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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 11.10.2025

Atmosphärisch, geheimnisvoll, aber noch ausbaufähig

The Deathless One
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Einstieg & Atmosphäre

Das Buch beginnt unglaublich stark und intensiv. Schon das erste Kapitel hat mich so sehr überrascht und mitgerissen wie selten ein Auftakt zuvor. Die düstere, makabre Stimmung hat ...

Einstieg & Atmosphäre

Das Buch beginnt unglaublich stark und intensiv. Schon das erste Kapitel hat mich so sehr überrascht und mitgerissen wie selten ein Auftakt zuvor. Die düstere, makabre Stimmung hat mich sofort gefesselt und ich wollte unbedingt weiterlesen.

Perspektiven & Erzählstil

Das Buch wird aus zwei personalen Perspektiven erzählt, einmal aus der Sicht des Todlosen und einmal aus Jessamines. Es handelt sich dabei nicht um eine Ich-Perspektive, sondern um personal-allwissende Erzähler. Durch die Fülle an inneren Monologen und intensiven Dialogen habe ich das zunächst gar nicht bewusst wahrgenommen, weil die Erzählweise sehr gefühlvoll und dicht wirkt. Obwohl ich denke, dass eine Ich-Perspektive die Nähe zu den Figuren vielleicht noch etwas verstärkt hätte, hat mich der gewählte Stil nicht gestört.

Figuren & Dynamik

Jessamine war für mich die spannendste Figur im ganzen Roman. Sie hätte noch viel stärker ausgearbeitet sein können, doch der Ansatz einer Entwicklung war klar erkennbar und genau das hat mir gefallen. Es ist keine riesige Transformation, aber man spürt, dass sie am Ende einen Schritt weiter ist als am Anfang. Auch die Dynamik zwischen ihr und dem Todlosen ist spannend und trägt die Geschichte über weite Strecken. Neben ihr gibt es eigentlich nur eine weitere Nebenfigur, die mir sehr ans Herz gewachsen ist und die eine schöne Ergänzung darstellt. Der Todlose hingegen blieb für mich etwas schwerer greifbar. Auch er macht eine Entwicklung durch, die mir durchaus gefallen hat, aber ich konnte keine so starke Nähe zu ihm aufbauen wie zu Jessamine oder der Nebenfigur.

Worldbuilding, Magiesystem & Logik

Die Welt, die Emma Hamm hier erschafft, hat eine düstere und raue Atmosphäre, die mir insgesamt gut gefallen hat. Dennoch bleibt vieles sehr vage und oberflächlich. Gerade im Hinblick auf den Todlosen und seine Fähigkeiten hätte ich mir mehr Klarheit gewünscht. Auch das Magiesystem wird nur angerissen. Es gibt zwar einige spannende Ideen und Andeutungen zu den Zwischenwelten, in denen der Todlose existiert, doch vieles bleibt schwammig. Dadurch hatte ich manchmal Schwierigkeiten, die Regeln und Grenzen dieser Welt nachzuvollziehen. Hier hätte ich mir mehr Struktur und Konstanz gewünscht, um die Geschichte noch greifbarer und fesselnder zu machen.

Handlung & Spannung

Die Geschichte startet unglaublich intensiv und fesselnd. Besonders angenehm fand ich, dass man als Leser nicht direkt mit sämtlichem Wissen überschüttet wird, sondern Stück für Stück kleine Aufklärungen erhält. Dadurch bleibt die Handlung zunächst sehr mysteriös, und man fühlt sich den Figuren nahe, weil sie selbst noch nicht wissen, was als Nächstes geschieht.

Für das Gesamtpaket war dieser langsame Aufbau jedoch nicht immer von Vorteil. Über weite Strecken passiert recht wenig, und der Fokus liegt eher auf inneren Konflikten, Fragen und Dynamiken zwischen den Figuren als auf dem eigentlichen Ziel der Geschichte. Das kann spannend sein, wirkt aber stellenweise auch langatmig und könnte manche Leser enttäuschen, weil Plot und Welt nicht so richtig in Fahrt kommen. Ab etwa Seite 250 ändert sich das jedoch deutlich: die Spannung steigt sowohl zwischen den Figuren als auch innerhalb der Handlung selbst. Das Ende hat mir dann ausgesprochen gut gefallen, es war packend, intensiv und hat die Schwächen des Mittelteils ein gutes Stück wettgemacht.

Fazit

The Deathless One war für mich ein solider, aber kein herausragender Auftakt. Der intensive Anfang, die düstere Atmosphäre und allen voran Jessamine, haben mir gut gefallen. Die Welt hat definitiv Potenzial, und ich glaube, dass gerade Sie in den kommenden Bänden noch viel stärker hervortreten kann. Dieses Buch allein war kein Highlight, dafür zu vage im Worldbuilding und mit einem schwachen Mittelteil, aber die Idee, die Atmosphäre und das Grundthema haben mich gecatcht. Deshalb möchte ich unbedingt weiterlesen, weil ich spüre, dass hier noch viel mehr drinsteckt.

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Veröffentlicht am 25.09.2025

Viel Potenzial, aber wenig Tiefe

Lonely Hearts Club (Erstauflage exklusiv mit Farbschnitt)
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Ein Roman über Nähe, Distanz und die Schwierigkeit, wirklich zu fühlen

Nassanin Kamanis Lonely Hearts Club hat mich insgesamt ganz gut gefallen ein Buch, das mit angenehmer Atmosphäre und interessanten ...

Ein Roman über Nähe, Distanz und die Schwierigkeit, wirklich zu fühlen

Nassanin Kamanis Lonely Hearts Club hat mich insgesamt ganz gut gefallen ein Buch, das mit angenehmer Atmosphäre und interessanten Perspektivwechseln punktet, jedoch in einigen entscheidenden Bereichen hinter meinen Erwartungen zurückbleibt.

Ein starker Schreibstil als Pluspunkt

Was mir besonders positiv aufgefallen ist, war der Schreibstil. Kamani schreibt sehr bildhaft und atmosphärisch, mit vielen sinnlichen Details, die die Szenen lebendig wirken lassen. Düfte, Kleidungsbeschreibungen und äußere Eindrücke werden immer wieder eingebunden und verleihen der Erzählung etwas sehr Greifbares. Diese Ausschmückungen haben mir geholfen, direkt in die Geschichte einzutauchen und ein Gefühl für das Setting und die Figuren zu entwickeln. Gerade zu Beginn hat mir das den Einstieg sehr leicht gemacht und das Lesen sehr angenehm gestaltet.

Zwei Perspektiven, ein Jahr, viele Sprünge

Die Geschichte wird aus der Ich-Perspektive zweier junger Menschen erzählt: Clara, Musikstudentin in Paris, und Emilian (genannt Milly), ein deutscher Gastschüler, der sein Abitur in der Heimat von Clara macht. Dieser Wechsel der Perspektiven hat mir sehr gut gefallen, da er einen emotionalen Zugang zu den Figuren ermöglicht, zumindest im Fall von Milly.

Milly überzeugt, Clara bleibt blass

Milly war für mich die stärkere Figur. Seine Gedankenwelt, seine Handlungen und seine emotionale Entwicklung wirkten glaubwürdig und nachvollziehbar. Ich habe mich oft auf seine Kapitel gefreut, weil ich bei ihm das Gefühl hatte, wirklich etwas über sein Inneres zu erfahren. Er blieb sich selbst treu, reflektierte schnell und wirkte authentisch, Eigenschaften, die ihn mir sympathisch machten.

Clara hingegen blieb für mich überraschend distanziert. Gerade weil das Buch mit Themen rund um mentale Gesundheit wirbt, hatte ich erwartet, tiefer in ihre Gefühlswelt einzutauchen. Doch diese Emotionalität blieb lange Zeit aus. Ihre Gedanken und Reaktionen wirkten auf mich oft flach und ungreifbar, wodurch ich Schwierigkeiten hatte, eine Verbindung zu ihr aufzubauen. Erst gegen Ende des Romans wurde ihre Innenwelt besser nachvollziehbar, was dem Buch eine späte, aber notwendige Tiefe verlieh.

Viel Potenzial, wenig Tiefe

Besonders schade fand ich, dass die im Buch angesprochenen Themen, wie familiäre Konflikte, persönliche Unsicherheiten, emotionale Blockaden oder auch allgemeine Herausforderungen, eigentlich viel Raum für eine tiefgehende und bewegende Handlung geboten hätten. Leider wurden diese Themen oft nur oberflächlich angerissen und kaum ausgearbeitet. Dadurch fehlte es der Geschichte an Tiefe und emotionaler Wirkung. Viele Szenen wirkten dadurch eher wie angedeutete Skizzen als wie echte Entwicklungen, was die Handlung schwächte und das Leseerlebnis trübte.

Titel und Erwartungen: Eine kleine Täuschung

Der Titel Lonely Hearts Club ließ mich auf eine stärkere Fokussierung auf zwischenmenschliche Verbindungen und vielleicht sogar eine Art Club deuten, doch dieser Aspekt bleibt nahezu bedeutungslos. Auch in Bezug auf den „Healthy Romance“-Ansatz hatte ich mehr emotionale Entwicklung und Tiefgang erwartet. Die Beziehung zwischen Clara und Milly konnte ich nicht immer fühlen, auch weil manche Annäherungen sehr plötzlich kamen und sich emotional unausgereift anfühlten.

Nebenfiguren und Atmosphäre: Licht und Schatten

Die Nebenfiguren, mit Ausnahme von Claras Bruder Leon, der für mich ein interessanter Charakter war, blieben für mich kaum greifbar. Sie waren meist nur schemenhafte Begleiter der Handlung. Positiv hervorzuheben ist jedoch die atmosphärische Schilderung Frankreichs. Der französische Alltag, das Gastfamilienleben und der kulturelle Kontrast wirkten frisch und angenehm, auch wenn ich mir hier noch mehr Tiefe gewünscht hätte.

Emotionale Entwicklung mit Startschwierigkeiten

Was mich zu Beginn besonders gestört hat, war die emotionale Distanz, zum Glück hat sich diese emotionale Leere zum Ende hin spürbar gebessert. Besonders die letzten Kapitel waren deutlich intensiver und haben mir einen viel tieferen Einblick in die Gefühlswelt beider Protagonisten ermöglicht. Ich konnte Claras Gedanken und inneren Wandel schließlich besser verstehen und mitfühlen, was das Lesen in dieser Phase auch viel angenehmer und berührender machte. Das emotionale Ende hat die Geschichte für mich aufgewertet und hinterließ einen versöhnlichen Eindruck.

Fazit:
Lonely Hearts Club ist ein stiller, bodenständiger Roman mit einer ruhigen Erzählweise und einer insgesamt angenehmen Atmosphäre. Wer keine dramatischen Wendungen, sondern eher ein leises, sucht, wird hier fündig. Millie als Figur ist ein großes Plus, Clara bleibt hingegen leider hinter ihrem Potenzial zurück. Besonders enttäuschend war, dass viele wichtige Themen zwar angedeutet, aber nicht wirklich vertieft wurden, ein verschenktes Potenzial, das die Geschichte oberflächlicher erscheinen ließ, als sie hätte sein können. Vor allem bei einem Roman, der sich mit mentaler Gesundheit beschäftigt, hätte ich mir mehr emotionale Intensität und Tiefgang gewünscht. So bleibt das Buch zwar ein schöner, aber kein unvergesslicher Leseeindruck.

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Veröffentlicht am 25.09.2025

Zuckersüß illustriert – aber leider viel zu kurz

Das krasseste Tier der Erde
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Dieses Bilderbuch ist wirklich ganz besonders liebevoll gestaltet. Schon beim ersten Durchblättern macht es unglaublich viel Spaß, sich die vielen kleinen Details in den Illustrationen anzuschauen. Am ...

Dieses Bilderbuch ist wirklich ganz besonders liebevoll gestaltet. Schon beim ersten Durchblättern macht es unglaublich viel Spaß, sich die vielen kleinen Details in den Illustrationen anzuschauen. Am Anfang begleitet man nur einen kleinen Wurm, doch mit jeder Seite kommen immer mehr dazu. Das Ganze ist wie ein Wimmelbild aufgebaut, sodass man ständig neue Kleinigkeiten entdecken kann. Es macht richtig Freude, immer wieder über neue kleine Würmer zu stolpern, die alle auf ihre Weise niedlich und einzigartig sind. Besonders das die Würmer Augen haben, hat es mir angetan.... einfach zuckersüß!

Die Illustrationen tragen das Buch ganz klar. Sie haben einen eigenen Flair, sind voller Charme und laden dazu ein, länger auf den Seiten zu verweilen. Vor allem gegen Ende ist so viel los, dass man gar nicht sofort alles erfassen kann. Die kurzen Reime, die das Ganze begleiten, sind auch schön gemacht, aber für mich bleiben die Bilder das Herzstück.

Einziger Kritikpunkt: Das Buch ist recht kurz. Ich hätte mir gewünscht, dass es noch etwas mehr Geschichte oder eine kleine Reise eines Wurmes gegeben hätte. So bleibt es bei der Idee „Es gibt Würmer und es werden immer mehr“. Gerade weil mich die Illustrationen so begeistert haben, hätte ich gerne noch viel mehr davon gesehen.

Insgesamt hat mir das Buch aber gut gefallen. Die Bilder sind zuckersüß, das Thema ist originell und gerade aus biologischer Sicht finde ich es toll, dass einmal kleine Tiere wie Regenwürmer im Mittelpunkt stehen und nicht wie so oft nur Hund, Katze oder andere „klassische“ Tiere.

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Veröffentlicht am 25.09.2025

Spannend, düster und romantisch – ein Auftakt, der mich nicht losgelassen hat

Heart of the Damned – Ihr Versprechen ist sein Untergang
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Der Einstieg hat mich sofort gepackt. Julia Paus wirft uns ohne Umschweife mitten in die Handlung: Scarlet, die Gestaltwanderin und Diebin, wagt den Einbruch in das Schloss von Lithia und wird prompt vom ...

Der Einstieg hat mich sofort gepackt. Julia Paus wirft uns ohne Umschweife mitten in die Handlung: Scarlet, die Gestaltwanderin und Diebin, wagt den Einbruch in das Schloss von Lithia und wird prompt vom König erwischt. Schon diese Ausgangssituation erzeugt sofort einen Sog. Es passiert gleich etwas, die Geschichte nimmt Fahrt auf, und dennoch bleibt Raum, die Welt Stück für Stück kennenzulernen. Dadurch entsteht keine langatmige Einführung, sondern ein schneller, spannender Beginn, der Lust auf mehr macht.

Schreibstil & Lesefluss

Der Schreibstil ist flüssig, leicht zu lesen und dennoch atmosphärisch dicht. Besonders gefallen hat mir die Wahl der Perspektiven: Sowohl Scarlet als auch König Laurentius erzählen aus der Ich-Perspektive. Das macht die Geschichte sehr persönlich, da man ihre Beweggründe, Gefühle und inneren Konflikte hautnah miterlebt. Durch diesen Wechsel bleibt die Handlung abwechslungsreich und lebendig.

Worldbuilding & Atmosphäre

Die Welt, die Julia Paus hier erschafft, ist vielschichtig und faszinierend. Dämonen, eine mysteriöse Krankheit durch Dämonenblut, eine strikte Hofordnung, politische Machtspiele und drohende Kriege. All das ergibt ein dichtes Netz aus Intrigen und Gefahren. Besonders spannend fand ich das Magiesystem: Menschen, die mit Dämonenblut infiziert sind, können Magie wirken, zahlen dafür aber einen tödlichen Preis. Ergänzt wird das durch Artefakte, die verboten, aber dennoch heimlich genutzt werden.

Charaktere

Die Nebenfiguren sind vielfältig und bringen frischen Wind in die Handlung. Besonders positiv aufgefallen ist mir, dass hier Frauen selbstverständlich in starken Rollen auftauchen: als Generalin, als Leibwächterin oder als Soldatin. Das wirkt natürlich und bereichert die Dynamik am Hof sehr. Scarlet war für mich sofort ein Highlight. Sie ist stark, selbstbewusst, mutig und zugleich einfühlsam. Sie kann frech und keck sein, hat aber ein gutes Herz, auch wenn sie selbst das manchmal abstreitet. Gerade ihre ersten Szenen mit dem König zeigen ihre Schlagfertigkeit und ihren Mut, Eigenschaften, die sie für mich zu einer absolut liebenswerten Protagonistin machen. König Laurentius ist ebenso vielschichtig. Er wirkt zunächst hart und unerbittlich, zeigt aber im Verlauf auch seine weiche, verletzliche Seite. Sein innerer Konflikt zwischen Pflichtgefühl, Menschlichkeit und dem Wunsch, sein Reich zu retten, hat mich sehr berührt. Besonders die Szenen, in denen Laurentius alleine zu Wort kommt oder über Scarlet nachdenkt, haben mich immer wieder mitten ins Herz getroffen. Man spürt seine Zerrissenheit, aber auch die leisen, echten Gefühle, die zwischen den Zeilen durchschimmern. Gut hat mir gefallen, wie er Schritt für Schritt auftaut und trotzdem in entscheidenden Momenten Stärke beweist.

Zwischen Scarlet und Laurentius entwickelt sich aus einem zweckmäßigen Bündnis, langsam eine Beziehung voller Funken, Schlagabtausch, gegenseitiger Neugier und später auch zarter Intimität. Ihre Dialoge sind pointiert, ihre Annäherung spannend und emotional zugleich. Gerade in Momenten, in denen sich die Dynamik zwischen ihm und Scarlet verändert, konnte ich mir ein Lächeln nicht verkneifen, oft waren es kleine Augenblicke, die mich richtig mitfiebern ließen. Es gibt eine Szene, die dabei besonders heraussticht: so prickelnd, so emotional, dass man gleichzeitig hibbelig vor Freude ist und den Atem anhält. Einfach großartig umgesetzt.

Spannung

Die Spannung ist von der ersten Seite an greifbar und zieht sich durch das gesamte Buch. Der Einbruch im Schloss, der politische Druck, das Geheimnis um die verstorbene Verlobte und die drohende Bedrohung durch Dämonen sorgen für einen konstant hohen Spannungsbogen. Selbst die wenigen ruhigeren Passagen sind perfekt gesetzt und wirken wie kleine Atempausen, bevor es wieder rasanter weitergeht. Kleine Twists und Enthüllungen halten die Geschichte abwechslungsreich und steigern die Neugier. Das Finale ist packend und macht großen Appetit auf den zweiten Band der Dilogie.

Fazit

Heart of the Damned – Ihr Versprechen ist ein Untergang ist für mich ein rundum gelungener Auftakt der Romantasy-Dilogie. Eine starke Heldin, ein facettenreicher König, eine spannende Dynamik, ein düsteres, detailreiches Worldbuilding und ein hohes Spannungslevel von Anfang bis Ende. Das Finale ist packend und macht große Neugierde auf den zweiten Band der Dilogie.

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Veröffentlicht am 14.09.2025

Viel erwartet, wenig bekommen

Red Flags
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Der Einstieg in die Geschichte hat mir wirklich gut gefallen. Erzählt wird aus den wechselnden Ich-Perspektiven von Poppy und Cam, was für Abwechslung sorgt und die Figuren nahbarer wirken lässt. Dank ...

Der Einstieg in die Geschichte hat mir wirklich gut gefallen. Erzählt wird aus den wechselnden Ich-Perspektiven von Poppy und Cam, was für Abwechslung sorgt und die Figuren nahbarer wirken lässt. Dank der kurzen Kapitel und der großen Schriftgröße war es leicht, dranzubleiben, und gerade die ersten Seiten haben richtig Lust auf mehr gemacht. Besonders das Kennenlernen der beiden und das vorsichtige Annähern fand ich gelungen.

Doch leider konnte das Buch dieses anfängliche Potenzial für mich nicht halten. Ab dem Punkt, an dem es eigentlich spannend werden sollte, also das daten, flachte die Handlung deutlich ab. Die Dynamik zwischen den Figuren wirkte schwach und die Charaktere blieben trotz interessanter Ansätze eher blass. Ich hätte mir mehr Tiefe, mehr Emotionen und vor allem eine spürbare Verbindung zwischen Poppy und Cam gewünscht.

Als Enemies to Lovers Rom-Com konnte mich die Geschichte nicht überzeugen: Weder kam bei mir das typische "Gegeneinander–füreinander"-Knistern auf, noch gab es humorvolle Momente, die mich zum Lachen gebracht haben. Stattdessen drehte sich vieles um die "Traummann-Checkliste" von Poppy, ein Ansatz, der zwar interessant ist, aber in der Umsetzung oberflächlich, zu wenig umgesetzt blieb. Am Ende blieben gerade einmal ein einziger Satz pro Figur, der Poppys und Cams Entwicklung andeutet. Für einen ganzen Roman ist das einfach zu wenig.

Positiv hervorheben möchte ich die Nebenfiguren, sowie Cams Lebenssituation mit seinem Opa, die für Abwechslung gesorgt haben. Aber auch hier wurde das vorhandene Potenzial nur angerissen, ohne richtig vertieft zu werden.

Fazit:
Ein Buch mit vielversprechendem Beginn und einer interessanten Idee, das aber im Verlauf stark an Spannung verliert und inhaltlich oberflächlich bleibt. Für mich war das keine Rom-Com oder Enemies to Lovers, es konnte mich nicht überzeugen. Leider habe ich mehr erwartet.

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