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Veröffentlicht am 11.07.2020

Bitte nicht verschlimmbessern!

Das Adlon
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Als vor 7 Jahren der Dreiteiler "Das Adlon. Eine Familiensaga" über die Fernseherbildschirme lief, da hatte mich die Geschichte von Sonja Schadt, an deren Lebenslauf auch die Geschichte des Hotels und ...

Als vor 7 Jahren der Dreiteiler "Das Adlon. Eine Familiensaga" über die Fernseherbildschirme lief, da hatte mich die Geschichte von Sonja Schadt, an deren Lebenslauf auch die Geschichte des Hotels und die Deutschlands im 20. Jahrhundert erzählt wurde, sehr begeistert. Natürlich holte ich mir die Serie auf DVD, damit ich sie immer schauen konnte, wenn mir danach war. Was mir allerdings fehlte, war ein Buch zu dieser Familiensaga. Gerne hätte ich die Geschichte der Sonja Schadt auch gelesen. Leider aber existierte 2013 keine Literatur, die die Geschichte so wiedergab, wie sie verfilmt wurde.

Und dann, fünf Jahre später, hieß es dann auf einmal, dass im September 2018 doch ein Buch von der Drehbuchautorin der Serie, Rodica Doehnert, erscheinen sollte und ich wusste gleich, dass ich das Buch lesen würde. Das Buch erschien aber, nicht wie geplant, im September 2018, der Erscheinungstermin wurde stattdessen immer wieder verschoben. Bis es dann im November letzten Jahres doch endlich auf den Markt kam. Ich hatte schon nicht mehr daran geglaubt.

Dieser Tage kam ich dann auch endlich dazu, das Buch zu lesen. Und ja, es war die Geschichte von Sonja Schadt, von meinem Adlon, wie ich es aus dem Fernsehen kannte und sie war es auch nicht. Rodica Doehnert hatte nämlich folgendes getan: Sie hat die Geschichte im Grundgerüst so stehen lassen, wie man sie aus der Serie kannte, hat aber drumherum massive Änderungen vorgenommen, wie zum Beispiel noch einen Kreis an Personen hinzuzuerfinden bzw. zu ergänzen, die im Dreiteiler nicht vorkamen, wie zum Beispiel Sonja Schadts Enkeltochter Katharina inklusive einem Architekturbüro, für das sie arbeitete, deren On-Off-Lebensgefährten Alexander, den unehelichen Sohn von Lorenz Adlon, den er ständig seinem Sohn Luis vorzog und Luis Adlon Junior hatte mit einem Mal einen Zwillingsbruder mit Namen Carl. Auch bekam Sonja noch einen Cousin und lebte nicht, wie zum Schluss in der Serie erzählt wurde, mit ihrer großen Liebe Julian in einem Haus in Amerika, dass ihrer Mutter Alma gehörte, sondern führte eine Pension im Prenzlauer Berg. Im Gegensatz zur Serie hat sie Julian, nachdem er von den Nazis abgeschoben wurde, nie mehr wieder gesehen. Kein Happy End mit Julian, stattdessen mit Tochter, Enkeltochter und Großcousin.

Die Änderungen an der Geschichte fand ich an einigen Stellen reichlich gewöhnungsbedürftig, wenn es auch plausibler war, die Geschichte der Familie der Enkeltochter zu erzählen, anstatt einem unbekannten Pagin im Adlon, die eigentlich dafür zuständig ist, sich um das Gepäck der Gäste oder um Botendienste zu kümmern und sich nicht die Zeit hat, sich von einem Gast die Lebensgeschichte erzählen zu lassen. Auch die hinzugekommenen Familienmitglieder der Adlons waren noch nachvollziehbar. Vermutlich wurden sie in den Filmen deshalb ausgelassen, weil sie für die Story einfach nicht relevant waren oder die Geschichte sonst ausgeufert wäre und einige Zuschauern bei allzu großen Familiengeflechten den Überblick verloren hätten. Wie dem auch sei, wie Margarete, Sonjas Tante, in dem Buch wegkam, fand ich recht doof und dass es kein Happy End für Sonja und Julian gab, auch. Und hielt sich die Geschichte bis zu Kriegsende größtenteils an die Storyline der Serie, so wurde die Geschichte mit Eindringen der Roten Armee und dem Brand, der das Haupthaus des Adlons am Pariser Platz komplett zerstörte, einfach nochmal komplett umgeschrieben.

Wir kennen alle das Phänomen, dass es wirklich gute Bücher gibt, deren filmische Umsetzung unbefriedigend ist, weil sie zu sehr vom Buch abweicht, was vor allem ich bisher nicht kannte, sind Serien/Fernsehfilme, zu denen nach Jahren das Buch erscheint, dass dann stellenweise komplett vom Drehbuch abweicht, dass die Autorin selber geschrieben hat. Das Buch ist dennoch sehr gut geschrieben und sehr unterhaltsam, es wird auch eine Episode aus der Deutsch-Russischen Geschichte angeschnitten, von der ich vorher nie etwas gehört oder gelesen habe, aber sehr interessant fand. Wenn mandie Serie nie gesehen hat, ist es wirklich ein grandioses Buch. Das Buch hat mich aber, wegen der genannten gravierenden Veränderungen, dezent enttäuscht. Schade.

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Veröffentlicht am 07.07.2020

Eine Liebe gegen alle Widerstände, die tatsächlich weit über den Tod hinaus geht

Wo du nicht bist
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Stell dir vor, du findest völlig unverhofft die Liebe deines Lebens, ihr baut euch zusammen ein Leben auf, wollt heiraten, die Welt ist schön. Doch plötzlich verändert sich die politische Lage in deinem ...

Stell dir vor, du findest völlig unverhofft die Liebe deines Lebens, ihr baut euch zusammen ein Leben auf, wollt heiraten, die Welt ist schön. Doch plötzlich verändert sich die politische Lage in deinem Heimatland und eure Beziehung darf vor dem Gesetz nicht mehr existieren. Deine große Liebe wird als Mensch zweiter Klasse gesehen, du wirst beleidigt, weil du dich mit ihm eingelassen hast, wirst drangsaliert, nur weil du liebst. Was tust du? Ziehst du dich aus der Beziehung zurück und hoffst, eines Tages jemanden anderen zu finden, den du lieben kannst oder gehst du gegen alle Widerstände an und kämpfst um den Menschen, der dir alles bedeutet?
Vor diese Entscheidung sieht sich auch Irmgard Weckmüller gestellt.

Ihr Leben war von Anfang an alles andere als leicht. Ihr Vater fällt im ersten Weltkrieg, ihre Mutter nimmt sich kurze Zeit später deshalb das Leben und lässt Irma und ihre Schwester allein zurück. Beide sind noch Kinder und sollen eigentlich ins Waisenhaus, doch die Nachbarsfrau greift ein und zieht die beiden Mädchen (wenn auch nicht ganz uneigennützig) groß.
Die Mädchen werden erwachsen und finden Arbeit, Irma im chicen KaDeWe und Martha in Diensten einer wohlhabenden Familie. Leider ist Marthas Arbeitgeber ein Schuft und vergreift sich mehrmals an ihr. Dabei wird sie schwanger, will das Kind aber nicht behalten. Irma tut einen Arzt auf, der ungewollte Schwangerschaften unterbricht: Dr. Erich Bragenheim. Schon beim ersten Aufeinandertreffen mit Erich fühlt sich Irma augenblicklich zu ihm hingezogen, und der Arzt erwidert ihre Gefühle. Es dauert einige Zeit, doch die beiden werden ein Paar und hegen eine unendliche Liebe füreinander. Sie wollen heiraten und ihr Leben miteinander verbringen, doch die Machtergreifung Hitlers wirft ihre Schatten auf die Idylle, denn Erich ist Jude.

Die Geschichte von Irma und Erich ist sehr ergreifend, vor allem, weil Irma nicht aufhört, um ihre große Liebe zu kämpfen, ganz gleich, welche Schikanen die Nazis ihr zuteil werden lassen. Auch nach Erichs Tod und kämpft Irma weiter, nämlich dass ihre Liebe vor dem Gesetz endlich anerkannt wird: Sie will Erich noch posthum heiraten. Dafür nimmt sie wiederum viel Ärger auf sich, hält aber Diffamierungen sowie die Schikanen der Bürokratie stand.

Wenn man bedenkt, dass die Geschichte auf wahren Begebenheiten beruht, dass es Irmgard Weckmüller und Erich Bragenheim wirklich gab und das Irma tatsächlich darum gekämpft hat, dass ihre Ehe mit Erich anerkannt wird, obwohl dieser viele Jahre zuvor gestorben ist, dann leidet man noch viel mehr mit den Protagonisten. Auch am Ende des Buches zu lesen, dass Erich einen Stolperstein bekommen hat, hat mich sehr berührt. Ja, "Wo du nicht bist" geht generell sehr ans Herz. Und an die Nieren. Und sollte unbedingt gelesen werden.

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Veröffentlicht am 06.07.2020

Was soll das?

Das Versprechen des Buchhändlers
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"Das Versprechen des Buchhändlers" ist eines der Bücher, die mich ratlos zurück lassen. Ich weiß ehrlich nicht, was ich von diesem Werk halten soll. Ich fand es nicht schlecht, aber es war aus meiner Sicht ...

"Das Versprechen des Buchhändlers" ist eines der Bücher, die mich ratlos zurück lassen. Ich weiß ehrlich nicht, was ich von diesem Werk halten soll. Ich fand es nicht schlecht, aber es war aus meiner Sicht auch zu abgedreht und übertrieben... Ja, was? Ich finde dafür gerade nicht das richtige Wort.

Die Geschichte erzählt von einem Buchhändler, der sich in eine jüdische Violinistin verliebt. Zu einer Zeit, in der es in Deutschland gefährlich war, sich in Menschen jüdischen Glaubens zu verlieben. Der Prolog lässt darauf schließen, dass sie sich irgendwo in der Geschichte verlieren und zum Schluss wiederfinden. Das wäre auch soweit in auch Ordnung gewesen. Wie immer im Leben kommt es aber auch hier anders als man denkt, weshalb ich mich am Ende des Buches gefragt habe, was das denn bitte sollte.

Die Geschichte beginnt also ganz normal mit dem Aufeinandertreffen der Violinistin Hanna Ginsberg und dem Buchhändler Max Bissinger. Sie verlieben sich ineinander, Hitler kommt an die Macht und die grausame Herrschaft der NS-Zeit beginnt. Max beschreibt das Leben unter den Nationalsozialisten am Anfang ihrer Terrorherrschaft als lauernde Gefahr, obwohl alles so weiterzulaufen scheint, als wäre Hitler nie an die Macht gekommen. Doch mit den Jahren spitzt sich die Lage zu, Menschen jüdischen Glaubens werden drangsaliert, vom öffentlichen Leben, gar von der Gesundheitsversorgung ausgeschlossen und fürchten ständig darum, dass ihnen die Nazis die Ladenschaufenster kaputt schlagen oder sie auf offener Straße verprügeln. Auch bis hierher gehe ich mit.

Verworren wird es in dem Punkt, dass Max nach einem Streit mit seiner Hannah in dem Schrank im Hinterraum seines Ladens verschwindet, weil sich darin ein Wurmloch befindet, 14 Tage später wieder auftaucht und fortan seinen jüdischen Nachbarn und deren Verwandten hilft, durch das Wurmloch in die Zukunft zu fliehen. Dabei verschwindet er immer gleich mal mehrere Monate, lässt seine Hanna aber darüber im Unklaren, dass das Wurmloch im Schrank existiert und er eigentlich ein Held ist. Aber warum? . Angeblich sagt Max nichts über das Wurmloch, um seine Freundin nicht zu gefährden und weil sie ihm ohnehin nicht glauben würde, sie selbst kann er aber nicht retten. Sie wird von den Nazis abgeholt und in ein Lager gesteckt und nach der Befreiung des Lagers erleidet sie eine Amnesie. Was mich hier irgendwie verärgert, ist die Tatsache, dass Max nicht ehrlich ist und die Autorin ein sinnlos herzzerbrechendes Drama produziert, weil zwar jeden anderen retten kann, Hanna aber nicht. Die lässt sie für ihre Erzählung leiden. Das regt mich auf. Warum? Was soll das? Und was zur Hölle soll das Ende? Musste das wirklich sein?

Die Geschichte hatte einen guten Kern, aber das SciFi-Dingens und die Tatsache, die Jillian Cantor ihre Protagonisten um des lieben Dramas willen unnötig hat leiden lassen, fand ich Banane. Zudem gab es schon andere Romane mit Zeitreiseelementen, die im Dritten Reich spielten und besser und einfühlsamer umgesetzt waren und sich mit dem Holocaust auf eine würdevollere Art auseinandersetzen. "Das Versprechen des Buchhändlers" konnte mich leider nicht überzeugen.

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Veröffentlicht am 02.07.2020

Ein leiser, sehr menschlicher Roadtrip zum Kern der Wahrheit

Noch alle Zeit
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Wie ist es wohl, alles im Leben zu opfern, was dir selbst wichtig ist, deine Freiheit, deine große Liebe, die Möglichkeit, einen Beruf auszuüben, der dich ausfüllt oder irgendwohin zu reisen, um diekranke ...

Wie ist es wohl, alles im Leben zu opfern, was dir selbst wichtig ist, deine Freiheit, deine große Liebe, die Möglichkeit, einen Beruf auszuüben, der dich ausfüllt oder irgendwohin zu reisen, um diekranke Mutter zu pflegen, die ständig Aufmerksamkeit einfordert, ja, einen für sich allein haben will. Und dann stirbt sie von einen Tag auf den anderen und du stellst fest, dass sie dich ein Leben lang belogen hat?
Das ist Edvards Geschichte. Nach dem Tod seiner Mutter findet er heraus, dass sie ihn Zeit seines Lebens über den Tod seines Vaters belogen hatte und bricht Hals über Kopf nach Norwegen auf, um seinen Vater auf die Spur zu komnen.

Wie ist es, in einer Familie aufzuwachsen, in der man sich ungeliebt fühlt, man von der Mutter verachtet wird und diese die Schwester vorzieht, der Vater trinkt und im Selbstmitleid versinkt und die Schwester aufgrund ihrer Vorzugsbehandlung zu ner blöden Kuh mutiert? Wie soll man selbst eine gute Mutter sein, wenn man in Selbstmitleid und Egoismus versinkt und das Gefühl hat, man könnte gar niemanden lieben?
Das ist Alvas Geschichte. Auch sie begibt sich auf die Reise nach Norwegen, allerdings, um einen Artikel über die mythischen Plätze Norwegens zu schreiben, die noch halbwegs unbekannt sind.

Auf einer Fähre zwischen Dänemark und Norwegen treffen die beiden ungleichen Charaktere aufeinander. Der Beginn eines außergewöhnlichen Roadtrips auf der Such nach Antworten und zu sich selbst.

Alexander Häusser hat "Noch alle Zeit" in einer unaufgeregten, ruhigen Art verfasst und lässt uns dennoch die Emotionen der Protagonisten deutlich spüren. Man kann Edvards Ärger auf seine Mutter wegen seines verschenkten Lebens ebenso deutlich spüren, wie Alvas ewigen Kampf mit den Selbstvorwürfen und dem Gefühl, sie könnte niemanden lieben, nicht mal ihre Tochter. Und man spürt auch die etwas unbeholfene Interaktion zwischen den Beiden, die in ihre ganz eigenen Probleme verstrickt sind und dennoch immer wieder ein paar Schritte auf sich zu gehen müssen. "Noch alle Zeit" ist ein leiser, ein ganz und gar menschlicher Roadtrip zum Kern der Wahrheit.

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Veröffentlicht am 28.06.2020

Wer würde nicht gern durch die Zeit reisen?

Rubinrot - Saphirblau - Smaragdgrün. Liebe geht durch alle Zeiten
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Zu Weihnachten letzten Jahres hat mir meine bessere Hälfte die Edelsteintrilogie von Kerstin Gier im Schuber der ersten Auflage geschenkt. Ich bin jetzt wirklich nicht der Typ Frau, der auf pink und rosa ...

Zu Weihnachten letzten Jahres hat mir meine bessere Hälfte die Edelsteintrilogie von Kerstin Gier im Schuber der ersten Auflage geschenkt. Ich bin jetzt wirklich nicht der Typ Frau, der auf pink und rosa steht, deshalb war ich froh, dass wir den schwarzen Schuber auf Ebay ergattert haben. Ich wollte die Trilogie schon länger lesen, hab es aber tatsächlich erst ein halbes Jahr nach Erhalt damit angefangen, weil mir die ganze Zeit andere großartige (und selten auch weniger großartige) Bücher in die Quere kamen, die unbedingt gelesen werden wollten und mir die letzten Monate nach Fantasy auch nicht großartig der Sinn stand. Umso schlimmer ist es, dass mich die Trilogie mit einem Lese Kater zurück lässt und ich derzeit Probleme habe, in andere Bücher hineinzufinden.

Um was geht es in den Romanen der Edelsteintrilogie, betitelt mit Rubinrot, Saphirblau und Smaragdgrün?

Gwendolyn ist 16, auf der Highschool, ziemlich schusselig und steht, im Gegensatz zu ihrer Cousine Charlotte, um die sich in ihrer Familie alles dreht, nur ungern im Mittelpunkt. Die großartige Charlotte soll das Zeitreisengen besitzen und wird seit ihrer Kindheit darauf vorbereitet, in der Zeit zurück zureisen und Aufgaben für eine geheimnisvolle Loge und den Grafen von St. Germain zu erfüllen. Nunstellt sich aber dummerweise heraus, dass nicht Charlotte die mit dem Zeitreisegen ist, sondern Gwendolyn und das stellt alles auf den Kopf. Gwen stolpert völlig unvorbereitet in das Abenteuer ihres Lebens. Begleitet wird sie dabei von Gideon De Villiers, der aus einer zweiten Zeitreisefamilie stammt und wegen Gwen zunehmend an seiner "Mission" zweifelt und sie in ein Gefühlschaos stürzt, dass für einen pubertierenden Teenager nur schwer zu ertragen ist.

Kerstin Gier schreibt ohne Kitsch und Chichi und muss zu der Zeit, als sie die Edelsteintrilogie verfasst hat, selbst mindestens ein Pubertier aufgezogen haben, jedenfalls lässt die Art, wie sie über Gwendolyn schreibt, wie sie sich in sie hineinversetzt, genau das vermuten. Ich mochte auch Gwen's schlaue Freundin Leslie und Xemerius sehr gern, die ihr mit Rat und Tat zur Seite standen. Und Gideon hätte mich wahrscheinlich ebenso in den Wahnsinn getrieben, wie unsere liebe Gwen, wenn im Nachhinein auch seine Motive auch besser zu verstehen waren.

Es wäre cool, wenn Zeitreisen in der Tat möglich wären, allein, um unsere Geschichte besser zu verstehen. Und ganz ehrlich, wer von uns würde nichtgerne in den Lauf der Geschichte eingreifen, dem ein oder anderen Diktator den Hals umdrehen oder sich selbst für gewisse Situationen oder Verhaltensweisen Ohrfeigen, die manin der Vergangenheit an den Tag gelegt hat. Wie zum Beispiel, die Verfilmungen der Edelsteintrilogie zu schauen. Nicht, daß Maria Ehrich und Hannes Niewöhner schlecht geschauspielert hätten, viel mehr ärgert mich die Tatsache, dass es möglich gewesen wäre, sich mit dem Drehbuch an die Trilogie zu halten und dann doch wieder alles verdreht und verändert wurde. Ich kann nicht nachvollziehen, was das jedes Mal soll. Man muss doch nicht das Rad neu erfinden. Naja, Buchverfilmungen halt. 🤷‍♀️ Lest lieber die Bücher. Mit der Trilogie hat Kerstin Gier ein Werk geschaffen, dass nicht nur Teens lesen können, sondern mit dem sie auch Erwachsene bezaubern kann.

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