Irgendwo dazwischen
Verlassene NesterEin Ort in Ostdeutschland kurz nach der Wende, drei Mädchen im Teenager-Alter spielen Machtspielchen, die Erwachsenen hängen noch irgendwo zwischen den Systemen. Die 13-jährige Pilly wächst beim Vater ...
Ein Ort in Ostdeutschland kurz nach der Wende, drei Mädchen im Teenager-Alter spielen Machtspielchen, die Erwachsenen hängen noch irgendwo zwischen den Systemen. Die 13-jährige Pilly wächst beim Vater auf, ihre Mutter ist irgendwann verschwunden, die Tanten bieten ihr weibliche Fürsorge.
Große Teile des Buchs nimmt die Dynamik der „Freundinnen“ ein, die im Freien herumhocken und gelangweilt scheinen. Pilly, die dazugehören will, wird erniedrigt, und das hätte für meinen Geschmack nicht ständig wiederholt werden müssen.
Die eigentlich spannenden Fragen, die sich beispielsweise um Verrat oder Verlassen drehen, werden angedeutet, aber nicht vollständig aufgeklärt. „Mein Vater gab der »Wende« die Schuld am »Personalmangel«, und wie immer, wenn es in den Gesprächen der Erwachsenen um die Wende ging, verstand ich kein Wort.“ Nun betrifft dies zwar mehr die ältere Generation, doch auch in der präsenteren Kinderebene wäre das Wahrnehmen des anderen Systems ein interessanter Aspekt gewesen, doch dieser wird gar nicht beleuchtet.
Und so bin ich nach der Lektüre dieses Buchs etwas unbefriedigt in Anbetracht meiner Erwartungen an den Inhalt. Die Sprache, die das Vokabular von Ort und Zeit berücksichtigt, und die Erzählweise, die durch den Wechsel von Perspektiven für Einblicke sorgt, habe ich als sehr ansprechend empfunden.