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Veröffentlicht am 05.05.2026

Mehr Astrologie als Hochsensibilität

Sensitive Soul Workbook - Wie psychologische Astrologie dir deinen Seelenweg zeigt
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Das "Sensitive Soul Workbook" von Anna Janssen ist äußerlich wunderschön und hochwertig gestaltet, mit stabilem Cover, Lesebändchen, Farbschnitt und einem schönen Kontrast zwischen einem kräftigen Türkis ...

Das "Sensitive Soul Workbook" von Anna Janssen ist äußerlich wunderschön und hochwertig gestaltet, mit stabilem Cover, Lesebändchen, Farbschnitt und einem schönen Kontrast zwischen einem kräftigen Türkis mit Sternen im Hintergrund und rosa Schmetterlingen. Mir macht so ein liebevoll gestaltetes Buch schon beim Ansehen große Freude.

Nach einer kurzen, knappen Einführung in die Themen Feinfühligkeit, Hochsensibilität und Trauma geht es ausführlich um psychologische Astrologie. Dabei werden der Mond, die Sonne, die Venus, die Lilith sowie die Mondknoten genauer betrachtet. Die persönlichen Planeten Mars und Merkur kommen leider nicht vor (laut Autorin aus Platzgründen), was ich etwas schade finde.

Zu jedem der genannten Themen gibt es ausführliche Texte zu den jeweiligen Zeichen und Häusern, in denen diese stehen können, sowie am Ende praktische Übungen, um sich mit der jeweiligen Energie und den dazugehörigen psychologischen Qualitäten näher vertraut zu machen.

Naturgemäß braucht es für so ein Buch Offenheit für und Interesse an Astrologie, darüber hinaus sind aber noch keine Vorkenntnisse in diesem Bereich erforderlich, denn die Autorin erklärt auch, wie und wo man sich ein Birth Chart erstellen und in diesem die Positionen der jeweiligen Planeten finden kann, um das Buch für sich gewinnbringend zu nutzen. Es ist also für interessierte Anfängerinnen und Anfänger in diesem Bereich bestens geeignet.

Interessant ist auch, dass von den meisten Aspekten sowohl die positiven Seiten dargestellt werden als auch die problematischen Aspekte, die sich zum Beispiel in einer Hemmung oder darin, das dahinterliegende Thema überschießend auszuleben, zeigen können. Damit wird klar, wie vielschichtig sich das jeweilige Thema in einem Menschen zeigen kann.

Es ist kein Buch, das man unbedingt von vorne nach hinten chronologisch durchlesen muss, sondern eines, das dazu einlädt, zuerst die eigenen Themen und dann bei Interesse auch die anderer nahestehender Menschen zu erforschen und die jeweiligen Abschnitte zu lesen und zu vergleichen.

Die Übungen am Ende jedes Kapitels sind vielfältig, interessant und durchaus tiefgehend, sodass es einige Zeit erfordern würde, alle davon auszuprobieren (was aber für das Verständnis der Themen dieses Buches natürlich nicht in dieser Intensität nötig ist). Manche gehen psychologisch so tief (z.B. wenn es um die Verletzungen des inneren Kindes geht), dass es empfehlenswert ist, sorgfältig zu prüfen, ob und wie sehr man sich alleine darauf einlassen möchte oder sich dabei gegebenenfalls doch lieber dabei fachkundige therapeutische Unterstützung holen möchte. Das liegt natürlich in der Eigenverantwortung aller Leserinnen und Leser.

Auch wenn das Buch so beworben wird und die Autorin sich selbst als hochsensibel bezeichnet, ist es nicht unbedingt erforderlich, selbst hochsensibel zu sein, um von diesem Buch zu profitieren - thematisch überwiegt eindeutig der Astrologieanteil. Es kann also jenen, die sich für Astrologie interessieren und ein ansprechendes, wunderschön gestaltetes Einsteigerwerk zum Hineinschnuppern in einen neuen Themenbereich suchen, sehr empfohlen werden. Wer sich hingegen vorrangig für Hochsensibilität interessiert und nicht so sehr für Astrologie, wird mit anderen Büchern glücklicher werden.

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Veröffentlicht am 05.05.2026

Ein neuer Blick auf Triest

Alma
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Alma ist zu Zeiten des ehemaligen Jugoslawiens mit ihrer italienischen Mutter und dem jugoslawisch-stämmigen Vater in Triest aufgewachsen, zwar noch in Italien, aber unweit der jugoslawischen Grenze.

Immer ...

Alma ist zu Zeiten des ehemaligen Jugoslawiens mit ihrer italienischen Mutter und dem jugoslawisch-stämmigen Vater in Triest aufgewachsen, zwar noch in Italien, aber unweit der jugoslawischen Grenze.

Immer wieder ist ihr Vater nach Jugoslawien gereist und hat dort alle möglichen mysteriösen Geschäfte erledigt, sogar den legendären Marschall Tito getroffen, und immer lag über all dem ein Schleier der Vorsicht, denn man wusste auch, dass das kommunistische Land zwar etwas offener gegenüber dem Westen war als die Länder unter stärkerem russischen Einfluss, aber dennoch seine Kritiker und Gegner erbarmungslos verfolgte.

Dann gibt es auch noch die italienischen Großeltern mütterlicherseits, sehr wohlhabend und auf Etikette bedacht, die nicht sehr erfreut über die Verbindung ihrer Tochter mit dem "Slawen", dem "s'chiavo", sind und einen wenig differenzierten Blick auf alles jenseits der Grenze haben, etwa nicht einmal wissen wollen, dass dort nicht nur eine einheitliche Sprache gesprochen wird und einen serbokroatisch sprechenden Jungen aus Belgrad, der kurzfristig bei der Familie untergebracht ist, in eine Schule für die slowenische Minderheit schicken.

Das Buch ist aus der Perspektive einer erwachsenen, reifen Alma erzählt, die wieder nach Triest reist, Orte ihrer Kindheit besucht und in Erinnerungen schwelgt. Dabei zeigt sich ein interessantes Bild einer Grenzregion, die so klar multikulturell geprägt ist und historisch vielen unterschiedlichen Einflüssen ausgesetzt war.

Auch über das ehemalige Jugoslawien unter Tito lässt sich so einiges lernen, wobei sich das Buch leichter liest, wenn man, wie die Verfasserin dieser Rezension, über zumindest ein grundlegendes Vorwissen über diese Region und ihre Geschichte verfügt, da so einige historische Zusammenhänge angedeutet werden (z.B. wird Tito oft nur "der Marschall" genannt), ohne in aller Ausführlichkeit von Grund auf erklärt zu werden.

Was die Figuren und Erzählstruktur angeht, so war es für mich ein Buch, das Zeit und Geduld braucht. Es ist eher ein mäanderndes Hin und Her zwischen verschiedenen Erinnerungen als ein wirklich spannend erzählter kontinuierlicher Spannungsbogen. Dabei ist eine innere Distanzierung spürbar, die durchaus zum Thema passt und in sich stimmig ist, aber die Identifikation mit den Figuren nicht unbedingt erleichtert.

Es ist damit also kein Buch, das einen hineinzieht und fesselt, sondern eher eines, für das man sich bewusst Zeit nehmen muss, um sich zu entscheiden, weiterzulesen. Das heißt aber nicht, dass die Lektüre sich nicht lohnen würde: gerade in den scheinbar unzusammenhängenden Details und den vielen kleinen Erinnerungen und Szenen setzt sich insgesamt ein Horizont erweiterndes Bild einer sehr interessanten Grenzregion zusammen. Insofern hat die Lektüre meinen Blick auf Triest definitiv erweitert.

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Veröffentlicht am 30.04.2026

Teigtaschen aus den Alpen

Das Schlutzkrapfen-Buch
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Wer Teigtaschen liebt und sie gerne aus selbst gemachtem Nudelteig frisch herstellt, wird mit diesem Buch eine Freude haben. Es werden verschiedenste Teigtaschenrezepte aus dem ganzen Alpenraum vorgestellt, ...

Wer Teigtaschen liebt und sie gerne aus selbst gemachtem Nudelteig frisch herstellt, wird mit diesem Buch eine Freude haben. Es werden verschiedenste Teigtaschenrezepte aus dem ganzen Alpenraum vorgestellt, von Almkäse-Cappelletti über Kastanienravioli bis zu slowenischen Zlikrofi. Geographisch ist der ganze Alpenraum miteinbezogen: es gibt Gerichte aus Italien genauso wie solche aus der Schweiz, aus Österreich, Slowenien oder aus den französischen Alpen.

Besonders ist an diesem Buch, das jedem Rezept sehr viel Raum gewidmet ist, einzelne Arbeitsschritte detailliert dargestellt werden und das alles von unzähligen ansprechenden Bildern, die sich oft über mehrere Seiten erstrecken, begleitet wird. So werden auch kompliziertere Herstellungstechniken leicht nachvollziehbar und nachkochbar, und beim Betrachten der Appetit anregenden Bilder entsteht so richtig Lust aufs Nachkochen der Gerichte.

Zur Abrundung finden sich zusätzlich zum umfangreichen Rezeptteil eine interessante Einführung in die Tradition und Hintergründe der Teigtaschenherstellung in den Alpen (sie waren ursprünglich eine günstige Speise, in der diverse Reste verwertet werden konnten) sowie gegen Ende des Buches verschiedene Teige, sodass es hier möglich ist, zu variieren und je nach Lust und Laune oder Verträglichkeiten die Rezepte individuell anzupassen.

Abschließend ist noch zu sagen, dass der Schwerpunkt des Buches klar auf Teigtaschen mit pikanter Füllung liegt. Wenn ich nichts übersehen habe, dann gibt es nur ein einziges Rezept (Kärntner Kletznnudeln) mit süßer Füllung. Für Naschkatzen und Süßschnäbel sind also vielleicht eher andere Bücher besser geeignet.

Insgesamt ist es ein wunderschön gestaltetes, vielfältiges Themenkochbuch, das ich allen, die gerne Teigtaschen herstellen und essen, auf jeden Fall empfehlen kann.

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Veröffentlicht am 30.04.2026

Ein kritischer Blick auf aktuelle Männlichkeitsdiskurse

Brutal fragile Typen. Männer und Gefühle
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Die Perspektive, aus der der Autor dieses Buch schreibt, ist eine interessante: selbst ist er ein homosexueller Mann, der sich damit den "Queers" zugehörig fühlt und dadurch zwar einerseits von außen zugeschrieben ...

Die Perspektive, aus der der Autor dieses Buch schreibt, ist eine interessante: selbst ist er ein homosexueller Mann, der sich damit den "Queers" zugehörig fühlt und dadurch zwar einerseits von außen zugeschrieben und auch von der eigenen Identifikation her ein Mann ist, aber andererseits eben dadurch, von der Heteronormativität abzuweichen, ebenfalls in gewisser Weise eine Außenseiterposition kennt und erlebt. Auch mit Frauen ist er solidarisch und bezeichnet sich durchaus als Feminist. Aus dieser Position heraus analysiert er in diesem Buch persönlich, theoretisch fundiert und vielschichtig die Männlichkeitsdiskurse in der aktuellen Zeit.

Da geht es um reichweitenstarke, misogyne Influencer aus der Manosphere, stereotype Männlichkeitsarchetypen wie den Krieger, den Jäger und den Vater, die auf einmal wieder aufleben und verbreitet werden, innerlich sensible Männer, die außer einer eventuellen Partnerin oder der eigenen Mutter keine Menschen haben, denen sie die eigene Verletzlichkeit gefahrlos zeigen können, und vieles mehr. Auch Diskussionen zu Geschlechtsidentität, Sex vs. Gender und vieles mehr finden ihren Raum. Besonders gut gefallen hat mir seine Ehrlichkeit an vielen Stellen: etwa, dass es heterosexuelle, weiße Männer durch mehr Feminismus und Inklusion weiterer gesellschaftlicher Gruppen in einer wettbewerbsorientierten Gesellschaft durchaus etwas zu verlieren haben.

Insgesamt ist es ein interessantes Buch, das an vielen Stellen sehr zum Nachdenken darüber anregt, was ein Mann ist oder sein könnte, wie diese sich definieren, warum es dabei immer noch so stark um Abgrenzung von Weiblichkeit (und Queers, die damit assoziiert sind und in keine konservative Geschlechterschublade passen) und auch ein paar Ideen dazu, wie sich das vielleicht ja doch noch zum Positiven verändern könnte.

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Veröffentlicht am 29.04.2026

Wenn die Basis für eine gemeinsame Zukunft fehlt

Homesick
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Mara ist Mitte 20 und seit mehreren Jahren in einer Beziehung mit Tom. Sie verdient ein bescheidenes Einkommen in einer Bibliothek, während er viel Stress als Referendar hat. Altersmäßig befinden sich ...

Mara ist Mitte 20 und seit mehreren Jahren in einer Beziehung mit Tom. Sie verdient ein bescheidenes Einkommen in einer Bibliothek, während er viel Stress als Referendar hat. Altersmäßig befinden sich die beiden in einer Zeit, in der langsam der Druck größer wird, die Unverbindlichkeit zu beenden und herauszufinden, ob es genug Tragfähiges für eine längerfristige gemeinsame Zukunft gibt.

Da bekommt Mara durch ein frühzeitiges Erbe die Möglichkeit, eine Wohnung in London zu kaufen. Schon von Anfang an zeigt sich Tom, der nie ein großer Fan dieser Stadt war und seine Heimatstadt Birmingham, mehrere Zugstunden entfernt, vermisst, nicht sehr begeistert davon. Schließlich macht zieht er aber dann doch halbherzig mit, bis zu seinem psychischen Zusammenbruch, seiner darauffolgenden Krankschreibung und der Rückkehr zu seiner Herkunftsfamilie nach Birmingham. Es stellt sich heraus, dass er an schweren Depressionen leidet. Die Liebe zwischen Mara und Tom ist aber groß und sie versuchen, nach der allerschlimmsten Phase mit regelmäßigen gegenseitigen Besuchen an einer Fernbeziehung festzuhalten... doch kann das irgendeine Zukunft haben?

Das Buch ist leichtgängig und humorvoll geschrieben, doch thematisch sehr tiefgründig. Es besteht aus vielen kurzen Kapiteln, die sich leicht und schnell lesen, damit ist es deutlich schneller gelesen als die meisten anderen Bücher dieses Umfangs.

Was aus dem Klappentext nicht hervorgeht, ist, wie stark das Thema männliche Depression ein Schwerpunkt des Buches ist. Überhaupt finde ich den Klappentext nicht sehr gut getroffen und er weckt eher einen falschen Eindruck von diesem Buch: es geht auch nicht darum, ob Mara sich zu sehr an ein Leben ohne Tom gewöhnt. Auch der Sticker "Comedy Women in Print Award" führt bei der Einschätzung des Buches eher in die Irre, es ist zwar durchaus zynisch-sarkastisch geschrieben, aber das Hintergrundthema ist doch zu düster und ernst für wirkliche Comedy.

Im Mittelpunkt steht die Frage, wie man gemeinsam mit Toms schwerer Depression und allem, was daraus resultiert, zurechtkommen kann, ob die Beziehung damit noch eine Zukunft haben kann und wie diese aussehen könnte. Denn eine dauerhafte Fernbeziehung, noch dazu unter der Belastung einer psychischen Erkrankung eines Partners, ist keine tragfähige Basis für eine, die sich Verbindlichkeit, Heiraten und Kinder wünscht.

Ich empfehle also, den Klappentext zu ignorieren und bei der Entscheidung für dieses Buch zu überlegen, ob man gerade die psychischen Kapazitäten hat, sich mit dem sehr ernsten Thema Depression in einer Beziehung auseinanderzusetzen. Wenn man das hat, dann ist es durchaus ein lohnenswertes Buch für alle, die gerade selbst in ihren 20ern sind, aber auch durchaus noch für ältere Leserinnen und Leser, die auf diese Lebensphase zurückblicken. Denn es thematisiert tiefgründig reale Entscheidungen und Herausforderungen, vor denen die meisten Menschen in diesem Alter stehen, wenn sich immer mehr die Frage stellt, welche Beziehung langfristig die eigenen Zukunftswünsche tragen kann.

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