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Veröffentlicht am 17.04.2026

Hier lohnt es sich, dranzubleiben.

When Shadows Darken the Sun
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Eine High-Fantasy Welt, magische Spiele, die über Macht und Zukunft entscheiden, Rivals-to-Lovers meets Forbidden Love, Schatten gegen Licht – das „The Day and Night Duet“ von Nina Schilling weckte sofort ...

Eine High-Fantasy Welt, magische Spiele, die über Macht und Zukunft entscheiden, Rivals-to-Lovers meets Forbidden Love, Schatten gegen Licht – das „The Day and Night Duet“ von Nina Schilling weckte sofort mein Interesse!

Alle dreißig Jahre entscheidet ein magisches Turnier darüber, wer über den Dritten Hof befehligen darf – das Volk des Tages oder das der Nacht. Von Geburt an werden die ThronerbInnen auf diesen Wettkampf – auf diesen einen Moment – vorbereitet. Werden getriezt, gebrieft, trainiert und einer unbeschwerten Kindheit, Normalität und Leichtigkeit beraubt. Dass nach dem Sieg sogleich eine Hochzeit anberaumt ist, erfüllt zumindest den Primus des Nachthofes eher mit Zuversicht als mit Schrecken.
Während seine Kontrahentin alles dafür tun wird, das Himmelsamulettes endlich zurück in ihre Heimat zu holen, wird Nox nichts unversucht lassen, die Herrschaft über das Dritte Reich zu verteidigen …

Das positive vorweg: Nina Schilling hat ein gutes Worldbuilding geschaffen, in dem wir auf Traditionen, düstere Gefahren und einen mythologischen Hintergrund stoßen. Auch kam das Schattenreich, in dem wir uns bewegen, sehr atmosphärisch zur Geltung. Schnell werden wir mit der hier größten Bedrohung konfrontiert: nebelverhüllten Alpträumen und den perfiden Intrigen des Nachthofes.
Dass Nox sein Augenmerk von Anfang an auf Cass, eine einfache Zofe, legt, eine taffe, kämpferische Kriegerin, die ihn fortan mehrfach überrascht, ihm, einem Mitglied des Adels, die Stirn bietet, amüsiert, beeindruckt und irritiert den unnahbaren Primus gleichermaßen. Denn sein Fokus sollte auf Diana liegen, darauf, ihre Schwächen vor dem Beginn der Spiele auszukundschaften, sie einzuschätzen. Cass stellt sich selbstlos vor die Erbin des Lichthofes, schreckt nicht vor der Schattenarmee zurück und hat nur wenig Sympathie für den gegnerischen Primus übrig. Doch dann zeigt er Seiten, die nicht zu seinem Auftreten, seinem Ruf, seinem Stand passen – und wo Distanz herrschen soll, schleicht sich Neugier ein. Ein Anflug von Vertrauen. Eine prickelnde Anziehung … Aber nichts kann etwas an ihrer Herkunft, an ihrer Pflicht, an ihrem Ziel ändern …

Zwischen Argwohn, Rivalität, Zeitdruck und Trauer baut sich die Romance langsam auf, wird von Geheimnissen überschattet, die letztlich jedes Gefühl von Geborgenheit auszulöschen vermögen. Was sich zwischen Cass und Nox entwickelt sorgt für Unterhaltung, spritziges Geplänkel und funkensprühendes Verlangen. Beide Charaktere erhielten Tiefe, eine berührende, vor Einsamkeit und Verantwortung triefende Vergangenheit und ebenso viele unerwartete Wesenszüge wie Motivationen; zeigen sich stark, nahezu entspannt und sind im Inneren doch so verletzlich. Der Druck, der auf ihnen lastet, ist spürbar – die Erwartungen eines ganzen Volkes, die bohrenden Blicke von König und Königin.
Deutlich arbeitete die Autorin den weiter wachsenden Zwiespalt, das emotionale Chaos, die Frage, was werden könnte, wenn … heraus. Schafft melancholische Nuancen inmitten der eleganten Dunkelheit.
Toll eingebunden waren die Nebenfiguren nebst der loyalen Freundschaften und die besondere Verbindung zwischen den jeweiligen tierischen Gefährten. Sowohl die Schattenpanther als auch die Lichtwölfe sind ein präsenter Teil des Geschehens und weitaus mehr als bloße Sidekicks.

Weniger überzeugend war der Aufbau – der langatmige Einstieg, die Ereignisse, die erst weg vom angepriesenen Kampf samt der Gründe hierfür führen, zahlreiche Erklärungen und ausführliche Monologe, die beständig Spannungen dämpfen und dem Vorankommen im Wege stehen. Zusätzlich schien es als hätten sich des Öfteren Wiederholungen eingeschlichen; von diesem Punkt abgesehen mochte ich den Stil der Autorin, der gefühlvoll und malerisch, dabei jedoch schnörkellos war.
Weit nach der Hälfte gewinnt das Turnier – inklusive Plottwists – endlich an Relevanz, entfacht Tempo und Euphorie, offenbart grausame Strategin und hält gleichermaßen Action, Emotionen wie ein imposantes, alles veränderndes Finale bereit.
Trotz aller Kritik an „When Shadows Darken the Sun“ werde ich „And Midnight Fades to Dawn“ – dem Finale des eher bedachten „The Day and Night Duets“ – eine Chance geben.

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Veröffentlicht am 15.04.2026

Wie immer ein Roman von Woods mit überraschender Relevanz

Das Geheimnis des Geigenbauers
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„Das Geheimnis des Geigenbauers“ ist ein weiterer unglaublich bewegender, in seiner Relevanz überraschender Roman von Evie Woods, der uns erneut in eine Geschichte führt, die sich über Generationen hinweg ...

„Das Geheimnis des Geigenbauers“ ist ein weiterer unglaublich bewegender, in seiner Relevanz überraschender Roman von Evie Woods, der uns erneut in eine Geschichte führt, die sich über Generationen hinweg erstreckt, Schicksale, die sich so nie gekreuzt hätten, verbindet und uns daran erinnert, dass es Hoffnung gibt. Gerechtigkeit. Magie.


Im Fundbüro des Flughafens von Heathrow kann Devlin, einst selbst leidenschaftlicher Musiker, sich der Anziehung einer alten Geige nicht verwehren und steht plötzlich mit einer vermutlich gestohlenen, unsagbar wertvollen Violine vor der Tür seines ehemaligen Lehrers.

Walter hat abgeschlossen, mit sich und seinem Dasein. Doch das Auftauchen von Devlin, sein mysteriöses Fundstück und seine wilde Geschichte katapultieren ihn zurück in das pure Leben. Erfüllen ihn mit längst vergessener Euphorie. Die Geige führt die beiden zu der Gutachterin Gabrielle. Wildings Kenntnisse über das filigrane Streichinstrument und ihre Kontakte könnten helfen, um der Herkunft der Violine und ihrem Wert näherzukommen.

Gabrielle versucht händeringend, das Erbe ihres Vaters vor dem Ruin zu retten. Als ihr zwei Fremde eine Geige präsentieren, die sie – gleichzeitig gestraft wie gesegnet mit musikalischer Finesse und Talent – sofort in ihren Bann zieht und fasziniert, ist ihr Interesse geweckt. Dabei setzt die nüchterne, einsame Gutachterin sonst auf Kontrolle, versteckt ihre Gefühle hinter hohen, dichten Mauern. Zu vieles wurde ihr bereits durch ihre vermeintliche Berufung genommen.

Was Walter, Gabrielle und Devlin nicht ahnen? Ihre gemeinsame detektivische Recherche führt sie an andere Orte, in ein turbulentes Abenteuer und endlich wieder näher zu sich selbst; trägt sie über ihre Ängste und Traumata hinweg und vermag es sogar, ihre Selbstzweifel zum Verstummen zu bringen.

„Das Geheimnis des Geigenbauers“ ist ein vielschichtiger Roman, dessen Komplexität sich Stück für Stück entfaltet und Zeit braucht, um tief, sehr tief zu treffen. Die anfänglich nicht zueinander passenden Stränge verlaufen mit voranschreitender Handlung gekonnt ineinander, verbinden sich zu einer ergreifenden Erzählung, die von seelischen Narben und Heilung spricht, von zweiten (Lebens)Chancen und einer immer währenden, nie gänzlich versiegten Hoffnung.

Nachdem wir die Hauptakteure und ihre nahbaren, individuellen Probleme kennenlernten, verfolgen wir ihre erstarkende Dynamik, sehen, wie sie einander unbemerkt bereichern und ergänzen, sich wortlos helfen und verstehen. Dass Geheimnisse zwischen ihnen liegen, ein Hauch Misstrauen und Vorsicht, sich seichte Funken der Sehnsucht entzünden, gestaltet das sich entwickelnde Miteinander unerwartet aufregend. Alle drei Protagonisten kämpfen mit in der Vergangenheit geschlagenen, unsichtbaren Wunden, mit Schmerz; kämpfen mit sich selbst, mit allem, was verloren ging, und dem Laufe der Zeit.

Die Suche nach Hinweisen auf die Herkunft der Geige, auf den Ursprung ihrer unbeschreiblichen Wirkung, ist intensiv und nicht hürdenfrei, scheint manches Mal hoffnungslos und wird von Tag zu Tag gefährlicher – denn mit dem Besitz des Diebesgutes machen sich Walter, Gabrielle und Devlin zur Zielscheibe. Um dieses mysteriöse Musikinstrument sponn die Autorin ein Netz aus Lügen, Gräuel, Bedrohung und Mysterien, das letztlich für alle Beteiligten so viel offenbart: Erkenntnisse, Stärke, Mut und frische Perspektiven. Alte und neue Leidenschaften. Die eigene, verloren geglaubte Stimme. Freunde und Liebe …

Die eigentliche Geschichte, die der Geige, beginnt 1812, und so werden wir von der Gegenwart mehrfach zurückkatapultiert. In Tragik, Eifersucht und Neid, aber auch in große Gefühle Woods schafft es, mit ihren eindringlichen, nahezu poetischen Worten einem leblosen Gegenstand nicht nur eine tragende Rolle zuzuweisen, sondern ihm Lebendigkeit einzuhauchen. „Das Geheimnis des Geigenbauers“ wurde wunderschön und malerisch geschrieben, stimmt nachdenklich. In keinem Moment versiegen Neugier, Charme oder die durchweg mitklingende subtile Spannung. Dicht nebeneinander schweben Melancholie und Zuversicht, Schwere und Humor.
Es war erstaunlich, wie sich die Figuren im Verlauf, mit- und dank einander, veränderten, wie sie von pragmatischen Verbündeten zu Freunden und Vertrauten, wie wir zu einem Teil dieser besonderen Selbstfindung wurden.

Was ich bei Evie Woods’ Romanen, die stets einen gesellschaftskritischen Kern besitzen, immer wieder zu schätzen weiß, sind die feministischen Aspekte, die unbequemen Tatsachen, die aufgegriffenen Missstände und die Themenvielfalt, die oft genug Erkennen verursacht. Gänsehaut. In keiner ihrer Erzählungen steht die Romantik im Vordergrund, sondern Tragik und Trauer, gebrochene Charaktere, die erst noch erblühen müssen, der Wunsch nach Gerechtigkeit und Heilung.

Abschließend lässt sich daher nur sagen, dass auch dieses Buch mehr zu bieten hat als lediglich eine herrliche Optik, dass dieses Buch so viel mehr enthält …

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Veröffentlicht am 15.04.2026

Glaubhaft erzählt, bittersüß, humorvoll und rührend

Love Me Tomorrow
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Mit der Trennung ihrer Eltern verlor Emma Nakamura-Thatcher ihren Glauben an die Liebe und an »Für immer«.
Aus dem hoffnungsvollen Kind wurde eine pragmatische, introvertierte Teenagerin mit einem Händchen ...

Mit der Trennung ihrer Eltern verlor Emma Nakamura-Thatcher ihren Glauben an die Liebe und an »Für immer«.
Aus dem hoffnungsvollen Kind wurde eine pragmatische, introvertierte Teenagerin mit einem Händchen für das Geigenspiel und zurückhaltenden Träumen. Denn Emma hat nicht vor, ihre Mutter, die unter einer vorzeitigen Arthritis in den Händen leidet, und ihren – seltsamen – Großvater Jiji nach dem Abschluss zu verlassen, um an einem entfernten College zu studieren.
Doch kurz nachdem sie auf dem Tanabata-Fest um ein Zeichen dafür bittet, dass die wahre Liebe wirklich existiert, erreichen sie mysteriöse Briefe. Aus der Zukunft.
Das kann doch nur ein blöder Scherz sein, oder?
Ist es nicht.
Und so verbringt Emma ihren Sommer damit, die Identität von thechronosproject1 im Jetzt aufzudecken. Und lernt dabei so viel mehr über sich, die Liebe und das Leben …

Emma führt uns durch ihre außergewöhnliche Geschichte, sodass wir die junge Frau, ihre oft bedrückenden, ernsten Gedanken und ihre Situation genau kennenlernen können. Ihre knapp bemessene Freizeit verbringt sie entweder damit, ihre schulischen und musikalischen Leistungen auszubauen, oder damit, das dringend benötigte Geld bei einem der zahlreichen Putzjobs zu verdienen, um ihre Mutter zu entlasten. Nur Kindheitsfreund und Nachbarsjunge Theo sowie die etwas eigensinnige, aber unglaublich liebenswürdige Delia lässt sie wirklich an sich heran.
Nun, erster könnte definitiv der Briefe(und Email)schreiber sein. Aber was ist mit Ezra, der ganz plötzlich Notiz von ihr nimmt und an ihr Geigentalent glaubt? Oder den reichen Schnösel Colin, der sie langsam aber hartnäckig, mit Einfühlungsvermögen und Aufrichtigkeit von ihren Vorurteilen gegenüber den Rich Kids befreit?
Während sich Emma immer mehr in Abwägungen und „Könnte sein“ verfängt, von Enttäuschungen übermannt wird, die Gegenwart und ihre eigenen Wünsche vergisst, ist es an ihrem Vater, sie zusätzlich aus dem Konzept zu bringen. Scheint dieser doch, im Gegensatz zu ihrer Mum, weiterzugehen, mit Madison und Camille vorwärtszublicken …

Emiko Jean erzählt „Love me tomorrow“ in einem klaren, wunderbaren Ton, der trotz der einfachen Worte reich an poetischen, nachklingenden Aussagen und an Realität ist. Obwohl sich „richtungsweisende Briefe aus der Zukunft“ fantastisch anhört, ist dieses Buch glaubhaft geschrieben, mitreißend konzipiert und mit Tiefe unterlegt. Die Zerrissenheit von Scheidungskindern, die Schuldgefühle, sind echt, wahr und nachvollziehbar. Ich, die ebenfalls jahrelang unter der Trennung ihrer Eltern litt und in Streit und Machtkämpfe verwickelt wurde, fand mich zumindest schmerzlich in Emmas Gedanken wieder. Zudem spricht die Autorin Alltagsrassismus und die Bürde der Armut an, Themen, die ebenso nahegehen wie Emmas Abneigung gegen die Liebe, gegen romantische Gefühle. Immerhin hat sie selbst gesehen, dass nichts ewig hält, dass immer jemand, auf die eine oder andere Weise, gehen wird. Wie sich Jean in ihrem unterhaltsamen Jugendroman mit der prägenden, kindlichen Konsequenz auseinandersetzt, war originell, herzerwärmend und absolut gelungen. Im Verlauf, mit jeder neuen Mail aus der Zukunft, jeder gegenwärtigen Hürde, jedem Gespräch mit Colin, Theo und Ezra lernt die 17-Jährige etwas dazu. Bis sie am Ende versteht, dass Liebe ein Schmerz ist, der sich lohnt, der Erinnerungen schafft, wo Leere herrscht.
Bis sie erkennt, dass sie ihr Jetzt nicht von einem Irgendwann lenken lassen darf.

Abgesehen von der äußerst charmanten und bodenständigen Protagonistin, die trotz ihrer Rationalität und ihrer Erfahrungen zu Einsichten und Entwicklungen neigt, fand ich ihre Freundin Delia und ihren Großvater einfach gigantisch – super verschrobene Figuren! Auch Greenflag Colin bereichert die Handlung im selben Maße, wie es etliche skurrile, schräge Szenen, sanfte Romantik und der Humor vermögen. Neben spritzig-frechen Schlagabtauschen und einer Menge Ironie waren es Wehmut und Melancholie, die an die Seiten fesseln. Der bittere Geschmack, der auf Verlassen und Veränderungen folgt. Und auch die anschwellende Euphorie, die Aufregung, die Hand in Hand mit Loslassen, Weitermachen und Neuanfangen geht. Emma hat recht, es gibt keine Garantie für eine erfolgreiche, glückliche Zukunft, keine, die eine nie endende Liebe verspricht. Aber der Versuch allein, der ist es wert …
Obwohl die Handlung in meinen Augen rund abgeschlossen ist, hinterlässt die Autorin auf der letzten Seite ein »Fortsetzung folgt«.

„Love me tomorrow“ ist eine zauberhafte, amüsante und berührende Young-Adult-Romance und eines dieser Bücher, die ich in meiner Jugend gebraucht hätte.

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Veröffentlicht am 13.04.2026

Spannende Story, die mehr ist als eine Romance

Ivy League
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𝑨𝒏 𝒅𝒆𝒓 𝒀𝒂𝒍𝒆-𝑼𝒏𝒊𝒗𝒆𝒓𝒔𝒊𝒕𝒚 𝒆𝒏𝒕𝒃𝒓𝒆𝒏𝒏𝒕 𝒆𝒊𝒏 𝒖𝒏𝒆𝒓𝒃𝒊𝒕𝒕𝒍𝒊𝒄𝒉𝒆𝒓 𝑾𝒆𝒕𝒕𝒌𝒂𝒎𝒑𝒇 …



𝗟𝘂𝗺𝗲𝗻 𝗥𝗶𝗰𝗵𝗮𝗿𝗱𝘀' Traum ist es, Anwältin zu werden, in die Fußstapfen ihres Vaters zu treten und ihre von der Armut gebeutelte Familie finanziell ...

𝑨𝒏 𝒅𝒆𝒓 𝒀𝒂𝒍𝒆-𝑼𝒏𝒊𝒗𝒆𝒓𝒔𝒊𝒕𝒚 𝒆𝒏𝒕𝒃𝒓𝒆𝒏𝒏𝒕 𝒆𝒊𝒏 𝒖𝒏𝒆𝒓𝒃𝒊𝒕𝒕𝒍𝒊𝒄𝒉𝒆𝒓 𝑾𝒆𝒕𝒕𝒌𝒂𝒎𝒑𝒇 …



𝗟𝘂𝗺𝗲𝗻 𝗥𝗶𝗰𝗵𝗮𝗿𝗱𝘀' Traum ist es, Anwältin zu werden, in die Fußstapfen ihres Vaters zu treten und ihre von der Armut gebeutelte Familie finanziell zu unterstützen. Deswegen arbeitet die Stipendiatin unermüdlich. Nutzt jede Chance, um sich zu beweisen, und glänzt mit hervorragenden Leistungen.

Jetzt könnte sie DEN Praktikumsplatz ergattern – bei einer der renommiertesten Kanzleien New Yorks. Doch in diesem Jahr nimmt Ashford Legal nur eine/n einzige/n Praktikanten/in. Und gerade der Mann, den sie seit ihrer ersten Begegnung verachtet, der in ihr Ekel und pure Abneigung entfacht, ist ihr größter Konkurrent.



𝗝𝗮𝗰𝗸𝘀𝗼𝗻 𝗖𝗮𝗿𝘁𝗲𝗿 ist der Sohn des Gouverneurs und bekannt für seine legendären Partys. Er ist es gewohnt, von jedem/r umschwärmt zu werden und alles zu bekommen, was er will. Und gerade will er nichts mehr als das sechswöchige Praktikum bei Howard Ashford Legal. Denn er liebt es, zu gewinnen. Aber noch mehr liebt er den Gedanken, seinen Vater zu zerstören. Dass Lumen, die einzige Schülerin, die es mit seinen Leistungen aufnehmen kann, die einzige Person, die nicht ehrfürchtig vor seiner Präsenz zurückweicht, ihm sogar die Stirn bietet, es auf den gleichen Platz abgesehen hat, passt Jackson nicht in seinen Plan. Als seine Versuche, sie von der Bewerbung abzubringen, scheitern, ist er gezwungen, fünf Tage mit ihr auf engstem Raum zusammenzuarbeiten und sie gleichzeitig irgendwie auszustechen …



Zusammen mit einem dritten Bewerber – Ángel – werden sie in dieser Woche in einen fordernden Fall involviert, dessen Ausmaße so weitreichend sind, so zerstörerisch und gefährlich, dass ihre Feindschaft in den Hintergrund rücken sollte – doch weder Lumen noch Jackson sind bereit, einen Millimeter zurückzuweichen. Dabei sind ihre Gefühle längst nicht mehr von Hass durchtränkt …



Über dieses Buch habe ich auf Social Media und in diversen Shops ausschließlich (sehr) Gutes gelesen. Obwohl ich mich selten von der Community oder anderen Rezensionen zu einem Kauf verleiten lasse, war meine Neugier geweckt. Tja, ich bin positiv überrascht, denn auch mich hat der erste Band der New-Adult-Trilogie „Ivy League“ schnell mitgerissen und trotz der einen oder anderen unspektakulären Länge überzeugt.

Wie für den Auftakt einer Serie typisch werden wir in die Ausgangssituation der Hauptcharaktere geführt und mit ihrem aktuellen Leben, ihren Zielen, Problemen und Gedanken konfrontiert. Abgesehen von dem Konkurrenzkampf um das Praktikum, den feurigen Begegnungen der beiden und den oft spritzig-direkten Diskussionen nimmt der Fall ,Pink Shield' einen Großteil der Story ein. Mit diesem spricht Ann-Kathrin Falkenberg nicht nur die fahrlässige, zu schnelle Zulassung von Medikamenten und Korruption in Forschung und Medizin an, sondern macht zeitgleich auf Gebärmutterhalskrebs aufmerksam.

Welche – auch persönlichen – Kreise die Recherche der drei Studierenden zieht, welche Risiken, Täuschungen und Manipulationen aufgedeckt werden, ist überraschend, dabei (leider) glaubhaft und der unterschwelligen Spannung, die zum Mutmaßen animiert, zuträglich.



Falkenbergs Stil ist einfach, aber gleichermaßen lebendig und detailreich, sodass sich die New Yorker Kulisse einer atmosphärischen und die Arbeit in diesem Zweig der Justiz, einer Männerdomäne, einer verständlichen Inszenierung erfreut. Die Autorin zeichnete ihre Protagonisten nahbar, mit verschiedenen Motivationen und einer persönlichen Geschichte. Auch andere Figuren bereichern die Handlung. So nimmt bspw. Laura Porter eine taffe Vorbildfunktion ein, im Gegensatz zu Robert Alexander Carter, der in Kombination mit dem Wissen, was wir im Verlauf unweigerlich über ihn sammeln, für Gänsehaut der unguten Sorte sorgt. Öfter dominieren Schwermut und der Mix aus Berechnung und Bedrohung, der Widerwillen ob der prickelnden Anziehung und fatale Überlegenheit das sich zuspitzende Geschehen.



Lumen Richards ist nicht bereit, sich von Jax einschüchtern zu lassen, und kämpft um ihren Platz in der Kanzlei. Die Studentin präsentiert sich als aufopferungsvoller Familienmensch, als loyale und verbissene, stolze und starke Frau. Schlagfertig und intelligent.

Jackson Carter gibt sich derweil als unterkühltes, arrogantes Rich Kid, das sich seiner Wirkung und seines Einflusses bewusst ist, und geht mit perfidem Kalkül vor. Dennoch hebt er sich von seinen Freunden – Rohan und Jeremy –, die keinerlei Grenzen kennen, ab und beweist in diversen Szenen seinen moralischen Kompass. Nichts – weder Drogen noch Alkohol, weder Geld noch Frauen – ändert etwas an Jacksons Hass auf seinen Vater, an seiner Trauer. An seinem abgestumpften Inneren. Nichts. Außer Lumen.

Die Dynamik zwischen den unerbittlich rivalisierenden, sich herausfordernden und provozierenden Protagonisten entwickelt sich in einem stimmigen Maß, das erst im letzten Abschnitt expliziter, näher wird. Misstrauen wird von Vertrauen abgelöst, Abneigung von Geborgenheit – doch zu welchem Preis? Was ist echt, was Teil einer perfiden Strategie?

Während sich die Woche der erkenntnisreichen Probearbeit dem Ende nähert, Ángel, Jax und Lumen immer mehr Puzzleteile zu einem Bild voller unbequemer Fragen zusammensetzen, lässt die junge Frau ihre sorgsam aufgebaute Deckung sinken – und bezahlt dafür. Doch ist nicht sie es, die aus „Guilty Rivals“ mit der schmerzlichsten Verletzung hervorgeht …



Ann-Kathrin Falkenberg sponn feine und durchdachte Verstrickungen, spart weder an Tempo noch an explosiven Emotionen und verzichtet auch nicht auf einen Cliffhanger – ich bin sehr gespannt darauf, welche Wahrheiten sich in der Fortsetzung im Licht manifestieren. Und ob Lumen Jackson noch einmal an sich heranlassen kann …



➡️ 𝕋𝕙𝕖 𝕙𝕪𝕡𝕖 𝕚𝕤 𝕣𝕖𝕒𝕝, 𝕒𝕟𝕕 𝕪𝕖𝕤, 𝕚𝕥'𝕤 𝕣𝕖𝕒𝕝𝕝𝕪 𝕨𝕠𝕣𝕥𝕙 𝕚𝕥.

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Veröffentlicht am 09.04.2026

Wunderschön anzusehen und im Inneren verzaubernd

The Faraway Inn
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„The Faraway Inn“ ist der neue cozy Fantasy von Sarah Beth Durst und perfekt für einen lauen Sommerabend, für einen regnerischen Nachmittag oder einfach dann, wenn ihr euch nach einer sanften Umarmung ...

„The Faraway Inn“ ist der neue cozy Fantasy von Sarah Beth Durst und perfekt für einen lauen Sommerabend, für einen regnerischen Nachmittag oder einfach dann, wenn ihr euch nach einer sanften Umarmung sehnt.

Calisas Herz ist gebrochen und so folgt sie der unerwarteten Einladung ihrer Großtante und verbringt ihren Sommer in deren B&B – abgelegen in einem Wald in Vermont. Doch hier ist nichts wie sie es aufgrund ihrer Kindheitserinnerungen erwartet hatte: weder wird sie von der dringend benötigten Herzlichkeit empfangen noch nächtigt sie in einer hübsch-ansehnlichen Oase. Ganz im Gegenteil: Zee ist schroff und will sie schnellstmöglich wieder loshaben, die Gäste sind schräg, das Ferienhaus marode, was die Schülerin noch vor dem ersten Eintreten am eigenen Leib erleben muss, und Jack … der ist süß, scheint aber nicht so recht zu wissen, wie er mit Calisa umgehen soll.
Trotz des Gefühls, unwillkommen zu sein, und der Gewissheit, dass im Faraway Inn irgendetwas ganz und gar nicht stimmt, beschließt die junge Frau zu bleiben und zu helfen. Während sie versucht, das Gasthaus auf Vordermann zu bringen, kommt sie dem unbeholfenen Jack langsam näher, dringt zu ihrer Tante durch und kommt einem Geheimnis auf die Spur, das Calisas Verständnis von Realität und ihr Weltbild auf den Kopf zu stellen vermag …

Sarah Beth Durst ist eine der Anlaufstellen, wenn es um magische Gemütlichkeit geht, um softe Fantasy und um ganz viel Herz. Wir werden an der Seite der anfänglich pragmatischen Schülerin in die Geschichte geführt, entdecken Stück für Stück das staubige Anwesen, rätseln mit ihr gemeinsam über die Mysterien und Ungereimtheiten und werden von so manch BesucherIn und Hürde überrascht. Aber Calisa lässt sich von nichts und niemanden, weder von Echsen noch kratzbürstigen Katzen, weder von ihrer Tante noch von seltsamen Vorkommnissen davon abhalten, das Inn zu schrubben und zu putzen. In der Hoffnung, so nicht nur Zee davon überzeugen zu können, sie bleibenzulassen, sondern auch um Ethan aus ihrem Kopf zu waschen.

Stets zur Stelle ist der Sohn des Hausmeisters, der sich mit seiner unfreiwilligen Eigenartigkeit Sympathiepunkte erschleicht und gleichzeitig Neugier weckt. Zwischen ihm und Calisa kommt es zu allerhand witzigen Unterhaltungen und auch seine wenig subtilen Ausreden, um das eine oder andere Ereignis, diese und jene Entdeckung zu erklären, sorgen für Amüsement. Da die Autorin zu einfachen, jedoch sehr detailreichen Worten greift, war es leicht, sich in dem urigen Setting zu verlieren, sich die liebevoll ausgearbeiteten Figuren und Gegebenheiten genaustens vorzustellen und sich von der Stimmung, die durchweg etwas Beruhigendes hat, einlullen zu lassen. Das Tempo ist hierbei gemächlich, ohne gedrosselt zu wirken, unterstützt jedoch die Entfaltung einzelner Skurrilitäten und der charakterlichen Veränderungen.
„The Faraway Inn“ ist nicht frei von Melancholie und nachdenklich stimmenden Aussagen, aber enthält genauso viel Trost, Witz und einen ganz besonderen Zauber.

Was ihre Tante zu verbergen versucht und welche Funktion das Faraway Inn innehat? Ob Calisa sich in diesem Sommer neu finden kann und vielleicht sogar verlieben wird? Und welche Hintergründe, welche Schätze in den Tiefen der alten Mauern, in den Tiefen der Geschichte schlummern? Das solltet ihr unbedingt selbst herausfinden.

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