Ein Life Coach geht zum Begräbnis einer alten Schulfreundin, bleibt auf dem Heimweg mit dem Zug stecken, verlässt diesen, sucht sich seinen Weg durch die Wildnis, findet ein kleines Dorf und lernt dort ...
Ein Life Coach geht zum Begräbnis einer alten Schulfreundin, bleibt auf dem Heimweg mit dem Zug stecken, verlässt diesen, sucht sich seinen Weg durch die Wildnis, findet ein kleines Dorf und lernt dort einen weisen alten Mann kennen. In den folgenden 24 Stunden tauschen sich die beiden über Musik, Persönlichkeitsentwicklung und das Leben aus. Dabei spürt der junge Mann, wie sehr er die Verbindung zu sich selbst in den letzten Jahren verloren hatte... und wie Musik ihm helfen kann, sie wieder zu finden.
Es ist ein stilles, ruhiges Buch, mit Gesprächen, Musik, gutem Essen und wieder zu sich finden in einer eingeschneiten Winterlandschaft. Es passiert nicht sehr viel - wer Action sucht, ist hier falsch. Doch mir hat es genau mit seiner ruhigen Art sehr gut getan und mich dazu inspiriert, auch selbst über meine Verbindung zur Musik, meine Werte und über das, was mir im Leben wichtig ist, nachzudenken.
Arctic Mirage ist ein Buch, für das es die richtige Stimmung und ein Sich-Einlassen-Wollen braucht. Es ist keine Feel-Good-Lektüre und kein typischer Krimi oder Thriller, sondern die Beschreibung einer ...
Arctic Mirage ist ein Buch, für das es die richtige Stimmung und ein Sich-Einlassen-Wollen braucht. Es ist keine Feel-Good-Lektüre und kein typischer Krimi oder Thriller, sondern die Beschreibung einer sehr dunklen Beziehungsdynamik. Das Ende wird gleich auf der ersten Seite vorweggenommen, das nimmt ein bisschen etwas von der Spannung. Andererseits liest man dadurch das Buch auch mit einem speziellen Fokus und fragt sich, wie es zu dieser Entwicklung gekommen sein mag.
Der Schreibstil spiegelt das Thema des Buches. So gut wie alle beteiligten Personen werden in einer Weise geschildert, in der man sich ihnen nicht nahe fühlt. Die ganze Atmosphäre ist kalt, distanziert, düster, und lädt wenig zu Empathie ein, mit kaum jemandem der Charaktere. Handlungen echter Freundlichkeit oder Menschenliebe kommen kaum vor.
Ich empfehle das Buch allen, die sich für toxische Beziehungen, Narzissmus, Psychopathie und Gaslighting interessieren und sich von diesen Themen nicht getriggert fühlen, sondern darauf einlassen wollen. Die Hauptbotschaft des Buches ist für mich eine emotionale, es lässt mich emotional berührt zurück, weil ich nun diese Dynamiken noch besser nicht nur verstehen, sondern auch nachfühlen kann.
Inhaltlich bleiben viele Stellen offen und es werden nicht alle offenen Fragen am Ende geklärt... vielleicht gehört aber auch das zu dem Gefühl, das das Buch vermitteln will.
Schön wäre es gewesen, auch ein bisschen noch mehr ein Gefühl für den hohen Norden Finnlands und Lapplands durch das Buch zu bekommen, das kam ein bisschen zu kurz - war aber auch nicht Hauptthema und -fokus des Buches.
Mit "Liebesmühe" erzählt Christina Wessely mutig von ihren eigenen Erfahrungen mit einem gesellschaftlich noch viel zu wenig beachteten Thema: was für eine unglaublich überwältigende Transformation es ...
Mit "Liebesmühe" erzählt Christina Wessely mutig von ihren eigenen Erfahrungen mit einem gesellschaftlich noch viel zu wenig beachteten Thema: was für eine unglaublich überwältigende Transformation es sein kann - und oft auch ist - ein Kind zu bekommen und Schritt für Schritt sich in der neuen Rolle wiederzufinden. Wie sie im Buch auch beschreibt, es kommt eben nicht nur einfach etwas zur eigenen Identität dazu, wenn man ein Kind bekommt... nein, für viele Frauen ändert sich etwas ganz Grundlegendes, das alle Lebensbereiche und die Sicht auf die eigene Welt zutiefst mit transformiert.
Distanziert aus der Perspektive der dritten Person geschrieben, lernen wir in dem Buch eine Frau kennen, die ein erfülltes Leben lebt, an die 40 ist, viel Freude an ihrem Wunschberuf und viele schöne Freizeitaktivitäten hat... und der dann der Boden unter den Füßen weggezogen wird, als sie nach der Geburt ihres Kindes von einer postpartalen Depression erwischt wird... (wie so viele Frauen, mindestens 15 Prozent, Dunkelziffer vermutlich höher). Der Schreibstil ist mitreißend, das Buch liest sich leicht und flüssig, ich hatte es in kurzer Zeit durch, habe mit der Protagonistin mitgefühlt und wollte wissen, wie es weitergeht.
Sehr gut hat mir auch gefallen, wie gut der Schreibstil emotional die Thematik der postpartalen Depression abbildet: wir erfahren ganz viel über die Protagonistin und ihre Gedanken- und Gefühlswelt, über ihre oft missglückten Versuche, Anschluss an die Welt der anderen Mütter zu finden, über ihre Reflexionen über das gesellschaftliche Ideal der sofortigen bedingungslosen Mutterliebe und dessen historische Einordnung... und nur ganz wenig über ihr Kind und die Beziehung zu ihm. Denn diese Beziehung ist es ja, die erst einmal nicht glückt, die sehr distanziert ist... und das wird im Buch stark fühlbar und genau dadurch die postpartale Depression nicht nur intellektuell begreifbar, sondern tatsächlich mitfühlbar. Gleichzeitig zeigt sie auch ihren Weg der Heilung auf und macht damit anderen Betroffenen Mut, dass eine postpartale Depression grundsätzlich gut behandelbar und heilbar ist... und um wie vieles heller die Welt sich dann wieder anfühlt.
Ich empfehle das Buch allen, die sich gerne mehr auch mit den möglichen dunklen Seiten des Mutter-Werdens in unserer Gesellschaft und mit dem Thema postpartale Depression auseinandersetzen möchten. Schließlich betrifft das Thema uns alle: wir alle wurden von einer Mutter geboren, manche von uns werden selbst Eltern, und statistisch kennen alle von uns mehrere Frauen und deren Kinder, die von einer postpartalen Depression betroffen waren.
Nur mit Vorbehalt empfehle ich das Buch jenen, die selbst gerade an einer postpartalen Depression leiden oder sonst psychisch instabil sind: es kommen auch Szenen vor, die triggernd sein können, insbesondere sehr konkrete Beschreibungen von Suizidgedanken und -plänen. Diese haben in so einem Buch ihren legitimen Platz und tragen dazu bei, das Krankheitsbild noch besser verstehen und nachfühlen zu können... sind aber nur für Menschen geeignet, die derzeit in einer emotionalen Lage sind, damit gut umgehen zu können.
Abschließend noch: meine tiefste Anerkennung an die Autorin für diesen Mut, so ehrlich über dieses persönliche Thema zu schreiben!
Was für ein schönes Buch! Mein Herz geht auf, wenn ich dieses Buch sehe und in die Hand nehme. Es ist von Anfang bis Ende unglaublich persönlich, farbenfroh und liebevoll gestaltet, voll Herzblut! Die ...
Was für ein schönes Buch! Mein Herz geht auf, wenn ich dieses Buch sehe und in die Hand nehme. Es ist von Anfang bis Ende unglaublich persönlich, farbenfroh und liebevoll gestaltet, voll Herzblut! Die Zwillingsschwestern Forough und Sahar Sodoudi nehmen uns mit auf eine Reise durch ihre persönliche Lebensgeschichte und zeigen uns verschiedene Aspekte der persischen Kultur, auch unter Berücksichtigung der politischen Entwicklungen der letzten Jahre und deren Auswirkungen auf die Familie.
Insgesamt ist es aber ein Buch, das die Lebensfreude, die Liebe und die Liebe feiert. Bemerkenswert ist die positive Lebenseinstellung der Schwestern, die durch das ganze Buch hindurch zu spüren ist. Und Mittelpunkt des Buches sind natürlich die wunderbaren Rezepte, die alle wunderschön bebildert, ausführlich beschrieben und leicht nachzukochen sind.
Die Gestaltung des Buches ist hochwertig, mit einem stabilen, festen Einband, hochwertigen, dicken Buchseiten und je einem großen Bild pro Rezept... das macht schon beim Durchblättern so richtig Lust aufs Kochen. Zwischendurch erfahren wir in kurzen Kapiteln mehr über die Zwillingsschwestern und ihre Kindheit und ihr Leben im Iran, genauso wie über einzelne Städte dort (z.B. Teheran, Rudbar, Rasht...), jeweils ergänzt mit ansprechenden Bildern, die neugierig auf den Iran machen.
Das Buch ist in die kulinarischen Kapitel Mezze, Starter & Dips, Salate, Reisgerichte, Schmorgerichte, Fleisch unf Fisch, Torshi (eingelegtes Gemüse), Desserts und Drinks gegliedert. Zu meiner großen Freude sind sehr viele Rezepte (geschätzt sicher 3/4 aller Rezepte) vegetarisch, viele davon können sogar auf Wunsch vegan zubereitet werden (dazu finden sich auch Tipps im Buch) und besonders den tollen und von mir ganz besonders geliebten Mezze (auf Persisch "Mazeh") wird viel Raum gegeben. Zusätzlich gibt es dazwischen kleine, spannende Unterkapitel über die iranische Gastfreundschaft, verschiedene mit der Kulinarik verbundene Orte und das Leben im Iran bis zur aktuellen Freiheitsbewegung "Frau, Leben, Freiheit".
Ein inspirierendes und wunderschönes Buch, das so viel mehr ist als nur ein Kochbuch und allen, die sich für den Iran und seine Küche und Kultur interessieren, wärmstens empfohlen werden kann. Mit seiner tollen, hochwertigen Gestaltung eignet sich das Buch auch bestens als Geschenk.
Ich habe mich sehr darüber gefreut, als ich erfahren habe, dass zu so einem wichtigen und längst überfälligen Thema ein Buch erschienen ist. Ein Buch, das zeigt, wie Kompetenzen, die Frauen in der Mutterschaft ...
Ich habe mich sehr darüber gefreut, als ich erfahren habe, dass zu so einem wichtigen und längst überfälligen Thema ein Buch erschienen ist. Ein Buch, das zeigt, wie Kompetenzen, die Frauen in der Mutterschaft erwerben können, aufs Berufsleben und insbesondere auch auf eine Führungsrolle umgelegt werden können.
Das Buch von Anette Lippert ist ein wichtiger erster Schritt in diese Richtung. Anhand von der persönlichen Erfahrung der Autorin sowie Interviews mit anderen Müttern in Führungspositionen legt sie dar, wie durch Kindererziehung Skills in den Bereichen Projektmanagement, Empathie, Resilienz, Weiterentwicklung und Vision entwickelt werden können - und wie diese Skills professionell so kommuniziert werden können, dass sie von der Berufswelt auch verstanden werden.
Damit inspiriert das Buch dazu, die eigene Mutterschaft mit neuen Augen zu betrachten und auch selbst weiter zu überlegen, welche Skills man dabei tagtäglich übt und wie diese beruflich einsetzbar und kommunizierbar sein könnten.
Ginge es nur um die Relevanz des Themas und den Mut, sich endlich dafür einzusetzen, würde ich dem Buch volle fünf Sterne geben.
Leider wurde aber offensichtlich ausgerechnet beim Lektorat gespart: stellenweise wimmelt das Buch nur so von Rechtschreibfehlern. Begriffe wurden falsch oder unzureichend definiert, z.B. "Empathie bedeutet, alle mit Respekt zu behandeln" (das ist ein Aspekt, aber nicht die Definition von Empathie).
Auch hätten dem Buch einige wissenschaftliche Belege und Zitate anstelle streckenweise sehr plakativer persönlicher Meinungen (z.B. dazu, dass Kinder grundsätzlich keine Lust hätten, sich anzustrengen, wenn man sie nicht dazu bringt, was in so pauschaler Form wissenschaftlich nicht belegbar ist und auf ein fragwürdiges Menschen- und Kinderbild hindeutet) gut getan.
Diese teilweise sehr subjektiven Darstellungen kombiniert mit den Rechtschreibfehlern machen das Buch deutlich unglaubwürdiger und die gute Botschaft fast zunichte - schade darum.
Ich wünsche dem Buch eine neue Auflage mit einem sorgfältigeren Lektorat, das diese Dinge berücksichtigt.