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Veröffentlicht am 30.06.2021

Netter Streifzug durch Paris

Und dann war es Liebe
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Aus Versehen landet Hannah im falschen Zugabteil; mit unangenehmen Folgen, denn statt in Amsterdam pünktlich zur Hochzeit ihrer Quasi-Schwägerin einzutreffen, steht sie nun in Paris. Sie ist nicht die ...

Aus Versehen landet Hannah im falschen Zugabteil; mit unangenehmen Folgen, denn statt in Amsterdam pünktlich zur Hochzeit ihrer Quasi-Schwägerin einzutreffen, steht sie nun in Paris. Sie ist nicht die Einzige, der dieses Malheur passiert ist, denn auch Musiker Léo steht nun verloren am Bahnhof. Anstatt nun die Wartezeit auf dem tristen Bahngleis abzusitzen, nimmt Léo sie mit auf einen Kurztrip durch die Stadt der Lichter.

Ich bin eigentlich kein Leser von Liebesromanen und nur eher zufällig an dieses Buch geraten; im Endeffekt war ich recht positiv überrascht, auch wenn mich die Geschichte nicht 100%ig überzeugen konnte. Hannah ist eine sympathische Hauptfigur, auch wenn sie mir ab und an gewollt chaotisch daherkam. Ihr fehlt es zudem an Selbstbewusstsein und ihre duckmäuserische Art ist auch etwas gewöhnungsbedürftig. Zum Glück gibt es Léo als Gegenpart, der zwar zunächst unnahbar und verschlossen wirkt, das Herz aber am rechten Fleck hat. Mir ist schon klar, dass diese Charakterkonstellation typisch für das Genre ist, wahrscheinlich auch genau weil Leser*innen es so mögen, ich fand es leider eher stereotyp und nicht ganz so gelungen. Sehr gut gefallen hat mir dagegen der Kurztrip durch Paris an sich. Die beiden streifen alle großen, aber auch kleine und gut versteckte Highlights der Stadt; als Leser ist man voll dabei, die Autorin hat einen tollen Stil, der einen sofort mitnimmt in die Stadt an der Seine. Überhaupt ist der Erzählstil sehr locker und angenehm, die Dialoge sind witzig und lebendig. „Und dann war es Liebe“ ist ein schöner Roman für Fans des Genres, aber auch für genrefremde Leser, die ein bisschen leichten Urlaubsflair mögen.

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Veröffentlicht am 26.05.2021

Fall 7 für Leon Ritter

Verhängnisvolles Lavandou (Ein-Leon-Ritter-Krimi 7)
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Heftige Regenfälle haben in Le Lavandou nicht nur das Frühsommerfeeling ruiniert, sondern auch die Leiche eines kleinen Jungen an den Strand gespült. Leon Ritter übernimmt nicht nur die Obduktion, sondern ...

Heftige Regenfälle haben in Le Lavandou nicht nur das Frühsommerfeeling ruiniert, sondern auch die Leiche eines kleinen Jungen an den Strand gespült. Leon Ritter übernimmt nicht nur die Obduktion, sondern klinkt sich auch in die Ermittlungen ein, die ihn weiter zurück in die Vergangenheit führen als erwartet.
Vorliegender Krimi ist schon Teil 7 der erfolgreichen Reihe, aber er lässt sich auch problemlos ohne Vorwissen lesen. Sowohl Ritter als auch das Ermittlerteam werden ausreichend eingeführt, sodass man persönliche Beziehungen und Spannungen auch als Neuleser schnell durchschaut hat. Ich mochte Leon wieder sehr, er benutzt seinen eigenen Kopf und setzt sich im richtigen Moment auch mal über lästige Vorschriften hinweg. Auch sein Handeln im Privaten ist immer besonnen, gerade der Umgang mit seiner Ziehtochter hat mir sehr gut gefallen. Nicht ganz so gepackt hat mich wie sonst das Provencefieber; zwar spielen Land und Leute wieder eine große Nebenrolle, aber irgendwie waren für mich Farben, Gerüche u.ä. nicht ganz so greifbar wie in vorherigen Bänden. Der Kriminalfall hingegen überzeugt auf ganzer Linie, Eyssen zeichnet hier ein grausiges Szenario, das verdeutlicht, dass trotz Sonne, Sommer und Meer menschliche Abgründe nie weit entfernt sind. Trotz abartigen Hintergründen werden die Schilderungen nie reißerisch, sondern lassen den Opfern einen Rest Würde. Der Erzählstil des Autors kann ebenfalls wieder punkten, sodass der Krimi wieder viel zu schnell ausgelesen war. Teil 8 darf gerne kommen.

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Veröffentlicht am 13.05.2021

Das Schweigen

Letzte Ehre
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Fariza Nasri ermittelt im Fall einer 17Jährigen, die nach einer Party im Haus des mütterlichen Lebensgefährten spurlos verschwand. Spuren gibt es keine, doch Nasri ist nicht umsonst die Königin des Zuhörens, ...

Fariza Nasri ermittelt im Fall einer 17Jährigen, die nach einer Party im Haus des mütterlichen Lebensgefährten spurlos verschwand. Spuren gibt es keine, doch Nasri ist nicht umsonst die Königin des Zuhörens, in ihren Verhören gibt jeder mehr Preis als geplant. So durchleuchtet sie Stück für Stück Finjas Leben und stößt dabei auf Ungereimtheiten, die immer größere Schrecken hervorbringen.
Fariza hätte man bereits aus beispielsweise „All die unbewohnten Zimmer“ kennen können, doch auch ohne Vorkenntnisse lässt sich dieser literarische Krimi gut lesen. Er wird aus Farizas Sicht erzählt, was es auch dem Neuleser leicht macht sich mit der Figur zu identifizieren. Ich mochte diese Figur ganz gerne, ihre Schwächen und Fehler machen sie sehr menschlich, und gerade ihre Reaktionen auf die persönlichen Verstrickungen fand ich sehr authentisch, sie haben Fariza lebendig gemacht. Die „Bösewichte“ dieses Romans haben es in sich, auch wenn die Häufung der unterschiedlichsten menschlichen Abgründe fast schon etwas redundant daher kommt. Trotz aller Scheußlichkeiten sollte man von „Letzte Ehre“ keinen reinen Krimi erwarten, da der Fokus immer auf den Charakteren und weniger auf dem Verbrechen liegt. Ich wurde mit Anis Stil leider nicht so richtig warm, sodass mich zwar die beklemmende Handlung fesseln konnte, aber die Ausführung nicht gar so sehr.

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Veröffentlicht am 21.04.2021

Ungewöhnlich, aber gut

Die vierte Schwester
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Privatermittler Jackson Brodie soll den Vermisstenfall der kleinen Olivia aufklären, sie ist aus dem heimischen Garten spurlos verschwunden; vor knapp 30 Jahren. Jetzt haben ihre Schwestern neue Spuren ...

Privatermittler Jackson Brodie soll den Vermisstenfall der kleinen Olivia aufklären, sie ist aus dem heimischen Garten spurlos verschwunden; vor knapp 30 Jahren. Jetzt haben ihre Schwestern neue Spuren aufgetan und hoffen auf das Geschick des Detektivs. Das wird noch von anderen in Anspruch genommen wie von dem Exanwalt Theo, der auch nach 10 Jahren noch den Mörder seiner Tochter sucht oder Shirley, die verzweifelt nach ihrer Nichte fahndet. Brodie muss alle Bälle in der Luft halten und gerät dabei selbst ins Visier.
Vorliegender Roman ist schon vor einigen Jahren herausgekommen und wird gerade neu aufgelegt. Umso besser, denn sonst wäre mir die Reihe um Jackson wahrscheinlich entgangen, die mich mit diesem ersten Teil wirklich überzeugen konnte. Der Aufbau der Handlung ist ungewöhnlich und verschachtelt, in kurzer Zeit werden sehr viele Personen eingeführt, und so ist es auch mir nicht immer leicht gefallen, den Überblick zu behalten. Aber Dranbleiben lohnt sich, denn Jacksons Fälle haben es in sich. Es handelt sich mitnichten um einen einfachen Krimi, sondern auch um einen Blick hinter so einige vermeintlich heile Familienfassaden. Vieles kam unerwartet, manches klärt sich erst ganz zum Schluss, und so bauen die verschiedenen Erzählstränge einen unwahrscheinlichen Lesesog auf, dem ich mir nur schwer entziehen konnte. Atkinsons Schreibstil hat mir schon an ihren anderen Romanen gefallen, und so war ich auch hier wieder davon begeistert. Ein britischer Humor mischt sich ebenso unter wie auch immer wieder unverhofft fast schon absurde Figuren auftauchen, langweilig wird hier gar nichts und jede Seite hält neue Überraschungen bereit. Atkinson spielt mit ihren Figuren und dem Leser, wirft einen neckischen bis bitterbösen Blick auf die britische Gesellschaft und unterhält dabei scheinbar mühelos. Mir hat Brodies ungewöhnlicher erster Auftritt sehr gut gefallen und so bin ich auf seine weiteren Fälle mehr als gespannt.

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Veröffentlicht am 18.04.2021

Tage im Juni

Die Toten vom Gare d’Austerlitz
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Der 14. Juni 1940 markiert für Inspektor Giral wie für alle anderen Franzosen einen Wendepunkt, denn Paris wird von den Nazis eingenommen. Dabei hätte Eddie genug zu tun, denn er muss den Mord an gleich ...

Der 14. Juni 1940 markiert für Inspektor Giral wie für alle anderen Franzosen einen Wendepunkt, denn Paris wird von den Nazis eingenommen. Dabei hätte Eddie genug zu tun, denn er muss den Mord an gleich vier Personen aufklären. Die Ermittlungen werden zusehends haarig, denn seine Autorität wird von den Besatzern beschnitten, Nachforschungen erschwert, sein Leben bedroht. Keine leichte Aufgabe, die da vor ihm liegt.
Lloyds Krimi spielt sich innerhalb weniger entscheidender Tage ab, er ist neben der fiktiven Kriminalhandlung auch ein gut recherchierter historischer Roman. Die Hintergründe dieser ersten Tage unter der Hakenkreuzfahne werden wie nebenbei von allen Seiten beleuchtet, die Auswirkungen sind sehr vielschichtig; der eine hängt sein Fähnchen in den Wind, der andere sieht trotz recht friedlicher Stimmung gar keinen Ausweg mehr. Die kleinen Einzelschicksale machen betroffen und nachdenklich. Der Autor erzählt sehr greifbar, die Dialoge sind sehr lebendig, und so wurde ich mit dem Geschehen schnell warm. Eddie ist eine tolle Hauptfigur, ich freue mich sehr, dass noch einige Bände mit ihm folgen sollen. Er ist einerseits eine starke Person, die für ihre Auffassung von Recht und Ordnung kämpft, dabei das eigene Wohlbefinden hintenan stellt; nicht jeder in seiner Position traut sich auch mal gegen den Willen der Besatzer zu arbeiten. Andererseits hat er in den Schützengräben des Ersten Weltkriegs gekämpft, leidet noch immer unter Flashbacks und ist entsprechend verletzlich. Seine Mitstreiter bzw. Gegenspieler sind vielseitig und auch –schichtig, auch wenn ich die Entwicklungen rund um Auban etwas platt fand. Der Deutsche Hochstetten dagegen ist sehr undurchsichtig angelegt, was die Handlung natürlich doppelt spannend macht. Lloyds Krimi ist nicht immer hochspannend, zwischenzeitlich verzetteln sich die Ermittlungen zu sehr; trotzdem hat mir die Handlung sehr gut gefallen, weil für mich die Mischung aus Historie, Krimi und tollem Cast fast perfekt zusammenpasste.

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