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Veröffentlicht am 26.04.2022

Eine junge Frau, die ihren Träumen folgt

Der Salon. Wunder einer neuen Zeit
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Hebertshausen 1956: Helene, aber von allen Leni genannt, hat bei ihrer Mutter im Friseursalon ihre Ausbildung zur Frisöse gemacht. Sie mag ihren Beruf sehr gerne, aber das kleine Dorf wird ihr zu eng und ...

Hebertshausen 1956: Helene, aber von allen Leni genannt, hat bei ihrer Mutter im Friseursalon ihre Ausbildung zur Frisöse gemacht. Sie mag ihren Beruf sehr gerne, aber das kleine Dorf wird ihr zu eng und sie sehnt sich nach einer neuen Arbeitsstelle in einem der moderen Salons Münchens. Doch so einfach ist es nicht, denn ihre Mutter kann die Arbeit kaum alleine bewältigen und sie müssen Lenis Bruder Hans das Medizinstudium in München finanzieren. Doch als sie in einer Zeitschrift das Stellengesuch des Salons Keller, wagt sie den Schritt und bewirbt sich heimlich. Ein Traum geht in Erfüllung, als sie die Zusage für die Stelle bekommt und endlich in der Großstadt arbeiten darf, aber natürlich lebt sie weiter bei ihrer Mutter und lässt diese nicht vollkommen allein.

Julia Fischer hat ein besonderes Thema für ihre Familiensaga gefunden, denn das Friseurhandwerk steht doch eher selten in Romanen, umso interessanter ist es. Ihr Schreibstil liest sich flüssig, auch die Wortwahl ist gut und oft an die Sprache der 50er Jahre angepasst, was alles authentischer erscheinen lässt. Insgesamt bemerkt man immer wieder, wie gründlich die Autorin rund um die damalige Zeit, aber auch um das Berufsbild der Frisöse recherchiert hat.

Ich habe mich sehr auf den Roman gefreut, konnte aber nicht so in die Geschichte abtauchen, wie ich es mir gewünscht hätte. Denn teilweise wurden Situationen sehr langatmig beschrieben, was den Lesefluss gestört hat. Allerdings haben mir die Kulisse und die vielen Details rund um den Beruf des Friseurs sehr gefallen. Auch die Zitate aus vergangenen Gesprächen, die Julia Fischer immer wieder in das aktuelle Geschehen einflicht, sind mir immer sehr positiv aufgefallen. Das Ende konnte mich aber leider gar nicht begeistern, ich hoffe, dass es dem zweiten Teil dient und dieser mich mehr begeistern kann als dieser erste.

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Veröffentlicht am 25.04.2022

Eine faszinierende Reise in die Welt der Viren

Das geheime Leben der Viren
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Gerade seit das Corona-Virus überall auf der Welt grassiert, ist das Thema Viren und wie sie den Mensch krankmachen immer präsent. Allerdings wäre es vermessen, zu sagen, dass alle Viren die Gesundheit ...

Gerade seit das Corona-Virus überall auf der Welt grassiert, ist das Thema Viren und wie sie den Mensch krankmachen immer präsent. Allerdings wäre es vermessen, zu sagen, dass alle Viren die Gesundheit der Menschen stören, denn es gibt so viele verschiedene, die auch das Gegenteil davon bewirken und so das ökologische Gleichgewicht der Erde halten. Doch zuerst sollte man wissen, wie ein Virus aufgebaut ist und wie er sich vermehrt, um dann auf die verschiedenen Arten und die Verbreitung zu kommen. So dreht sich dieses Sachbuch für Kinder- und Jugendliche rund um die geheimnisvolle Welt der Viren und beantwortet viele Fragen auf kindgerechte und spielerische Weise.

Dieses Kinderbuch wurde von einer großen Gemeinschaft von Wissenschaftlern und Wissenschaftlerinnen geschrieben, die alle auf unterschiedlichen Gebieten forschen, es sich aber zur Aufgabe gemacht haben, Kinder für Wissenschaft und Forschung zu begeistern und so auch für eine nachhaltigere Welt zu sorgen. Nach dem Lesen dieses Buches ist klar, dass sie ihrem Ziel ein wenig näher gekommen sind, denn die Sprache und die Erklärungen sind perfekt für Kinder und machen sie neugierig, sodass sie noch mehr über dieses Thema erfahren wollen.

Die Illustrationen von Mariona Tolosa Sisteré passen perfekt zum Inhalt und verbinden die Ernsthaftigkeit des Themas mit dem Spaß am Entdecken. Denn ihre Zeichnungen sind allesamt lustig und so voller Details, die einladen, die Seiten lange und ausgiebig zu betrachten.

Meine Kinder und ich finden das Buch sehr gelungen. Denn gerade in den letzten beiden Jahren war das Thema Corona-Virus und Pandemie in aller Munde. Doch meine fünfjährige Tochter hat sich schwer damit getan und oft nicht richtig verstanden, warum manche Maßnahmen gerade jetzt sinnvoll und wichtig sind. Anhand dieses Bilderbuches konnte ich ihr vieles noch besser erklären und mit ihr über die vergangene Zeit sprechen. Ganz nebenbei hatten wir auch großen Spaß als Familie, denn auch mein zehnjähriger Sohn war ganz interessiert, wurde doch alles wunderschön grafisch dargestellt.

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Veröffentlicht am 23.04.2022

Ein Serienmörder treibt sein Unwesen...

Nebelopfer
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Am Morgen eines nebligen Tages im Februar wird die Mordkommission Itzehoe an einen neuen Tatort gerufen. Dort wurde ein Mann an einem Baum hängend vorgefunden. Auf den ersten Blick sieht es nach einem ...

Am Morgen eines nebligen Tages im Februar wird die Mordkommission Itzehoe an einen neuen Tatort gerufen. Dort wurde ein Mann an einem Baum hängend vorgefunden. Auf den ersten Blick sieht es nach einem Suizid aus, doch das Schild, das an seinem Hals baumelt, spricht eine andere Sprache, denn es steht dort, dass der Tote mutwillig falsch ausgesagt hat und so dafür gesorgt hat, dass Cord Johannsen lebenslänglich ins Gefängnis musste. Die Ermittler stehen vor einem Rätsel und müssen sich nun nochmals mit dem alten Fall auseinandersetzen. Aber bevor sie auch nur auf eine neue Spur gestoßen sind, wird schon eine neue Leiche gefunden...

Romy Fölck hat hier einen spannenden und sehr fesselnden Krimi geschaffen, der durch seine Undurchschaubarkeit und winterliche Stimmung besticht. Die Kulisse mit dem nasskalten und nebligen Wetter passt perfekt zu einem Krimi, der im Marschland nahe der Elbe spielt. Die Ermittler sind sehr realistisch und haben neben ihrer harten Arbeit auch Probleme im Privatleben, was sich auch auf ihre Stimmungen und die Arbeit auswirkt, was alles wirklicher und authentischer wirken lässt.

Schon der Einstieg in den Krimi war sehr spannend und hat mich neugierig gemacht, auf welche Art von Fall ich hier wohl stoßen werde. Da ich bisher noch keinen der Vorgängerbände gelesen habe, wusste ich nicht, was auf mich zukommt und war positiv überrascht, dass man auch ohne Vorkenntnisse der Protagonisten keine Probleme mit dem Verständnis hat und sich trotzdem sofort als Teil der Mordkommission fühlen kann. Der Fall an sich war einfach grandios, denn der Täter war bis zum Schluss nicht zu erraten und es verliefen viele Spuren ins Leere, was die Spannung immer weiter gesteigert hat. Ich werde mir mit Sicherheit noch die Vorgängerbände besorgen und diese lesen, denn das Ermittlerteam hat mich vollkommen überzeugt.

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Veröffentlicht am 23.04.2022

Die Welt der Berufe wunderschön dargestellt!

Aufklappen und Entdecken: Berufe
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Warum braucht es ein Team, um ein Flugzeug zu fliegen? Reicht da denn nicht der Pilot und ein paar Flugbegleiter? Nein! Denn auch der Gepäckfertiger, der Bodenlotse, der Fluglotse und viele andere Berufsgruppen ...

Warum braucht es ein Team, um ein Flugzeug zu fliegen? Reicht da denn nicht der Pilot und ein paar Flugbegleiter? Nein! Denn auch der Gepäckfertiger, der Bodenlotse, der Fluglotse und viele andere Berufsgruppen haben Arbeit bevor ein Flugzeug starten kann. Auf diese Weise werden viele Arbeitsfelder vorgestellt und durch das Öffnen der Klappen noch weiter erläutert.

Auf vierzehn Seiten zeigt die Autorin Lara Bryan alles rund um das Thema Berufe. Viele Informationen werden erst nach dem Öffnen von einer der achtzig Klappen entdeckt. So schafft sie es, hundert Berufsbilder auf so wenigen Seiten vorzustellen, ohne dass es aber überladen oder überfordern wirkt. Durch die wunderschönen, farbenfrohen und detailreichen Illustrationen von Wesley Robbins wird das Buch perfekt.

Meine Kinder lieben das Buch sehr, denn es werden nicht nur gängige Berufe, wie der Postbote und der Maler erwähnt, sondern auch besondere wie die Lektorin, der Stadtrat oder die Therapeutin. Die Illustrationen sind so gelungen und erklären vieles grafisch, sodass die Autorin auf lange Texte verzichten konnte. Die Altersempfehlung ab fünf Jahren finde ich angemessen, es können aber auch schon jüngere Kinder etwas mit dem Buch anfangen, wenn sie dann auch noch nicht alles so gut verstehen wie die älteren Kinder. Hervorzuheben ist auch die Qualität und das Preis-Leistungsverhältnis, denn beides ist hervorragend und überzeugt mich sehr.

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Veröffentlicht am 22.04.2022

Eine schwere Zeit, die den Glauben an eine bessere Zukunft beinahe unmöglich macht

Die Hafenschwester (3)
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Hamburg 1923: Krankenschwester Martha und Schiffsbau-Ingenieur Paul leben mit ihren drei Kindern Rudi, Fredi und Ella in der Nähe des Hafens. Rudi macht nun bald sein Abitur, seine Noten geben keinen Anlass ...

Hamburg 1923: Krankenschwester Martha und Schiffsbau-Ingenieur Paul leben mit ihren drei Kindern Rudi, Fredi und Ella in der Nähe des Hafens. Rudi macht nun bald sein Abitur, seine Noten geben keinen Anlass zur Sorge, allerdings sein Lebenswandel schon, denn er bleibt abends oft lange weg und trinkt oft zu viel Alkohol. Fredi und Ella sind dagegen brav und fügen sich den Regeln der Eltern. Auch nach dem Abitur ist Rudi eher ein unsteter Mensch und genießt sein Leben in vollen Zügen, was ihm dann während seines Jurastudiums große Probleme bereitet. Martha und Paul haben aber noch mehr Probleme als nur die Sorge um ihren ältesten Sohn, denn die Hyperinflation hat sie in kürzester Zeit um ihre Ersparnisse gebracht, die doch dazu gedacht waren, das Medizinstudium von Ella zu finanzieren und auch das Studium Fredis, der sich aber noch nicht auf einen Berufswunsch festgelegt hat. So hat Familie Studt es nicht leicht und Martha arbeitet weiterhin sehr hart im Krankenhaus als Oberschwester im OP, aber auch in der Beratungsstelle für Frauen und bei ihren Krankenbesuchen außerhalb des Krankenhauses.

Melanie Metzenthin hat mit diesem dritten und letzten Teil die Familiensaga rund um die Familie Studt perfekt abgerundet. Es ist ihr gelungen, sämtliche Figuren aus den vorherigen Romanen in diesem wieder eine Rolle spielen zu lassen und deren Lebensweg zu einem runden Ende zu führen. Auch der historische Hintergrund wurde sehr gut recherchiert und viele Grausamkeiten, die leider der Realität entsprechen, wurden realistisch geschildert und nicht beschönigt. Vieles hat sie so bildlich geschildert, dass der Leser das Gefühl hat, selbst Teil der Handlung zu sein und die Geschichte nun live miterleben zu können.

Die Reihe rund um die Hafenschwester Martha hat mich sehr gefesselt und ich habe die 700 Seiten des letzten Teils in kürzester Zeit gelesen. Alles ist so ergreifend und emotional, dass ich oft richtig mitgenommen war und auch gar nicht mehr zu lesen aufhören konnte. Da die Zeitspanne der Handlung sehr lang ist, konnte ich gar nicht alles in der kurzen Inhaltsangabe unterbringen und habe mich wirklich schwergetan, dem ganzen gerecht zu werden. Ich muss der Autorin ein großes Lob aussprechen, denn diese Saga war einfach unfassbar gut und ich finde es wirklich schade, dass es nun keinen weiteren Teil mehr geben wird.

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