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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 04.12.2018

Sehr originelle Fantasy Geschichte

Adriana zwischen den Welten
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Von der Autorin durfte ich zuvor schon ein ganz tolles Buch lesen und so habe ich ich sehr auf das neue Buch gefreut, alleine schon deswegen weil das Cover unglaublich zauberhaft ist. In meiner Jugend ...

Von der Autorin durfte ich zuvor schon ein ganz tolles Buch lesen und so habe ich ich sehr auf das neue Buch gefreut, alleine schon deswegen weil das Cover unglaublich zauberhaft ist. In meiner Jugend habe ich ausschließlich Fantasy Bücher gelesen, aber jeh älter ich wurde desto weniger Fantasy gab es in meinem Bücherschrank. Umso mehr war ich auf Adrianas Geschichte gespannt und sie konnte mich sehr schnell überzeugen.



Der Schreibstil ist sehr locker und leicht geschrieben, es lässt sich wirklich sehr schnell und einfach lesen. Im ersten drittel des Buches geht es hauptsächlich um Adrianas Leben bevor sie ein Schleierwesen wird, dennoch ist das Buch auf keinsterweise langweilig - im gegenteil, es ist der perfekte Einstieg ins Buch und obwohl ihre Lebensgeschichte wirklich traurig und dramatisch ist, so ist sie auch extrem spannend. Der Spannungsbogen wird über dem ganzen Buch hinweg gehalten und langsam Schritt für Schritt gesteigert. Gegen Ende weiß man gar nicht wo das alles noch hin führen soll da nicht mehr viel vom Buch übrig bleibt und doch hat man keine Ahnung was noch alles passieren könnte.



Ab und zu gefiel mir nicht das die Autorin gewisse Dinge immer wieder wiederholte, ein Beispiel wäre zum Beispiel das Schleierwesen keine Temperaturen spüren. Dies wird sehr oft erwähnt. Ich glaube hier war die Intention von der Autorin, gewisse Beschreibungen, wie das wechselnde Wetter um beim aktuellen Beispiel zu bleiben, zu beschreiben, aber trotzdem nochmals drauf aufmerksam zu machen dass es das Schleierwesen nur sieht und nicht spürt. Meiner Meinung nach hätte der Leser es aber auch ohne ständiges erinnern daran verstanden.



Die Handlung war sehr originell, gut durchdacht und sehr interessant. Ich wusste nie was als nächstes geschehen wird und wo uns die Autorin hinführen möchte. Es geschahen immer wieder unvorhergesehene Dinge die dem Buch eine neue Wendung gaben. Am meisten überrascht hat mich tatsächlich das Ende. Es ist wirklich passend, aber damit hatte ich am aller aller wenigsten gerechnet. Das ist für mich wirklich toll wenn es kein 0815 Ende bei einem Buch gibt. Es ist clever, es ist was eher unverbrauchtes und es ist trotzdem stimmig.



Adriana gefiel mir als Protagonistin auch sehr gut. Ich habe die meiste Zeit gut in sie hineinversetzen können. Ich habe viele ihrer Beweggründe verstanden und fand es einfach nur sehr bezaubernd wie sehr sie Nathan liebt. Einzig gefiel mir nicht das sie ab und zu dazu zurück mutierte schwach und einfallslos zu sein, denn zwischendurch merkt man das sie durch die 300 Jahre als Schleierwesen durchaus stark und mutig wurde. Eine Kämpferin. Natürlich darf auch sie Angst haben, aber ich hatte doch schon das Gefühl das sie dann eher weinerlich wurde.



FAZIT
Im großen und ganzen war dies eine total schöne und sehr originelle Fantasy Geschichte die ich gerne gelesen habe. Ich kann sie allen Fantasy Fans ans Herz legen. Einen Sternabzug gibt es allerdings für die unstimmigkeiten bei Adriana und dem Schreibstil.

Veröffentlicht am 01.10.2018

Endlich ein neuer Di Fulvio

Als das Leben unsere Träume fand
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Wer die Bücher von Luca Di Fulvio kennt, ahnt was im neuen Buch auf sich zukommt. Eine sprach- und bildgewaltige, sehr lebendige, herzzerreißende und ausgeklügelte Geschichte vom feinsten.



Fast 800 ...

Wer die Bücher von Luca Di Fulvio kennt, ahnt was im neuen Buch auf sich zukommt. Eine sprach- und bildgewaltige, sehr lebendige, herzzerreißende und ausgeklügelte Geschichte vom feinsten.



Fast 800 Seiten voller Spannung die die Seiten nur so dahin fliegen lässt da man das Buch kaum aus der Hand legen möchte. Der Autor versteht es seine Leser zu fesseln, auch wenn man bei der Gewalt und Ungerechtigkeit - bei der Di Fulvio wirklich kein Blatt vor den Mund nimmt - am liebsten aufhören möchte zu lesen. Aber genau darum geht es auch in diesem Buch: nicht wegzuschauen!



3 Menschen die unterschiedlicher nicht sein können, vereint durch die Erfahrung eines grausamen Schicksals. Alle 3 Protagonisten haben in ihrer Heimat schlimmes erlebt und überlebt. In Buenos Aires verhoffen sie sich die Chance auf ein neues, besseres Leben. Doch als Leser ahnt man schon: so leicht wird es nicht. Denn auch in der neuen Welt müssen sie erkennen dass das Leben ungerecht ist und der Stärkere regiert. Auch hier müssen sie um ihr Leben kämpfen und so einige Hürden überwinden. Gekonnt webt der Autor dabei die Leben der drei zusammen. Dabei fällt die enorme Seiten Anzahl gar nicht so auf, man ist vollkommen in der Geschichte versunken, lebt selber auf den Straßen der Neuen Welt.



Der Schreibstil von Di Fulvio ist sehr leicht zu lesen. Bildgewaltig - aber leicht zu lesen. Allenfalls die vielen Spanischen Sätze machen das lesen ab und zu etwas holpriger. Wer es nicht erträgt über Gewalt zu lesen sollte dennoch beim Buch vorsichtig sein. Es geht oft sehr gewaltätig her und der Autor lässt keinen Raum zu fantasieren oder eben zu verschleiern. Er beschreibt ganz genau die Vorkomnisse. Wem das nicht gefällt sollte lieber ein anderes Buch lesen oder solche Stellen überlesen.



Wirklich schön ist die ''Message'' dieses Buches. Das wird auch beim Nachwort des Autors sehr klar: Diese Geschichte ist all jenen gewidmet, die nicht wegschauen. Gerade in der heutigen Zeit ist es wieder so wichtig nicht wegzuschauen. Einzugreifen. Helfen. Sich nicht von einer bösen Minderheit einschüchtern zu lassen. Es ist schön das Autoren die Macht haben uns mit einer fiktiven Geschichte an dieses so wichtige Element zu erinnern. Bücher sind nicht nur Wege zum Träumen. Bücher haben Macht.




FAZIT
Dieser Roman hat alles was einen Bestseller ausmacht. Starke Charaktere, eine bildgewaltige und spannende Handlung und einen leichten Schreibstil. Ein Niveauvolles Buch in das man gerne abtaucht um die eigene Welt kurz einmal zu vergessen.

Veröffentlicht am 09.08.2018

Weit gefehlter Klappentext

Racheopfer
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Die Vorgeschichte des Francis Ackerman junior - wie das Töten begann. So steht es auf dem Klappentext und darauf habe ich mich extrem gefreut. Wie wurde er zum gefürchtesten Serienkiller aller Zeiten? ...

Die Vorgeschichte des Francis Ackerman junior - wie das Töten begann. So steht es auf dem Klappentext und darauf habe ich mich extrem gefreut. Wie wurde er zum gefürchtesten Serienkiller aller Zeiten? Was ist ihm in seiner Kindheit alles geschehen? Was hat sein Vater mit ihm gemacht? Ich hatte Antworten auf all diese Fragen erhofft. Leider wurde ich in der Hinsicht enttäuscht. Denn hier geht es im Grunde überhaupt nicht um die ganze Vorgeschichte von Francis. Es ist lediglich ein kleiner Ausschnitt seines Lebens bevor er in das Leben von Marcus trifft. Francis wird in eine Hochsicherheitspsychiatrie gebracht wo er einer neuen Heilmethode unterzogen werden soll. Dort trifft er auf ''eine alte Freundin'' - Jennifer. Als Jennifer ein Teenager war schlachtete Francis ihre ganze Familie brutal ab. Nur sie lies er am Leben und nun sinnt sich Jennifer nach Rache. Das Racheopfer eben.



In dieser Kurzgeschichte wird quasi Stoff eines ganzen Thrillers in 150 Seiten gepackt. Viel Handlung gibt es dabei nicht. Mehr oder weniger wird hier der Höhepunkt eines Buches wiedergegeben und so erfährt der Leser und Shephard Serien Fan etwas mehr über die früheren Taten von Ackerman jr.


FAZIT
Eine sehr kurzweilige, aber dennoch unterhaltsame Geschichte aus der Feder Ethan Cross'. Ganz und gar nicht das was ich mir erwartet habe, aber es war dennoch schön einem ''alten Freund'' wieder zu begegnen. Wenn auch nur für ein paar Stunden, denn mehr braucht man nicht für die 150 Seiten mit großer Schrift.

Veröffentlicht am 06.08.2018

Wahnsinns Kindheit

Farbenblind
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Die mesiten kennen Trevor Noah wohl ''nur'' als Moderator der Daily Show, ich habe ihn schon sehr viel früher entdeckt, als er mit Daywalker in meiner Heimat auftrat. Ich war sofort ein Fan. Er ist so ...

Die mesiten kennen Trevor Noah wohl ''nur'' als Moderator der Daily Show, ich habe ihn schon sehr viel früher entdeckt, als er mit Daywalker in meiner Heimat auftrat. Ich war sofort ein Fan. Er ist so erfrischend ehrlich und das auf extrem lustige Art. Natürlich ganz besonders wenn man selber in Afrika aufgewachsen ist und genau weiß worüber er spricht. Doch wie er aufgewachsen ist und was für ein turbulentes Leben er hatte, das wusste ich nicht.

Apartheid. Für mich ein Begriff mit dem ich nicht allzu viel mit Anfangen konnte. Ich bin ein Jahr vor dem Ende geboren worden. Etwas mitbekommen habe ich davon nicht. Klar kenne ich viele Geschichten die meine Mutter mir aus der Zeit erzählt hat. Eher harmlosere Dinge aus einer ''weißen, priviligierten'' Perspektive. Viel ist aus dieser Zeit nicht geblieben, nur der Hass. Die Ungerechtigkeit. Der Wunsch nach Vergeltung...

Trevor wird ''illegal'' geboren. Ein Kind zweier Rassen die nicht hätten ein Kind zeugen dürfen. Demnach ist sein Leben von Anfang an schwierig. Er ist weder Fleisch noch Fisch, in einer Welt in der es unabdingbar ist ob man Fleisch oder Fisch ist. Er hat eine schwierige Kindheit. Er muss versteckt werden, sein Vater darf nicht öffentlich zu ihm stehen. Seine Mutter erzieht ihn alleine und hat oft schwierigkeiten mit diesem aufgeweckten, neugierigen Kind. Doch sie bekommt es hin, wohl auch mit Gottes Hilfe, denn Tervors Mutter ist sehr Christlich.
Trevor baut viel Mist, sucht sich falsche Freunde, gerät immer wieder mit den Behörden in Konflikt. Sein Stiefvater ist gewlttätig. Er hat es wahrlich nicht leicht, aber er kämpft sich aus allem herraus und geht seinen Weg.

Unglaublich intensiv und Bildgewaltig erzählt er wie es ist als Mischling in Afrika aufzuwachsen, in einer Zeit wo man keine Hautfarbe haben durfte. Es ist wirklich ein wahnsinn was aus einem werden kann wenn man es nur möchte. Er beweist das man aus Fehlern lernen kann, muss, und das jeder Mensch eine zweite Chance verdient. Er war auf dem besten Weg abzurutschen, war auch mal im Gefängniss und hat es trotzdem an die Komikerspitze schlecht hin geschafft. Man kann, wenn man nur will.

Beeindruckend, Mut schaffend und durchwegs interessant und spannend, bis hin zu traurig tragisch.

Schade fand ich nur das man nicht erfährt wie genau er dann zur Schauspielerei und zur Komik kam. Das hätte ich noch gerne erfahren, zumal er vorher nie im Buch erwähnt hat das ihm das gefällt.

FAZIT
Beeindruckend, Mut schaffend und durchwegs interessant und spannend, bis hin zu traurig tragisch. Ein wirklich berührendes Buch über eine Kindheit in Süd Afrika.

Veröffentlicht am 25.04.2018

Ist man von Geburt an böse oder bekommt man das böse erst später eingeflößt?

Das Böse in deinen Augen
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Den Schreibstil der Autorin ist wirklich toll. Er ist einfach und extrem flüssig zu lesen. Man ist sofort in der Geschichte drinnen und die Seiten lesen sich quasi von selbst. Ich habe das Buch in extrem ...

Den Schreibstil der Autorin ist wirklich toll. Er ist einfach und extrem flüssig zu lesen. Man ist sofort in der Geschichte drinnen und die Seiten lesen sich quasi von selbst. Ich habe das Buch in extrem kurzer Zeit verschlungen.

Die Protagonistin Imogen war mir gleich sehr symphatisch. Sie ist eine sehr nette und herzliche Frau und man merkt das sie sehr viel durchgemacht zu haben scheint. Auch bekommt man mit das sie sich sehr Leidenschaftlich für die Kinder ,die sie als Patienten hat, einsetzt. Der Thriller beginnt damit das sie mit ihrem Mann zurück in ihr Heimatdorf Gaunt zieht, weil sie dort ein Haus geerbt hat. Kaum das sie dort sind fahren die beiden beinahe ein Mädchen um das auf die Straße fällt. Diese beschuldigt ein anderes Mädchen sie geschubst zu haben, Ellie. Ellie ist 11 Jahre alt und hat ihre Familie in einem Brand verloren. Nun lebt sie bei einer Pflegefamilie. Doch jeder im Dorf scheint Ellie zu hassen und sogar zu fürchten. Von vielen Mitmenschen wird sie als Hexe bezeichnet. Einzig ihre Pflegeschwester Mary scheint sie beschützen zu wollen. Imogen nimmt sich Ellie an, sie glaubt nicht an Hexerei. Doch Ellie wird in der Schule gemobbt und gequält und nach und nach geschehen ihren Peinigern furchtbare und unerklärliche Dinge. Langsam muss sich Imogen die Frage stellen ob sie Ellie nicht doch fürchten sollte…

Mir tat die kleine Ellie extrem Leid. Sie hat ihre Familie auf tragische Weise verloren, muss zu fremden Leuten ziehen, in ein Dorf wo alle sie fürchten. Sie hat keine Freunde und wird in der Schule gemobbt. Ich konnte mir nicht vorstellen das sie irgendetwas böses in sich hat. Doch die vielen komischen Dinge die um sie herum passiert, die Beweise die man nur durch ihre Perspektive sieht und ihre eigenen Gedanken und Überzeugungen lassen auch den Leser stark zweifeln. Denn selbst wenn es das paranormale nicht gibt, wie konnten dann all diese Dinge Ellies Feinden passieren?

Ein Buch das den Namen Psychothriller wirklich verdient hat, denn er spielt mit dem Kopf der Leser und lässt sie vernünftige Gedanken vergessen und an allem Zweifeln. Ich hatte zwar früh ein paar Ahnungen die sich dann als korrekt darstellten, aber so ganz sicher war ich mir auch nie und die Autorin hat es trotzdem sehr clever und spannend geschrieben. Langweilig wurde es nicht. Besonders das Ende fand ich sehr gut. Es war sehr hohes Tempo, eine unerwartete Wendungen und ein unvorhersehbares Ende, das mir eine Gänsehaut beschert hat. Ein eher offenes Ende, bei dem man sich fragt ob das Gute sich nicht doch zum Bösen kehren kann. Ist man von Geburt an böse, oder bekommt man das böse erst später eingeflößt? Hat man sich in allem getäuscht?

Fazit
Ein neuer brillianter Psychothriller aus der Feder von Jenny Blackhurst, der vor Spannung trieft und die Leser am eigenen logischen Denken zweifeln lässt.