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Veröffentlicht am 15.09.2016

Nicht ganz ausgereift

Flüstern mit Megafon
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Erzählt wird die Geschichte von Miriam und Ralph - das stimmt nur halb: eigentlich hat jeder der beiden nämlich seine eigene Geschichte.
Hierbei hat mich Miriams Geschichte mehr gefesselt. Miriam ist eine ...

Erzählt wird die Geschichte von Miriam und Ralph - das stimmt nur halb: eigentlich hat jeder der beiden nämlich seine eigene Geschichte.
Hierbei hat mich Miriams Geschichte mehr gefesselt. Miriam ist eine komplexe Persönlichkeit: einerseits durch eine tyranische, gestörte Mutter unterdrückt, entwickelt sie doch erstaunlich viel Selbständigkeit, Selbstbewußtsein und Lebensmut. Wie und warum sie sich in der Zeit vor Einsetzen der eigentlichen Handlung positiv entwickelt, kommt mir aber zu kurz.
Ralphs Geschichte ist eher etwas langweilig. Für mich auch unerklärlich, was er an seiner Ehefrau findet.
Während Miriam dabei ist, ihren Weg aus dem Haus und dem Schatten ihrer Mutter hinein in ein eigenes Leben zu finden, geht es bei Ralph (und Sadie) vorwiegend um die Liebe - alte, ganz alte und neue; erfüllte und nicht erfüllte; homo- und heterosexuelle ... eigentlich ist alles dabei.

An dem Buch haben mir die verschiedenen Charaktere gefallen. Auch die Nebendarsteller sind komplexe Persönlichkeiten. So gut wieder jeder hat mehr oder minder psychische Probleme, die meisten sind auf der Suche nach sich selbst, einer Aufgabe etc. Die extremsten psychischen Probleme hat wohl Miriams Mutter Frances, die ihre Tochter ein Leben lang psychisch und physisch misshandelt hat und auch zu anderen Leuten ein echtes Biest war.
Leider wird das Potential dieser komplexen Protagonisten in vielen Fällen nicht ausgeschöpft. Über viele Personen würde ich gerne viel mehr erfahren. Ich denke hier vor allem an Stanley und Hugh. Leider wird das Buch diesen Personen nicht gerecht. Natürlich wäre das Buch viel umfangreicher und eventuell auch unübersichtlicher, wenn diese Personen mehr Raum einnähmen ... keine Ahnung, was besser wäre: das oder aber doch einige der Nebendarsteller komplett wegzulassen.

Meine Frage: wurde an dem Buch zu viel oder zu wenig vom Lektorat redigiert?

Veröffentlicht am 15.09.2016

Absolut lesenswert

Das Licht der letzten Tage
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Wenn eine Dystopie spannend und gut geschrieben ist, dann ist es diese hier. Ich habe dieses Buch innerhalb von zweieinhalb Tagen verschlungen ... ich fand es so fesselnd! Einfach toll!

Eine Grippenwelle ...

Wenn eine Dystopie spannend und gut geschrieben ist, dann ist es diese hier. Ich habe dieses Buch innerhalb von zweieinhalb Tagen verschlungen ... ich fand es so fesselnd! Einfach toll!

Eine Grippenwelle rottet (vermutlich) 99% der Weltbevölkerung aus. Erzählt werden die Geschichten einer Handvoll Leute, die sich auf unterschiedliche Art und Weise ihren Weg in der neuen Realität finden. Verbunden sind sie durch Arthur, der noch vor der Grippewelle stirbt und das Leben all dieser Personen beeinflusst hat.

Interessant fand ich, dass das Leben im "Jahr 20" erzählt wird, also zwanzig Jahre nachdem die Grippewelle einen Großteil der Weltbevölkerung und die moderne "Zivilisation" ausgelöscht hat. Das ist ein spannender Blickwinkeln. Die alte Welt ist zwar noch allgegenwärtig, aber die Protagonisten haben sich in der neuen Welt schon eingerichtet und den Schock über den Zusammenbruch mehr oder weniger verarbeitet. Elektrizität gibt es nicht mehr, Benzin ist nach so langer Zeit nicht mehr zu gebrauchen (wusste ich garnicht), die Munition für Schusswaffen geht langsam aus (schwer zu glauben, dass das in den USA tatsächlich passieren kann). All dies prägt den neuen Alltag.

Probleme mit den Zeitsprüngen hatte ich nicht, aber ich habe das Buch wie gesagt auch ziemlich schnell gelesen und hatte immer alles noch präsent.

Einige Fragen bleiben offen - der Leser hat halt immer "nur" den Wissensstand der Protagonisten und die wissen halt auch nicht alles. Ich hätte auch erwartet, dass Tyler am Schluss eine größere Rolle spielt.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Guter Frauenroman

Die Nacht schreibt uns neu
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Emma wird ihre Jugendliebe Richard heiraten und eigentlich scheint ihr Leben perfekt. Der Jungesellinnenabschied ist ein voller Erfolg, aber als sie sich mit ihren zwei besten Freundinnen Amy und Caroline ...

Emma wird ihre Jugendliebe Richard heiraten und eigentlich scheint ihr Leben perfekt. Der Jungesellinnenabschied ist ein voller Erfolg, aber als sie sich mit ihren zwei besten Freundinnen Amy und Caroline auf dem Rückweg befindet, passiert das Unglück: Bei einem Verkehrsunfall stirbt Amy. Gleichzeitig tritt Jack in Emmas Leben und rettet diese aus dem Umfallwagen. Das gemeinsam Erlebte lässt sie nicht mehr los und verbindet die beiden.

Mehr möchte ich hier über die Handlung nicht verraten. Nur noch so viel: am Schluß gibt es dann doch noch eine überraschende Wendung.

Ansonsten ist das Buch etwas vorhersehbar. Einerseits eine eher seichte Literatur, die dann aber doch versucht, noch viel unter zu bringen. Meiner Meinung nach werden mit Unfalltod einer besten Freundin, Seitensprung der Freundin mit dem Verlobten, Alzheimer/Demenz der Mutter, Schuldgefühle der anderen Freundin etc. etwas zu viele Themen und Konflikte aufgegriffen, die in diesem eher seichten Buch dann teilweise leider zu kurz kommen.

Das Buch liest sich flüssig. Der Schreibstil ist einfach, aber keinesfalls primitiv. Teilweise ist es auch (typisch britisch?) recht witzig geschrieben.

Wer gerne Frauenromane bzw. Liebesgeschichten liest, findet hier eine, die zwar nicht extrem anspruchsvoll ist, aber doch interessanter und besser geschrieben ist als der Durchschnitt in diesem Genre.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Nichts für zarte Gemüter!

Der goldene Handschuh
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Definitiv hörenswert! Die wahre Geschichte des Frauenmörders Fritz Honka. Absolut bewegend, traurig, drastisch, schonungslos, manchmal witzig - das Lachen blieb mir aber oft im Halse stecken. Auf Strunks ...

Definitiv hörenswert! Die wahre Geschichte des Frauenmörders Fritz Honka. Absolut bewegend, traurig, drastisch, schonungslos, manchmal witzig - das Lachen blieb mir aber oft im Halse stecken. Auf Strunks spezielle Art und mit Hamburger Platt vorgetragen.

!! Wichtig !! : Nichts für zarte Gemüter, da der Autor eine wahre Geschichte ungeschönt und mit harten Worten berichtet.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Absolut abgefahren

Willkommen in Night Vale
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Denis Scheck hat das Buch in einer Ausgabe von Druckfrisch empfohlen und ich wurde neugierig. Zuerst habe ich mir den englischen Podcast angehört, bin da aber sprachlich schnell an meine Grenzen gelangt. ...

Denis Scheck hat das Buch in einer Ausgabe von Druckfrisch empfohlen und ich wurde neugierig. Zuerst habe ich mir den englischen Podcast angehört, bin da aber sprachlich schnell an meine Grenzen gelangt. Angefixt hat mich die Geschichte um die Stadt Night Vale aber trotzdem.
Und so habe ich mich sehr gefreut, "Willkommen in Night Vale" zu lesen. Das Buch ist wirklich toll. Es ist absolut abgefahren, verrückt, seltsam - wer so etwas gerne liest, dem kann ich das Buch nur empfehlen.
Night Vale hat zwar Merkmale einer Stadt, wie sie für uns normal ist - ein Diner, eine Bibliothek, die Menschen gehen zur Arbeit, es gibt einen lokalen Radiosender -, aber im Detail ist dann dort nichts mehr normal. Die Bibliothek ist einer der vielen gefährlichen Orte dieser Stadt, die Menschen leben mit Engeln zusammen und werden im Diner von Bäumen bedient, immer wieder ist von der Geheimpolizei die Rede. Das alles ist für die Menschen in Night Vale normal - sie kennen es nicht anders und gehen deshalb ohne übertriebene Aufregung mit der Situation um.
Beim Lesen wurde mir klar, warum ich im Podcast so vieles nicht verstanden habe - es ist einfach zu abgefahren: alle Details sind dann als Nicht-Muttersprachlerin schwer zu fassen.
Die eigentliche Geschichte rund um Diane und Jackie war jetzt ehlich gesagt nicht soooo fesselnd, aber das Drumherum fand ich super und ich will mehr über Night Vale wissen und werde dem Podcast eine weitere Chance geben - auch ohne alle Details zu verstehen.