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Veröffentlicht am 25.08.2020

Hat mich sehr enttäuscht - schrecklicher Protagonist!

V is for Virgin
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MEINE MEINUNG
Nachdem "Cinder & Ella" mich absolut überraschen und überzeugen konnte, war für mich klar, dass ich auch der neuen Reihe von Kelly Oram eine Chance geben werde. Der Klappentext klingt interessant ...

MEINE MEINUNG
Nachdem "Cinder & Ella" mich absolut überraschen und überzeugen konnte, war für mich klar, dass ich auch der neuen Reihe von Kelly Oram eine Chance geben werde. Der Klappentext klingt interessant und hat mich definitiv neugierig gemacht, auch wenn er mich nicht zu 100% überzeugen konnte.

Valerie, Val, ist seit ein paar Monaten mit ihrem Freund zusammen und so langsam entwickelt sich immer mehr. Sie fühlt sich mittlerweile so wohl, dass sie ihm ihr Geheimnis anvertrauen möchte: sie ist Jungfrau und möchte mit dem Sex bis zur Ehe warten. Als ihr Freund das erfährt, macht er Schluss und ihre Geschichte wird auf YouTube veröffentlicht. Damit tritt Val zunächst unbewusst eine riesige Bewegung in den Gang, die sich für Menschen einsteht, die mit Sex warten wollen oder bewusst abstinent leben. Damit weckt sie das Interesse von Tralse-Sänger Kyle, der sie von nun an unbedingt verführen möchte.

Val möchte wie gesagt mit dem Sex bis zur Ehe warten, für sie nicht besonders, für den Rest der Welt anscheinend schon. Sie ist stolz darauf, noch Jungfrau zu sein und möchte anderen Menschen Mut machen, auch dazu zu stehen. Sie tritt eine Bewegung in den Gang, entwirft entsprechenden Schmuck und spendet an passende Organisationen, um mit ihrem plötzlichen Erfolg anderen Menschen zu helfen. Ungewollt wird sie Teil eines riesigen Medien-Rummels, der sich immer wieder um ihr eigenes, nicht vorhandenes Sex-Leben dreht.
Kyle ist Sänger der eher weniger erfolgreichen, lokalen Band, Tralse. Er ist ein typischer Bad Boy-"Rockstar", der sich vor Frauen kaum retten kann und natürlich jede Chance annimmt. Dass Val ihn allerdings abserviert, kann er nicht auf sich sitzen lassen und tut alles dafür, sie entjungfern zu dürfen.

Val hat mir anfangs sehr gut gefallen. Sie ist selbstbewusst, stark und steht für sich ein. Ich war etwas überrascht, dass sie bewusst auf Sex verzichtet, das hat mir aber nur umso besser gefallen. Die Sympathie hat mit der Zeit aber immer mehr nachgelassen. Während sie sich immer mehr in ihr Projekt verrannt hat, schien sie andere Dinge, wie Freundschaft und Familie, immer mehr zu vergessen. Sie schien mit der Zeit immer mehr zu Virgin Val, der Kunstfigur, zu werden. Zudem war sie mir doch etwas zu flach gestaltet. Okay, sie hat ihre Geschichte mit dem Warten bis zur Ehe, doch mehr ist da nicht wirklich. Mir fehlten ein paar einprägende Charakterzüge, etwas besonderes. Gut fand ich allerdings noch, dass sie immer ihrer Meinung treu blieb und gleichzeitig niemanden dazu drängen wollte, genauso zu denken wie sie.

Kyle hingegen war mir von Anfang bis Ende durchweg unsympathisch. Er verhält sich schrecklich, ist egoistisch und ein riesiges Arschloch. Während er anfangs noch der "typische Rockstar" war, der sich an die hübsche Val ranmacht, wurde er im Laufe des Buches immer aufdringlicher. Er hat Vals Entscheidungen nie akzeptiert, hat ihr deutliches "nein" stehts abgelehnt und sie immer weiter bedrängt. Er hat sie öffentlich bloßgestellt, sie unter Druck gesetzt und ich würde sagen, dass es auf jeden Fall sexuelle Belästigung war, was er getan hat. Darauf möchte ich gleich auch noch weiter eingehen. Weiteres kann ich zu ihm kaum sagen. Obwohl der Klappentext suggeriert, er würde der zweite Protagonist sein, taucht er kaum auf. Und wenn doch, dann nur für ein paar Sätze, das hat mich den ganzen Roman über ziemlich verwirrt.

Zuerst möchte ich noch etwas zu Vals "bester Freundin" Cara sagen. Wo ihre Freundschaft am Anfang noch perfekt schien, leben die zwei sich während der Handlung immer weiter auseinander. An sich kein Problem, das passiert bei Freundschaften schließlich. Doch leider war ich sehr enttäuscht von Caras Entwicklung, die sehr negativ verlaufen ist. Auch Val hat hier nicht alles richtig gemacht, doch Cara hat Val aus meiner Sicht zu sehr bedrängt und zu Dingen gezwungen, die Val nicht wollte. Sie hat falsche Erwartungen an ihre "Freunschaft" gehabt und ist Val immer wieder hintergangen. Cara hat mich hier wirklich sehr enttäuscht.

Geschrieben ist der Roman in der Ich-Form aus Vals Perspektive. Der Schreibstil hat mir gut gefallen, auch wenn er nicht wirklich besonders war. Es ließ sich schnell lesen und ich bin sehr flott durch die Handlung gekommen. Wie gesagt war er dennoch gleichzeitig nicht besonders aufregend oder emotional, was mich bei diesem Inhalt aber weniger gestört hat.

So, kommen wir jetzt noch einmal auf die Handlung zu sprechen.
Was waren meine Erwartungen? Ein Roman, der besonders jungen Menschen den Druck nimmt, Sex zu haben. Man liest auf den sozialen Medien ja immer häufiger von Jugendlichen, die sehr früh sexuell aktiv werden. Und besonders dieses Teilen in den Medien setzt andere vermutlich noch mehr unter Druck. Viele haben Sex, ohne dass sie sich wirklich bereit dazu fühlen oder haben Sex weil es "zur Beziehung dazu gehört". Ich habe erwartet, dass dieser Roman diesen Druck nimmt. Dass er Mut macht, mit dem Sex zu warten, bis man sich bereit fühlt. Dass er Menschen unterstützt, die noch keinen haben wollen.

Und das habe ich leider nicht erhalten. Obwohl die Ansätze wirklich gut waren, hat es leider nicht gereicht. Ich fand die ursprüngliche Idee von Val und ihrer kleinen Kampagne sehr schön, doch leider hat sich der Kern schnell verloren, als ihre Geschichte viral wurde - und wie die viral gegangen ist... Es passierte viel zu viel, vieles unrealistisches und alles war viel zu schnell, diese ganze Geschichte hat viel zu viel und viel zu lange Aufmerksamkeit bekommen. Normalerweise würden die sozialen Medien so etwas nach wenigen Tagen, wenn überhaupt nach wenigen Wochen vergessen. Doch hier entwickelte eine Geschichte, die auch nach Monaten noch präsent und das Top Thema Nr. 1 darstellte - einfach nicht authentisch.

Aber auch abgesehen davon, war die Message nicht so stark, wie ich es erwartet hatte. Natürlich schwebt das Thema die ganze Zeit über der Handlung, aber irgendwie anders, als erhofft. Was ich schön fand ist die Tatsache, dass hier keine Meinung aufgezwungen wird. Es wird nicht gesagt, dass Sex als Jugendlicher schlecht ist, dass jeder aufhören soll und bis zur Ehe warten soll. Nein, zum Glück wurden hier die individuellen Entscheidungen der einzelnen Personen nur unterstützt und bestärkt - das fand ich echt super!

Ich würde hier auch gerne noch einmal erwähnen, dass ich Isaac, einen Mitschüler von Val, super sympathisch fand. Ihn mochte ich total gerne und er hat genau das in die Handlung eingebracht, was ihr noch fehlte.

Leider hat hier besonders Kyle einen großen Strich durch die ganze Rechnung gemacht. Wie bereits angesprochen, war sein Verhalten aus meiner Sicht definitiv schon Belästigung. Er hat kein Nein akzeptiert und Vals klare Widerworte stets ignoriert. Ich fand sein Verhalten furchtbar und genauso schlimm fand ich, dass niemand etwas dagegen sagt. Niemanden schien das gestört zu haben! Cara nicht, seine Bandkollegen nicht, verdammt, nicht einmal die Presse, die Fans oder Vals Eltern. Alle haben seine Nötigungen akzeptiert ohne ein Wort zu sagen - ehm, hallo? Ich werde nach meinem Fazit noch einmal darauf eingehen, weil ich da leider etwas spoilern muss, um das zu erklären.
Sein Verhalten hat leider das kaputt gemacht, was an diesem Buch noch gut gewesen ist. Zum Glück ist er nicht ganz so oft aufgetaucht.

Das Ende hingegen hat mir wieder ganz gut gefallen. Es war etwas zu sehr over the top, aber es hat einen runden Abschluss gebildet. Besonders die Charakterentwicklungen waren wirklich noch einmal schön zu sehen, das habe ich für den Abschluss auf jeden Fall gebraucht.

FAZIT
Insgesamt stehe ich dem Buch mit gemischten, eher negativen Gefühlen gegenüber. Die Message hätte sehr schön sein können und vielen jungen Menschen helfen können. Doch leider wurde doch etwas falsches vermittelt und insgesamt sehr oberflächig erzählt. Die Charaktere waren äußerst unsympathisch, die Handlung war sehr unrealistisch und insgesamt bin ich recht enttäuscht. Dabei war die Idee sehr gut und auch die Anfänge haben mir noch sehr gut gefallen.





Ich würde hier doch noch gerne erklären, warum ich Kyles Verhalten so schrecklich toxisch fand.
Fangen wir bei seinem ersten Auftreten an: er nennt Val von Anfang an "Legs", auch wenn sie sich gegen diesen herabwürdigenden Spitznamen wehrt und ihm ihren echten Namen verrät. Doch er reduziert sie stets auf ihre Beine.

Nachdem er erfährt, dass sie noch Jungfrau ist, schreibt er einen gesamten Song darüber, sie entjungfern zu wollen. Einen ganzen Song! Und alle finden ihn super, selbst nachdem Val, der dieser Song gewidmet wurde, über dessen Meinung aufklärt. Sie erklärt, warum sie ihn schrecklich findet (verständlicherweise) und dennoch feiern alle ihn weiterhin ab.

Immer wieder drängt Kyle sich auf und akzeptiert kein einziges, klar ausgesprochenes und deutliches NEIN. Wie oft Val ihn in diesem Buch ablehnt, ist wirklich bewundernswert, sie ist da wirklich stark geblieben. Doch dass sie sich überhaupt so oft wiederholen musste, ist schrecklich. Kyle hat sich immer wieder aufgedrängt, sie zu Dates überreden wollen und sie unter Druck gesetzt. Er würde nur bei dem Schulfest auftreten, zu dem Cara ihn engagieren wollte, wenn Val mit ihm ausginge. In öffentlichen Interviews hat er ein falsches Bild von sich und Val inszeniert und immer wieder falsche Andeutungen gegeben. Am Ende hat er sie zu einem öffentlichen Kuss gezwungen, weil sie "nur dadurch ihr Image aufbessern könne".

Ich glaube, das sind genug Beispiele, die aufweisen, dass Kyle ein wirklich schrecklicher Charakter war.

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Veröffentlicht am 25.08.2020

Wunderschöne, emotionale Geschichte

Drei Schritte zu dir
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MEINE MEINUNG
Nachdem ich den Trailer zum gleichnamigen Film gesehen habe, war für mich klar: das Buch muss ich lesen. Das Cover gefällt mir sehr gut, die Zeichnung ist wunderschön und schon auf den ersten ...

MEINE MEINUNG
Nachdem ich den Trailer zum gleichnamigen Film gesehen habe, war für mich klar: das Buch muss ich lesen. Das Cover gefällt mir sehr gut, die Zeichnung ist wunderschön und schon auf den ersten Seiten erfahren wir auch, warum es perfekt zum Inhalt passt.

Es geht um Stella und Will, die sich im Krankenhaus aufgrund ihrer Lungenkrankheit kennen lernen. Während die Krankheit für andere Menschen ungefährlich und nicht ansteckend ist, kann der Kontakt zwischen zwei Infizierten zum Tod führen. So lernen Stella und Will sich mit einem Abstand von mindestens six feet kennen, den sie auf keinen Fall unterschreiten dürfen.

Stella hat eine schwere Lungenkrankheit und verbringt wie gesagt den Großteil ihres Lebens im Krankenhaus. Während es ihr zwischendurch zwar mal besser geht, wird nur eine neue Lunge sie langfristig retten können. Weil sie das aber nicht kontrollieren kann, versucht sie alles unter Kontrolle zu bringen, was eben möglich ist. Angefangen bei ihren täglichen Medikamenten und dem aufgeräumten Krankenhauszimmer, aufgehört bei den Menschen um sie herum. Besonders für ihre Eltern würde sie alles tun, auch wenn das heißt, ihr halbes Leben im Krankenhaus zu verbringen.

Will ist das genaue Gegenteil von Stella. Er hat es satt, Krankenhäuser von innen zu sehen und zählt die Tage bis zu seinem 18. Geburtstag. Dem Tag, an dem seine Mutter ihm nicht mehr vorschreiben kann, was er zutun hat, dem Tag, ab dem er frei ist und die Welt bereisen kann. Dass seine Krankheit noch tödlicher ist, als Stellas hält ihn davon allerdings nicht ab. Bis der kleine Kontroll-Freak auf einmal in seinem Leben steht und ihn mit ihrer Lebenslust ansteckt.

Beide Charaktere fand ich unglaublich schön, auch wenn ich mit Will zunächst einmal warm werden musste. Stella ist mir gleich ans Herz gewachsen. Obwohl ihre Krankheit sie bei jedem Schritt einschränkt, ist sie ein sehr lebensfroher Mensch, der alles für ihre Mitmenschen tun würde und immer zuletzt an sich selbst denkt. Häufig habe ich sie ein wenig rütteln wollen, sodass sie sich auch mal an die erste Stelle stellt, dennoch mochte ich sie sehr. Sie ist sehr emotional und zeigt häufig ihre Gefühle, aber auch nicht immer. Besonders ihre Eltern sind ihr sehr wichtig und besonders vor den beiden versucht sie stets, die Auswirkungen ihrer Krankheit zu verbergen. Sie versucht immer das positive zu sehen, was wirklich ansteckend war.
Will ist wie gesagt das Gegenteil von Stella. Ich hatte anfangs kleine Probleme mit ihm und seiner Anti-Alles-Einstellung. Gleichzeitig kann ich aber verstehen, dass er keine Lust mehr auf zahlreiche Testungen und Medikamenten-Tests hat. Er erhält sein Leben lang nur Absagen und möchte so langsam nicht mehr nur überleben, sondern auch wirklich leben. Und das kann man ihm wirklich nicht verübeln. Dennoch wirkte er schnell überheblich und egoistisch, was er schlussendlich wirklich nicht ist. Er entwickelt sich toll weiter und es war wirklich schön zu sehen, wie er an Stellas Seite aufblühen konnte. Gleichzeitig muss ich aber noch sagen, dass seine Entwicklung vielleicht etwas zu plötzlich passierte, da hätte ich mir kleinere Schritte gewünscht.

Auch erwähnen möchte ich Poe, Stellas bester Krankenhaus-Freund seit Kindheitstagen. Die beiden kennen sich schon seit Jahren und teilen das traurige Schicksal ihrer Krankheit. Als Leser habe ich ihre Verbundenheit absolut gespürt und sehr geliebt, was mir sehr gut gefallen hat. Aber auch noch weitere Nebencharaktere, wie Stellas Pflegerinnen haben mir sehr gut gefallen. Sie haben immer einen gewissen Schwung in die Handlung gebracht und mir häufig ein Lächeln auf die Lippen zaubern können.

Der Schreibstil war sehr angenehm zu lesen, wodurch ich das Buch sehr flüssig und schnell gelesen habe. Obwohl ich nicht die stärksten Englischkenntnisse habe, war das hier gar kein Problem für mich. Über einige medizinische Begriffe bin ich zwar gestolpert, aber ich schätze, dass mir das auch mit der deutschen Übersetzung passiert wäre. Den Wechsel zwischen den Perspektiven von Will und Stella fand ich sehr angenehm und passend umgesetzt.

Aber kommen wir auch mal auf den Inhalt zu sprechen. Bis auf wenige Kapitel spielt die gesamte Geschichte im Krankenhaus, wodurch natürlich nicht allzu viel abwechslungsreiches geschieht. Es geht vielmehr um den Krankenhausalltag der kranken Teenager, die ihre eigentliche Jugend verpassen, um am Leben zu bleiben. Ich kann hier nicht beurteilen, wie authentisch es umgesetzt wurde, doch aus meiner Laien-Sicht fand ich es sehr realistisch. Es geht viel um die Angst, was passieren könnte, um die Dinge, an die gedacht werden muss, wie die Medikamenten-Zeiten, Mundschutz-Masken, die Therapien und das Leben in einem Krankenhaus. Es war sehr interessant und gleichzeitig natürlich erschreckend traurig.
Gleichzeitig geht es viel um Liebe und Freundschaft, um Familie und um die Dinge, die im Leben wirklich wichtig sind, es geht um Leidenschaften und das Teilen solcher und darum, wie man gemeinsam mit anderen weniger alleine ist.

Während wir also langsam in den Alltag im Krankenhaus eingeführt werden, entwickelt sich zwischen Will und Stella eine kleine Liebesgeschichte. Es ist etwas schwer zu beschreiben, aber einerseits empfand ich das Tempo als sehr passend und angenehm, andererseits als etwas zu schnell. Einerseits erleben die beiden ihre erste große Liebe auf traurig-schönste Art und Weise, andererseits ist es vielleicht etwas zu kitschig perfekt gewesen. Besonders am Ende handelt Stella aus ihrer großen Liebe heraus anders, als ihre Charaktereigenschaften aus dem restlichen Teil des Buches es eigentlich zugelassen hätten.
Und wo wir schon auf das Ende zu sprechen kommen: das war mir zu künstlich dramatisch. Der Rest des Buches ist wirklich sehr angenehm, was den Spannungsbogen angeht. Es gibt zwei große emotionale Szenen, die für einen Dramaaufschwung sorgen konnten, doch fand ich beides, so schrecklich emotional es auch war, nicht zu überdramatisiert. Das Ende hingegen war mir ein wenig zu viel. Stella hat wie bereits gesagt nicht mehr wirklich in ihren Charakter gepasst und es wurde sehr sehr dramatisch hochgepusht, sodass es mich in den Momenten auch nicht mehr emotional erreichen konnte.
Es fällt mir hier schwer, nicht zu viel zu verraten, doch kann ich auf jeden Fall sagen, dass ich definitiv mit etwas anderem gerechnet hatte. Den letztendlichen Schluss fand ich dennoch sehr angenehm, es lässt viel offen, was ich bei solchen Büchern immer sehr schön finde.

FAZIT
Ein wunderschönes, trauriges und emotionales Buch über zwei schwerkrankte Teenager, die sich gegen das Schicksal stellen. Die Geschichte war sehr schön, auch wenn sie zum Ende etwas weniger dramatisch hätte sein können, das war mir ein wenig zu viel. Ansonsten habe ich das Buch sehr gerne gelesen, vor allem weil es allen von uns ein wenig Mut machen und Hoffnung schenken könnte.

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Veröffentlicht am 06.06.2020

Sehr schöne und humorvolle Geschichte

The Secret Book Club – Ein fast perfekter Liebesroman
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MEINE MEINUNG
Durch das Cover in Kombination mit mit dem Titel hat das Buch gleich meine Aufmerksamkeit wecken können. Als dann auch noch der Klappentext hinzu kam war für mich, dass ich das Buch lesen ...

MEINE MEINUNG
Durch das Cover in Kombination mit mit dem Titel hat das Buch gleich meine Aufmerksamkeit wecken können. Als dann auch noch der Klappentext hinzu kam war für mich, dass ich das Buch lesen muss. Ein geheimer Buchclub für Männer, die Liebesromane lesen, um Frauen besser zu verstehen? Super lustige und interessante Idee, der ich auf jeden Fall eine Chance geben wollte!

Profisportler Gavin und seine Frau Thea haben schon früh geheiratet und langsam geht es so nicht weiter. Gavin hielt seine Ehe für perfekt, bis seine Frau ihn eines Tages raus wirft und die Scheidung verlangt - doch was hat er denn falsch gemacht? Aufgefangen wird er von seinen Team-Kameraden, die ihn gleichzeitig in ihren geheimen Buchclub einweihen. Gavin wird ein Liebesroman in die Hand gedrückt und der soll ihm nun dabei helfen, seine Ehe zu retten...

Gavin ist wie gesagt Profisportler und hat bisher viel in seine Karriere investiert. Auch wenn er deswegen nicht immer zu Hause sein kann, ist ihm seine Familie, vor allem auch seine Zwillingstöchter, sehr wichtig. Er ist ein wenig schusselig und in einigen Situationen auch ein wenig blauäugig und insgesamt ein etwas verpeilter Mensch, was ihn sehr liebenswürdig macht. Er ist definitiv kein Bad Boy-Sportler, wie ich es erwartet hatte, im Gegenteil. Er ist sich auch nicht zu Schade, sich von seinen Töchtern zur Prinzessin machen zu lassen und trägt auch häufig sein Herz auf der Zunge. Er ist mir sehr schnell ans Herz gewachsen, einfach weil er ein so liebenswerter junger Mann ist, der wirklich alles für seine Familie tun würde. Er ist einfach so süß, dass ich ihn so häufig einfach in den Arm nehmen und knuddeln wollte.

Thea ist eine junge Künstlerin, die ihr Studium ungeplant abbrechen musste und seitdem als "Spielerfrau" lebt. Obwohl sie ihre Töchter über alles liebt, passt dieses Leben nicht zu ihr. Sie fühlt sich eingeengt und wünscht sich, sie hätte mehr aus sich gemacht. So scheint es zumindest, ich habe das Gefühl, mit ihr nicht ganz auf einer Wellenlänge gewesen zu sein, weswegen es mir häufig schwer fiel, sie richtig einzuschätzen.

Das Zusammenspiel beider war super interessant. Währen Gavin seinen Gefühl häufig freien Lauf lief und gerne erst redet, bevor er darüber nachdenkt, wirkte Thea immer verhaltener, etwas kühler und reservierter. Woran das liegt erfahren wir zum Glück im Laufe des Buches, sonst hätte ich mich vermutlich nicht mit ihr anfreunden können!

Aber auch die Nebencharakter haben einen ganz eigenen Charme. Als erstes haben wir die Zwillingstöchter von Gavin und Thea, die für ihr Alter zwar schon manchmal etwas zu "weise" Sprüche raushauen, die aber gleichzeitig sehr liebenswert sind. Vor allem hat mir gefallen, dass sie so verschieden sind und jede eigene Charaktereigenschaften zugespielt bekommen hat.
Aber auch Gavins Team-Kameraden, samt Ehe-Frauen haben mir sehr gut gefallen. Gemocht habe ich zwar nicht alle, aber ihre Zusammenstellung war sehr gelungen!
Nicht zu vergessen ist hier Theas Schwester, die wie ein Wachhund über das gebrochene Herz von Thea wacht und alles für sie tun würde.

Aber kommen wir zum Kern der Story: dem Buchclub! Gegründet von Gavins Team-Kollegen, um Frauen besser verstehen zu können lesen die Jungs gemeinsam Liebesromane. Ebenso auch in diesem Buch und wir dürfen mitlesen! Genau, es gibt das Buch im Buch! Natürlich nicht das Gesamte, aber jeweils thematisierte Kapitel dürfen wir mit Gavin gemeinsam lesen, was ich super spannend fand. So haben wir nicht nur die Theorie des Buches, sondern wissen genau, worüber der Buchclub quatscht und welche Pläne sie daraus schmieden können.

Während Gavin also in seinem Buch versinkt und versucht daraus zu lernen, wie er seine Ehe wieder gerade biegen kann, ist Thea im Zwiespalt, ob sie genau das auch zulassen möchte. Obwohl es einen Funken gab, der das Fass für sie zum Überlaufen gebracht hat, zeigen sich bald auch noch weitere Probleme in ihrer Ehe, welche sie nun langsam aufarbeiten.

Insgesamt fand ich die Umsetzung super. Es ging nichts zu schnell, aber auch nichts zu langsam. Es war ein wenig kitschig, aber nicht zu sehr und gleichzeitig spricht es auch wichtige, reale Themen an. Es geht nicht nur um die gescheiterte Ehe, auch um das Leben als Spielerfrau, um Vorurteile und das, was man aus sich machen kann. Nichts davon wird wahnsinnig tiefgründig behandelt, aber ich finde es schön, dass so einiges davon überhaupt thematisiert wurde. So passt es auch sehr gut zur eher lockeren restlichen Handlung.
Dabei lasse ich das Ende etwas Außen vor, das war ein wenig zu Over the Top, passte aber gleichzeitig irgendwie doch zum Rest und hat mein Herz auf jeden Fall noch etwas erwärmt.

Und obwohl ich die Idee der Ehe-Rettung von Gavin und seinen Freunden äußerst amüsant fand und sie sehr gerne gelesen habe, gibt es hier nur einzige Moral: Reden hilft! Besonders Thea erwartet hier ein wenig zu oft hellseherische Fähigkeiten ihres Mannes. Ich weiß selbst, dass es manchmal schwer fallen kann, Probleme direkt anzusprechen und natürlich würde auch dieser Roman nicht so existieren, hätten sich beide einfach nach 20 Seiten einmal ausgesprochen. Aber zwischendurch hätte sie ruhig etwas eher und etwas öfter ihren Mund aufmachen können.

FAZIT
Eine humorvolle und herzzerreißende Geschichte, die vielleicht etwas kitschig, aber dafür nur noch liebenswerter ist. Die Idee ist interessant und auf eine schöne Art und Weise umgesetzt worden, die mich regelmäßig zum Schmunzeln bringen konnte. Außerdem hat Gavin definitiv mein Herz zum Schmelzen bringen können.

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Veröffentlicht am 06.06.2020

Konnte mich nicht begeistern

Dir ergeben
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MEINE MEINUNG
Es ist sehr lange her, dass ich den 1. Teil gelesen habe und das ist schon mal kein gutes Zeichen. Ich wusste kaum noch, worum es ging und habe zunächst ein paar Rezensionen gelesen, um wieder ...

MEINE MEINUNG
Es ist sehr lange her, dass ich den 1. Teil gelesen habe und das ist schon mal kein gutes Zeichen. Ich wusste kaum noch, worum es ging und habe zunächst ein paar Rezensionen gelesen, um wieder rein kommen zu können.

So langsam kommt Damiens und Nikkis Deal zu einem Ende, doch die beiden sind noch lange nicht bereit, die Leidenschaft zwischen ihnen beiden aufzugeben. Damien konnte Nikki dabei helfen, ihre Dämonen loszuwerden, doch scheint es so, als hätte er selbst noch genügend dunkle Gedanken. Hinzu kommt eine dunkle Vergangenheit, die das junge Glück zu bedrohen scheint.

Wie auch schon im Vorgänger bin ich nicht mit den Charakteren warm geworden. Beide sind typische Charaktere, die aber nicht viel auszeichnet, sie waren mir beide etwas zu schwammig. Er: reich, heiß und mit einer Vorliebe für außergewöhnlichere Sex-Praktiken. Sie: unsicher, unerfahren, aber süß und hübsch dabei. Dabei wurde Damien mir leider immer unsympathischer, ich verstehe nicht, was an so einem Typ Mann so anziehend sein kann.

Die Handlung hat mich auch leider noch mehr enttäuscht, als sie es im ersten Teil schon getan hat. Damien scheint etwas vor Nikki zu verbergen, was sich langsam in ihre Gegenwart schleicht - das fand ich auch noch sehr interessant und spannend. Immer wieder werden neue, kleine Stückchen seiner Geheimnisse aufgedeckt und das war vermutlich auch einer der wenigen Gründe, warum ich das Buch noch abgebrochen habe.
Während die Aufarbeitung seiner Vergangenheit allerdings sehr langsam von Statten geht, werden wir mit zahlreichen, endlos langen Sex-Szenen begnügt. Endlos lange und endlos viele.
Ich sage es immer wieder: Ich habe nichts gegen Sex-Szenen, im Gegenteil, sonst würde ich solche Bücher ja gar nicht erst ins Visier nehmen. Doch müssen sie auch gut geschrieben und in Maßen vorhanden sein. Da sie hier den Hauptteil der Handlung ausgemacht haben, war es mir deutlich zu viel! Das Buch ist nicht sonderlich dick, doch würde man sämtliche Sex-Szenen raus streichen, würde man vielleicht noch gerade so auf die Hälfte kommen.

FAZIT
Leider eine große Enttäuschung. Dabei hat die Autorin spannende Ideen im Hinterkopf, die leider zu selten an die Oberfläche durften. Den 3. Teil ich wohl noch lesen, weil er eh schon in meinem Regal steht, aber dann ist es für mich vorbei.

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Veröffentlicht am 06.06.2020

Zuckersüße und wunderschöne Geschichte!

Was ist mit uns
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MEINE MEINUNG
Schon das englische Original-Cover hat mich so begeistert, dass das Buch nach einem Blick auf den Inhalt sofort auf meine Wunschliste gewandert ist. Nachdem ich erfahren habe, dass das Buch ...

MEINE MEINUNG
Schon das englische Original-Cover hat mich so begeistert, dass das Buch nach einem Blick auf den Inhalt sofort auf meine Wunschliste gewandert ist. Nachdem ich erfahren habe, dass das Buch ins Deutsche übersetzt wurde, habe ich es mir direkt geholt.

Arthur zieht gemeinsam mit seinen Eltern über den Sommer nach New York und absolviert ein Praktikum bei einer angesehenen Kanzlei, bei der seine Mutter angestellt ist. Während eines Boten-Ganges trifft er auf Ben und glaubt sofort an eine Fügung des Schicksals. Ben hingegen verarbeitet gerade erst eine Trennung und verschwindet, ohne dass sie Nachnamen oder Handynummern austauschen konnten. Es beginnt eine schicksalshafte Suche im heißen New Yorker Sommer, doch ist ihr Treffen wirklich eine perfekte Fügung, wie sie es denken?

Arthur ist gerade neu in New York, nur mit seinen Eltern und ohne Freunde. Denen zeigt er nämlich nur die perfekte Instagram-Version seines Sommers, obwohl diese sich immer mehr von ihm entfernen, was nach seiner Vermutung an seinem frischen Coming Out liegen könnte. Arthur ist wahnsinnig selbstbewusst und eigensinnig - er macht einfach das, was ihm gefällt. Er liebt Musicals und kann jeden Songs seiner liebsten auswendig. Obwohl er in Bens Gegenwart manchmal ein wenig verlegen ist, steht er stets offen zu seinen Gefühlen und versteckt sie nicht.
Ben lebt in New York, obwohl er puerto ricanischer Abstammung ist. Es ärgert ihn, dass er so "amerikanisch" aussieht, sodass niemand seine Abstimmung erkennt, denn er ist sehr stolz darauf. Er hat gerade erst ein schweres Beziehungsaus hinter sich, das mehr als nur eine romantische Beziehung zerstört hat. Und obwohl er deutlich erfahrener als Arthur ist, ist er ein zurückhaltender Charakter, der sein Herz nicht auf der Zunge trägt. Er ist nicht mehr von New York überwältigt, so wie Arthur es ist, und vergisst auch öfter, das schöne in kleinen Dingen zu sehen.

Arthur ist mein absoluter Lieblings-Charakter, einen so süßen, herzlichen und frohen Protagonisten hatte ich lange nicht und ich liebe ihn absolut. Mit Ben brauchte ich wenig mehr Kennlern-Zeit. Da er so zurückhaltend und ruhig war, wusste ich lange nicht, was er eigentlich denkt und fühlt. Da hat es mir allerdings sehr geholfen, die Kapitel aus seiner Perspektive zu lesen. Auch wenn er manchmal einfach etwas eher den Mund hätte aufmachen sollen, ist auch dann in mein Herz gewachsen.

Aber auch einige der Nebencharaktere sind sehr erwähnenswert! Während Arthurs Freunde einfach nicht vor Ort sind und sich dadurch nur ein schwaches Bild ihrer Charaktere bildet, hat mich Bens bester Freund Dylan absolut begeistert. Seine verrückte Liebe zu coffee shops und seine frisch startende Beziehung haben mir ständig ein Lächeln auf die Lippen zaubern können.

Wie bereits erwähnt wurde das Buch abwechselnd aus der Perspektive von Ben und von Arthur geschrieben worden, jeweils in der Ich-Form. Von beiden Autoren habe ich zuvor nichts gelesen, aber ich habe beide Schreibstile sehr geliebt. Ich hätte mir nur gewünscht, die Perspektiv-Wechsel deutlicher zu kennzeichnen. Besonders zu Anfang ist es mir sehr schwer gefallen, die Handlung dem richtigen Protagonisten zuzuordnen.

Die Handlung ist perfekt unperfekt. Die zwei Jungs denken nach ihrer Begegnung und dem "vom Schicksal hergeführten" Wiedersehen, dass die Beziehung zwischen ihnen einfach perfekt sein müsste.
Doch das Schicksal zeigt ihnen eine ganz andere Seite und macht den beiden immer wieder einen Strich die Rechnung. Die Treffen verlaufen nicht wie erhofft, irgendwie scheint es nicht ganz zu funken - oder doch? Und wie ist es eigentlich, wenn Arthur nach dem Sommer zurück in seine Heimat fährt? Und da war doch noch Bens Ex-Freund, oder ist der Geschichte? Was ist mit Arthurs Freunden, stehen sie zu ihm nach seinem Coming-Out?

Immer wieder müssen die beiden sich Dramen entgegen stellen, die vielleicht etwas zu überspitzt werden, doch gleichzeitig perfekt zum Buch passen. Es werden sich realistischen Problemen gestellt, die an einigen Stellen zu perfekt gelöst werden, was es aber irgendwie nur noch schöner macht. Es bildet sich ein wunderschönes Bild einer jungen homosexuellen Liebe, die immer wieder stolpert und die den Fokus nicht auf das Phänomen der Sexualitäten lenkt, sondern auf die Liebe als solche. Die Geschichte hat mich zum Schmunzeln, Lachen, Weinen und Kopfschütteln gebracht und mich immer wieder begeistert. Es ist nicht Unvorhersehbar, nicht super ausgefallen und auch nicht wahnsinnig tiefgründig, aber es ist eine wunderschöne Liebesgeschichte, die meiner Meinung nach viel mehr Aufmerksamkeit verdient.

Auf das Ende muss ich auch noch kurz eingehen, weil ich es so nicht stehen lassen kann. Wie sehr habe ich mir gewünscht, eine Fortsetzung lesen zu dürfen - oder wenigstens nur ein paar Seiten mehr. Es passt zwar super zur Handlung und eigentlich fand ich es genauso auch sehr gut, aber trotzdem hat es ein klein wenig mein Herz gebrochen.

FAZIT
Gespickt von zahlreichen Musical-, Harry Potter und weiteren Pop Kultur-Referenzen spinnt sich die perfekt unperfekte Geschichte um Arthur und Ben, die von der aufregenden New Yorker Atmosphäre unterstützt wird. Mit ihren zwei wunderschönen Charakteren und der gemeinsamen holprigen Liebes-Geschichte haben die zwei Autoren einen sommerlich-leichten Roman geschrieben, der mich sehr begeistern konnte.

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