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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 18.04.2026

Gut gemacht, aber der Funke fehlt

Paranoia in Hollywood
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Der Titel des Buches klang sehr plakativ, trotzdem hat mich das Thema gereizt. Ich habe schon einige Biografien über Emmigranten gelesen und wollte nun einen anderen Aspekt sehen. Letzlich fällt mir eine ...

Der Titel des Buches klang sehr plakativ, trotzdem hat mich das Thema gereizt. Ich habe schon einige Biografien über Emmigranten gelesen und wollte nun einen anderen Aspekt sehen. Letzlich fällt mir eine Bewertung schwer, weil das Buch für mich gut war, aber der Funke fehlte.

Worum geht es?

Das Buch beschreibt die Zeit der Emmigranten in Hollywood in den 40er Jahren und behandelt dabei Themen wie Arbeit, Kunst und das berüchtigte HUAC (Kommitee für anti-amerikanische Umtriebe). Im Mittelpunkt stehen dabei Thomas Mann, Billy Wilder und William Wyler. Viele weitere Persönlichkeiten werden eingeflochten. Den roten Faden bildet die Salonière Salka Viertel.

Wie hat mir das Buch gefallen?

Das Buch hat mich gefesselt, ich habe es flott durchgelesen, es hatte keine Längen. Für mich passen Titel und Klappentext aber nur bedingt zum Inhalt, weil es nur im zweiten Teil tatsächlich um das HUAC, um die Paranoia geht. Das führte bei mir dazu, dass die Spannung ein bisschen raus war.

Das Buch versammelt wundervoll faktenreich verschiedene Biografien von emmigrierten Künstler:innen in den USA, überwiegend aus dem Filmgeschäft. Es war interessant zu lesen und nie langweilig. Der Autor erzählt lebhaft, an seltenen Stellen wird kommentiert. Es gibt für 330 Seiten 744 Fußnoten, was sehr viel ist. Das Buch ist also gut recherchiert.

Die Auswahl der Persönlichkeiten fand ich nicht ganz gelungen. Der Autor versammelt die Großen der Filmbranche und schafft es, verschiedene Strömungen darzustellen. Beispielsweise wird Bertholt Brecht erwähnt, der die USA ohnehin verlassen wollte und die Anhörung vor dem HUAC eher als Bühne betrachtete, auf der er seine Abschiedsvorstellung gibt. Ich mochte auch die Verflechtungen der Studiobosse, von denen einige jüdische Wurzeln haben, ins Thema. Der Antisemitismus in den USA, der im Buch manchmal anklingt.

Für mich war Thomas Manns Rolle im Buch zu groß. Mann ist ein sehr gut erschlossenes Feld, aber für mich war er eher ein Mensch, der mit seiner politischen Meinung gehadert hat. Dem Konflikt mit Adorno und Schönberg bei der Entstehung des "Doktor Faustus" gibt das Buch einige Seiten. Ich fand das nett, habe mich aber gefragt, ob es nicht andere Persönlichkeiten gegeben hat, die mehr Raum verdient hatten. Die unbekannter sind, mehr bewegt oder eine andere Ansicht gehabt haben.

Mich hat das Buch emotional nicht so gepackt, weil ich die Zusammenhänge manchmal nicht gut nachfühlen konnte. Für mich haben manchmal ein paar Grundlagen gefehlt z.B. bei der Entstehtung des HUACs. Der Weg wird erklärt, aber ... es fehlte etwas. Auch die Frage, welche Persönlichkeiten sich in den USA heimisch fühlten und warum, das interessiert mich. Es ist ein Sachbuch, klar. Aber manchmal wären weniger Fakten und mehr Erzählerisches gut gewesen.

Wirklich bildhaft ist das Buch an Anfang und Ende, als der Autor das Haus Salka Viertels beschreibt. Die Szene ist sehr beeindruckend und führt gut in das Buch ein (und aus). Dieser rote Faden funktioniert sehr gut, obwohl ich Salka Viertel vorher nicht kannte.

Fazit

Ich denke, das Buch gefällt vielen Leuten. Es ist gut erzählt, vereint verschiedene bekannte Persönlichkeiten und bleibt meistens fokussiert. Der eigentliche Schwerpunkt ging bei mir etwas unter, das empfindet aber jeder anders. Defintiv ein gutes Buch.

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Veröffentlicht am 22.03.2026

Ha. Ha. Ha.

8000 Arten, als Mutter zu versagen
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Ich hatte das Buch während eines Streiks in der Bahnhofsbuchhandlung gefunden und war beeindruckt. Der Stil war fordernd, wirkte aber inhaltlich fundiert. Diese Gedanken haben sich im Laufe des Buchs gewandelt.

Worum ...

Ich hatte das Buch während eines Streiks in der Bahnhofsbuchhandlung gefunden und war beeindruckt. Der Stil war fordernd, wirkte aber inhaltlich fundiert. Diese Gedanken haben sich im Laufe des Buchs gewandelt.

Worum geht es?

Es geht um Schwangerschaft, Mutter-Sein, Abtreibungen.

Wie hat mir das Buch gefallen?

Der Text ist wie ein Comedyprogramm Kebekus' - sehr laut, sehr schnell, viele Gags. Auch viele Wiederholungen. Es gibt sehr, sehr viele Ausfrufezeichen, Abkürzungen in Form von Apostrophen. Schade ist, dass dabei der Inhalt untergeht. Weder liest man interessante Fakten noch tiefe philosophische oder gesellschaftskritische Aussagen. Letztlich geht es immer "nur" um die Bewertung der Mutter durch die Gesellschaft. Aber das ist nichts Neues.

Wer die Qualität Kebekus aus ihrer Show erwartet, wird enttäuscht. Genauso wie diejenigen, die sich gefragt haben, wie eine Comedienne die Mutterschaft erlebt. Sie lag 4 Tage (!!!) in den Wehen, verpackt das aber mit soviel Humor, dass es schade ist. Ich frage mich, ob Kebekus ihre Reichweite nicht hätte besser nutzen können. Denn für mich hat sie das Image einer kraftvollen Frau, die Probleme anspricht. An diesem Bild hält sie im Buch zu sehr fest.

Manche Gags fand ich witzig, und es gibt ein paar Running-Gags. Aber wirklich glänzen tut das Buch an wenigen Stellen. Z.B. wenn sie ihrer Maskenbildnerin dankt, weil sie ihr die 2,5 Stunden Schlaf wegschminkt. Der Witz des Kindsvaters im Kreissaal. Oder die Aussage, dass wir uns für das ungeborene Leben einsetzen, aber Kinderrechte noch nicht im Grundgesetz verankert sind. Diese Stellen waren greifbar, emotional packend und habe mich zum Nachdenken angeregt.

Ich kann mir vorstellen, dass das Müttern gefällt, die einfach mal abschalten wollen. Manchen Menschen hilft Humor dabei. Aus meiner Sicht ist das Buch eine Geschmacksfrage.

Fazit

Wer den derben Humor der Autorin mag, wird hier Spaß haben. Es fühlt sich wie ein einstündiges Comedyprogramm mit etwas Inhalt an. Wer sich tiefe Einblicke oder einen gesellschaftlichen Umschwung erhofft, wird enttäuscht.

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Veröffentlicht am 07.03.2026

Interessant, aber langatmig

Hitzetage
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Ich habe das Buch angefordert, weil mich das Cover fasziniert und weil es nach einem launigen Sommertag in London klang. Letztlich habe ich mit dem Buch bekommen, was ich erwartet habe. Es war trotzdem ...

Ich habe das Buch angefordert, weil mich das Cover fasziniert und weil es nach einem launigen Sommertag in London klang. Letztlich habe ich mit dem Buch bekommen, was ich erwartet habe. Es war trotzdem anstrengend.

Worum geht es?

Der Text zeigt das Leben mehrerer Figuren, überwiegend an einem Tag. Alle leben in London und sind mehr oder weniger miteinander verknüpft. Der Großteil behandelt Ed und Phil, zwei Jugendfreunde, die ein Geheimnis teilen.

Wie hat mir das Buch gefallen?

Das Buch hat einen roten Faden, wirkte aber stellenweise sehr unübersichtlich. Gefühlt kommen ständig neue Figuren hinzu, auf zwei davon hätte man aus meiner Sicht verzichten können. Der Grundkonflikt zwischen Ed und Phil treibt das Buch voran.

Alle Figuren eint, dass sie aus einem Londoner Vorort kommen und mit ihrem Leben hadern. Es war interessant zu sehen, wie sich nach und nach immer mehr das Leben der Charaktere zeigt. Letztlich wollen sich alle Figuren verändern, tun es aber nicht.

Vieles bleibt unausgesprochen. Viele Probleme könnt man lösen, wenn man miteinander redet.

Ich fand das stellenweise langatmig und deprimierend, die ewigen Beschreibungen durch die Straßen Londons habe ich überflogen. Aber auch das ist eine Geschmacksfrage: Leute, die sowas mögen, die sogar mal in London waren, werden ihre Freude haben.

Ein paar queere Figuren gibt es, Generationenkonflikte und Irland wird angesprochen. Fand ich gut.

Außerdem sind an manchen Stellen Lebensweisheitn versteckt. Es ist, obwohl personal erzählt, ein sehr langer Gedankenstrom. Leider ähneln sich die Stile, sodass die Figuren etwas an Profil verlieren.

Fazit

Für mich ist es ganz knapp ein Flop. Die Idee ist nicht neu, aber es gibt interessante Figuren. Man kann viel entdecken. Trotzdem liest es sich langsam und fühlt sich tatsächlich wie ein sehr, sehr langer Tag mit viel Sonne, aber auch viel Ödnis an.



Ein Wort zum Titel

Im Original heißt der Text "Evenings and Weekends", was die Austauschbarkeit der Erlebnisse besser betont - an jedem Wocheneende passiert etwas anderes, Bedeutsames. Der deutsche Titel verweist auf den Sommer, er erinnert an Schwere und Erschöpfung. Ich finde beide Titel gut.

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Veröffentlicht am 05.03.2026

Sie lieben und lieben.

The Score of Our Life
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Ich bin über Social Media auf die Autorin aufmerksam geworden und habe die Leseprobe gelesen. Der Kontrast der Figuren und ihre Plastizität hat mich beeindruckt. Allerdings ist der Erzählstil eine Typfrage.

Worum ...

Ich bin über Social Media auf die Autorin aufmerksam geworden und habe die Leseprobe gelesen. Der Kontrast der Figuren und ihre Plastizität hat mich beeindruckt. Allerdings ist der Erzählstil eine Typfrage.

Worum geht es?

Im Text treffen Archivarin Eloise und Rocksängerin Anneli aufeinander. Beide suchen Veränderung und finden sie ineinander.

Wie hat mir das Buch gefallen?

Der Roman ist relativ kreativ, wenn es um einzelne Szenen geht. Die Kennelern-Szene ist ungewöhnlich, ein weiteres Date der beiden passte gut zum Thema und viele Leser:innen würden sich genau DAS wünschen.

Außerdem wird das Thema "Meer" auf viele Arten eingebaut, es zieht sich wundervoll durch den Roman, ohne langweilig zu sein.

Eine zentrale Rolle spielt Viginia Woolfs Essay "Ein Zimmer für sich allein" Das Werk steht für die Veränderung, die sich beide Figuen wünschen. Auch hier baut die Autorin das vielfältig ein, das Buch kreist um die Frage, ob das besagte Zimmer ein Schutzraum oder ein Gefängnis ist. Das war wirklich gut. Inwieweit der Essay insgesamt wirkt, kann ich nicht beurteilen, weil ich ihn nicht gelesen habe. Meinen Recherchen nach kommt aber die finanzielle Unabhängigkeit und die Abhängigkeit von einem Partner nicht vor. Der Text diente als Ausgangspunkt, aber aus meiner Sicht beschränkt sich der Liebesroman zu sehr auf einen Aspekt.

Die große Schwäche des Romans ist, dass er um das Thema "Veränderung" kreist, ohne voranzukommen. Immer wieder wiederholen die Figuren, wie gern sie ausbrechen wollen oder wie sehr sie sich lieben. Das liest sich nicht langweilig, aber langwierig; ich hatte das Gefühl, nicht voranzukommen.

Es gibt aber Leser:innen, denen das gefallen wird. Die sich darin verlieren und weitere Ebenen entdecken.

Die Figuren bleiben eindimensional - Eloises Liebe zu Büchern wird zwar erwähnt, aber als Figur wurde sie nicht plastisch. Annelis Leidenschaft für Musik wird deutlicher; ohnehin spielt Musik eine große Rolle im Roman und ich denke, dass wir in weiteren Werken der Autorin nochmehr davon lesen werden. Trotzdem scheint Anneli nur zu interessieren, dass sie ausbrechen will. Die Pros und Contras des Ruhms bleiben uns verborgen, die Band spielt nur eine kleine Nebenrolle.

Ich habe keine Beziehung zu den Figuren aufgebaut, weil jeder Moment bedeutsam scheint. Ich war irgendwann abgestumpft.

Auch die Dramaturgie kann nicht glänzen, weil die Figuren kein Ziel haben. In dem Moment, in dem sie sich gefunden haben, hätte man den Roman abbrechen können. Zwar baut die Autorin in der zweiten Hälfte ein paar Spannungspunkte ein, diese werden aber klischeemäßig gelöst und es hapert an der Logik.

Ich hätte gern gesehen, WIE sie sich verändern, welche Hürden auftauchen. Daraus macht der Roman nicht viel.

An Eloise hat mich gestört, dass hier wieder Angst und Introvertiertheit vermischt werden. Es wirkte auf mich, als müsse man ausbrechen und die Angst ist der Grund. Aber: Muss man nicht. Man kann sich auch weiterhin in Büchern verkriechen.

Ich habe mich bei den beiden gefragt, ob es die Anziehung nicht "nur" darauf beruht, dass sie das haben, was sie haben wollen. Anneli genießt Eloise' Stille, Eloise mag Annelis Leben. Was passiert mit den beiden, wenn diese Bedürfnisse erfüllt sind? Wirkt auf mich nicht stabil.

Im Text selbst sind mir keine Tippfehler, aber einige Wortwiederholungen aufgefallen.

Fazit

"The Score of our life" ist ein künstlerisch interessantes Werk, das mich emotional leider nicht gepackt hat. Ich erkenne den Ansatz und den Mühen und denke, dass es Leser:innen gefallen wird. Für mich passierte zu wenig und die Figuren schöpfen ihr Potiental nicht aus.

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Veröffentlicht am 04.02.2026

Gutes Thema, gewohnte Umsetzung

Menschen wie wir
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Ich bin über eine Ausstellung in Leipzig auf das Thema aufmerksam geworden und wollte mich nun näher damit beschäftigen. Denn auch wenn die erste und zweite Generation der Vertragsarbeiter:innen in meiner ...

Ich bin über eine Ausstellung in Leipzig auf das Thema aufmerksam geworden und wollte mich nun näher damit beschäftigen. Denn auch wenn die erste und zweite Generation der Vertragsarbeiter:innen in meiner Stadt präsent ist, wird erstaunlich wenig darüber gesprochen. Allerdings finde ich das Buch als literarisches Werk nicht optimal.

Worum geht es?

Erzählt wird in drei Zeitebenen die Geschichte der Vietnamesin Thao. Als sie drei Jahre alt war, ging der Vater als Vertragsarbeiter in die DDR. Aber anstatt nach drei Jahren wieder zu kommen, bleibt der Vater in der BRD und holt nach insgesamt zehn Jahren Frau und Tochter nach, später wird eine zweite Tochter geboren. Das Buch stellt eine Aufarbeiterung und Aussöhnung der Familiengeschichte dar.

Kurze Einführung

Überspitzt ausgedrückt waren "Vertragsarbeiter" billige Arbeitskräfte u.a. aus Polen, Ungarn und Vietnam, die niedere Tätigkeiten verrichteten. Sie waren in Wohnheimen untergebracht und der Deutschkurs reichte nur für das Nötigste; eine Integration war nicht gewünscht. Allerdings durften in bestimmten Grenzen Geld und Waren in die Heimatländer geschickt werden, was u.a. Konflikte befeuerte. Ein großes Problem war der Aufenthaltsstatus: Sie konnten bei Schwangerschaft oder anderen Vergehen zurückgeschickt werden, nach der Wende war lange unklar, unter welchen Bedingungen sie bleiben durften. Erst 1997 konnten sie eine unbefristete Aufenhaltserlaubnis bekommen.


Wie hat mir das Buch gefallen?

Ich habe mich über weite Strecken durch das Buch gequält, weil es sehr langsam erzählt ist und erst am Ende mit der Geschichte des Vaters interessant wurde. Die Erzählerin arbeitet oft mit Liedern und Gedichten aus ihrer Kindheit, die in Vietnamisisch und deutscher Übersetzung widergegeben werden. Das war für mich oft schwierig.

Außerdem ist die Stimmung im Buch etwas düster. Und es fehlt dem Buch an Spannung, denn eine wirkliche Geschichte gibt es nicht. Aber einen roten Faden.

Leser:innen, die mit diesem Genre vertraut sind, werden damit aber keine Probleme haben. In diesem Punkt erfüllt das Buch die Erwartungshaltungen, für mich war's einfach ungewohnt.

Interessant fand ich die Geschichte um Thaos Jugendfreund Thien. Diesen musste sie in Vietnam zurück lassen, später ging er ins Gefängnis. Thien stellt die Verbindung aus Vergangenheit und Gegenwart dar, hinterfragt diese aber auch. Für Thao ist der Kontakt mit ihm ein erster Schritt zur Heilung, später folgt das Gespräch mit dem Vater, in dem erklärt wird, warum er die Familie zurückgelassen hat.

Thao steht gleich mehrfach zwischen den Stühlen: Sie ist Übersetzerin für ihre Eltern, kümmert sich ständig um ihre Belange, dazu kommt der unsichere Aufenthaltsstatus der Mutter. Zu ihrer Schwester, die in Deutschland geboren ist, hat sie ein distanziertes Verhältnis, weil der Generationenkonflikt dazu kommt und die Schwester ihre Eltern teilweise nicht versteht. Sozialkontakte hat Thao wenige. Es hat mir Spaß gemacht all diese emotionalen Puzzelteilchen zu betrachten. Aber es macht auch wütend. Durch ihre Zeit in Deutschland verliert Thao ihre vietnamesisichen Wurzeln, die sie erst durch Thien wiederfindet.

Inhaltlich gibt das Buch einen tollen, literarischen Einblick in den Einsamkeit, in die Thao aufgrund ihrer Geschichte gerät.

Das Thema Rassismus wird übrigens nur an wenigen Stellen gezeigt, dafür aber prägnant.

Fazit

Wer gern auto-fiktionale Literatur liest und/oder für die geschichtlichen Aspekte interessiert, findet hier einen guten Ansatzpunkt. Man kann sich wundervoll in all die Episoden und Gefühle des Textes fallen lassen. Menschen, die Spannung und Handlung haben wollen, sollten zu einem andern Werk greifen.

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