mossmann bleibt nicht viel Zeit, da er nur vorübergehend den Geheimdienst leiten darf. Niels, Margrethe sowie Polizistin Sally stehen im Laufe der Ermittlungen vor einigen Rätseln. Sie gelangen nicht voran, zudem kommt es zu weiteren tödlichen Zwischenfällen.

Bereits das düster gestaltete Cover lässt Schlüsse auf den Inhalt des Buches zu. Nachdem ich bereits den Vorgängerroman "Pilgrim" mit Begeisterung gelesen habe, wurde ich auch von dem neuen Thriller des Autors Jens Henrik Jensen nicht enttäuscht. Hier geht es neben skrupellosen politischen Machtspielen im eigenen Land auch um Einflüsse fremder Regierungen.

Dem Autor gelingt es meisterhaft, zahlreiche Wendungen einzubauen, so dass die Lektüre nie langweilig wird. In den einzelnen Kapiteln kommen die verschiedenen Protagonisten abwechselnd zu Wort. Haben der Mord an einem dänischen Generalstaatsanwalt und einem chinesischen Studenten miteinander zu tun? Außerdem kommen weitere Menschen ums Leben.

Ich hatte mich schon für Niels gefreut, dass er endlich mehr Zeit für seinen Sohn Magnus erübrigen kann, als Mossmann ihn mit der neuen, vom Danehof ausgehenden Gefahr konfrontiert. Wieder kommt das nicht einfache Privatleben von Niels und Margrethe nicht zu kurz. Die Balance zwischen den persönlichen Bereichen der beiden und ihrer Arbeit gelingt dem Autor perfekt. Die bewährten Ermittler Niels, Margrethe und Sally erhalten bei diesem Fall tatkräftige Unterstützung von der engagierten Polizistin Dajana Djukic.

Skrupellose politische Machtspiele sowie der Einfluss fremder Mächte – das von Jens Henrik Jensen aufgegriffine Thema erscheint mir leider nicht völlig realitätsfremd. Authentische Charaktere, eine fesselnde und temporeiche Handlung, ich habe mich mit diesem brillanten Politthriller bestens unterhalten gefühlt. Ich vergebe fünf Sterne und spreche eine unbedingte Leseempfehlung aus.

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Veröffentlicht am 28.12.2025

Gefährliches Stalking

Der Kuckucksjunge
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Im Prolog lernt der Leser eine Schülergruppe auf Klassenfahrt kennen. Dabei kommt es zu beunruhigenden Ereignissen. Jahre später wird in Kopenhagen die geschiedene Mutter Silje Thomsen vermisst. ...

Im Prolog lernt der Leser eine Schülergruppe auf Klassenfahrt kennen. Dabei kommt es zu beunruhigenden Ereignissen. Jahre später wird in Kopenhagen die geschiedene Mutter Silje Thomsen vermisst. Vor ihrem Verschwinden hat sie verstörende Abzählreime auf ihrem Handy erhalten. Die letzte Nachricht lautete Hab dich. Die Kommissarin Naia Thulin  übernimmt die Ermittlungen und erinnert sich an den Fall einer 19-jährige Schülerin, die vor ihrer Ermordung dieselbe Botschaft erhielt. Naia arbeitet in der Folge erneut mit Mark Hess zusammen. Die beiden Ermittler werden bald mit neuen Leichen konfrontiert sowie derselben letzten Nachricht Hab dich.

Allein das düster gestaltete Cover weckt Beklemmung und macht gleichzeitig neugierig auf den Inhalt des Thrillers.
Es handelt sich vorliegend um den ersten Thriller, den ich von Søren Sveistrup gelesen habe. Der Autor versteht es, von der ersten Seite an Spannung zu erzeugen. Alleine die beängstigenden Geschehnisse auf der Klassenfahrt sowie die Mitteilungen auf den Handys der späteren Opfer erzeugen Gänsehaut.
Der Leser hat das Gefühl, im Rahmen der schwierigen Ermittlungen Naia und Mark zu begleiten und ihnen über die Schulter zu schauen. Auch das Privatleben der beiden Ermittler kommt nicht zu kurz, ohne einen zu breiten Rahmen einzunehmen.
Die weiteren Figuren des Thrillers hat der Autor vielschichtig gezeigt. Er überzeugt durch eine düstere Stimmung und atemberaubende Wendungen. Wenn man glaubt, denn Täter zu kennen, ergeben sich wieder andere Verdachtsmomente. Das Ende hat sich dann völlig überraschend gestaltet. Völlig überzeugen konnte mich „Der Kuckucksjunge“ jedoch nicht. Ich vergebe für das Buch vier Sterne und spreche eine Leseempfehlung aus.

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Veröffentlicht am 03.12.2025

Harte Nachkriegszeit

Die weiße Nacht
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Der Nachkriegswinter des Jahres 1946 in Berlin ist hart – Kälte, Hunger und Tod bestimmen das Leben der Menschen. Die junge Fotografin Lou Faber durchstreift Berlin auf der Suche nach geeigneten ...

Der Nachkriegswinter des Jahres 1946 in Berlin ist hart – Kälte, Hunger und Tod bestimmen das Leben der Menschen. Die junge Fotografin Lou Faber durchstreift Berlin auf der Suche nach geeigneten Fotomotiven, die sie an Zeitschriften verkauft. Zufällig entdeckt sie im Schnee eine weibliche Leiche. Lou findet es merkwürdig, dass die Hände der Toten gefaltet sind. Kriminalkommissar Alfred König leitet die Ermittlungen. Bald wird auch mit Hilfe von Lous Fotos klar, dass es sich um Mord handelt. Es soll nicht bei der einen Toten bleiben. Die Verdachtsmomente weisen zurück in die finstere Vergangenheit der NS-Zeit.

Das ebenso schlicht wie ansprechend gestaltete Cover hat mich neugierig auf das Buch gemacht. Viel brauchte es dazu nicht, denn Anne Stern zählt seit langem zu meinen Lieblingsautorinnen. Mit Begeisterung habe ich von ihr die Reihe um die Hebamme „Fräulein Gold“ gelesen. Mit dem Roman „Die weiße Nacht“ ist Anne Stern ein grandioser Auftakt zur neuen Krimiserie gelungen.
Die Autorin beschreibt die Atmosphäre im Berlin des Nachkriegswinters 1946/1947 so atmosphärisch dicht und zielsicher, dass der Leser das Gefühl hat, dabei zu sein. In dem präzise formulierten Plot geraten verschiedene Milieus miteinander in Berührung. Anne Stern hat vielschichtige, beeindruckende Charaktere geschaffen. Da sind die Jugendlichen Gerti und Justus, eigentlich noch fast Kinder. Beide sind trotz ihrer Jugend mit allen Wassern gewaschen und mit dem Schwarzmarkthandel bestens vertraut. Eine andere Möglichkeit, in dieser harten Zeit zu überleben, bleibt ihnen nicht. Der einäugige Kommissar Alfred und die Fotografin Lou können auf den ersten Blick unterschiedlicher nicht sein. Doch nicht nur ihre schwere Vergangenheit in Nazideutschland schweißt sie zusammen, sondern auch der unbedingte Wille, den oder die Täter zu finden. Aber auch das Privatleben der sympathischen Hauptprotagonisten kommt nicht zu kurz.
Anne Stern ist nicht nur ein sehr lesenswerter Krimi gelungen, sondern zugleich ein lebendiges, historisches Zeitporträt. Ich habe mich bestens unterhalten gefühlt, vergebe für diesen Krimi fünf Sterne und spreche eine unbedingte Leseempfehlung aus.

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