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Veröffentlicht am 13.03.2025

Ein Buch, wie eine feste Umarmung.

Note to myself: Liebe ist keine Option
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Als Alice eines Tages nach Hause kommt, ahnt sie nicht, dass sich binnen eines Wimpernschlags ihre rosaroten Zukunftspläne in Luft auflösen werden.
Um jede sichtbare Erinnerung an ihren nun Ex-Freund auszulöschen, ...

Als Alice eines Tages nach Hause kommt, ahnt sie nicht, dass sich binnen eines Wimpernschlags ihre rosaroten Zukunftspläne in Luft auflösen werden.
Um jede sichtbare Erinnerung an ihren nun Ex-Freund auszulöschen, landet sogar ihre Matratze auf der Straße. Dumm nur, dass gerade in diesem Moment ein Passant unter ihrem Fenster entlang schlendert …

In „Note to myself: Liebe ist keine Option“ führt uns Kira Mohn nach New York und mitten hinein in das Leben von Alice.
Obgleich diese nach der erneuten Enttäuschung in Sachen Beziehung versucht, ihre brüchige Fassade aufrechtzuerhalten und Contenance zu wahren, ist ihr innerer Kampf samt all der Selbstzweifel und Unsicherheiten, samt des zarten Wankens für uns deutlich.
Alice ist bodenständig, witzig, dankbar für Kleinigkeiten und, wie alle eingebrachten Figuren, sehr nahbar und nicht fehlerfrei. Je weiter der Verlauf voranschreitet, umso mehr wird ihr bewusst, was sie sich in den vergangenen drei Jahren verwehrte; dass sie keinen Mann braucht, um genug und glücklich zu sein – und diese sachten Erkenntnisse wirkten wie ein Befreiungsschlag, wie Luft holen.
Wäre da nicht Lennon, die wandelnde Greenflag, der mit seinem Charme und seinem echten Interesse – selbst fast erschlagen von einer Matratze – etwas mit Alice macht …

Trotz der teilweise ernsten Themen und einem Hauch Wehmut schuf Mohn einen amüsanten Wohlfühl-Roman, der mit trockenem Humor, Authentizität und einem leichten Ton für einige Schmunzler sorgt und den LeserInnen Berührungspunkte gibt, um sich selbst wiederzufinden. Mitzufühlen. Zu hinterfragen.
Wenn gleich sich die Autorin für das bunte Setting einer Metropole entschieden hat, schenken softe, atmosphärische Beschreibungen und der ‚Unicorns, Starships & Bugs', in dem die Protagonistin mit Zara und Tobey arbeitet, der Story Cozy-Vibes, Ruhe und eine Booknerd-Attitüde. Dass es neben Alices Vorhaben, die Sache mit Lennon nicht durch komplizierte, übereilte Gefühle zu ruinieren, und ihrem Versuch, Bennett komplett loszulassen, auch bei Zara und Tobey in Sachen Liebe allerhand Probleme gibt, verleiht der Handlung – zusätzlich der einen oder anderen rührenden Aktion – noch mehr Spannung(en) und Abwechslung. Dieses, mit individuellen Eigenschaften bestückte Trio, bildet zudem eine kleine, super süße „Familie“, die man einfach gern haben muss.

Die Annäherung zwischen der Buchverkäuferin und dem Museumsmitarbeiter prickelt im Slow-Burn-Modus, wird nicht langweilig. Ein großer Pluspunkt sind die vernünftigen Gespräche, die die sich anbahnenden Missverständnisse rasch ersticken, und die Art, wie Lennon „subtil“ zeigt, was er sich wünscht. Ach, es knistert einfach gewaltig.
Ein weiteres i-Tüpfelchen waren die Listen, die Alice leidenschaftlich gerne schreibt und die wir zwischen den Kapiteln finden.

Fazit: Kira Mohns Roman ist reich an (kritischem) Input und an unterhaltsamen sowie aufregenden Ereignissen. Wunderbare, perfekt inszenierte Romantik und herzergreifende, bewegende Augenblicke bekommen gleichermaßen viel Raum wie echte Freundschaften und ungeahnte Entwicklungen.
Für mich war „Note to myself: Liebe ist keine Option“ wie eine Tasse Kakao, eine feste Umarmung, ein Trostpflaster.

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Veröffentlicht am 12.03.2025

Trotz unausgereiftem Worldbuilding eine unterhaltsame Slow-Burn-Romance.

Der Halbelf, der mich liebte
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„Der Halbelf, der mich liebte“: war seicht in Sachen Spannung, ungewöhnlich bzgl. der eingebrachten Elemente und romantisch-süß.

Mit ihrer Freundin arbeitet Elle in einem kleinen Laden, in dem sie magische ...

„Der Halbelf, der mich liebte“: war seicht in Sachen Spannung, ungewöhnlich bzgl. der eingebrachten Elemente und romantisch-süß.

Mit ihrer Freundin arbeitet Elle in einem kleinen Laden, in dem sie magische Glyphen anfertigt und verkauft. Auf einen ihrer Kunden, der untypisch häufig bei ihnen vorbeischaut, hat Elle, Nachfahrin einer chinesischen Gottheit, einen Crush entwickelt. Die magisch versierte Kalligrafin ahnt weder, dass es dem attraktiven Franzosen genauso geht, noch, wer oder was Luc ist. Außerdem will sie unter allen Umständen vermeiden, dass sie einander ernsthaft näher kommen. Denn niemand soll ihre Wahrheit aufdecken …

Mia Tsai schuf eine Ausgangslage, die vor Geheimnissen strotzt, und vor Anziehung pulsiert.
Während Elle zu Anfang reserviert wirkt, distanziert, offenbart sie nach und nach eine liebevolle, fürsorgliche Seite. Zeigt sich verletzlich. Der halbelfische Agent bringt die Emotionen der jungen Frau durcheinander, dabei erkennt sie letztlich durch Luc so vieles. Dieser ist sehr charmant, achtsam und einer von den Guten. Dass es zwischen den beiden eine Menge Ungesagtes gibt, verborgene Identitäten, verleiht der Geschichte, die im Grunde ziemlich süß ist, ein bisschen Aufregung und eine mysteriöse Note. Die intensiven Empfindungen, die Elle und Luc füreinander teilen, sorgen für Humor und Romantik, für unbeholfene wie innige Augenblicke.

Tsai spart nicht an bildhaften Beschreibungen und an Details, die es und ermöglichen, die Protagonisten genau kennen- und verstehen zulernen.
„Der Halbelf, der mich liebte“ war durchweg flott und unkompliziert zu lesen. Für kurzzeitige Irritation sorgten lediglich anderssprachige, nicht übersetzte Sätze – auf die Hintergründe hierzu geht die Autorin im Nachwort ein.
Themen wie Neuanfänge, Vergebung, Selbstfindung- und akzeptanz werden angeschnitten, doch wie auch die Agentensache oberflächlich behandelt
Hingegen kamen Elle, ihr persönliches Drama sowie ihr Zustand, hin- und hergerissen zwischen Pflicht, Familie und den eigenen Wünschen, samt ihrem inneren Wachsen greifbar zur Geltung.

Der Fokus liegt auf der romantischen Entwicklung. Fans von Slow-Burn, die auf Verständnis und Akzeptanz basiert, kommen hier voll auf ihre Kosten. Mia Tsais locker-softer Stil unterstreicht diese, während auch die Gespräche und die hauptsächlich cozy Atmosphäre zu einer gemütlichen Storyline beitragen. Jedoch bleiben Worldbuilding und Spannung durchweg auf der Strecke. Der Plot ist weder besonders fantastisch, obgleich Magie und mythische Wesenheiten existieren, noch ereignisreich. Wie auch die Rahmenhandlung – die geheime Identität von Luc und seine Missionen – fungieren die Nebenfiguren eher als Beiwerk.

Nichtsdestotrotz empfand ich Herkunft und Berufung von Elle, die Elemente der chinesischen Mythologie und die Idee, einer magischen Community inkl. Agenten, interessant und originell.
Es fehlte für mich hier einfach an einer fokussierten Ausarbeitung, denn am Ende war dieses Buch eine gemütliche, seichte Slow-Burn-Romance mit einem Hauch Phantastik.

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Veröffentlicht am 10.03.2025

Eine sehr empfehlenswerte Geschichte.

Nachtlügen
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Der düstere Fantasy-Roman „Nachtlügen“ erzählt die Geschichte von Isra, die sich ihren Lebensunterhalt tagsüber als Kellnerin verdient, doch des Nachts als Alb gute Träume stiehlt und Alpträume hinterlässt.

Seit ...

Der düstere Fantasy-Roman „Nachtlügen“ erzählt die Geschichte von Isra, die sich ihren Lebensunterhalt tagsüber als Kellnerin verdient, doch des Nachts als Alb gute Träume stiehlt und Alpträume hinterlässt.

Seit eines ihrer Opfer verstarb, scheinen Schuld und Gram die junge Frau niederzudrücken, zusätzlich wird sie von ihresgleichen gemieden, ist einsam. Als jedoch ein weiterer Vorfall dieser Art geschieht, beginnt die Nachtalbin Dinge zu hinterfragen, tiefer zu graben und sich auf die Suche nach Antworten zu begeben. Doch welche Geheimnisse sie dabei aufdeckt, damit hat Isra nicht in den dunkelsten Stunden gerechnet …

Lisanne Surborg führt uns mit einem eindringlichen Ton und poetisch anmutender Sprache durch ihre dichte Story, die weder frei von Melancholie, moralischen Grauzonen noch von Schwere ist. Zwar wurde die Protagonistin mit allerhand Facetten und Charakterzügen ausgearbeitet, wird durch Fehler und ihre Gefühle nahbarer, dennoch hält die Autorin eine gewisse Distanz sowie Härte aufrecht.
Im Verlauf ergründen wir die Kreaturen der Nacht – Hierarchien, Gegebenheiten und ihr Dasein samt alternativen Lebensstilen wurden verständlich dargelegt. Da sich fantastische Romane häufiger mit Vampiren oder Dämonen als mit Nachalben beschäftigen, war es originell und durchweg interessant, mehr über diese Wesen zu lesen und in diese ganz besondere Welt einzutauchen.
Durch eine Storyline, die einen ausgewogenen Mix aus Informationen, spannenden Momenten und Mysterien enthält, blieb „Nachtlügen“ ununterbrochen abwechslungsreich. Surborg schafft es, die LeserInnen durch Details an den Verlauf zu bannen, durch Fragen und Ungereimtheiten das Interesse aufrechtzuerhalten, mit Wendungen zu überraschen.

Ich fand diese Geschichte wirklich gut, einfallsreich und düster. Hoffentlich werden wir noch mehr von der Autorin lesen können.

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Veröffentlicht am 09.03.2025

Hervorragender Spagat zwischen Fantasy und Mythologie.

Goddess of Fury 1: Dein Herz so steinern
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„Goddess of Fury“: Ich hatte nichts erwartet und hab so viel bekommen.

Erst einmal: Das Hörbuch zu „Dein Herz so steinern“ wurde von Viola Müller gesprochen und es war, wie immer, wunderbar.

Wir verfolgen ...

„Goddess of Fury“: Ich hatte nichts erwartet und hab so viel bekommen.

Erst einmal: Das Hörbuch zu „Dein Herz so steinern“ wurde von Viola Müller gesprochen und es war, wie immer, wunderbar.

Wir verfolgen die Story aus der Sicht von Euryale, einer Halbgöttin und angehenden Furie. Der letzte Schritt, um ihr Ziel zu erreichen, führt sie in die Welt der Menschen, nach London. Hier soll sie nicht, wie von der Gesellschaft vermutet, einen Ehemann, sondern einen Riss zwischen den Welten und dessen VerursacherIn finden, bevor noch mehr Kreaturen aus diesem entsteigen können.
Je länger diese Suche andauert, umso mehr Annehmlichkeiten der Sterblichen gibt sich Euryale hin, findet eine Freundin, Gefallen am englischen Essen und widerwillig auch an Deacon …

Teresa Sporrer schreibt schnörkellos, verständlich und amüsant; der Ton ist zwar direkt, zugleich werden aber die Gebaren und Gegebenheiten der viktorianischen Zeit authentisch in Szene gesetzt, sodass das Verhalten der Figuren echt und keines Wegs übertrieben wirkte.

Euryale, die vieles, insbesondere den Umgang mit Frauen, nicht gutheißt, lockert die gehobene, förmliche Atmosphäre mehrfach durch trockenen Humor, Konter oder einfach ihre Art, Dinge anzupacken, auf. Ich musste wirklich oft lachen!
Deacon, angehender, wissensdurstiger Geschichtsprofessor und begehrter Junggeselle, ist eine Green Flag, der gleichermaßen romantisch wie mysteriös auftritt und vielleicht mehr ist als er vorzugeben scheint.

Die Entwicklung der Fast-Furie, ihre Zweifel – an sich und ihrem Ziel – sowie die Gefühle, die sie manchmal weicher wirken lassen, waren nachvollziehbar inszeniert. Auch das Verhältnis zu ihrer kühlen „Schwester“ wird im Verlauf herzlicher. Callisto, ihre Geschichte und ihren Schmerz kennenzulernen, nachdem die Distanz abgeklungen ist, gab der Handlung ebenso etwas Warmes und Familiäres wie die Freundschaft zu Cecilia. Zusätzlich der zwischenmenschlichen und individuellen Veränderungen ist der Auftakt der „Goddess of Fury“-Dilogie spannend und aufregend, reich an Augenblicken zum Seufzen, zum mitfiebern- und leiden. Ein großer Pluspunkt waren für mich, neben der Charakterzeichnung, die eingebundene Mythologie und deren Geschöpfe – dass sich Sporrer mit diesem Thema und den historischen Aspekten beschäftigte, ist der Storyline anzumerken. Zusätzlich finden wir weitere Wesen und interessante Magie, Konflikte, etliche Überraschungen und niederschmetternde Entwicklungen.

Band eins endet schmerzhaft – und so ist „Deine Seele so golden“ ein Muss!

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Veröffentlicht am 03.03.2025

Mutig, intensiv, echt.

Tausend Splitter zu dir – Based on Lena's True Story
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»Ich war so glücklich mit dir, dass es unheimlich war. Also dachte ich, ich müsste dir mein Herz wegnehmen, bevor es irgendwann beschließt, ohne dich nicht mehr schlagen zu können.«

In „Tausend Splitter ...

»Ich war so glücklich mit dir, dass es unheimlich war. Also dachte ich, ich müsste dir mein Herz wegnehmen, bevor es irgendwann beschließt, ohne dich nicht mehr schlagen zu können.«

In „Tausend Splitter zu dir“ erzählt Antonia Wesseling eine Geschichte, die einerseits unvorstellbar tragisch ist, andererseits auf den echten Erfahrungen von Lena, einer Kämpferin, basiert.

Dieser Roman wurde in zwei Teile gegliedert – zuerst lernen wir Ellie als 17-Jährige kennen, kurz vor ihrem Abitur, gefangen in der Depression. Die Beziehung ihrer Eltern ist brüchig und das Befinden ihrer jüngeren Schwester fragil – Dinge, die auch auf Elena selbst zutreffen.
Durch erschütternde Einblicke in das „Damals“ werden ihre Empfindungen und Reaktionen greifbar; ihre Dämonen real. Ursache und Ausmaß ihres Traumas gehen nah. Sehr nah. Treffen tief. Sorgen für Gänsehaut, enge in der Brust, Mitgefühl.
Bis Louis in Ellies Zimmer, ihrem Safe Space, auftaucht, hätte sie niemals damit gerechnet, dass sie einen Menschen in ihr Leben, in ihr Herz lassen, die Wahrheit aussprechen, so viel Liebe und Vertrauen empfinden kann.
Da wir das Geschehen aus wechselnder Perspektive verfolgen, lernen wir auch Louis und seine Situation kennen – der zunehmende Druck, die Verpflichtungen und Erwartungen, mit denen er täglich ringt. Aber alles, wofür er so hart gearbeitet, gelernt, trainiert hat, rückt in den Hintergrund, wenn er Ellie-Ellie nur lieben darf …

»(...) wir sind vielleicht kein für immer gewesen, aber wir waren dennoch echt.«

Neun Jahre später …
Elena Sommers Wunsch, als Journalistin zu arbeiten, ist wahr geworden. Nachdem sie ihre Stelle bei einer erfolgreichen Zeitschrift verloren hat, arbeitet sie nun für ein kleines Magazin und tippt stumpfsinnige Texte. Bis ihr Vorgesetzter sie heimlich auf eine Story ansetzt, die ebenso riskant wie gefährlich werden und erneut jede Menge Ärger bedeuten könnte. Louis hat sich seiner Arbeit als Investmentbanker verschrieben und hofft, durch einen gelungenen Pitch bei Amrum Financial Group seiner Karriere einen Aufschwung zu verschaffen. Dass er hier ausgerechnet auf Ellie, sein fehlendes Puzzleteil trifft, und es sich anfühlt, als wäre nicht fast ein Jahrzehnt vergangen, damit hat wohl keiner der beiden gerechnet.

Antonias Stil ist modern und ausdrucksstark. Einfühlsam, authentisch und vorstellbar, manchmal mit einer Prise Witz, hier und da mit prickelnder Anziehung, aufrichtiger Liebe, doch oft auch mit Schwermut unterlegt, zieht der Verlauf rasch in seinen Bann. Die harten Themen und die Tatsache, dass dieser Roman im Kern keine Fiktion ist, geben dem Geschehen extra viel Gewicht.
Im Vergleich zu der Teenagerin wirkt die erwachsene Elena zwar gefestigt und selbstbewusst, doch keineswegs frei von ihrer Vergangenheit, den Erinnerungen und der Angst. Sommer hält ihre Empfindungen hinter einer Mauer geschützt, ist stark und arbeitet engagiert, wenn es um die Wahrheit geht, darum, die Täter zu entlarven, Opfern eine Stimme zu geben. Wenn ihr Auftrag und die Recherche weniger Raum einnimmt als erwartet, braucht die Welt genau solche JournalistInnen. Jene, die unbequeme Themen auf den Tisch bringen, allen Risiken zum Trotz.
Louis ist noch immer so sanft, so rücksichtsvoll und aufmerksam wie zu Schulzeiten. Auch seine Abneigung gegen Lügen hat sich ebenso wenig verändert wie das, was Ellie-Ellie in ihm entfacht. Aber wie viel ist diese bereit für die Chance auf Gerechtigkeit zu opfern?

Vor allem der erst Teil hat durch die Kombination aus der süßen, besonderen Jugendliebe und dem vergangenen Schrecken, den Schmerz, das Potenzial zu fesseln, Emotionen zu entlocken. Hoffnungslosigkeit, Ungerechtigkeit und Verzweiflung lasten schwer. Der nachfolgende Verlauf, inkl. der charakterlichen Entwicklungen, ist ohne Frage interessant, jedoch fehlte mir hier ein bisschen mehr Tiefe an relevanter Stelle, mehr Tempo und Spannung, scheint die Handlung eher in eine „typische“ Richtung gedriftet zu sein. Zudem gab es Szenen, die nicht ganz stimmig sind. Wesseling bestückt ihre Geschichte mit einigen Nebenfiguren, die Schwestern der Protagonisten und Carla sind bspw. wunderbar integriert, Atmosphäre und Orte wurden lebendig beschrieben und auch der Romance-Aspekt war einfach schön.
Am Ende wartet ein vorhersehbarer Schluss und zwei lesenswerte, wichtige Nachworte.

„Tausend Splitter zu dir“ ist mehr als ein Second-Chance-Liebesroman. Antonia Wesseling und Lena geben Menschen, die Grausames erlebten, eine Stimme. Mit einer Mischung aus Einfühlungsvermögen und Authentizität generieren die zwei Frauen Aufmerksamkeit für unbequeme, tabuisierte Themen und Missstände. Diese intensive Geschichte versichert Betroffenen: Du bist nicht allein, macht Mut.

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