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Veröffentlicht am 18.01.2022

Wenn einem die Geschichte, die man nicht lesen wollte, wider erwarten doch gefällt

Dallmayr. Der Traum vom schönen Leben
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Ich muss zu meiner Schande gestehen, dass ich "Dallmayr: Der Traum vom schönen Leben" eigentlich gar nicht erst lesen wollte, weil ich dachte, dass es so furchtbar geschrieben ist wie die Bücher aus der ...

Ich muss zu meiner Schande gestehen, dass ich "Dallmayr: Der Traum vom schönen Leben" eigentlich gar nicht erst lesen wollte, weil ich dachte, dass es so furchtbar geschrieben ist wie die Bücher aus der Reihe "Mutige Frauen zwischen Kunst und Liebe". Nachdem ich mich aber damit auseinander gesetzt hatte, dass Lisa Grafs Werk eher eine Familiensaga ist, deren Handlung auf Ende des 19./Anfang des 20. Jahrhunderts datiert wurde, hab ich mir das Buch dann doch geholt und auch nicht bereut.

Es ist eine Freude, die Geschichte der Familie Randlkofer zu verfolgen, die im Jahre 1895 das Geschäft von Alois Dallmayr übernahmen und Therese Randlkofer es ab 1897 zu einem der führenden Delikatesshäusern Deutschlands mit Hoflieferantentitel ausgebaut hat. Jeder einzelne Protagonist in diesem Roman, abgesehen von Max Randlkofer, ist auf seine Art und Weise sympathisch, sogar die anfangs zickige und überhebliche Unternehmertochter Elsa. In Max Randlkofer, den Schwager von Therese, ist auch der Antagonist dieser Familiensaga gefunden, der mit allen Mitteln versucht, seiner Schwägerin Therese den Dallmayr zu entreißen und diesen selbst zu führen. Auch die größeren und kleineren Familiengeheimnisse sorgen dafür, dass die Geschichte keine Sekunde langweilig wird. Ich bin schon ehrlich gespannt auf den zweiten Teil der Dallmayr-Saga, der im November erscheinen wird. 😊

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Veröffentlicht am 07.01.2022

Wunderbar spannende Geschichte, aber...

Die Magie der kleinen Dinge
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In der App des Buchgiganten Thalia gibt es eine Funktion, die sich Thalia Next nennt. Man kann dort den Titel eines Buches eingeben, dass man besonders mochte und dann schlägt dir der Generator Bücher ...

In der App des Buchgiganten Thalia gibt es eine Funktion, die sich Thalia Next nennt. Man kann dort den Titel eines Buches eingeben, dass man besonders mochte und dann schlägt dir der Generator Bücher mit vergleichbaren oder ähnlichen Themen bzw. Inhalt vor. Das habe ich mit "Die kleinen Wunder von Mayfair" von Robert Dinsdale gemacht und der Generator schlug mir unter anderem das Buch "Die Magie der kleinen Dinge" von Jessie Burton vor.

Vorab: Jessie Burton hat einen wunderbar fesselnden Schreibstil, der den Leser quasi dazu nötigt, an der Geschichte dran zu bleiben, weil man wissen will, wie es ausgeht. Auch ist die Geschichte um Petronella Brandt und ihr geradezu magisches Puppenhaus sowie die Geheimnisse des Hauses, in das sie eingeheiratet hat, wahnsinnig interessant. Nur eins hat mir diese wunderbare, leicht düstere Geschichte dann doch versaut: Was geht Autoren eigentlich durch den Kopf, wenn sie in ihren Büchern Tiere grausam zu Tode kommen lassen? Muss das sein? Sind Bücher nicht auch dafür da, dass man vor den Grausamkeiten der Realität flüchten kann? Muss man dann über Tierquälerei schreiben? Die Geschichte wäre meiner Meinung nach auch ohne den grausamen Mord an einem Windhund ausgekommen. Sicher ist das mein subjektives Empfinden, aber ich möchte keine Geschichten lesen, in den Tiere gequält oder sinnlos getötet werden. Und deshalb fliegt das Buch auch wieder aus dem Regal.

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Veröffentlicht am 07.01.2022

Illies macht aus Sachbüchern spannende Erzählungen

Liebe in Zeiten des Hasses
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Als es hieß, von Florian Illies erscheint ein neues Buch, dass genauso aufgebaut ist wie "1913 - Der Sommer des Jahrhunderts", in dem es allerdings über die Künstler der Weimarer Republik, ihre Liebeleien ...

Als es hieß, von Florian Illies erscheint ein neues Buch, dass genauso aufgebaut ist wie "1913 - Der Sommer des Jahrhunderts", in dem es allerdings über die Künstler der Weimarer Republik, ihre Liebeleien und ihre Schicksalsschläge durch des NS-Regime gehen soll, da wusste ich sofort, dass ich es lesen werde. Klar, schließlich hat mir ja schon 1913 so gut gefallen. Florian Illies schafft es einfach, ein Sachbuch zu schreiben, dass auch Leute lesen können, die keine historischen Sachbücher mögen, weil sie diese als zu "trocken" empfinden. Aber nicht bei Illies. Der schreibt seine Bücher so interessant, der könnte auch Biografien von Max Mustermann aus Königs Wusterhausen oder Bodo aus Bottrop-Kirchhellen, sprich von völlig unbekannten Leuten schreiben, die er sich zufällig in der Fußgängerzone in Castrop-Rauxel rausgezogen hat und ich würde sie trotzdem lesen. (Mit dem Vergleich hätte ich Torsten Sträter jetzt vermutlich stolz gemacht. Der steht auf so ausufernde Vergleiche. 🤣)

"Liebe in Zeiten des Hasses" ist einfach ein grandioses Stück Geschichtserzählung, dass man gelesen haben muss.

Einen kleinen Abstrich muss ich zum Schluss dann dennoch machen: Ich habe Heinz Rühmann schmerzlich vermisst. Der wurde nur mal kurz nebenbei erwähnt, aber ich hätte dann schon gerne mehr von ihm gelesen. Vielleicht beim nächsten Mal.

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Veröffentlicht am 06.01.2022

Man sollte sich nicht immer auf die Expertise eines Kritikers verlassen

Der Buchspazierer
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Ich mag Denis Scheck und ich schau mir auch furchtbar gerne "Druckfrisch" an. Ich stimme außerdem mit ihm überein, dass es nicht zwingend ein Qualitätsmerkmal ist, wenn auf einem Buch der Spiegel-Bestselleraufkleber ...

Ich mag Denis Scheck und ich schau mir auch furchtbar gerne "Druckfrisch" an. Ich stimme außerdem mit ihm überein, dass es nicht zwingend ein Qualitätsmerkmal ist, wenn auf einem Buch der Spiegel-Bestselleraufkleber drauf ist (den ich ohnehin wie die Pest hasse und nach jedem Buchkauf sofort vom Schutzumschlag knipper - > ich empfinde es generell als eine Unsitte, Bücher mit Aufklebern zu verschandeln).

Nur kann ich beim Verriss der Bücher nicht immer mit ihm übereinstimmen. So zum Beispiel bei "Der Buchspazierer" von Carsten Henn, der für Herrn Scheck verkitschte Trivialliteratur darstellt. Computer sagt nein! Die Geschichte über den alten Buchhändler, der jeden Abend durch eine Kleinstadt mit Münster spaziert, um seinen Kunden persönlich ihre bestellten Bücher vorbeizubringen und über ein kleines, schlaues Mädchen, dass dem alten Buchspazierer die Augen für ihre Sicht der Dinge öffnet, empfand ich definitiv nicht als verkitscht oder trivial. Sie ist ein Lobgesang auf die Buchhändler, die ihren Beruf leben und für jeden Kunden das passende Buch finden, auch für die, die eigentlich nicht lesen. Dieses Buch lehrt uns, dass neue und moderne Methoden nicht richtig sein müssen, nur weil sie neu und modern sind. Es zeigt, dass es Freude bringen kann, aufeinander zu achten und dass man nicht die Augen davor verschließen sollte, wenn es anderen schlecht geht. Diese Geschichte zeigt, wie sehr Bücher Menschen miteinander verbinden können. Und wer das für trivialen Kitsch hält, der liest auch mit Vergnügen Thomas Mann! 🤮

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Veröffentlicht am 28.12.2021

Endloses Getanze über Wiesen

Die Welt ohne Fenster
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Wie "Das kostbarste aller Güter" lag auch "Die Welt ohne Fenster" lange auf meinem SUB, jedoch aus ganz anderen Gründen: Ich hatte das Buch schon einmal begonnen, kam aber beim ersten Mal nicht in die ...

Wie "Das kostbarste aller Güter" lag auch "Die Welt ohne Fenster" lange auf meinem SUB, jedoch aus ganz anderen Gründen: Ich hatte das Buch schon einmal begonnen, kam aber beim ersten Mal nicht in die Geschichte rein, was auch am Vorwort der Illustratorin Jackie Morris lag. Ich bin kein großer Fan von Vorwörtern, denn ich lass mir einfach nicht schon vorab von irgendwelchen Autoren oder Besserwissern erzählen, was ich von einem Buch zu erwarten habe. Ich würde mir da gern selbst ein Bild machen. Jackie Morris salbadert also erst einmal über mehrere Seiten herum, wie toll sie die Geschichte dieser recht unbekannten, zum Zeitpunkt des Erscheinens ihres Buches gerade Mal zwölf Lenze zählenden Autorin fand und bei mir war schon die Luft raus, bevor die eigentliche Story begann. Und als ich dann gestern doch endlich in die Geschichte hineinkam, da blieb ich auch nicht lange dabei und ließ mich lieber durch allen möglichen Firlefanz ablenken, weil Barbara Newhall Follett mich trotz vieler schöner Naturbeschreibungen nicht mitreißen konnte. Vielmehr tanzte die Protagonistin Eepersip über mehrere Seiten und gefühlt eine Millionen Mal über Wiesen. Und mir damit auf den Nerven herum. Ich habe das Buch zwar zu Ende gelesen, habe mich aber durchgequält. Der angebliche Zauber der Geschichte konnte mich nicht erreichen. Schade.

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