Platzhalter für Profilbild

Franci

aktives Lesejury-Mitglied
offline

Franci ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Franci über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 30.08.2021

Ein Roman, der sensible Themen ruhig umsetzt.

Just the Way You Are
0

Ich durfte „Just the Way You Are“ test -& vorab lesen; Austausch mit anderen & der Autorin inklusive. Vielen Dank an dieser Stelle.


Obgleich einige schwierige Themen in dem neuen Roman von Aaliyah Abendroth ...

Ich durfte „Just the Way You Are“ test -& vorab lesen; Austausch mit anderen & der Autorin inklusive. Vielen Dank an dieser Stelle.


Obgleich einige schwierige Themen in dem neuen Roman von Aaliyah Abendroth auftauchen, wurde die Grundstimmung nie länger bedrückend, die Probleme lasteten zu keiner Zeit auf dem Leser.

Zu Beginn wusste ich nicht, in welchem Verhältnis Fiona & Josh früher zueinander standen, geschweige denn, mit welchen Dämonen die locker wirkende junge Frau zu kämpfen hat. Erst im weiteren Verlauf gibt es Informationen, die sich schlüssig zusammen setzen lassen. Da es von Beginn an so wirkt, als würde Fiona das Wort auf lockere Weise direkt an uns richten, ist es leicht sich in die Geschichte einzufinden.


Gerade Gefühle wie Sehnsucht & Liebe zu beschreiben liegt der Autorin – denn das waren die Stellen, die mir wirklich unter die Haut gingen & mich berührten. Zudem sei gesagt, dass für diesen Roman eigens ein Lied komponiert wurde. Vor allem die Geständnisse, die Wahrheiten zwischen dem zu perfekten Josh & der unsicheren Fiona gingen mir nahe, waren ergreifend & die Songzeilen sind einfach wunderschön.


„Ich meine … versuche mal, jemanden zu vergessen, dem jeder einzelne Song gewidmet ist, den du je geschrieben hast.“


Als Thüringerin war ich begeistert von dem Handlungsort: Jena. Denn im Verlauf streifte ich durch altbekannte Straßen, lächelte bei Erinnerungen an die Natur oder Cafés. Sämtliche Personen waren vorstellbar beschrieben, ebenso deren Reaktionen. In viele Szenen konnte ich mich einfühlen – doch einige wirkten in meinen Augen zu konstruiert & alles andere als authentisch. Naivität, ein zu glatter Ablauf, der gerade im Mittelteil langatmig wirkt, Charaktere, die es nicht gebraucht hätte & Omas Zitate machten es mir öfter schwer, wirklich fokussiert zu bleiben.

In einem Fort treffen wir auf „Schmetterlinge“ & werden nie vergessen, dass die Hauptprotagonisten Veganer sind, & Josh an etwas leidet, dass für einen Musiker schwer zu ertragen ist.


Neben dem Geplänkel unter einander trägt Zoro auf ungewöhnliche Weise dazu bei, dass man öfter lachen muss. Ihr solltet ihn kennenlernen.

Fiona ist ein gutmütiger Mensch, was Aaliyah in „Just the Way You Are“ sehr deutlich herausarbeitet, aber trotz der rosaroten Brille wirkt sie reflektierend. Die Beziehung zwischen ihr & ihrem großen Bruder Liam strotzt vor Zusammenhalt & Intensität. Abwechslung brachte das Miteinander mit anderen Charakteren. Wie sich die Protagonisten entwickeln, mit ihren Problemen umgehen ist einerseits interessant, jedoch ereignislos. Was Fiona hingegen verbirgt, welches Traumata, ist … traurig, leider keine Seltenheit & rückt die Furcht vor Menschenmengen in ein anderes Licht.


Trotz Kritik, sollte man „Just the Way You Are" allein wegen der Emotionen & Liedzeilen lesen, wegen der Hoffnung auf Zufälle & zweite Chancen.


„So fühlt es sich also an zu verlieren. Und ich frage mich, ob es das wirklich wert war – ob die honigsüßen glücklichen Momente, die wir zusammen in dieser schillernden Seifenblase hatten, jemals den Schmerz aufwiegen können …“

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 30.08.2021

Für mich? Wars nichts.

Herz des Todes
0

„Das Herz des Todes" konnte mich leider nicht vollständig abholen – was aber nicht an der Qualität & Kreativität dieser sonderbaren Geschichte lag. Denn beides ist, wie auch Poesie & Tiefgang, unumstritten ...

„Das Herz des Todes" konnte mich leider nicht vollständig abholen – was aber nicht an der Qualität & Kreativität dieser sonderbaren Geschichte lag. Denn beides ist, wie auch Poesie & Tiefgang, unumstritten gegeben.


Mir fehlte es an einem nachvollziehbaren Verlauf, einer greifbaren Handlung. Oftmals hatte ich das Gefühl, etwas verpasst zu haben, stolperte über Ecken, erhielt nie etwas Rundes. Obgleich das Gesamte zum Nachdenken anregt, stellenweise berührt & der schwarze Humor, regelrechter Sarkasmus den Mundwinkeln kaum Zeit gibt, sich nach unten zu ziehen.
Über dem Geschehen liegt eine bedrückende Atmosphäre, ein Hauch Melancholie & wir begleiten Charaktere, die trotz ihrer Aufgaben, liebenswert sind.


„Das Herz des Todes“ ist skurril & eigenwillig, definitiv neu & anders.
Auch wenn mich der Fantasy-Roman nicht fesseln konnte, bin ich sicher, dass sich viele Leser dem Sog von Magret Kindermann nicht entziehen können.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 30.07.2021

Süß für jung & alt.

Armania - Auf der Suche nach dem Bernsteinblut
0

„Armania: Auf der Suche nach dem Bernsteinblut“ 


Das Urban Fantasy Jugendbuch von Shanti M. C. Lunau kommt nun in einer überarbeiteten Neuauflage daher und eröffnet nicht nur Bücherwurm Rina eine Welt, ...

„Armania: Auf der Suche nach dem Bernsteinblut“ 


Das Urban Fantasy Jugendbuch von Shanti M. C. Lunau kommt nun in einer überarbeiteten Neuauflage daher und eröffnet nicht nur Bücherwurm Rina eine Welt, die sie nur aus ihren Geschichten kennt: voller Schönheit, Unglaublichkeiten und … Gefahr.

Eine Reise beginnt, die Rina und ihre optimistische Freundin Lina an ihre Grenzen zwingt, Mut verlangt und zeigt, wie Liebe und Verzweiflung zum Antrieb werden können.


Die junge Autorin kreierte auf 316 Seiten nicht nur sehr sympathische Charaktere, mit deren alltäglichen Ängsten und Problemen sich die Zielgruppe identifizieren kann, sondern auch eine wundersame Welt mit entsprechenden Wesen, die kreativ ausgearbeitet wurden und dem bereits Bekannten frische und Leichtigkeit verleihen.


Das Abenteuer wird aus der Sicht von Rina erzählt und während die ersten Kapitel fast gänzlich normal das Denken und Leben eines Büchernerds beschreiben, bringt ein Zusammenstoß mit einem seltsamen Fremden alles durcheinander. Der Blick in die ungewöhnlichen Augen von Criff ändert alles. Schon in der Realität erfährt der Leser, dass die gemobbte Jugendliche selbstlos agiert, sich für andere einsetzt und mutig ist. Und wie stark sich diese Charakterzüge entwickeln wird auf der beschwerlichen Suche nach dem Bernsteinblut mit jeder Hürde deutlicher.

Armania ist ein Land, dass durch die Machtgier und das blinde Streben nach Ruhm ruiniert wurde: Was einst eine Welt voller Liebe und Frieden war, in dem ein warmes miteinander die Wesen ausfüllte, wurde zu einem hoffnungslosen Ort, in dem Zerstörung, Angst und Trauer herrscht, Tod und Misstrauen auf der Tagesordnung stehen.

Rina und Lina geben den Bewohnern mit ihrem eisernen Willen, ihrer Mission Kraft, animieren sie, denn der Wunsch, nicht tatenlos zu sein, zu helfen treibt die beiden samt ihrer neuen Freunde an, auch die größten Gefahren zu überstehen. Es zumindest zu versuchen.


In diesem Jugendroman hätte mehr mit der Schreibweise gespielt werden können. Die umgangssprachlichen und einfachen Formulierungen tragen zwar zum flüssigen Lesen und der Authentizität der Charaktere bei, jedoch empfand ich, dass dies in der ausgefallenen, fantasiereichen Welt etwas deplatziert wirkte. Auch kam die Atmosphäre der geheimnisvollen, bedrohlichen Szenen oder der bedeutsamen Situationen nicht immer zur Geltung, da diese oft sehr plötzlich und schnell abgehandelt wurden und so Gefühle oder Ängste nicht fassbar waren. Dennoch überraschte mich der wechselhafte Verlauf mit all den Ereignissen und Entdeckungen mehrfach.


Wir haben hier keine typischen Helden, die furchtlos und unversehrt durch kochende Seen oder tropische Gefilde wandern, sondern Menschen und wundersame Humanil, die zweifeln, schreien, weinen und sich übergeben. Es gibt Begegnungen, die so überraschend und unerwartet über uns hereinbrechen, dass man nur staunen kann, mitreißende und lebhaft geschilderte Szenen, Wendungen und öfter auch mal was zum Lachen.


Selbst wenn manche Ereignisse nicht vollkommen logisch waren und viel zu Schnell von Liebe gesprochen wurde, ist die Suche nach dem Bernsteinblut ein kreatives Abenteuer in einer einzigartigen, unberechenbaren Welt, mit vielen, vielen Anspielungen, über die es sich lohnt nachzudenken. Süß, witzig, dramatisch und spannend – ich empfehle Jung und alt einen Besuch in Armania. 


„Armania: Auf der Suche nach dem Bernsteinblut“ eine Geschichte über Freundschaft, innere Stärke und Zusammenhalt.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 01.05.2021

Sehr empfehlenswert.

Lerne zu hassen
0

„Lerne zu hassen“ von Emely Dark
ist der zweite Teil des Gemeinschaftsprojektes „Die Akademie des Todes".

Diese wird unter anderem damit beworben, dass die Bände nicht in der Reihenfolge gelesen werden ...

„Lerne zu hassen“ von Emely Dark
ist der zweite Teil des Gemeinschaftsprojektes „Die Akademie des Todes".

Diese wird unter anderem damit beworben, dass die Bände nicht in der Reihenfolge gelesen werden müssen, was mich nach dem fiesen Cliffhanger von „Lerne zu leiden“ etwas irritierte. Doch nun weiß ich, wieso und finde es unglaublich interessant und innovativ, einfach neu und ungewöhnlich, wie die Thriller Reihe von Martin Krist, Timo Leibig und Emely Dark konzipiert wurde.
Fakt ist: Wenn man einen der Bände gelesen hat, sollte, nein, will man auch die anderen Teile unbedingt entdecken, zusammensetzen. Denn ich bin mir sicher, dass aus allen drein ein großes, stimmiges Bild, ohne Lücken entsteht.


Emely überraschte mich damit, wem sie in ihrem Band eine Stimme verleiht, wer erzählt, denn statt wie erwartet Opfer oder Ermittler lernen wir den Täter kennen, bekommen die schreckliche Situation des Kinder-Spiele-Tobe-Lands aus seiner Sicht geschildert, erfahren etwas über die Hintergründe, entdecken Zusammenhänge und Antworten auf Fragen. Der Titel „Lerne zu hassen“ ist in meinen Augen sehr gut gewählt, denn niemand wird voller Hass und Wut geboren. Auch Alexander Graf nicht, der nicht nur detaillierte Einblicke in seine perfiden Gedanken und Taten gibt, sondern den Leser an zwanghaften inneren Konflikten und seiner Vergangenheit teilhaben lässt.

Ich empfand diesen Band etwas ruhiger und weniger thrillig, konnte den Verlauf dennoch aufmerksam und neugierig folgen, mit dem Wissen aus „Lerne zu leiden“ ist die gesamte Handlung zudem noch nachvollziehbarer.
Ab der Hälfte steigt der Spannungsbogen, die leise Ahnung, was sich hinter der Akademie verbirgt, wird beängstigend und vorstellbar, denn sie ist mehr als nur reine Fiktion.

Überraschende Szenen, Wendungen und erschütternde Wahrheiten, tiefere Einblicke, in die Psyche des Täters, lösen ein gewisses Verstehen aus, und durch einige Aussagen ist ersichtlich, dass Alexander Graf kein gewissenloser Mörder ist.
Hier zeigt sich, dass ein kleiner Fehler das ganze Leben ändern kann, dass ein Gefühl von Überlegenheit immer etwas Trügerisches ist.


Ich muss dringend erfahren, wie Timo Leibig das fehlende, dritte Puzzlestück in das Abbild der „Akademie des Todes“ fügt.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 08.12.2020

Solide Horrorstory.

Dschinn
0

André Wegmann erfindet mit „Dschinn“ den Horror nicht neu. Trotz einer klaren Ausdrucksweise empfand ich es anstrengend, die 237 Seiten zu verfolgen, denn mit Nebensätzen, die für mich belanglose Ausschweifungen ...

André Wegmann erfindet mit „Dschinn“ den Horror nicht neu. Trotz einer klaren Ausdrucksweise empfand ich es anstrengend, die 237 Seiten zu verfolgen, denn mit Nebensätzen, die für mich belanglose Ausschweifungen ohne interessante Informationen waren, geizt der Autor nicht. Einerseits ermöglichen diese detaillierten Erklärungen die bildliche Vorstellung der Geschichte, hier geht in meinen Augen dadurch mehrfach die Spannung verloren.

Mit Christian Harms kreierte der Autor einen soliden Detektiv, der trotz seiner eigenen harten Vergangenheit und den Mühen der Gegenwart, alles daran setzt Fälle aufzuklären – leider wird er genau in das Schlamassel hineingezogen, dass noch mehr Kerben auf seiner Seele hinterlassen wird und doch auch ein Trostpflaster bereithält. Die Entwicklung zwischen Harms und der Nonne Bernadette war vorhersehbar und dennoch passend. Dass der Thriller mit zwei grausamen Geschehnissen beginnt und im Verlauf mehrfach durch solche unterbrochen wird, hält vordergründig das Interesse konstant. Bildlich und voller Details, ungeschönt und in angemessener Art konnte ich sehen, wie Blut spritzt -oder eher floss-, Köpfe abgebissen werden, Gliedmaßen brechen – und Andre verschont weder Kinder noch verzichtet er, wie es für den Redrum Verlag üblich ist, nicht auf vulgäre Ausdrücke. Gemetzel und Sex sind lebhaft ohne Schnörkel, wirken dennoch nicht gossenhaft.
Die Idee dem "Bösen" dieses außergewöhnliche Antlitz zu geben war neu, im Gegensatz zu den verwendeten Elementen der "Besessenheit" und "Austreibung", die, meiner Meinung nach, sehr nah an „Der Exorzismus“ und ähnlichen bekannten Werken blieben.
Dass der Autor seinen „Dschinn“ nicht einfach so auf die Welt losgelassen, sondern für diesen Thriller recherchiert hat, ist deutlich sichtbar. Fiktion und Fakten vermischen sich zu einem interessanten Gebilde, dass öfter langatmig und wenig spannend ist, jedoch auch mit unverblümten Grausamkeiten, Horrorelementen und vorstellbaren Schilderungen von grausigen Szenen an den Nerven zieht.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere