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Veröffentlicht am 13.03.2026

Mangelhaftes Worldbuilding, loses Ende

Steingladiole. Erde vergisst nie
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„Steingladiole. Erde vergisst nie.“ ist wider Erwarten nicht das Finale über „Die Bücher der Macht“, sondern lediglich Band drei, der auch gut als zweiter hätte durchgehen können. Denn erst jetzt erhielt ...

„Steingladiole. Erde vergisst nie.“ ist wider Erwarten nicht das Finale über „Die Bücher der Macht“, sondern lediglich Band drei, der auch gut als zweiter hätte durchgehen können. Denn erst jetzt erhielt der Plot – nach den eher schwammigen und monotonen Vorgängern – mehr Schwung und Tiefe, bekam Abwechslung und schien voranzukommen, wenn auch weiterhin vieles unklar bleibt. Gerade in Sachen Worldbuilding hätte ich mir mittlerweile mehr Substanz erhofft.

Liza Grimm führt die Geschehnisse aus „Feuerlilie“ fort – Nara wurde entführt und Katso bleibt nichts anderes übrig, als in Lort auszuharren, ruhelos. Immer wieder treten Gerüchte an den Sonnengebundenen heran, die sich um ihn als potenziellen Verdächtigen ranken und um Nara, die freiwillig mit der vermutlich rebellischen Gruppierung gegangen sein soll.
Aber die sanfte Mondgebundene eine Mitwisserin und Verräterin jenes Systems, das das ganze Land vor einem Krieg bewahrt?
Unvorstellbar.

Indes muss sich Nara in Geduld üben, mit Bedacht vorgehen, das Vertrauen ihrer EntführerInnen gewinnen und dabei ihre Enttäuschung, ihre Wut ob all der verlorenen Jahre, der Täuschungen verbergen. Durch die Gesandte aus Kori entdecken und erleben wir bisher unbekannte Gefilde der hier geschaffenen Welt, werfen vorgefertigte Meinungen über Bord, werden zum Umdenken gebracht. Zum Verstehen. Gleichzeitig sorgt ihre Perspektive für ein unbestimmtes Gefühl von Gefahr, entfacht Vorsicht. Denn haben wir bereits in der Academy und in Lort mit Intrigen und perfiden Plänen zu ringen, mit Missgunst und Zwietracht, mit der Frage, wer welches Ziel verfolgt, so treffen wir nun auf weitere undurchsichtige Figuren mit fragwürdigen Intentionen.
Dass sich Nara den Umständen und ihrem emotionalen Aufruhr, der Ungewissheit darüber, was mit ihr geschieht und welche Rolle sie spielt, zum Trotz respektvoll – Mensch, Magie, Natur und Tier gegenüber – und einfühlsam zeigt, macht sie zu einem eindrucksvollen Charakter, der selbst im Auge tosender Stürme Ruhe ausstrahlt, etwas Sanftes, und doch nicht schwächelt.

Obgleich seiner Sorgen und Selbstzweifel kann sich auch Katso dem Neuen, das auf ihn einprasselt, nicht entziehen: Tatsachen und Offenbarungen, die alles verändern, samt Ungereimtheiten und nagenden Fragen, die ihn immer wieder straucheln lassen. In diesem Teil kommt der introvertierte, vorsichtige Sonnengebundene endlich der komplizierten Verbindung zu seinem Seelenbuch auf die Spur, kommt der Erfüllung seiner heimlichen, verbotenen Vereinbarung nach und schließt Bündnisse, gar Freundschaften. Und hat weiterhin die Ehre, Anwärter des „Rituals des Lichts“ zu sein. Doch zu welchem Preis?

Wieder verfolgen wir aus der Sicht dieser beiden die Geschehnisse und fiebern durch sie der sich zuspitzenden Situation entgegen, gehen mit Nara und Katso unterschiedlichen Geheimnissen und Hintergründen auf den Grund und finden Puzzlestücke, die das Bild klarer erscheinen lassen. Zwar sind auch andere Figuren schemenhaft involviert, doch hauptsächlich bereichern Kaya, Pulta, Tris und Eurini den Verlauf, wobei Grimm es schafft, dass niemand ohne Misstrauen betrachtet werden kann. Die „gesichtslose Fußnote“ meldet sich seltener zu Wort, sorgt aber des Öfteren für ungute Vorahnungen, während der Wettkampf und die Magie weiterhin eine enttäuschende Komponente mimen.

Im Vergleich zu „Eislotus. Wasser findet seinen Weg.“ und „Feuerlilie. Asche spendet Leben.“ ist „Steingladiole. Erde vergisst nie.“ insgesamt spannender, unterhaltsamer und interessanter. Der bisher im Stillen brodelnde, sich langsam aufbauende Konflikt zwischen den Ländern und einzelnen Gruppierungen tritt immer mehr an die Oberfläche und auch die gesellschaftskritischen Themen werden genauer konturiert. Lizas Stil ist einfach zu lesen und zu verstehen, wird der anvisierten Komplexität mMn aber nicht gerecht. Ein wenig mehr Raffinesse, mehr Anspruch hätten der Geschichte gutgetan. Dafür kam das Setting bildreich zur Geltung und auch die Gefühle und moralischen Zwiespälte der Protagonisten, ihre Veränderungen und Einsichten wurden wiederholt griffig inszeniert. Außerdem gewinnt die Serie mit Tashi einen tierischen Sidekick.

Band drei über die „Bücher der Macht“ holt Unbequemes ans Licht, lässt die Überzeugungen und den Glauben der Elementgesandten wanken, stellt das bisher verehrte System, blinde Loyalität und die eigenen Motivationen infrage. Katso und Nara müssen sich entscheiden, ob sie jetzt, wo sie hingesehen haben, die Augen wieder schließen, einfach weitermachen, den bekannten Weg gehen können oder ob sie bereit sind, aktiv einem riskanten, opferfordernden Wandel beizuwohnen. Was sind ihnen die Freiheit und die Selbstbestimmung der wichtigsten Ressourcen ihrer Welt wert?

Das Ende kommt abrupt und lässt uns entweder in der Luft hängen oder … ist endgültig.
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Veröffentlicht am 13.03.2026

Die Erinnerung daran, dass die größte Liebe selten die romantische ist.

Lautlos fallen wir
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„Und doch weiß ich: Wenn ich falle, wird er da sein. Nicht um mich zu richten, sondern um mich aufzufangen.“

„Lautlos fallen wir“ ist eine Erinnerung daran, dass die größten Liebesgeschichten selten die ...

„Und doch weiß ich: Wenn ich falle, wird er da sein. Nicht um mich zu richten, sondern um mich aufzufangen.“

„Lautlos fallen wir“ ist eine Erinnerung daran, dass die größten Liebesgeschichten selten die romantischen, selten die klassischen sind, eine Erinnerung daran, dass es manchmal kein Morgen gibt und nur das Jetzt zählt.

Maelia und Elira waren unzertrennlich, bis ihre Mutter eine Diagnose erhielt, die die Kindheit der beiden beendete und weitaus mehr aus den Fugen brachte als nur die Zwillinge.
Während Elira begann, zumindest das zu kontrollieren, was in ihrer Macht steht, Höchstleistungen zu bringen, nichts anderes als Ordnung und Perfektion, stetig weniger, Hauptsache keine Last wurde, und dabei immer mehr von sich, der Lebenslust, ihrer Freundlichkeit verlor, innerlich erfror, sah Mae hin, sah alles, und rettete sich selbst. Bei ihrer Tante und ihrem Onkel baute sich die Künstlerin etwas Neues auf – doch die Vorwürfe in ihrem Kopf, die Schuld in ihrem Magen, blieben. Aber nie hätte sie in London weilen, verwelken, können, dazu verdammt, tatenlos auszuhalten.

Heute arbeitet Elira in einer angesagten Eventfirma, fokussiert darauf, die Beste zu sein, effizient, nahe bei ihren Eltern und im Kopf doch weit weg. Als sie Noel kennenlernt, versucht die 21-Jährige gerade, ihren letzten emotionalen Fauxpas mit einem Bolzenschneider von der Brücke zu lösen, nicht ahnend, dass der aufmerksame Fotograf fortan Präsenz erhält, vor den Eisentüren ihrer Festung ausharrt, geduldig. Nur langsam schafft es die junge Frau, ihn an sich heranzulassen, wieder zu lächeln, einen Schritt in das bunte Treiben zu wagen. Bis ihr das Schicksal erneut einen Tiefschlag erteilt.
Und noch einen.
Und noch einen.

Indes begann Maelia in Zürich eine Ausbildung bei einem Tätowierer, der ihren Input, ihr Talent und ihre Person schätzt. Auch Hannah begleitet ihr Neufinden in der Schweiz mit freundschaftlichem Rückhalt. Abgesehen von seltenen Telefonaten mit ihren Eltern hat Mae London hinter sich gelassen, nur nicht den Schmerz, nicht die Sehnsucht nach dem einen Menschen, der sie komplettiert. Erst die Tragik, der Zeitdruck, der Wunsch, doch noch da zu sein, drängen sie in den Flieger …

„Lautlos fallen wir“ ist so leise wie lärmend, ebenso ruhig wie tosend. Jessica Juni lässt uns aus den Perspektiven der Schwestern in die aktuellen Geschehnisse eintauchen, durchbrochen von Rückblenden, die ihre intensive Verbindung und den Wandel der Familie belegen – den Rückzug des Vaters, das Verblassen von Elira, Maelias Reaktion, die Distanz, die sich breitmacht, die Wut. In der Gegenwart bereichert Noel hin und wieder den Verlauf mit seiner zarten Hoffnung auf mehr. Der Künstler war Ruhe, Geduld, war Grenzen wahren und Halt geben. Es ist ein Missverständnis, das Elira zurücktreibt, fort von ihm, in das dichte Chaos ihrer selbst …
Die Autorin setzt auf Authentizität und Poesie, auf (Ein)Dringlichkeit und Intensität, während sie von Loslassen und Weitergehen, den Hürden des Lebens, den Abschieden und Neuanfängen erzählt; von Trauer um die, die noch atmen, und um die, die gegangen sind. Verlustschmerz – bevor etwas verloren ist. Selbstschutz – wenn niemand anderes dich schützt. Hass, Schuld, Reue, Angst …

Dieser New-Adult-Roman hat so unglaublich viele Facetten zu bieten, so tiefe Nuancen, treffen wir doch auf relevante Themen, reale Probleme, eine Bandbreite an Empfindungen und Gedanken, mit denen es sich identifizieren lässt, vor denen niemand sicher ist. Um die bewegenden Umstände, in denen sich die Schwestern verloren, ihr Wachsen und Ausharren, die sich im Sturm entwickelnden Persönlichkeiten und die Erkenntnisse, die manchmal erst mit der Tragik kommen, konzipierte die Autorin eine Geschichte voller Bilder und Emotionen. Dramatisch, wendungsreich, erschütternd. Denn nichts kommt, wie vermutet.
Mit wie viel Einfühlungsvermögen Jessica einzelne Punkte behandelt hat, ohne zu romantisieren, fand ich zusätzlich zur mitnehmenden Handlung und der stilistischen Leistung hervorragend: Beispielsweise kam anhand der Familie Frey der individuelle Umgang mit diversen Schwierigkeiten und die Dringlichkeit von Abgrenzung greifbar zur Geltung. Auch Elis Essstörung – inklusive ihres Dranges nach Kontrolle – erhielt Substanz, fernab vom Klischee, bekam Tiefe und wurde nach und nach genauso aufbereitet wie einige angestaute Konflikte. Ich fand mich in einigen der geschilderten Gedanken, Situationen und Empfindungen wieder, war gerührt, verstand. Litt. Und Noel? Der fungiert nicht als Ritter, nicht als hedonische Green Flag, sondern als »Ich bin da, wenn du willst!«. Denn keine Liebe der Welt – nicht die der Schwester, nicht die der Eltern oder der Kinder, nicht die romantische oder die freundschaftliche – kann eine psychische Erkrankung heilen, kann sie ausradieren. Juni bindet Therapie und den eigenen Willen gleichsam stark ein wie die Angst, zu viel zu sein, verlassen zu werden. Wie den Wunsch, endlich wieder mehr zu sein.
In Kombination mit der oft melancholischen Stimmung, der Traurigkeit in den Worten, der unterschwelligen Sorge, die von Kapitel zu Kapitel drängender, nur selten von Hoffnungsschimmern und Leichtigkeit abgelöst wird, entfaltet „Lautlos fallen wir“ eine nicht beschreibbare Wirkung, hinterlässt etwas, das bittersüß schmeckt, hallt nach. Laut. Manche Ereignisse und Wahrheiten tun weh, manches erschüttert, doch all das fügt sich perfekt in diesen lebensechten, tränennassen Roman.

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Veröffentlicht am 09.03.2026

Zumindest ist es optisch hübsch

Spellcaster
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Nachdem ich den Besuch auf der „Supernatural Academy“ hauptsächlich interessant und unterhaltsam fand, war ich sehr gespannt auf die neue außergewöhnliche Universität, die Jaymin Eve erschaffen hat. Leider ...

Nachdem ich den Besuch auf der „Supernatural Academy“ hauptsächlich interessant und unterhaltsam fand, war ich sehr gespannt auf die neue außergewöhnliche Universität, die Jaymin Eve erschaffen hat. Leider war mein Aufenthalt am „Weatherstone College“ pure Zeitverschwendung.

Wie ihre Eltern und ihre vier Geschwister hat es auch Paisley geschafft, einen Platz am renommiertesten College Amerikas zu ergattern, in der Hoffnung, hier schnell ihre bisher verborgene magische Affinität zu entdecken und das komplette Potenzial ihrer Fähigkeiten auszuschöpfen. Mithilfe ihrer Ausbildung sieht das Nesthäkchen der Hallistars einer vielversprechenden Zukunft in einem einflussreichen Zirkel entgegen. Doch schnell wird ihr erstes Schuljahr von Schwierigkeiten überschattet: Nicht nur hat sich Logan Kingston – der Sohn jenes Mannes, der ihre Familie seit einem verheerenden Ereignis abgrundtief hasst – an das Weatherstone versetzen lassen, er bekleidet auch einen Posten als Professor und gilt als einer der mächtigsten Spellcaster – selten und beängstigend – der Welt. Weitaus bedrohlicher schätzt Pais jedoch die Angriffe auf ihr Leben ein, die Monster, die nicht existieren dürften und sie im Fokus zu haben scheinen, und das beständige Gefühl, in Gefahr zu sein, welches an ihr haftet, seit sie am College ist.
Zwar sorgen diese Vorkommnisse allmählich dafür, dass die magische Gesellschaft in Aufruhr gerät und sich die Schulleitung gezwungen sieht, Schutzmaßnahmen zu ergreifen, aber wer oder was auch immer der Ursprung der Monsterattacken ist, lässt sich weder abhalten noch aussperren … Währenddessen ist es gerade Logan, der seiner ehemaligen besten Freundin auf verschiedene Arten hilft …

Wir erleben das dürftig ausgearbeitete Geschehen einzig durch Paisleys Augen, und bereits das kommt der Entfaltung der Story nicht zugute. Einmal bleibt Logan trotz seiner Relevanz ein Schemen, jemand, der nur da ist, wenn die 22-jährige Rettung braucht. Andererseits fehlt es der kompletten Geschichte durch ihre naive, eindimensionale und durchweg kindliche Sicht an Ernst, Fakten, etwas Greifbarem. Wer hier eine New-Adult-Romance erwartet, wird enttäuscht werden:
„Spellcaster“ liest sich wie klischeehafte Young-Adult, dies wird durch den Ausdruck und die Gesprächsinhalte von Pais und ihren Freundinnen, den familiären Aspekt, der nur so vor Kitsch und Überdramatisierung strotzt, und die impulsiven, unverhältnismäßigen und trotzigen Reaktionen der Protagonistin bestärkt. Das Worldbuilding mutet interessant an, gar vielversprechend, doch weder die magischen Gegebenheiten, die Vielfalt der Magie noch das – oder der Unterricht am – Weatherstone College erhalten tiefergehende Betrachtung, Details und Logik. Jaymin Eve hat tatsächlich jede charakterliche und zwischenmenschliche Entwicklung übersprungen, hingegen zwar jede Recherche zu den aktuellen Ungereimtheiten und aufgeworfene Theorien angesprochen, aber nur, um diese zu übergehen und direkt zu Paisleys Monologen zu driften. Und diese wiederholen sich, drehen sich hauptsächlich um ihre Selbstzweifel, ihre herzige (in Wahrheit bevormundende und echt aufdringliche) Familie und Logan, darum, wie heiß er aussieht und wie sehr sie ihn (aus Gründen, die Paisley übrigens selbst nicht weiß!) verabscheut. Ach, und sie braucht dringend Sex.

Es war frustrierend, es war nervig, es gab keinen strigenten Plot, nichts Echtes, nichts Nachvollziehbares. Kein System, keine Aufregung. Selbst die Monster-Momente brachten keinerlei Spannung und wer auch immer diese Dilogie als „Dark-Academia“ bezeichnet hat, hat diesen Trope nicht verstanden. Die einfachen, laschen Worte standen der Erzeugung einer Atmosphäre, von Neugier, Unbehagen im Weg, konnten weder düstere Bilder malen noch die Spicy-Szenen mit Leidenschaft füllen oder gar eine feurige Dynamik wecken. „Kleines“, „Bestie“ und der inflationäre Gebrauch von „Arschloch“ passten übrigens auch nicht so richtig in das Gesamte.
Soll heißen: Stilistisch war das Ganze schwach. Wie erwähnt gab es inhaltliche, neben diesen aber auch ständige Wiederholungen von Worten und ich bezweifle stark, dass der Goldmann-Verlag die Romantasy nach der Übersetzung überhaupt an eine/n LektorIn übergab.

Die Handlung tritt, obgleich Zeit vergeht, auf der Stelle, die Nebenfiguren inklusive Logan sind nicht der Rede wert, die Familienbande so … tooomuch … und am Ende – da gab's abrupte, teilweise überraschende, nicht ganz schlüssige Entwicklungen und eine Paisley, die alles mit viel wohlwollendem Verständnis hingenommen hat.
Also: ein Flop, der seinesgleichen sucht.

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Veröffentlicht am 02.03.2026

Unterhaltsame Story, originelle Idee

A Killer Crush
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Es ist ein Dienstagabend, als sich Jamie Prescott und Laurie Hamilton auf den Weg machen, um an einer Speed-Dating-Veranstaltung teilzunehmen – nicht in der Hoffnung, DEN Mann fürs Leben, dafür genügend ...

Es ist ein Dienstagabend, als sich Jamie Prescott und Laurie Hamilton auf den Weg machen, um an einer Speed-Dating-Veranstaltung teilzunehmen – nicht in der Hoffnung, DEN Mann fürs Leben, dafür genügend Stoff zu finden, über den sich die Freundinnen/Mitbewohnerinnen später beim gemütlichen Essen auslassen können.
Jamie, die sich als zukünftige Lehrerin von Genretheorie zudem von ihren Zweifeln und ihrer Dissertation – die die Schnittpunkte von Romcoms und Slasherfilmen behandelt – abzulenken versucht, ahnt nicht, dass sie in dieser Nacht – schick gestylt – all ihr Wissen über Filme und klischeehafte Abläufe brauchen wird. Und dass sie am Ende überzeugter denn je davon ist, dass Mord, Gemetzel und dramatische Liebesbeweise nur auf der Leinwand zum Lachen bringen. Denn wer will schon selbst die Hauptrolle in einer abgefuckten Slasher-Romance einnehmen?

„A Killer Crush“ ist ein … ungewöhnlicher, origineller Roman, in dem Shailee Thompson einen Mix aus konträren Genres hinlegt, der auf schräge Art funktioniert und trotz kritischer Anmerkungen meinerseits amüsante Stunden beschert.
Jedes Kapitel wird von einem verdrehten Zitat eingeleitet, das ebenso oft zum Schmunzeln bringt wie die im Verlauf aufgegriffenen Anspielungen zu klassischen Filmen, Jamies analytische Bewertungen einzelner Situationen und die Freundschaft zwischen ihr und Laurie, die im Übrigen bei mir Star-Status erreichte. Im Fokus steht jedoch ganz klar die Erzählerin, die nun lieber außen vor statt mittendrin wäre. Denn das Speed-Dating nimmt recht früh eine ungeahnte Wendung, die Blut bringt und Opfer, psychische Wunden und Traumata hinterlässt. Es folgen Stunden, in denen Jamie versucht, mit ihrem Wissen über die typischen Plotabläufe von Slashern und romantischen Komödien die restlichen TeilnehmerInnen und sich selbst am Leben zu halten. Aber nicht alle sind von ihrer Rolle und den Regeln – „Sag nie ‚Bin gleich wieder da‘“, „Renne niemals die Treppe nach oben!“, „Kein Sex!“, „Aufteilen ist eine ganz blöde Idee!“ – überzeugt. Zusätzlich spaltet Misstrauen die Gruppe, während das Fehlen von Handys, Schlüssel-Codes, Licht und waffentauglichen Gegenständen die Panik anschwellen lässt. Auch der labyrinthische Club, die Leichen, dunkelrotschimmernde Schlieren und Pfützen treiben die Hysterie konstant in die Höhe.

Shailee Thompson greift das Geschehen anschaulich auf, der Stil ist hierbei ziemlich locker, leider auch sehr ausschmückend, was Nonsens, verschachtelte Monologe und Anekdoten aus Jamies Leben betrifft. Heißt: Obgleich „A Killer Crush“ in einem ironischen, von Sarkasmus unterlegten Ton erzählt wird, Skurrilität und eine Art Komik nicht zu kurz kommen, driftet der Verlauf immer wieder in Längen und sich wiederholende, gar zur Stagnation tendierende Abläufe. Gleichzeitig weckt die Autorin aber recht schnell den Drang, mitzufiebern, gemeinsam mit den Übrigen darüber zu rätseln, wer und was hinter dem Massaker steckt. Und wie sie hier rauskommen.

Es kommt zu einigen überraschenden Wendungen, temporeichen Szenen, intelligenten Gesprächen und (Lösungs-)Versuchen, zu allerhand Verlusten und ja – selbst reichliches Schmachten, eine Prise Spice und ein Potpourri diverser Gefühle sind vorhanden. Gerade Angst, Verzweiflung und Geilheit dominieren diese Dating-Night, die wohl niemand jemals wieder vergessen wird.
Das Ende? Das ist stimmig. Die in der Auflösung liegende (psychopathische) Komplexität hatte ich zumindest SO nicht vermutet.

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Veröffentlicht am 02.03.2026

»Willkommen auf der Montcrest Universität (...) Hier werden Sie lernen, die Menschen stets daran zu erinnern, dass es die Hölle auf Erden tatsächlich gibt.«

Montcrest University 1: Lessons in Evil
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Hoch oben auf einem Berg in den Schweizer Alpen liegt die geheime Montcrest-Eliteakademie. Hier werden Dämonen mit und ohne aktive Sündenmagie sowie Schattenengel dazu ausgebildet, die Menschheit heimzusuchen ...

Hoch oben auf einem Berg in den Schweizer Alpen liegt die geheime Montcrest-Eliteakademie. Hier werden Dämonen mit und ohne aktive Sündenmagie sowie Schattenengel dazu ausgebildet, die Menschheit heimzusuchen und unbemerkt zu infiltrieren. Das Böse, Verderben und Tod zu streuen.

Dass statt Können und Intelligenz vor allem Blut, Macht und Geld in den altehrwürdigen Hallen zählen, wirft Grace Blackmore bei ihrer Ankunft nicht aus der Bahn. Ihre Inkompetenz in Sachen Teamwork und Vertrauen sowie ihr Mangel an Informationen über ihre KonkurrentInnen erweisen sich hingegen schnell als Problem.
Dabei wurde der introvertierte, bis dato isolierte Schattenengel auf das nahende Ereignis ihr Leben lang vorbereitet. Nichts und niemand, auch nicht Volstrom und die Sinners, wird sie von ihrem Ziel ablenken.

Isak Volstrom ist es gewohnt, immer die Kontrolle zu behalten und jede/n zu durchschauen. Ihn zu überrumpeln, ist unmöglich. Als er im Kopf der widerspenstigen, düsteren Erstsemesterin auf eine undurchdringbare Barriere stößt, weckt dies seine Wut – und sein Interesse. Dabei darf er jetzt weniger denn je den Fokus verlieren. Zu viel hat er schon aufgegeben, auf sich genommen, und nicht nur sein Wohlergehen hängt von seinen Erfolgen ab. Aber wer konnte schon mit einer unbekannten Rivalin rechnen, die sich weder seinem Familiennamen noch seinen Intrigen beugt?

Folgende Situation:
1500 Jahre sind vergangen, seit die Hölle und damit auch drei Todsünden versiegelt wurden. Nun sieht Der Hohe Rat die Zeit gekommen, die Flamme der Verdammnis an die Oberfläche zu befördern und mit dieser die Zahl der wirkenden SündenmagierInnen zu erhöhen. Nur fünf SchülerInnen, nur die Besten, dürfen die zwei Lehrkräfte bei dieser riskanten, denkwürdigen Expedition begleiten. Ein Wettstreit entbrennt an der Montcrest University, den Grace und Isak unter allen Umständen gewinnen wollen.
Dabei buhlen im Verborgenen verschiedene Instanzen und Intentionen um diese brennende Macht. Das Gleichgewicht der Welt, die Existenz der Menschen und die Rangordnung der Dämonen stehen auf dem Spiel …

Laurie Harmening führt uns in einem leichten, klaren Stil durch ihre atmosphärische Dark-Academia-Story, die durchaus auf einer originellen Idee – Todsünden und die Erben der Hölle – basiert. Die Montcrest, der gnadenlose Unterricht samt der nicht zimperlichen LehrerInnen, der Evilscore, die konkurrierenden Häuser und die Lage im unwirtlichen Gefilde bilden gemeinsam mit dem Höllen-Tripp – der von diesem ausgehenden, verstärkten Rivalität – ein faszinierendes Setting. Hinzu kommen die eingebundene, deutlich hervorgehobene Ideologie der stärkeren Dämonen, das Machtgefälle zwischen den Spezies, die Gier.

Grace ist eine reservierte, pragmatische Einzelkämpferin mit weitreichendem, altem Wissen. Aufgewachsen in einer englischen Kleinstadt, ohne den Zugriff auf Unterwelttratsch und Kontakte zu ihresgleichen, trainiert darauf, niemanden zu vertrauen und auszuschalten, was sich ihr in den Weg stellt, ist diese neue Situation – sich anpassen, Smalltalk führen – für sie eine Herausforderung. Kam ihr Tereza, ihr magieloses Dämonenanhängsel, anfangs wie eine Strafe vor, entwickelt sich zwischen den beiden Frauen eine Freundschaft, die mich auf unterhaltsame Art an Wednesday Enid erinnerte.
Isak kennt die Regeln und Konventionen der Universität in und auswendig, doch sind diese für einen Volstrom biegsam. Immerhin bilden er und seine eingeschworene Wahlfamilie
– Martha, Lucien und Dante –
die Spitze der Elitesprösslinge. Er macht die Hierarchie. Blackmores Respektlosigkeit ist ihm genauso ein Dorn im Auge wie ihre mentalen Mauern, wie ihre Neugier, die ihm gefährlich werden kann, und das Geheimnis, das sie gewiss tief in sich verbirgt …
Ganz langsam zeigt sich, dass sich der Dämon und der Schattenengel gar nicht so unähnlich sind. Teilen sie beide das Los, ein Werkzeug zu sein, manipuliert von jenen, die sie schützen sollten.

Abgesehen von den Protagonisten, die uns aus wechselnder Perspektive durch das ereignisreiche Schuljahr mitnehmen, halten die Sinners, Professor/In Petrovic und Koster wie andere Studierende das Interesse aufrecht. Sind sie alle doch Teil der "Bösen Gesellschaft" und demnach berechnend, geschaffen, um Zerstörung und Unheil zu bringen. Im Verlauf finden sich dem Verständnis zuträgliche Hintergründe über das hier geschaffene System, letztlich fehlte es mir aber an Worldbuilding, an mehr Details das Widernatürliche, die Gegebenheiten und Magie betreffend.
Vorsicht, Misstrauen und der Hauch von Bedrohung liegen durchweg in der Luft, während die Haters-Dynamik zwischen Blackmore und Volstrom für Reibung, Drohungen und Konflikte sorgt – und für prickelnde Momente.
Je mehr wir über die beiden, ihr Aufwachsen, ihre Leben erfahren, über die unsichtbare Bürde auf ihren Schultern und ihre ihnen aufgezwungene Pflicht, umso häufiger blitzen Verletzlichkeit, Trauer, Reue durch die Eiseskälte. Druck, dem Standgehalten werden muss. Es sind Einblicke, die berühren, Verständnis entfachen. Und doch sollte niemals vergessen werden, dass an dieser Schule ein dunkles Vermächtnis gelehrt wird und niemandem zu glauben ist … Ein Augenblick der Unachtsamkeit und alles könnte verloren sein.

Harmening geleitet uns in emotionale Situationen, in temporeiche Augenblicke, in den unermüdlichen Kampf um die Spitze, jedoch auch in vorhersehbare Entwicklungen und erwarteten Verrat. Dafür waren einige charakterliche Veränderungen und aufgedeckte Geheimnisse überraschend und auch die lang verborgenen Intentionen einzelner, die Unberechenbarkeit der Elite, die sich verschiebenden Motivationen fesseln an den Auftakt der Dilogie, bis uns ein gnadenloser Cliffhanger aus der Hölle reißt und nur Hoffnung, Enttäuschung, Fragen hinterlässt.

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