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Veröffentlicht am 27.01.2026

Tolle Idee, aber die inhaltliche Qualität lässt zu wünschen übrig

Petals in my Heart
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Die Averys waren schon immer ein fester Bestandteil der Kleinstadt Sidhehollow und haben den BewohnerInnen über Generationen hinweg stets geholfen, wo sie nur konnten.
Das Geheimnis der Familie ist ein ...

Die Averys waren schon immer ein fester Bestandteil der Kleinstadt Sidhehollow und haben den BewohnerInnen über Generationen hinweg stets geholfen, wo sie nur konnten.
Das Geheimnis der Familie ist ein unausgesprochenes und wird nur im engsten Kreis praktiziert … Denn in ihrem Blut fließt Magie. Aber wie jede/r weiß: Wunder haben ihren Preis …

Jeanne Avery ist leidenschaftliche Bäckerin und Autorin von Rezeptbüchern. Um ihre Kreationen zu verbessern und zu testen, hilft sie regelmäßig im Bookish Brews aus – sehr zur Freude von Keira, Aidan und der Kundschaft. Viel Zeit verbringt die junge Frau im Anwesen ihrer Familie und im ewigen Garten, wunderschön und zugleich ein Mahnmal. Hier, unter prachtvollen Blüten, liegen jene, die dem Fluch der Liebe zum Opfer fielen. Zwar kreierten die Averys über die Jahrzehnte hinweg etliche Schutzmaßnahmen – doch auch diese verlangen ein Opfer. Jeanne, die sich gegen die Eindämmung ihrer Emotionen entschieden hat und stattdessen raffiniert verzauberte Köstlichkeiten verteilt, um dem schweren Schicksal ihrer Linie zuvorzukommen, wird sich nun gewahr, eine Sache nicht bedacht zu haben …

Dorian Winslow ist ein renommierter Botaniker, der der mysteriösen Flora in Sidhehollow auf den Grund gehen soll. Schnell zeigt sich, dass diese irische Einöde tatsächlich vor einer bisher unbekannten und unentdeckten Artenvielfalt strotzt. Mit diesem zeitlich begrenzten Aufenthalt will Dorian nicht nur seinen Forschungen gerecht werden, sondern auch vor Dublin und seinem gebrochenen Herzen fliehen. Und die hier herrschende Stille, die urige Atmosphäre des Dörfchens und die eigentümlichen BewohnerInnen samt Ziegen scheinen ihm wirklich gut zu tun. Vor allem die Gesellschaft einer bestimmten Nachbarin, die ihm bei seiner Eingewöhnung und seiner Arbeit eine willkommene Hilfe ist – Jeannes Küchenexperimente sind ein wahrer Genuss und auch ihr Wissen über Pflanzen und deren (heilende) Eigenschaften treffen in Dorian einen Nerv, schaffen eine gemeinsame Basis und wecken sein Interesse. Schade, dass er nicht vorhat, sich jemals wieder zu verlieben …

„Petals in my Heart“ ist die neueste Romantasy von Melissa Ratsch, in der ein charmantes Städtchen, tratschende Einheimische und entlaufene (verfressene) Ziegen sowie vielfältige Leckereien für Gemütlichkeit sorgen.
Die Idee hinter der Geschichte fand ich spannend und originell, jedoch wirkte gerade zu Beginn alles sehr steif und auch die folgende Handlung – zumindest relevante Teile wie die romantische Entwicklung, der Fluch oder die magische Komponente – bleibt eher oberflächlich. Wann sich verliebt wurde und wie es zu „Liebe über alles“ kam?
Abgesehen von den nicht nachvollziehbaren Gefühlen fiel es mir schwer, die Charaktere zu greifen, lag über allem doch eine gewisse Distanz. Dabei lässt uns Ratsch das Geschehen aus wechselnder Perspektive verfolgen. Dorians Wunsch, Abstand von seiner Heimat zu erlangen, wurde schlüssig begründet, ebenso wie Jeannes Angst vor der Liebe, geht diese für ihre Familie doch nur sehr selten gut aus. Im Verlauf erhalten wir durch Verlust, Rituale, Bekanntschaften mit einzelnen Mitgliedern der Averys und Jeannes Situation nach und nach einige Informationen über die Hintergründe, die Bürde und die Auswirkungen, die der Fluch mit sich bringt. All dem fehlte es dennoch an Tiefe und Zeit, so wie es dem Stil an Abwechslung und Raffinesse mangelte und dem Buch insgesamt an einem Korrektorat – fehlende, zu viele oder sich wiederholende Worte und falsche Endungen sind jedenfalls rege gegeben.

„Petals in my Heart“ basiert auf einer tollen, frischen und dramatischen Idee. Die Umsetzung konnte mich nicht überzeugen, aber ich bin sicher, dass diese Fastburn-Romantasy mit Smalltown-Setting ihre LeserInnen findet.

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Veröffentlicht am 25.01.2026

So aufwühlend wie die tosende See – und genauso tröstlich.

Ella - Sprünge über Schatten | Mit wunderschönem limitierten Farbschnitt
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Mit Ella, der ältesten Niehaus-Schwester, führt Lene Jansen ihre rührende Trilogie fort.
Wieder schlägt uns der raue Wind, der salzige Geruch der Nordsee entgegen, der Sand unter unseren Füßen fast spürbar. ...



Mit Ella, der ältesten Niehaus-Schwester, führt Lene Jansen ihre rührende Trilogie fort.
Wieder schlägt uns der raue Wind, der salzige Geruch der Nordsee entgegen, der Sand unter unseren Füßen fast spürbar. Die Emotionen, still am Brodeln, die Worte, zu lange unausgesprochen, schmecken bitter. Und doch ist dieses Buch Heilung, eine Umarmung und „Ich verstehe dich!“ Ein leises „Gib nicht auf!“.

„Sprünge über Schatten“ löst Jonnas Erleben ab, lässt uns anders in die problematische Beziehung der drei Schwestern eintauchen. Intensiviert das wankende Verhältnis, zeigt Splitter auf, unkittbare Brüche und Gräben, die sich erst vertiefen müssen, bevor sie – endlich – überwindbar werden.

Ella ist zurück und stehen geblieben, in Routine, Lebenstrott, Schuld und Schweigen. Blieb auf der erinnerungsschwangeren Insel, bei ihrer Mutter, die nur noch ein blasses Abbild ihrer selbst ist. Kontrolle, Pragmatismus und To-do-Listen sind Alltag, sind sie. Ella muss funktionieren, schon immer …
Aber Jonna schaffte es, aufzuwühlen und hochzuholen, Vergrabenes zu entdecken und Fragen zu stellen – solche, deren Antworten die Macht haben, das fragile Band der Geschwister endgültig zu kappen. Genau wie Ellas Wahrheiten …

Lene Jansen erzählt wiederholt mit poetischen, ergreifenden Worten eine nahbare Geschichte, die trotz Melancholie und Wehmut zu keiner Zeit monoton oder gar trostlos wirkt. Eine, die bewegt und nachdenklich stimmt, ohne zu dramatisieren, die mit subtiler Anspannung Neugier entfacht und mit realitätsnahen Themen und Problemen Menschen trifft, für die die Vergänglichkeit des Seins, nie überwundene Trauer und „Nicht-dazugehören“ allgegenwärtig sind. Es geht um die quälende Frage „Was wäre, wenn …“, um „Hätte ich doch …“, wo es längst kein Zurück mehr gibt, um Reue über vierzig, verpasste Chancen und einen Anfang, ein „Jetzt endlich!“. Ellas Geschichte handelt vom Fehler machen, vom Veränderungen akzeptieren und vom Aufhören, zu funktionieren. Denn das Leben ist so unberechenbar wie Gefühle, wie das tosende Meer, wie brechende Wellen. Lene spricht vom Älterwerden, vom Abschiednehmen und vom „Sich neu finden“. Von Familie, über Biologie hinaus. Und versichert: Für (Selbst)Liebe ist es nie zu spät.
Im Verlauf sehen wir Ella ringen, kämpfen und verzweifeln, sehen ihre kleinen und großen Sprünge – über Stolz, Gewohnheit und die gewählte Einsamkeit hinweg. Über Hemmungen, Scham und die sie auffressende Distanz. Denn ja, Schuld ist nie leicht zu tragen, nie leicht zu verstecken, doch viel schwerer, härter ist es, um Vergebung zu bitten. Und sich dabei auch selbst zu verzeihen.

Wie schon in „Jonna. Tage wie Glaswolle.“ sind es Rückblicke gen Kindheit, hin zu der tragischen Nacht, die den damaligen Verlust und die heutigen Schwierigkeiten greifbar scheinen lassen. Zusätzlich der durchweg angespannten Stimmung zwischen den ungleichen Frauen – von Unsicherheiten durchzogen, immer wieder rantastend, abwägend – und der Geheimnisse, die endlich ans Licht kommen, liegt diesem Roman eine bedeutungsvolle Note inne.
Und trotz Alleinsein, dem Wunsch nach Aufgeben, der Bitterkeit; hinter all den grauen Nuancen und dem Wanken – ist da plötzlich Tom. Der Fremde. Der Ella zeigt, dass stilles Verständnis so oft mehr gibt, fester hält als Floskeln. Dass ehrliche Aufmerksamkeit und echte Sorge in kleinen Gesten zu finden sind. Tom, Altenpfleger, der etwas in Ella regt, bewegt. Sie endlich atmen lässt. Mit jedem neuen Tag, mit jedem neuen Satz, mit jeder Entscheidung freier fühlen lässt.

Das Inselfeeling samt der urigen Pension verleiht der Geschichte eine sogartige Atmosphäre, immer präsent das Meer, die Küste. Und obgleich der Ton ein malerischer war, Gedanken und Ereignisse auf ihre Art harsch, nur von Poesie ummantelt, bilden die Dialoge einen angenehmen Kontrast – locker und echt.
Weiter geht's mit Hanna, der Jüngsten, mit ihrem festgezurrten Päckchen, das langsam ausgepackt werden muss. Um weiterzugehen, um zu wachsen, um alles zu verstehen und zu vergeben …

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Veröffentlicht am 25.01.2026

Unterhaltsame Romance mit einem Hauch Magie, viel Gefühl und einer großen Portion Plätzchenduft.

All we faked for Christmas
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Als Jules Vater ihr eröffnet, sie früher als von ihr angstvoll erwartet in das Familiengeschäft einzuleiten, sollte es noch eine harmlose Abschiedsfeier geben – Abschied vom muffligen Grinch-Dasein, ...



Als Jules Vater ihr eröffnet, sie früher als von ihr angstvoll erwartet in das Familiengeschäft einzuleiten, sollte es noch eine harmlose Abschiedsfeier geben – Abschied vom muffligen Grinch-Dasein, den Exzessen und dem Partyleben. Eine kleine Feier mit Fynn und ihren ElfenfreundInnen, mit Musik und Glühwein. Doch plötzlich sitzen Jule und ihr bester Freund im Schlitten des Weihnachtsmannes und rasen, nur mit Rudolph an der Front, in ein Abenteuer, das alles verändert. Allen voran Jule, von Grund auf …

Es war ein ganz normaler Morgen für Physiotherapeut Ben Nowak. Normal. Bis er den Blick in seinen Garten schweifen lässt und einen … riesengroßen Schlitten entdeckt?! Als er diese Nicht-Halluzination genauer in Augenschein nimmt, stößt er auf Elsa. Also auf eine junge Frau, die der Disneyfigur zum Verwechseln ähnlich sieht. Und die leider Karateunterricht hatte …

Im Garten eines Fremden, unter einem – DEM – zerstörten Schlitten aufzuwachen, keine Spur von Flynn oder Rudolph, kommt, so kurz vor Weihnachten, einer riesengroßen Katastrophe gleich! Holly, Jules Schwester, und Santa geben der Erbin des Weihnachtsfestes nur bedingt Zeit, um die beiden zu finden, das Gefährt zu reparieren und zurück auf den Korvatunturi zu gelangen. Für Jule tickt die Uhr – denn ihre Mutter wird es sein, die sie für diesen Fauxpas umbringen wird … Gut, dass der äußerst nette Ben ihr – trotz ihrer fantastischen Geschichte – Unterschlupf gewährt, ihr sogar bei der Suche nach ihren Begleitern hilft. Blöd, dass Ben nicht nur vernarrt in Weihnachten ist, sondern auch eine kleine – zugegebenermaßen zuckersüße – Tochter hat. Etwas, das Jule genauso verabscheut wie das Fest, die nervigen Traditionen und ihre Pflicht, schon bald selbst für freudige Stimmung und strahlende Augen zu sorgen. Ätzend! Zum Glück hat ihr unfreiwilliger Retter ja genügend Feuerzeuge bei sich …

Stellt euch vor, jemand erzählt euch, magisch, mit dem Weihnachtsmann verwandt und mit Hilfe eines Rentiers von Finnland nach Potsdam geflogen zu sein. Irre, oder? Nun, das war auch Bens Eindruck von seiner Mitbewohnerin auf Zeit. Eigentlich hat der junge Vater auch überhaupt keine Nerven für den attraktiven, mürrischen und durch und durch unweihnachtlichen Grinch, den er sich ins Haus geholt hat. Immerhin liegt es an ihm, seinem Opa und seiner Schwester ein perfektes – das letzte gemeinsame – Fest zu bereiten. Und dazu gehört scheinbar eine feste Freundin. Gut, dass der charmante Therapeut mit Elena bereits DIE Kandidatin im Auge hat. Doch alles läuft schief und so greift Ben aus Verzweiflung zu Jules verschrobenem Angebot, ihm zu helfen. Aber irgendwie …

Was war das wunderbar! Obgleich „All we faked for Christmas“ mit knapp 600 Seiten kein kurzes Büchlein ist, verfliegen die Kapitel schneller als die Feiertage selbst. Erzählt wird aus wechselnder Perspektive, sodass wir zu Beginn einen Eindruck der Situation von Jule und Ben vor ihrem Aufeinandertreffen bekommen und im Verlauf dabei sind, wenn sich ihre Haltung, ihre Gefühle und ihre Wünsche, ihr Denken, ändern. Julie Ayden schafft es, mit viel Humor und Skurrilität, mit bildlichen und gefühlvollen Worten eine glaubhafte Story zu erzählen, in der der Erwartungsdruck, der auf beiden lastet, die (Selbst)Zweifel und (Versagens)Ängste nachvollziehbar zur Geltung kommen. Es war leicht, Jules Negativität und ihr abweisendes Verhalten, die jahrelange Rebellion, zu verstehen; nichts mehr zu wollen als frei zu sein. Und auch Ben – der früh mit Verlust und Verantwortung konfrontiert wurde –, sein Streben nach Harmonie und „weniger einsam sein“ waren griffig. Berührten. Noch mehr Kontur bekommen diese herzensguten Personen durch verschiedene Eigenheiten, kleine Details und Hintergründe.
Die Handlung ist abwechslungsreich, aufregend, heiß und romantisch, kommt mit Plätzchenduft, Charme und Amüsement daher, mit unbeholfenen Reaktionen, Impulsivität und Traurigkeit. Aber auch mit Wärme, Verständnis und Güte, mit endlich ausgesprochenen Wahrheiten, nötigen Veränderungen und harten Entscheidungen. Neben den beiden Mitbewohnern, liebevollen Gesten und Christmas-Feels sind es die Nebenfiguren, die zum Lächeln und Seufzen bringen. Vor allem Bens mürrischer Opa und seine wundervolle, starke Tochter Etta bereichern die Fantasy-Romance ungemein.
Ayden spart übrigens auch nicht an Überraschungen und Wendungen, an ernsteren Themen und gelungenen Entwicklungen. „All we faked for Christmas“ ist eine zauberhafte Urban-Fantasy-Geschichte – angereichert mit Tiefe, Witz und viel Gefühl lohnt sich auch abseits der Weihnachtszeit ein Blick.

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Veröffentlicht am 24.01.2026

Leider weit hinter meinen Erwartungen.

Polarsternfunkeln über Alaska
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Um die Selbstständigkeit und die Gesundheit ihrer Mutter zu sichern, hat sich Monas ältere Schwester für unbestimmte Zeit auf den Weg nach Malibu gemacht. Nun muss Mona die Auffangstation „Safe Heaven ...

Um die Selbstständigkeit und die Gesundheit ihrer Mutter zu sichern, hat sich Monas ältere Schwester für unbestimmte Zeit auf den Weg nach Malibu gemacht. Nun muss Mona die Auffangstation „Safe Heaven for Nordic Dogs“ in dem Städtchen Healy Creek komplett alleine betreiben und zusätzlich zu ihren eigenen Aufgaben – der Versorgung und Resozialisierung der Tiere – auch Tess' stemmen. Gerade jetzt! Denn die Wochen vor Weihnachten sind aufgrund verschiedener Spendenaktionen und Öffentlichkeitsarbeiten – die Spezialität ihrer Schwester – ungemein wichtig für das Bestehen der Organisation und die nordischen Vierbeiner. In diesem Jahr heißt es also für Mona, sich ihrer Sozialphobie stellen. Und Hilfe annehmen. Selbst wenn diese von einem, in Healy gemiedenen, vermeintlichen Straftäter kommt …


Wo „Nordlichter über Alaska“ – ehemals „Huskyküsse zu Weihnachten“ – witzig, spritzig, voll von Wintervibes und verschiedenen Gefühlen war, war „Polarsternfunkeln über Alaska“ fad und low. Sowohl im Stil als auch im Verlauf. Das zu sagen, tut mir wirklich leid, denn ich hatte große Erwartungen an unseren zweiten Besuch in der Kleinstadt Alaskas. Aber weder konnten mich die Figuren, die sich nur einer oberflächlichen Ausarbeitung erfreuen, überzeugen, noch sprang der Funke für Setting und Romance über.


Maria schreibt in diesem Buch überraschend einfach und monoton. Die Protagonisten, die aus wechselnder Perspektive erzählen, wirken regelrecht TeenagerInnen-haft und mehrfach inkonsequent, was Gedanken vs. Handeln betrifft. Zusätzlich fehlte es mir insgesamt an Glaubhaftigkeit und Authentizität – angefangen bei den steifen Dialogen bis hin zu Tess, die meiner Einschätzung nach komplett (und unverhältnismäßig) überzogen reagierte. Bis es eine Annäherung und echte Kommunikation zwischen Mona und Nate gibt, vergeht die Hälfte der Story, wobei nach und nach die verschiedenen Päckchen beider zutage treten. Denn gerade Nate hat in dem Städtchen aufgrund seiner Vergangenheit und der dort brodelnden Gerüchteküche einen schlechten Stand – Vorurteile, die auch die Goodwin-Schwestern nicht kaltlassen.


Die (romantischen) Entwicklungen und das Ende waren maximal überstürzt und abrupt. Zugutehalten kann ich der Geschichte lediglich die im Verlauf aufgegriffenen, wichtigen Punkte: Huskys, deren oft nicht artgerechte Haltung und den Blick auf scheinbar professionelle Farmen. Maria Winter schafft Aufmerksamkeit für gemeinnützige Organisationen, wie es die „Safe Heaven for Nordic Dogs“ ist, und erinnert daran, dass Tiere niemals ein (Weihnachts-)Geschenk sein sollten.

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Veröffentlicht am 23.01.2026

Kurzweilig, seicht – vorhersehbare YA-Romantasy

Wicked Souls (Bd. 1)
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Auf Carolyn Smythe wartet ein neuer Lebensabschnitt: Mit dem Adeptenjahr will sie sich einen Studienplatz am Institut für Moderne Magie sichern. Unter Euphorie und Vorfreude mischt sich jedoch auch Unbehagen ...

Auf Carolyn Smythe wartet ein neuer Lebensabschnitt: Mit dem Adeptenjahr will sie sich einen Studienplatz am Institut für Moderne Magie sichern. Unter Euphorie und Vorfreude mischt sich jedoch auch Unbehagen – immerhin war es ihr bisher nur bei ihrer bunt gemischten Familie möglich, sie selbst zu sein. Zudem ist Lyn davon überzeugt, dass jedeR an der Universität ihren Namen kennt … und damit liegt sie gar nicht so falsch.
Zum Glück findet die Junghexe ruckzuck Anschluss, freundet sich mit ihrer Mitbewohnerin an, lebt sich in den Korridoren der Einrichtung ein und kann sogar ihr Traumpraktikum in der magischen Auffangstation antreten! Jetzt muss Lyn nur noch ihren vermaledeiten Fluch loswerden.
Dass sie dafür gleich zwei potenzielle, äußerlich nahezu identische, charakterlich komplett verschiedene Anwärter im Visier hat, macht die Situation um einiges komplizierter. Denn jedes Herzflattern und Schmetterlingskribbeln endet in einer mehr oder weniger peinlichen Katastrophe. Und nur der Kuss der wahren Liebe kann den Bann, geboren aus einem Missverständnis, gesprochen aus Eifersucht, brechen.
Neben Pauken, Arbeit, Festivitäten und Jungs hat Lyn eigentlich keine Zeit, sich zusätzlich über die mysteriösen Einbrüche im Institut den Kopf zu zerbrechen. Aber auch die liebgewonnene Auffangstation – Schutz und Raum für zahlreiche verletzte, bedürftige und seltene Wesen – ist von den Vorkommnissen betroffen …

„Verhexte Prophezeiungen“ ist der Auftakt der romantischen Young-Adult-Fantasy-Dilogie „Wicked Souls“. Wer die zweiteilige Serie „Hunting Souls“ gelesen hat, kennt Katrinas zauberhafte Schwester Carolyn, um die sich hier alles dreht, bereits. Wichtig ist, dass diese beiden Storys nicht aufeinander aufbauen, sondern unabhängig voneinander lesbar sind.

Erzählt wird hauptsächlich aus der Sicht der Hexe, durch die wir in den Alltag der Schule und in die Welt der Magie eingeführt werden. Gerade zu Beginn geben diese Informationen der Handlung Kontur, wobei das Worldbuilding insgesamt eher oberflächlich bleibt. Recht schnell wird klar, dass Lyns Unsicherheiten nicht einzig auf ihr neues Umfeld zurückzuführen sind, sondern sie seit einem gravierenden Ereignis mit sich und ihren Kräften hadert – on top nun der nervige Fluch. Diese Details sowie Einblicke in ihr Aufwachsen sorgen dafür, dass Carolyns Verhalten und ihr Wunsch, zumindest in Sachen Liebe normal zu sein, greifbar wird.
Im späteren Verlauf lässt uns Gabriel hin und wieder an seinen Gedanken und Empfindungen teilhaben – seine Kindheit, seine Familie, so ganz anders als Lyns. Gabriels Perspektiven machen deutlich, dass der vermeintlich desinteressierte und gleichgültige Zwilling ganz anders ist, als er alle glauben machen will. Während ihrer gemeinsamen Arbeit bei Dr. Harper, zwischen hitzigen Diskussionen und lockeren Neckereien, kommen sich Gabriel und Carolyn näher. Und obwohl sich die Hexe vehement dagegen sperrt, sie felsenfest an Sebastian und sich glaubt, schiebt sich immer öfter das Bild des „falschen Bruders“ vor ihr inneres Auge …

Tina Köpkes Stil ist einfach und leicht. Vorstellbar kamen Setting und die verschiedenen Szenarien, die größtenteils eher seicht inszeniert waren, zur Geltung. Die Autorin fokussiert sich vornehmlich auf Lyn, den Fluch und die Lovestory(s), hingegen werden die Einbrüche lediglich sporadisch erwähnt, bis sie gegen Ende wirklich Beachtung samt einer schlüssigen – jedoch nicht überraschenden – Auflösung erhalten. Die Spannungskomponente und die romantische Entwicklung waren sehr vorhersehbar und ziemlich flach. Ebenfalls störend: Dass sich Lyn vegan ernährt, haben die LeserInnen wahrscheinlich nach zwei Erwähnungen begriffen. Außerdem mangelte es einigen Vorbehalten (bspw. gegenüber Gabriel) und Gefühlsregungen (bspw. für Sebastian) an einer Basis, an Gründen. Woher kam die Überzeugung für, woher die harsche Abneigung gegen einen der Brüder?
Dafür bindet Köpke wichtige Themen ein, wie die grenzenlose Ausbeutung von Tieren/Artensterben oder das systematische Einstampfen von nachhaltigen/sozialen Projekten/Forschungen. Besonders gefielen mir die Augenblicke in der Auffangstation, jene, in denen die Smythes integriert waren, Gabriels Fähigkeiten und die Freundschaften, die sich knüpften. Um Alice und Saskia wiederzutreffen, werde ich auch Band 2 der Dilogie lesen, wobei die Story theoretisch rund abgeschlossen war. Wären da nicht die letzten Sätze, die neue Probleme ankündigen …

„Verhexte Prophezeiungen“ ist kurzweilig, süß und bietet nette, wenn auch unspektakuläre Unterhaltung. Im Vergleich zur „Hunting Souls“-Dilogie fehlte es dieser Geschichte meiner Meinung nach an Schwung, Spannung und Witz.

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