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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 11.05.2025

Erste Hälfte einer märchenhaften Dilogie

Die Buchreisenden - Ein Weg aus Tinte und Magie
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Der neuste Zweibänder von Bestseller-Autor Akram El-Bahay fasziniert mit dem wahrgewordenen Traum passionierter Leser – so genannte Libronauten vermögen sich und andere durch ihre besonderen Stimmen in ...

Der neuste Zweibänder von Bestseller-Autor Akram El-Bahay fasziniert mit dem wahrgewordenen Traum passionierter Leser – so genannte Libronauten vermögen sich und andere durch ihre besonderen Stimmen in die Welten der Bücher hineinzulesen. Auch der junge Adam gehört zu diesen speziellen Erzählern, die im Inneren einer unscheinbaren Londoner Buchhandlung zu horrenden Preisen ihre Dienste anbieten.
Doch ein seltsamer Kunde, der sich im bereisten Buch auf Abwege begibt, wirbelt Adams Leben komplett durcheinander und bringt den jungen Libronauten dazu, seine bisherigen Gefährten in Frage zu stellen. Warum werden die althergebrachten Regeln der Buchreisenden gebrochen und was hat es mit der geheimnisvollen Tür auf sich, die Adam außerhalb der festgelegten Route entdeckt?

Der junge Libronaut ist ein sympathischer Hauptdarsteller und bekommt bald Verstärkung durch ein paar weitere interessante Charaktere. Besonders die Figuren aus Geschichten haben es mir angetan. Überhaupt spielt das Buch bei den Reisen in literarische Werke seine Stärken aus. Die Grundidee ist einfach toll und sie bietet Material für abenteuerliche Ausflüge in abwehslungsreiche Welten. Auch der märchenhafte Schreibstil passt sehr gut dazu.
Ich hätte mir lediglich noch mehr Szenen in Büchern (bzw. in zusätzlichen Geschichten) gewünscht, aber im abschließenden zweiten Band kommt gewiss noch viel Nachschub.
Die Story ist spannend, bietet zwischendurch auch immer wieder gefährliche Szenen und diverse Widersacher. Außerdem kommt besonders durch eine Figur auch eine Portion Humor ins Spiel.

Nicht optimal fand ich aber die Entwicklungen am Ende des Bandes. Mal abgesehen davon, dass die Handlung sehr abrupt endet (eigentlich so, als hätte man ein einziges Buch einfach in zwei Hälften geteilt), ändert sich der Tonfall vorher ziemlich auffällig und das Verhalten der Charaktere erscheint teilweise nicht mehr so gut nachvollziehbar.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Charaktere
  • Erzählstil
  • Cover
  • Fantasie
Veröffentlicht am 04.05.2025

Von vierbeinigen Lebenskünstlern und neuer Hoffnung

Hope
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Der Ire Niall hat von Jugend an Raubbau an seinem Körper und Geist betrieben – Depressionen und Ängste betäubte er mit Alkohol und Drogen, bis er durch all die Exzesse an der Schwelle des Todes stand. ...

Der Ire Niall hat von Jugend an Raubbau an seinem Körper und Geist betrieben – Depressionen und Ängste betäubte er mit Alkohol und Drogen, bis er durch all die Exzesse an der Schwelle des Todes stand. Erst in diesem düsteren Moment fand er die Kraft, sein Leben zu ändern. Den wohl wichtigsten Beitrag dazu leisteten die Straßenhunde in seiner neuen Heimat Thailand. Durch das Helfen wurde ihm selbst geholfen. Die wahre Geschichte dieser Rettung in letzter Sekunde erzählt der Autor in diesem Buch.

In der ersten Hälfte des Buches schildert Niall seine Entwicklung ab der Kindheit, beleuchtet Faktoren, die zur unglückseligen Alkohol-, Drogen- und Spielsucht-“Karriere“ beigetragen haben, und ihn z.B. auch fast unfähig machten, längere tiefgehende Beziehungen zu anderen Menschen aufzubauen. Trotz aller Abstürze konnte er aber schon in jungen Jahren immer wieder beachtliche Erfolge mit innovativen Ideen erzielen. Auch davon berichtet er in diesen Kapiteln. Es tut regelrecht weh, den jungen Mann wider besseren Wissens jedes Mal erneut abstürzen zu sehen.

In der zweiten Hälfte geht es dann um Nialls neues Leben auf Ko Samui und ganz besonders um seine Begegnungen mit den Straßenhunden sowie seine Bemühungen, bessere Lebensbedingungen für sie zu schaffen. Beispielhaft werden dabei die Schicksale verschiedener besonderer Hunde beleuchtet und ihre jeweiligen Persönlichkeiten liebenswert hervorgehoben. Es sind Geschichten von vierbeinigen Lebenskünstlern, Kämpfern und Familien – nicht immer mit Happy End, aber mit viel Hoffnung und wichtigen Botschaften für Nialls Leben und auch das der Leser. Hundefreunde werden nicht um das eine oder andere Tränchen herumkommen.
Während mir der Autor im ersten Teil eher fremd geblieben ist, weil ich eine derart destruktive Art und das Suchtverhalten noch nie recht nachvollziehen konnte, habe ich später mitgefiebert und ich wünsche ihm und seinen Mitstreitern weiter viel Erfolg mit ihrem Projekt.

Veröffentlicht am 17.04.2025

Hinter dem langweiligen Cover steckt eine interessante Idee

Das Ministerium der Zeit
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Eine britische Geheimdienstorganisation verfügt neuerdings über eine Art Zeitmaschine und nutzt diese, um im Dienst des Ministeriums und der Forschung todgeweihte Menschen aus verschiedenen Epochen der ...

Eine britische Geheimdienstorganisation verfügt neuerdings über eine Art Zeitmaschine und nutzt diese, um im Dienst des Ministeriums und der Forschung todgeweihte Menschen aus verschiedenen Epochen der Weltgeschichte in unsere Zeit zu holen.
Um den Neuankömmlingen die Eingewöhnung in der für sie fremden Gegenwart mit all ihren „neumodischen“ Tücken zu erleichtern, wird jedem eine so genannte Brücke als Betreuungsagent und Mitbewohner zugeteilt.
Die Ich-Erzählerin, deren Namen man nie erfährt, wird so mit einem Seefahrer/Marine-Soldaten aus dem 19. Jahrhundert kombiniert, dessen Polar-Expedition damals zu einem traurigen Ende kam. Trotz oder auch wegen all der Unterschiede entwickelt sich zwischen den beiden im Lauf der Zeit mehr als ein Arbeitsverhältnis. Doch der ebenso charmante wie frustrierende Zeitreisende und seine unfreiwilligen Gefährten geraten ins Visier dubioser Gestalten...

Die Grundidee der Geschichte hat mir sehr gut gefallen und ich fand die Reaktionen der Menschen aus der Vergangenheit auf die modernen Gegebenheiten interessant. Während sie z.B. teilweise eine Vorliebe für die Annehmlichkeiten unserer Zeit entwickeln (fließendes warmes Wasser, Musik-Streaming, Toleranz für früher verpönte sexuelle Vorlieben...), bleiben manche Dinge für sie weiterhin ein Rätsel.
In verschiedenen Situationen blitzt immer wieder angenehmer Humor auf, unter anderem auch in den Dialogen. Manche Charaktere sind Sympathieträger, so etwa eine der Zeitreisenden mit ihren altertümlichen Ausdrücken und lustigen Beschimpfungen.

Durch die Bedrohung kommen außerdem eine Portion Spannung und Dramatik in die Story, es gibt diverse Wendungen. Das Buch ist in sich abgeschlossen.
Das Ende war leider nicht, was ich mir erhofft hatte, aber der Weg dorthin hat mir durch den Schreibstil und die Ideen Lesefreude gemacht.

Veröffentlicht am 05.04.2025

Spannendes Abenteuer mit innovativem Weltaufbau

If We Were Gods
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Olivias jahrelange harte Arbeit hat sich ausgezahlt – wie nur eine handverlesene Gruppe junger Menschen aus aller Welt schafft sie den Sprung von ihrer Prager Universität an die Elite-Akademie in Schottland. ...

Olivias jahrelange harte Arbeit hat sich ausgezahlt – wie nur eine handverlesene Gruppe junger Menschen aus aller Welt schafft sie den Sprung von ihrer Prager Universität an die Elite-Akademie in Schottland. Dort hofft sie, ihre bescheidenen Ursprünge hinter sich zu lassen und in die tiefsten Ebenen der Realität vorzudringen, um bisher ungeahnte Macht zu erhalten.

Die Welt des Buches entspricht in vielen Dingen unserer normalen Gegenwart. Man hört Musik von Taylor Swift, ein paar Jahre zuvor hat Notre-Dame gebrannt und die Studenten der Akademie hantieren mit Handys und Tablets. Doch in dieser alternativen Version der Welt gibt es ein komplexes System arkaner Künste, basierend auf der Nutzung magischer Zeichen, welche von entsprechend ausgebildeten Experten in zunehmend gefährlichen Ebenen gefunden werden können. Statt sich auf die immer nur vorübergehend auftauchenden „Risse“ zwischen den Ebenen verlassen zu müssen, kann an der Akademie die so genannte Stairway bis in große Tiefe genutzt werden. Doch selbst diese Bereiche sind einigen Ehrgeizigen nicht genug. Olivia und ihre neuen Mitstreiter begeben sich in tödliche Gefahr und wollen den Sprung in die verbotenen Ebenen wagen...

Die Ich-Erzählerin Olivia ist eine interessante Hauptfigur, die zum Selbstschutz vieles vor ihren Mitstreitern verbirgt. Zu sehr hat sie die frühere Ausgrenzung aufgrund von Armut und mangelndem gesellschaftlichem Status geprägt. Doch auch die anderen jungen Erwachsenen spielen nicht direkt mit offenen Karten. Die Beziehungen innerhalb der kleinen Gruppe und die dazugehörigen Konflikte oder auch Wendungen bringen Schwung ins Geschehen.

Darüber hinaus ist auch die Story an sich spannend. Man fiebert richtig mit und trotzt zusammen mit den Protagonisten immer neuen Gefahren. Das innovative Magiesystem beziehungsweise die Idee der Ebenen mit individuellen Gefahren haben mir sehr gut gefallen. Von Stürmen über Verzerrungen des Raums bis zu psychischen Herausforderungen wird sehr viel Abwechslung geboten.

Gut fand ich auch, dass die Geschichte in diesem einen Band zu einem sinnvollen Abschluss kommt.
Und auch optisch ist das Buch eine Augenweide, mit seinem schicken Farbschnitt und dem Riss zum Durchschauen im Umschlag.

Veröffentlicht am 30.03.2025

Nicht perfekt, aber mit Potenzial

The Serpent and the Wolf
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Als Prinzessin Vaasa mit dem Anführer Reid in einem verfeindeten Land verheiratet wird, nutzt sie die erste Gelegenheit, die Flucht zu ergreifen. Schließlich ist das Ganze nur ein Komplott ihres verhassten ...

Als Prinzessin Vaasa mit dem Anführer Reid in einem verfeindeten Land verheiratet wird, nutzt sie die erste Gelegenheit, die Flucht zu ergreifen. Schließlich ist das Ganze nur ein Komplott ihres verhassten Bruders, um sie aus dem Weg zu schaffen. Und die junge Frau hat seit dem Tod ihrer Mutter schon genug Probleme, denn die gleiche Magie, der diese zum Opfer fiel, hat seitdem von ihr Besitz ergriffen. Sie hätte sich nie träumen lassen, dass ausgerechnet in der Zusammenarbeit mit Reid eine Erlösung von diesem Fluch zu finden ist...

Wie in diesem Untergenre üblich, nähern sich die beiden Streithähne zunehmend an, was durch Vaasas erziehungsbedingte Furcht vor emotionalen Beziehungen deutlich erschwert wird. Ich bin ehrlich gesagt mit der Heldin nicht so ganz warm geworden. Reid hingegen ist von Beginn an ein recht sympathischer und nicht zuletzt auch ausgesprochen attraktiver Zeitgenosse.
Unterstützt werden die Hauptfiguren durch einige interessante Nebencharaktere, darunter vor allem eine Gruppe von Hexen. Das Magiesystem im Buch hat mir gut gefallen.

Trotz einiger vorhersehbarer Entwicklungen ist die Handlung zumindest phasenweise auch durchaus spannend, besonders durch die angespannte Situation zwischen den beiden Ländern und die damit verbundenen Intrigen sowie Wendungen. Vor allem am Ende dieses ersten Bandes überschlagen sich die Ereignisse und es kommt zu einem actionreichen Showdown samt neugierig machendem Cliffhanger.
Leider verlaufen manche Passagen im Mittelteil aber zu gemächlich, man hätte da vielleicht einiges ein bisschen kürzen können.
Sehr gut gelungen ist die optische Aufmachung des Buchs mit dem schicken Farbschnitt.