Marsi
Home Before DarkVor zehn Jahren ist Marsibils Schwester Stina auf dem Weg nach Hause verschwunden, nur ihre blutverschmierte Jacke wurde gefunden. Zum Jahrestag des Verschwindens verschlägt es Marsi aus der Hauptstadt ...
Vor zehn Jahren ist Marsibils Schwester Stina auf dem Weg nach Hause verschwunden, nur ihre blutverschmierte Jacke wurde gefunden. Zum Jahrestag des Verschwindens verschlägt es Marsi aus der Hauptstadt zurück in ihre dörfliche Heimat; dort werden nicht nur alte Wunden wieder aufgerissen, sondern auch verschollene Träume und Erinnerungen. Oder sind es gar keine?
Meine Erwartungen an den Thriller waren dank der Reihe „Mörderisches Island“ relativ hoch gesteckt, voll erfüllt wurden sie dann aber leider doch nicht. Am Stil lag es nicht, die Autorin schreibt sehr gefällig, versteht es Atmosphäre aufzubauen und kann die feinen zwischenmenschlichen Töne zwischen den Figuren hervorragend herausarbeiten. Marsis Verhältnis zu ihren Eltern ist kompliziert, geprägt vom gemeinsamen Verlust, doch immer mehr erkennt man auch, dass hier keiner mit offenen Karten spielt und es viel Ungesagtes gibt. Auch ihre ehemaligen Freunde und Klassenkameraden biegen sich die Tatsachen schon mal zurecht, sodass man als Leser schon mal länger grübeln kann was denn nun stimmt. Marsi ist eine Person mit Schwächen, sie ist durch das Verschwinden ihrer Schwester traumatisiert, und kämpft mit ihren eigenen Dämonen. Trotzdem bleibt sie am Ball und versucht die Geschehnisse endlich aufzuklären. Ich fand die Grundidee wirklich spannend, aber es hat mich einfach nicht komplett packen wollen. Die Handlung spielt auf zwei Zeitebenen, 1966 und 1977; für mich hat die Geschichte aber eher in einem zeitlosen Setting gespielt. Es herrscht eine gewisse Grundspannung, aber von atemberaubend würde ich nicht sprechen. Der Psychothriller hat seine Momente, aber insgesamt bleibt mir doch zu viel Potential liegen.