Leider voller Klischees
Lovely Plot Twist | Limitierte Auflage mit Farbschnitthttps://www.lovelybooks.de/autor/Philippa-L.-Andersson/Lovely-Plot-Twist-Limitierte-Auflage-mit-Farbschnitt-21693422288-w/rezension/22420302235/
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Ich habe das Buch angefordert, weil ich noch kein Buch mit einer Figur gelesen habe, die Feiern veranstaltet. Tatsächlich wird im Buch viel erklärt. Für mich ein bisschen zuviel.
Worum geht es?
Elle ...
Ich habe das Buch angefordert, weil ich noch kein Buch mit einer Figur gelesen habe, die Feiern veranstaltet. Tatsächlich wird im Buch viel erklärt. Für mich ein bisschen zuviel.
Worum geht es?
Elle hat ein betriebswirtschaftliches Studium absolviert, kommt von Eltern, die sich lieber selbst verwirkliche, und muss ihre Wohnung in New York finanzieren. Letzten Chance ist die Bewerbung bei einem großen Unternehmen. Doch Elle wird abgelehnt, weil sie im Schneegestöber zu spät kommt. Doch dann stellt sich heraus, dass der CEO ein alter Schulfreund ist.
Ein Wort zum Cover und Titel
Den Titel finde ich wieder unnötig kompliziert und nichtssagend. Das Cover ist bunt und fröhlich, irritiert aber mit den fehlenden Augen. Ich guck es gern an, finde es aber etwas überladen und schwer greifbar. Andere Bücher der Autorin sind aber ähnlich gestaltet, daher verstehe ich die Wahl.
Wie hat mir das Buch gefallen?
Man merkt, dass die Autorin schon einige Bücher geschrieben hat, denn der Stil ist sehr flüssig, sehr konstistent, keine Stolpersteine oder Wörter, die nicht hineinpassen.
Allerdings beschreibt die Autorin sehr gerne Orte. Und manchmal sind die Sätze SO lang und vollgepackt mit Informationen, dass ich den Faden verloren habe z.B. "Die herausgefilterte Quintessenz der unschönen Nebenwirkungen meines Verhaltens war bitter, und es gab nichts, womit sie sich versüßen ließ." (17 %) oder "Wären meine Wangen gefühlt nicht schon maximal von der klirrend kalten Luft gerötet gewesen, hätte meine Verlegenheit dafür gesorgt." (65 %) Letztlich ist das eine Geschmacksfrage: Wer's ausführlich mag und sich gern in Beschreibungen hineinfallen lässt, wird hier Spaß haben.
An anderen Stellen gibt es aber auch tolle Perlen z.B. "[...] und die Luft roch nach frisch gewaschener Wäsche mit Schneeweichspüler [...]" (17 %)
Die Handlung ist dafür relativ simple, der Ausgang klar. Die Anfangsszene ist tatsächlich am stärksten, weil ich das auslösende Moment nicht kommen sah und weil die Figur herrlich skurill wirkt. Danach übernehmen leider die Klischees das Kommando: Die Probleme sind klein, werden schnell gelöst. Der Mann himmelt die Frau an und übernimmt die Initivative; eigentlich muss Frau nichts tun, nur am Ende.
Besonders von Elle, aus deren Perspektive alles erzählt wird, hatte ich mehr erwartet. Anfangs wirkte sie taff und frech, aber irgendwann kickte die Verliebtheit und sie zweifelte an allem. Ihr "Talent", sämtliche Probleme mit Love-Interest Keane falsch zu interpretieren, wird manchen Leser:innen den Nerv rauben. Ich konnte auch ihre Bindungsängste schwer nachvollziehen, auch wenn mir ihre Familiengeschichte einleuchtet. Das Problem war zu eindimensional gestaltet. Besonders schade finde ich, dass Elle vielleicht (!) neurodivergent ist - sie ermahnt sich ständig, fokussiert zu sein (obwohl sie ziemlich fokussiert arbeitet und spricht) und sie arbeitet, wenn's kreativ wird, gern in ihrer Wohnung, weil sie ruhiger ist. Das wird aber von dem Liebesthema überdeckt, sodass Elle leider keine Figur ist, die ich mit ihren Besonderheiten geliebt habe.
Das Buch enthält auch einige Passagen aus der Vergangenheit der beiden - nett, aber leider lernt man nur wenig über die Figuren. Auch hier liegt der Fokurs mehr auf der Handlung, weniger den Charakteren.
Es gibt eine ausführliche Liebesszene, die kurz vor dem Orgasmus ausfadet. Klischeehaft, nichts besonders, kann man überlesen. Ich fand den Ort passend, allerdings hatte ich mit der Logik Probleme. Trotzdem: Wer keinen Overload an nackten Tatsachen haben will, für den ist das Buch keine schlechte Wahl.
Elles Freundinnen als Nebenfiguren fand ich cool, das Gartenhäuschen, in dem sich die drei Treffen, klingt sehr gemütlich. Auch wenn ich die beiden nicht auseinander halten konnte, bringen sie Harmonie in Elles Gefühlschaos und das fand ich erfrischend. Möglichkeiten für ein Spin-Off bieten sich.
Weihnachten und New York werden ausführlich behandelt, auch wenn viele Orte fiktiv sind, fühlt man sich wohl in der Stadt und das weihnachtliche Flair wird in viele Fascetten beleuchtet. Auch hier: Auf mich ist der Funke nicht übergesprungen, ich glaube aber, dass das vielen Leser:innen gefällt.
Sehr nett finde ich, dass es am Ende ein kleines Glossar und eine Liste der fiktiven Orte gibt.
Einen Pluspunkt gibt es für das Thema "Einsame und arme Senioren", das mehrfach aufgegriffen wird - finde ich wichtig und sehr toll! Auch die Organisation der Veranstaltung wird sehr ausführlich dargestellt, ich kann leider nicht nachprüfen, ob das real ist.
Fazit
Ich hab das Buch gern gelesen und werde die Autorin auf dem Schirm behalten. Das Buch ist gekonnt geschrieben und verbreitet weihnachtliches Flair. Für mich waren zuviele Beschreibungen und zuwenig Drama enthalten.
Dieses Buch war ein Zufallsfund in einem Buchladen und ich finde das Cover sehr schön. Der graue Hintergrund, das blaustichige Foto, dazu die kraftvolle Schrift. Ich gucke es gern an. Und trotzdem finde ...
Dieses Buch war ein Zufallsfund in einem Buchladen und ich finde das Cover sehr schön. Der graue Hintergrund, das blaustichige Foto, dazu die kraftvolle Schrift. Ich gucke es gern an. Und trotzdem finde ich den Inhalt schwer zu beurteilen.
Worum geht es?
Das Buch beleuchtet die Leben der Töchter Thomas Manns, Erika, Elisabeth und Monika. Allerdings verflechtet der Text nicht drei Biografien, sondern betrachtet anfangs alle sechs Geschwister, im Mittelteil Erika Mann mit geringen Anteilen Monikas und noch weniger Elisabeth, bevor es im letzten Fünftel überwiegend um Elisabeth, ein bisschen um Monika geht.
Wie hat mir das Buch gefallen?
Die Beurteilungen der drei Frauen fand ich erhellend, wirklich nahegekommen sind sie mir nicht.
Das liegt, denke ich, auch an der Quellenlage: Erika Mann war schon sehr früh publizistisch tätig, sie stand den Eltern am nächsten, daher gibt es viel Stoff zu erzählen. Monika hat später belletristische und autobiografisch-geprägte Texte geschrieben, wird aber in den Briefen und Tagebüchern ihrer Verwandten wenig erwähnt. Elisabeth hat überwiegend wissenschaftlich und publizistisch gearbeitet, wenngleich sie als die andere Lieblingstocher Erwähnung von der Familie findet. Um ein umfassendes Porträt zu zeichnen sind vor allem von Monika und Elisabeth zu wenige Fakten da. Von Golo Mann kann man z.B. ein ausführlicheres Bild malen, weil er zahlreiche Briefe und Tagebucheinträge hinterlassen hat.
Vor allem Monikas Versuche sich zu emanzipieren, ihr Veröffentlichungen, wirken immer etwas deplaziert, nicht gut eingeordet. Auch der lange Abschnitt über Elisabeth am Ende. Eine Entwicklung der Frauen von Kindern zu gereiften Persönlichkeiten zeichnet das Buch nicht.
Konflikte mit den anderen Geschwistern werden angerissen, das Buch beschränkt sich aber überwiegend auf die drei Frauen und die Mutter. Erfrischend fand ich die Erwähnung aus Frido Manns "Achterbahn", in der z.B. seine Beziehung zu Elisabeth und Monika kritisch hinterfragt wird.
Davon hätte ich mir im Buch mehr gewünscht: Ein Hinterfragen des Bildes, das die Frauen von sich zeichneten.
Gut fand ich die Einordnung innerhalb der Stellung der Familie, die Rolle, die sie für die "Firma Thomas Mann" verkörpern. Immer wieder kommt Unverständnis darüber auf, dass Monika ausgeschlossen wurde. Ich vermute, dass es Neid war: Während die anderen Mitglieder mit ihrer Melancholie und mit der Kunst kämpften, also vor allem das eigene Leiden celebrierten, war Monika einfacher gestrickt, verliebte sich leicht, konnte sich für keinen beruflichen Weg entscheiden. Trotzdem kommt mir Monika wie eine Außenseiterin vor. An einer Stelle arbeitet die Autorin gut heraus, wie schwierig die Emmigration für die Menschen war, weil sie ihr soziales Umfeld und die Möglichkeit zur Kultur verloren, im Falle der Manns erst in der Schweiz, dann in den USA; Erika konnte damit gut umgehen. Ich mag das Buch an den Stellen, an denen die Erzählerin einen Schritt zurücktritt und das Geschehen beurteilt. Und dennoch waren diesen Stellen so spärlich gesehen, dass es auf mich nicht rund wirkte.
Ich finde auch den Schlussatz etwas überzeichnet: "So kann über die Geschichte der drei Töchter [...] das Spektrum an Entfaltungsmöglichkeiten bürgerlicher Frauen im 20. Jahrhundert sehr prägnant aufgefächert werden" (S. 316). In diesem Kontext wurden die Biografien vorher nicht betrachtet. Man kann sie so beurteilen, denn die Frauen haben sehr unterschiedliche Lebenswege gewählt. Trotzdem empfand ich sie nicht als exemplarisch.
Aus meiner Sicht wäre mit dem Buch mehr möglich gewesen.
Der Schreibstil ist dazu passend sachlich, aber gut zu lesen. Für mich an manchen Stellen aber zu locker.
Und wirklich Neues erzählt das Buch nicht. Vor allem die Passagen über Erika sind aus anderen Biografien bekannt, ich fand das notwendig für die Chronologie, aber etwas langweilig.
Fazit
Ich finde es nicht die beste Biografie, weil mir ein Stück "Seele" der drei Frauen fehlt. Wenn man das Buch geschenkt bekommt, kann man damit drei tolle Tage verbringen, wirkliche Hänger gibt es nicht. Ich mag den beurteilenden Ansatz und hätte gern mehr davon gehabt. So wirkt der Text irgendwie zwischen den Stühlen. Was aber, wie gesagt, auch am Stoff liegt.
Ich hatte das Buch angefordert, weil es um Comedy geht, was ich interessant finde. Leider spielt sowohl Kochen als auch Comedy eine eher untergeordnete Rolle.
Rezi enthält Spoiler.
Worum geht es?
Das ...
Ich hatte das Buch angefordert, weil es um Comedy geht, was ich interessant finde. Leider spielt sowohl Kochen als auch Comedy eine eher untergeordnete Rolle.
Rezi enthält Spoiler.
Worum geht es?
Das Buch ist eine Harry&Sally-Adaption, d.h. Comedienne Ari und Koch Josh treffen sich im Verlauf der Jahre immer wieder, bis zum Happy End.
Wie hat mir das Buch gefallen?
Erstmal: Die Jahre spielen für die Geschichte gar keine Rolle, wirklich entwickeln tun sich die Figuren nicht. Stattdessen sehen wir Ari 300 Seiten lang ihre soziale Beziehungen torpedieren, erst danach denkt sie um. Das war sehr nervig. Ari ist im besten Falle quirlig, im schlimmsten eine Drama-Queen, die gern flotte Sprüche reißt, auf der Flucht vor Nähe ist und vor allem sich selbst in den Mittelpunkt rückt. Selbst Aris Hochzeit mit einer Professorin mit Helfer-Syndrom wird nur wenig behandelt. Ich fand es sehr spannend, dass sich eine so lebendige Figur zähmen lässt. Und dass die Ex-Frau sie als Projekt betrachtete, sie förderte, aber auch belächelte. Sie wollte beschützt werden, aber irgendwann wurde sie abgeschrieben. Ich hätte davon gern mehr gesehen.
Josh als Love-Interest geht unter. Denn neben seiner Vorliebe für schwarze Klamotten mag er Ordnung. Beim Kochen sieht man das ganz gut: Er legt Wert auf Genauigkeit. Außerdem hat er Angst vor unpassender Kommunikation - nicht ganz stimmig ist, dass der Ari anruft, obwohl er sie fragt und sie nicht antwortet. Mehr Eigenschaft hat er nicht. Spannend war das Verhältnis zum Vater: Er lehnt seine Art zu kochen ab, will sich über ihn stellen - und scheitert. Auch das ein guter Aspekt, der aber nicht so tief ausgeführt wird.
Letztlich sind sie ein Paar, das real schwer zusammen kommen würde, weil beide kaum zu Kompromissen bereit sind.
Dazu noch ein paar Nebenfigurn, die leider auch nicht ins Geschehen passen. Am besten gefällt mir noch Aris beste Freundin, denn sie ist ruhig und verzeiht. Auch das ein Aspekt: Sowohl Josh als auch Ari streiten sich mit ihr, aber Josh entschuldigt sich nicht und Ari zeigt wenig Reue. Die beste Freundin erträgt einfach alles.
Gut gefallen hat mir, dass Ari sowohl Beziehungen zu Männer als auch zu Frauen hat, das aber nicht in den Mittelpunkt gerückt wird.
Auch der Schreibstil klingt eher trocken, beobachtend - das mochte ich, weil es Distanz schafft.
In meinem Exemplar waren leider einige Tippfehler drin und die Formatierung war nicht immer stimmig.
Das Cover hingegen finde ich super - die Figuren sind gut getroffen und der Text wirkt wie eine Geschichte über Mittzwanziger, die die großen Fragen des Lebens diskutieren. Schade, dass sie viel reden und viel denken, aber nicht wirklich etwas dabei herauskommt.
Auch von Aris Comedy hätte ich gern mehr gesehen, wie sie arbeitet, sieht man nicht. Nur ihr Gedanken zur Impro fand ich gut. Auch von Joshs Leidenschaft sieht man wenig, der Einblick in die jüdisch-amerikanische Küche war zu wenig.
Fazit
"You, again" hat einen guten Ausgangspunkt und wenige Sätze, die leuchten. Oft kreist der Text aber um die Beziehungsunfähigkeit der weibliche Haupfigur. Ich war damit nicht glücklich.
Dieser Roman hat mich im positiven Sinne überrascht. Denn trotz des comic-artigen Covers und kleiner Schwächen versteckt sich dahinter ein dramaturgisch gutes Werk. Ich hab's gern gelesen.
Worum geht ...
Dieser Roman hat mich im positiven Sinne überrascht. Denn trotz des comic-artigen Covers und kleiner Schwächen versteckt sich dahinter ein dramaturgisch gutes Werk. Ich hab's gern gelesen.
Worum geht es?
Celina forscht an einem Mittel gegen Krebs, wird aber kaum beachtet. Schwester Elsie wurde vom Freund verlassen und musste ihr Doktorarbeit abbrechen. Nun schlägt sie sich mit Gelegenheitsjobs durch. Als Celina durch einen Unfall im Krankenhaus liegt, übernimmt Elsie ihre Forschung. Und dann kommt die Liebe.
Wie hat mir das Buch gefallen?
Das Buch schreitet langsam voran: Das erste Love-Interest deutet sich relativ früh an, ich wusste aber nicht, welche der beiden Schwestern den Mann bekommen. Auf die zweite Liebe bin ich erst in der Mitte gekommen, weil der dazugehörige Handlungsstrang erst nach einem Drittel entwickelt wird. Die Liebe ist wichtig, aber nicht das Hauptthema. Das unterscheidet den Roman von vielen Werken des Genres.
Daher gibt es wenig Liebesszenen und fast gar keine Erotik - ideal für Leute, die so etwas nicht mögen.
Ansonsten behandelt der Text die Benachteiligung von Frauen in der Wissenschaft und Menschen im Krankenhaus. Dass Leute, die nach einem Unfall heilen müssen, auch psychologisch betreut werden sollten, spielte eine wichtige Rolle, daher findet ich es gut, dass der Roman das anspricht. Ein bisschen Selbstfindung, Familie und Sabotage-Versuche sind aus dramaturgischen Gründen drin und machen den Roman etwas bunter.
Dafür wird es auch ziemlich wissenschaftlich. Leser:innen, die schon einmal in einem Labor gearbeitet haben, werden das wohl besser verstehen als Laien. Mich hat's nicht gestört, aber es könnte Leser:innen geben, die sich davon erschlagen fühlen.
Herzstück des Textes sind die beiden Schwestern, deren Beziehung greifbar wird. Sie sind sehr plastisch beschrieben und der Kontrast aus der überarbeiteten Celina und der chaotischen Elsie macht Spaß.
Dass im Labor keinem auffällt, dass Elsie Celinas Rolle spielt, finde ich etwas komisch, und auch das Familienthema spielt, obwohl viel angedeutet wird, eine eher kleine Rolle. Der Vater, den die beiden Schwestern beschützen wollen, taucht kaum auf. Auch das Deutsch-Englisch einer Figur fand ich nicht stimmig umgesetzt. Generell wirken manche Zufälle etwas gewollt.
Die Männer beschränken sich auf ihre Rolle als Love-Interest, sie sind sympatisch und etwas farblos, stört aber nicht. Ein paar lebendige Nebenfiguren ergänzen das Kollektiv.
Die Erzählung ist flott, die Dramaturgie gut, gelangweilt habe ich mich nicht. Auch sprachlich gibt's nichts zu meckern.
Fazit
Wer auf Romane steht, bei denen die Liebe sehr langsam ins Spiel kommt und wen Wissenschaft nicht schreckt, der wird hier ein Werk mit zwei tollen Schwestern und wichtigen Themen finden.