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Veröffentlicht am 16.03.2026

Eine emotionale Familienzusammenführung

Morgensonnenglück
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Milton Flower ist an Parkinson erkrankt. Diese Diagnose hat er zum Anlass genommen, um seine Tochter und seine Enkelinnen auf dem Gut in Lissenborn zusammenzutrommeln. Gemeinsam mit seiner Frau Maria möchten ...

Milton Flower ist an Parkinson erkrankt. Diese Diagnose hat er zum Anlass genommen, um seine Tochter und seine Enkelinnen auf dem Gut in Lissenborn zusammenzutrommeln. Gemeinsam mit seiner Frau Maria möchten sie diese in ein "Projekt" einweihen, das das Gut zukunftsfähig machen soll. Doch Tochter Violet lebt seit fünfundzwanzig Jahren in Boston und ihre Tochter Lilly war noch niemals in Deutschland. Während die Zwillingsschwestern Holly und Ivy bei ihren Großeltern in der Vulkaneifel aufgewachsen sind. Obwohl Ivy nicht weit entfernt lebt, hat sie seit der Geburt ihrer Tochter Rose ebenfalls kaum Kontakt zu Grandpa und Grandma, da diese sehr kontrollierend sind und Ivy ihren eigenen Weg gehen wollte. So sind sich sämtliche Familienmitglieder eher fremd und das Zusammentreffen auf dem Gut ist spannungsgeladen und alles andere als beschaulich. Einzig Holly sieht schnell die positiven Seiten der Idee ihre Großeltern, denn nicht nur ihre Träume, auch die ihrer Mutter, Schwestern und Nichten wurden beachtet. Doch reicht das allein, um eine friedliche Gutsübernahme zu garantieren und endlich wieder für feste Familienbande zu sorgen?

Petra Schier sorgt für ein Familientreffen der besonderen Art und bringt so manches Geheimnis ans Licht, das gut versteckt besser nicht ans Licht gekommen wäre. So ist die Handlung durchgehend spannend und berührend. Es herrscht aber dennoch eine Wohlfühlatmosphäre, die für schöne Lesestunden sorgt.

Ich habe den Roman sehr sehr gerne gelesen und konnte beim Lesen meinen Alltag, den Stress und alles um mich herum vergessen. Da sich der Erzählstil der Autorin sehr flüssig und schnell liest, sind die Seiten auch nur so dahingeflogen und ich war leider viel zu schnell am Ende angelangt. Daher war dieses Buch sicher nicht das letzte der Autorin für mich.

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Veröffentlicht am 16.03.2026

Huhn Bratmüller lebt jetzt im Himmel

Pollys Huhn kommt in den Himmel
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Polly hat ein Huhn, das Huhn Bratmüller heißt. Es ist ein ganz besonderes Huhn, das immer angelaufen kommt, sobald Polly gackert und immer und überall Zeit mit ihr verbringt. Doch eines Tages ist Huhn ...

Polly hat ein Huhn, das Huhn Bratmüller heißt. Es ist ein ganz besonderes Huhn, das immer angelaufen kommt, sobald Polly gackert und immer und überall Zeit mit ihr verbringt. Doch eines Tages ist Huhn Bratmüller ganz müde und mag gar nicht mehr aufstehen. Obwohl Mama und Polly sofort zum Tierarzt fahren, weiß auch der nicht, ob er Huhn Bratmüller noch retten kann. Als das dann zuhause ganz friedlich in seinem Körbchen einschläft und aufhört zu atmen, ist Polly sehr sehr traurig. Sie weint ganz laut und will es mit sofort mit Mama beerdigen - obwohl es draußen kalt, dunkel und regnerisch ist. Sie graben Huhn Bratmüller in seiner Kiste ein, bauen ein Kreuz mit einer passenden Inschrift und singen Lieder für das tolle Tier. Am nächsten Tag hat Polly die Idee, dass sie noch andere Tiere eingraben könnten und gemeinsam mit ihrem Freund Juri erschafft sie den Drandenkenfriedhof für alle vermissten Tiere der Nachbarschaft.

Sarah Welk erzählt in dieser Geschichte für Kinder ab vier Jahren über Polly und ihr Lieblingshuhn, das leider verstirbt. Sehr einfühlsam schildert sie den Tod des Huhns und die Trauer Pollys und gibt dabei Hoffnung auf ein schönes Leben im Himmel für Huhn Bratmüller. Zusammen mit den kindgerechten, farbenfrohen und detailreichen Illustrationen von Caroline Opheys wird das Buch perfekt abgerundet.

Meine Tochter und ich finden das Buch bezaubernd schön und wirklich empfehlenswert. Denn leider gehört der Tod eines Haustiers zum Leben dazu und kann mithilfe dieser Geschichte besser verstanden und verarbeitet werden. Die emotionale Weise, wie die Autorin von Polly und ihrem Huhn erzählt ist sehr bewegend und dennoch hoffnungsvoll. Daher finden wir das Buch rundum gelungen und absolut empfehlenswert!

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Veröffentlicht am 15.03.2026

Zwei vertauschte Handys und der Beginn einer Liebesgeschichte

21 Tage zum Verlieben
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Allie und Milo tauschen vor ihrem Flug die Plätze und dabei versehentlich auch die Handys. Das bemerken sie aber erst, als Allie bereits im abgelegenen B&B ihrer Schwester in England und Milo am Drehort ...

Allie und Milo tauschen vor ihrem Flug die Plätze und dabei versehentlich auch die Handys. Das bemerken sie aber erst, als Allie bereits im abgelegenen B&B ihrer Schwester in England und Milo am Drehort seines neuen Films in Rumänien angekommen ist. So haben sie 21 Tage Zeit, um sich kennenzulernen, während sie sich gegenseitig mit den wichtigsten Nachrichten auf den Handys auf dem neuesten Stand halten. Doch als diese langen drei Wochen endlich vergangen sind und das Treffen zum Tausch der Smartphones kurz bevorsteht, tauchen plötzlich alle ihre Nachrichten öffentlich in den Medien auf. Allie blockiert Milo daraufhin und flüchtet an die Arktis, wo sie ein Forschungsprojekt betreut. Überraschenderweise unternimmt Milo nach zwei Jahren Funkstille mit seinem besten Kumpel Jameson einen Ausflug zur Forschungsstation, um eine Doku für YouTube zu drehen und so Spenden für das wichtige Projekt zu sammeln. Allerdings wissen Beide nichts vom Anderen und sind dementsprechend geschockt...

Lia Louis entführt ihre Leser*innen in diesem Roman an einen wirklich besonderen und für Romane dieses Genres auch sehr besonderen Ort - die Arktis. Dort im "ewigen Eis", wo die Sonne während der Sommermonate niemals untergeht, treffen die beiden Protagonisten Allie und Milo plötzlich wieder aufeinander. Somit ist die Kulisse eine sehr spezielle, die vorallem dadurch überzeugt, dass es sehr ruhig dort ist und lediglich die anderen Campbewohner und die Tiere dort für störende Einflüsse von außen sorgen können.

Ich mag die Romane der Autorin sehr gerne und war schon sehr gespannt auf dieses neue Buch. Gerade der Beginn war vielversprechend und hat durch seine besondere Liebesgeschichte überzeugt, allerdings wurde die Handlung ab dem zweiten Teil sehr langatmig und hat extrem an Tempo verloren. Vorallem Allie hatte hier ihre anstrengenden Momente, als sie vollkommen übertrieben an ihren Überzeugungen festhält, um dann sehr schnell doch umzuschwenken. Leider war dieser Roman deshalb nicht der stärkste der Autorin, ich hatte aber trotzdem schöne Lesestunden!

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Veröffentlicht am 12.03.2026

Die Grundrechte kinderleicht erklärt!

Kennst du deine Rechte?
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Sherif Rizkallah ist bekannt durch seine Tätigkeit als Nachrichtensprecher bei der Nachrichtensendung "logo!". Nachdem er sein Studium, indem es ebenfalls sehr viel um die Rechte der Menschen und Politik ...

Sherif Rizkallah ist bekannt durch seine Tätigkeit als Nachrichtensprecher bei der Nachrichtensendung "logo!". Nachdem er sein Studium, indem es ebenfalls sehr viel um die Rechte der Menschen und Politik im Allgemeinen gegangen ist, hatte Sherif den Gedanken, ob denn jeder Mensch seine Grundrechte kennt und die Texte, die in schwierigem Amtsdeutsch verfasst sind, auch versteht. So hat er dann ein Jahr lang an diesem Buch getüftelt und in Dunja Schnabel eine Illustratorin gefunden, die mit ihren Comics die Themen noch weiter verdeutlicht.

Sherif hat die wichtigsten Grundrechte ausgewählt und neben dem Originaltext so einige Erklärungen beigefügt. Auch Ausblicke auf diese Gesetze und ihre Handhabung in anderen Ländern auf der Erde und wichtige politische Personen der Geschichte werden vorgestellt. Die Texte sind allesamt in kindgerechter und gut verständlicher Sprache verfasst. Dank des abwechslungsreichen Layouts und der eher kurzen Texte macht das Lesen des Buches Spaß und ist kurzweilig.

Meine beiden Kinder und ich sind wirklich begeistert von diesem Buch, denn diesmal fühlt sich mein vierzehnjähriger Sohn ebenso angesprochen wie meine neunjährige Tochter. Sie haben unheimlich viel Wissen aus diesem Buch gezogen und dadurch so einige Gespräche über diese Rechte und ihr Vorhandensein in der heutigen Welt angeregt. Ein rundum gelungenes Kindersachbuch, das längst nicht nur für Kinder geeignet ist!

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Veröffentlicht am 11.03.2026

Nicki, Assistenzärztin der Rettungsstelle

Staying Alive
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Nicki hat eine neue Stelle in einer großen Berliner Klink angetreten. Doch bereits am ersten Tag sieht sie, wie viel in der Rettungsstelle dort los ist und bekommt weder von ihrem Vorgesetzten noch ihren ...

Nicki hat eine neue Stelle in einer großen Berliner Klink angetreten. Doch bereits am ersten Tag sieht sie, wie viel in der Rettungsstelle dort los ist und bekommt weder von ihrem Vorgesetzten noch ihren Kollegen eine Schonzeit. So ist sie mitten im täglichen Wahnsinn von Kleinigkeiten bis hin zu Reanimationen gefangen und wird schnell zu einer erfahrenen Ärztin. Doch sie hat kaum Freizeit und bald mehr Überstunden, als sie zählen kann. Trotzdem mag sie ihren Job als Ärztin und erlebt so einige skurrile Situationen, die es aufzuschreiben lohnt. Außerdem ist da noch Micha, der attraktive Oberarzt, der mit seinem speziellen Humor willkommen heißt und sich dann ganz unbemerkt in ihr Herz schleicht...

Eva Mirasol ist selbst Ärztin und kennt den Trubel und die Hektik einer Notaufnahme selbst sehr gut. Mit viel Witz und fachlichem Wissen vermittelt sie ihren Leser*innen die alltäglichen, komischen bis traurigen Situationen und baut durch die Authentizität schnell eine Bindung auf. Besonders das Zitat "Ich bin Ärztin. Das ist so etwas ähnliches wie Arzt." ist einprägsam und leider wahrer, als es anfangs den Anschein hat.

Als Krankenschwester in einer Notaufnahme kenne ich den täglichen Wahnsinn sehr gut. Auch deshalb kann ich den teilweise schwarzen und makabren Humor gut nachvollziehen. Denn die Tage in einer, wie die Autorin es nennt, Rettungsstelle sind lange, hart und wirklich zehrend. Sehr gut gefällt mir neben der fesselnden Handlung und den vielen Anekdoten aus dem Klinikalltag auch die gut verständlichen Erklärungen zu sämtlichen Fachbegriffen am unteren Rand der jeweiligen Seiten. Ein rundum gelungener Roman, der mich gefesselt und häufig an eigene Patientenbegegnungen erinnert hat.

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