„Taste of Sin“: kulinarisch, sinnlich, leidenschaftlich.
„Je weniger ich weiß, umso leichter wird es, ihn gehen zu lassen, wenn es soweit ist.“
Nach dem Tod ihres Vaters ist Emma Besitzerin des Genusshotel Langhauser – verschuldet, renovierungsbedürftig und ...
„Je weniger ich weiß, umso leichter wird es, ihn gehen zu lassen, wenn es soweit ist.“
Nach dem Tod ihres Vaters ist Emma Besitzerin des Genusshotel Langhauser – verschuldet, renovierungsbedürftig und kurz davor, zwangsversteigert zu werden. Ein guter Grund, sich in einer Bar zu betrinken, oder? Nur hat die sonst so lebensfrohe Frau nicht mit dem Fremden gerechnet, der von dieser Nacht an ständig in ihrer Nähe, immer in ihren Gedanken sein wird … Denn gerade Philipp ist jener Bankier, der das Hotel prüfen wird und in dessen Händen die Zukunft der Chefköchin liegt …
30 Tage, um Herr Senoner von ihrer Vision zu überzeugen. Oder sie verliert alles, wofür sie in den letzten Jahren gearbeitet hat, – und nach Ablauf dieser Frist vielleicht sogar ihr Herz.
„ (...) und ich muss mich erneut daran erinnern, dass ich Luft brauche, um zu leben, selbst wenn es schmerzt zu atmen.“
Ich liebe die Geschichten von B.E. Pfeiffer/Lilly Autumn und auch mit dieser hat sie mich einen Nachmittag auf das Sofa gefesselt – und überrascht.
Emma, die mit Engagement und Feingefühl kocht und der genießerische, scheinbar glatte Bankier harmonieren nicht nur im Bett, in der Küche und überall anders perfekt — selten habe ich ein so stimmiges, echtes Miteinander, das auf einer Nacht beruht, verfolgt. Prickeln, Verlangen und Anziehung waren durchweg spürbar, verbanden sich mit den intensiven Gefühlen, der gegenseitigen Faszination.
Die Protagonisten wurden mit Tiefe ausgearbeitet, stehen im Leben und verhalten sich dementsprechend. Dialoge und Umstände wirkten authentisch, das Setting gefiel mir sehr und die Nebencharaktere, allen voran Marie, eine Freundin, die man sich nur wünschen kann, waren ausreichend eingebracht.
Ohne unnötiges Drama, dafür mit Kuchen und Whisky, verwob die Autorin in ihren gefühlvollen, abwechslungsreichen Verlauf, neben einem Hauch Melancholie und Unsicherheit, die herrschenden Differenzen und Schwierigkeiten. Es gab Raum zum Mitfiebern, Schmunzeln und wohlig Seufzen, ich fand zwischen den Seiten Herzlichkeit, einen Hauch Romantik und verdammt viele Spicy-Moments. Diese Szenen waren abwechslungsreich, anschaulich und heiß, Kopfkino nonstop.
Intimitäten passieren auf Augenhöhe, mit Rücksicht. Philipp geht respektvoll mit Emma um, nutzt weder Verletzlichkeit noch Trunkenheit aus. Für mich ein wunderbarer Roman, den ich definitiv noch mehrfach lesen werde.
„Taste of Sin“: kulinarisch, sinnlich, leidenschaftlich.