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Veröffentlicht am 08.04.2026

Neubeginn, der Mut macht

Dieser Sommer gehört mir
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Dieser rundum warmherzige, ehrliche, humorvolle Read aus der Feder von Claudia Schaumann war für mich ein wunderbar stimmungsvolles Leseerlebnis.

Wir begleiten Charlotte, 43, mitten in einem Umbruch: ...

Dieser rundum warmherzige, ehrliche, humorvolle Read aus der Feder von Claudia Schaumann war für mich ein wunderbar stimmungsvolles Leseerlebnis.

Wir begleiten Charlotte, 43, mitten in einem Umbruch: getrennt, bald geschieden, leeres Haus (aus dem sie beim Braten-Dinner höflich hinauskomplimentiert wird) … und ihre geliebten Kinder gehen mittlerweile eigene Wege.

Charlotte ist definitiv keine perfekte Heldin, handelt manchmal impulsiv, aber genau ihre "Ecken und Kanten" (- auch wenn ich kein Fan dieser Phrase bin, passt sie hier perfekt -) machen sie so herrlich relatable, so menschlich. Einfach echt. Sie ist eine zutiefst liebevolle, reflektierte Mutter, die sich plötzlich fragt: Wer bin ich eigentlich, wenn mich scheinbar niemand mehr 'braucht'? Was macht mich menschlich aus, wenn die Rolle der glücklichen Mutter und Gattin nicht mehr im Vordergrund steht?

Ihr Umgang mit dieser neuen Lebensphase, ihre Zweifel und Ängste (die völlig legitim waren), ihre Gedanken, dieses ständige Hinterfragen, ob sie als Mutter alles richtig gemacht hat … Ich hatte mehr als einmal Tränen in den Augen, weil all dies so nachvollziehbar beschrieben worden ist. Diese Angst, die Verbindung zu den eigenen Kindern könnte sich verändern… das hab ich dermaßen gefühlt! (Mein kleiner Schatz ist das Licht meines Lebens und ich habe schon jetzt riesengroßen Bammel vor der Teenagerzeit. Ja, ich weiß. Loslassen ist wichtig und richtig, aber … mein Herz … 🥲)

Erzählt wird auf zwei Ebenen, aus Charlottes Perspektive und aus der ihrer 16-jährigen Tochter Leni, die ein Auslandsjahr in England beginnt. Und hier muss ich wirklich ein großes Lob aussprechen: Der Autorin gelingt es fantastisch, die Stimmen in puncto Inhalt und Wortwahl voneinander zu unterscheiden. Leni klingt wirklich wie eine Jugendliche - authentisch, mal trotzig, mal unsicher -, während Charlotte mit ganz anderen Gedanken und Lebensthemen ringt. Auch die Entwicklung zwischen Mutter und Tochter habe ich sehr geliebt. Ihre Wieder-Annäherung, ganz ohne große Dramatik.

Ein weiterer Punkt, der mir richtig gut gefallen hat, war die allgemeine Darstellung von Beziehungen - und zwar nicht nur der schönen. Die toxische Dynamik rund um Stella sowie um ihre Mutter Karo: richtig gut! Was soll ich sagen, der Apfel fällt hier nicht weit vom Stamm. Grrr, was hätte ich diese beiden Figuren immer wieder an die Wand klatschen können! Gerade Karo, die Charlotte in einer ohnehin schwierigen Situation eher kritisiert als unterstützt, zeigt, wie sich vermeintliche Freundschaften als Schönwetter-Oberflächlichkeit entpuppen können. Umso schöner, dass es mit Sam und Ava auch echte, verlässliche Freundinnen gibt.

Ein paar Worte zum Setting … Das Tiny House am See? Ein absoluter Wohlfühlort! Ich habe jede Szene dort geliebt. Genauso wie das authentische Gastro-Flair rund um die Kneipe "Endstation", die Charlotte übernimmt. In diesen Beschreibungen steckt so, so viel Herzblut und reales Leben - ich konnte die Stimmung förmlich greifen.

Auch Lenis Zeit in England las sich interessant. Ihre entzückenden Gasteltern waren so knuffig! Auf mich wirkte ihr Heim total herzlich und ihr Zuhause eher cozy als altbacken - ganz ehrlich, ICH hätte mich dort sofort wohlgefühlt (das Dusch-Erlebnis mal ausgenommen). Und die Cotswolds stehen ohnehin schon lange auf meiner Wunschliste.

Schreibstil: gefühlvoll, lebensnah, flott & modern, angenehm durch und durch.

Die Liebesgeschichten laufen eher nebenbei mit; sie stehen nicht im Vordergrund, drängen sich nicht auf … und das war vollkommen okay. Hier zählt eher das große Ganze. Denn trotzdem gibt es schließlich ganz besondere Momente… Stichwort: "Schnee im Juli" - wow, ganz großes Kino! So romantisch, diese Geste des "feinen Kerls"! (Überhaupt habe ich die Musik, die immer wieder durchklingt und für einige Ohrwürmer gesorgt hat, unheimlich geliebt. Grandiose Auswahl.)

Für mich war es mein erster Roman der Autorin, aber garantiert nicht der letzte.

Fazit:
Klare Empfehlung für alle, die warmherzige Geschichten über Neuanfänge, Familie und das Leben selbst lieben.

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Veröffentlicht am 07.04.2026

Herrlich atmosphärisch!

Die Bücherfrauen von Listland. Der Duft des Strandhafers
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"Der Duft des Strandhafers" von Gabriella Engelmann war für mich ein richtig schönes, atmosphärisches Leseerlebnis.

Obwohl ich den ersten Band der Dilogie nicht kannte, hatte ich zu keinem Zeitpunkt ...

"Der Duft des Strandhafers" von Gabriella Engelmann war für mich ein richtig schönes, atmosphärisches Leseerlebnis.

Obwohl ich den ersten Band der Dilogie nicht kannte, hatte ich zu keinem Zeitpunkt das Gefühl, dass mir wichtige Informationen fehlen würden. Die Autorin hat die Handlung so geschickt aufgebaut, dass man problemlos in die Geschichte eintauchen kann - sehr leserfreundlich. Das Personenregister zu Beginn war ebenfalls eine große Hilfe.

Auch optisch hat mich das Buch sofort angesprochen; die frischen Blau- und Lilatöne des Covers passen perfekt zur Stimmung.

Inhaltlich dürft ihr euch auf eine gelungene Mischung aus Familiengeschichte, Gegenwartsliteratur und historischen Elementen freuen. Erzählt wird auf zwei Zeitebenen und aus verschiedenen Perspektiven, was ich sehr mochte. Die Übergänge zwischen den Kapiteln und Zeiten sind dabei fließend und angenehm zu lesen, nichts wirkt holprig oder konstruiert.

Mein absolutes Highlight war ganz klar die Atmosphäre. - Die detaillierten, bildreichen Beschreibungen der Inseln haben mich komplett abgeholt. Ich hatte beim Lesen wirklich das Gefühl, vor Ort zu sein, mitten im Geschehen. Einfach herrlich geschrieben und unglaublich stimmungsvoll.

"Mitte August war eine wundervolle Zeit auf Sylt: Um kurz vor sechs ging die Sonne auf und erst gegen neun Uhr abends unter. Es war meistens nicht mehr so heiß, und an manchen Tagen lag bereits ein Hauch von Herbst in der Luft. Die einst so kräftigen Farben verblassten nach und nach, besaßen jedoch immer noch genug Leuchtkraft. Die Heide blühte in sattem Lila oder Purpur, und es duftete herrlich nach Spätsommer, Nordsee, Salz und Verheißung."

Die Figuren sind insgesamt gut ausgearbeitet, wobei ich sagen muss, dass mir Anna in der Gegenwart deutlich näher (und sympathischer) war als Martje in der Vergangenheit. Annas Gedanken und Gefühle konnte ich besser greifen, während Martje für mich ein kleines Stück distanzierter blieb. Ihre Bindung zum väterlichen Freund Nanning liebte ich jedoch sehr.

Was die Geschichte zudem besonders macht, ist auch ihre Tragik. Sie zeigt eindrücklich, wie sehr Zufälle und Begegnungen das eigene Leben beeinflussen können … und dass man manchmal, ohne es zu merken, einen völlig falschen Weg einschlägt, wenn man sich von den falschen Menschen leiten lässt. Das war stellenweise wirklich schmerzhaft zu lesen, aber auch sehr berührend und eben vollkommen realistisch.

Es ist definitiv keine kitschige Liebesgeschichte, im Gegenteil - eher eine bewegende Geschichte über Verlust, schicksalhafte Entscheidungen, Reue, Sehnsucht, Familie und Wahrheitssuche, mit kleinen Lichtblicken dazwischen.

Ein Detail, das ich ebenfalls toll fand: die Erwähnung realer Buchhandlungen wie "Der Bücherwurm" in Westerland und "Die Büchertruhe" am Keitumer Watt.

Der Schreibstil der Autorin ist durchgehend einladend, flüssig und vor allem atmosphärisch dicht. Ich bin nur so durch die Seiten geflogen und habe das Buch in kürzester Zeit verschlungen!

𝗙𝗮𝘇𝗶𝘁:
Hat mir wunderbar gefallen! Klare Empfehlung für alle Leser:innen, die Insel-Feeling, Familiengeheimnisse und fesselnde, emotionale Geschichten lieben.

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Veröffentlicht am 07.04.2026

Cozy Queer-Romance

4 Months, 24 Melodies & 1 Maybe
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Bei diesem optisch wie inhaltlich verheißungsvollen Read waren es vor allem die Atmosphäre, das Setting und die Idee hinter der Geschichte, die mich gecatcht haben.

Gekonnt entführt uns die sympathische ...

Bei diesem optisch wie inhaltlich verheißungsvollen Read waren es vor allem die Atmosphäre, das Setting und die Idee hinter der Geschichte, die mich gecatcht haben.

Gekonnt entführt uns die sympathische Autorin, die vielen Bookies garantiert bereits aufgrund ihrer Social-Media-Präsenz bekannt sein wird, in eine Welt voller Bühnenlicht, Probenräume und großer Träume. Der Theater- und Musical-Vibe ist dabei wirklich greifbar: von der positiven Casting-Rückmeldung über das aufregende Tourleben bis hin zu den Momenten hinter den Kulissen entsteht ein lebendiges, sehr anschauliches Bild dieser besonderen Branche, die mich seit jeher begeistert. Gerade für alle, die Musicals lieben oder sich für das Leben auf und hinter der Bühne interessieren, wird dieses Werk ein Hit sein.

Was mir besonders gut gefallen hat:

❏ die herrlich atmosphärischen UK-Vibes

❏ die Gestaltung - das Cover versprüht einen wunderbar leichten Rom-Com-Charme und macht sofort Lust aufs Lesen, dazu kommen die liebevoll gestalteten Innenseiten mit Figurenübersicht und Moodboard … loved it!

❏ die Extras - die Playlist, das kleine Theater-Lexikon im Anhang und sogar ein leckeres Rezept (von meiner heimlichen Lieblingsfigur des Romans): Bananen-Zimt-Cookies mit Macadamianüssen, mjam!

Der Schreibstil ist modern, locker, schwungvoll und unkompliziert, wodurch man schnell in die Geschichte hineinkommt und regelrecht durch die Seiten fliegt. Realistisch beschriebene Szenen, die ein authentisches Gefühl für das Theaterleben vermitteln, glaubwürdige Dialoge und Gedankengänge. Trotz mitunter auch ernster Themen - bitte beachtet diesbezüglich unbedingt die Triggerwarnung - hat alles eine gewisse Leichtigkeit und etwas sehr Träumerisches, was gut zur Geschichte passt.

"Dieses Buch ist allen King-Queens, allen Enbys und trans people gewidmet", schreibt Lea in ihrer Danksagung - und ich finde, diesen Gedanken sowie die Problematik des binären Schubladendenkens hat sie wirklich herausragend und stark in die Handlung eingewoben.

"Traurig, dass die Menschheit immer noch in solchen klischeebehafteten Schubladen denkt. Männer müssen Hobbys wie Fußball nachgehen, ins Fitnessstudio rennen, Whiskey trinken und am Grill der Chef sein. Wer hat sich so einen Stuss ausgedacht?
Männer. Ich kann diese toxische Männlichkeit auf den Tod nicht ausstehen, und ich gehöre schließlich noch zu den Privilegierten: männlich, weif, cis und reich. Wäre ich jetzt auch noch hetero, hätte ich ein White-Privilege-Bingo."

Unterm Strich war mein persönliches Highlight das gesamte Gefühl rund um das Theater - die Musik und das kreative Arbeiten … (und auch Mrs Dingelhouper).

𝗙𝗮𝘇𝗶𝘁:
Eine tolle Queer-Romance mit einer sehr schönen Grundidee, viel Atmosphäre und einem klaren Fokus auf Themen, die unserer Zeit entsprechen.

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Veröffentlicht am 06.04.2026

Cozy Southern Vibes

Bookish Belles – Mehr als nur drei Worte
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Mit dem dritten Band ihrer aktuellen Trilogie hat Kelly Moran mich nach ihrem Redwood-Universum einmal mehr mitten ins Herz getroffen - und gleichzeitig in die zauberhafte Welt der Südstaaten entführt, ...

Mit dem dritten Band ihrer aktuellen Trilogie hat Kelly Moran mich nach ihrem Redwood-Universum einmal mehr mitten ins Herz getroffen - und gleichzeitig in die zauberhafte Welt der Südstaaten entführt, die ich so sehr liebe. Ich habe mich vom ersten Moment an willkommen gefühlt in Vallantine, Georgia.

Auch wenn es sich hierbei um den Abschluss der Reihe handelt, war es tatsächlich mein erster Band - und ich weiß nun: Die beiden Vorgänger werden ganz sicher auch noch bei mir einziehen.
Schon beim Aufschlagen habe ich mich unglaublich über das Innencover gefreut, in dem die drei Freundinnen (= die "Bookish Belles") mit kleinen Stichworten vorgestellt werden - ein liebevoll gestaltetes Extra, das zudem sofort neugierig auf ihre jeweiligen Geschichten macht.

Diese Frauen-Freundschaft war für mich eines der Highlights des Buches. Die Verbundenheit der drei Belles ist so ehrlich und unterstützend - das ging mir runter wie Sahne. Vertrauen, Loyalität, aufrichtige gegenseitige Wertschätzung … Solch innige Freundschaften kann man nur jedem Menschen wünschen.

Im Mittelpunkt der Story steht Dorothy, eine unglaublich greifbare und liebenswerte Protagonistin, die trotz all ihrer Souveränität von alten Unsicherheiten aus ihrer Jugendzeit geprägt ist.

"Er war ein ehemaliger College-Footballspieler. Der Starquarterback ihrer Highschool. Er war allseits beliebt gewesen und galt immer noch als der Goldjunge der Stadt. Er könnte mit jeder Frau ausgehen, die er wollte. Er hatte eine leitende Position in seinem Job, war gereist und außerdem handwerklich begabt. Sie war bloß ... Dorothy. So verlässlich wie langweilig. Fürsorglich, aber unscheinbar. Durchschnittlich in seinem Leben, das voller Besonderheiten war."

Die sanfte Annäherung zwischen den beiden las sich so schön! Er, der sie früher kaum wahrgenommen hat, beginnt erst jetzt zu erkennen, was für eine faszinierende, starke und wunderbare Frau sie ist.

"All die Jahre war nie irgendetwas zwischen ihnen gewesen. Nicht die leiseste Andeutung, kein aufgeheizter Moment, kein bewundernder Blick. Warum, verdammt noch mal, überfielen ihn jetzt plötzlich all diese Erkenntnisse?"

Ich musste so schmunzeln über seinen Pommes-Aha-Moment - when you know, you know. Dorothy glaubt an ihn, unterstützt ihn, macht ihm Mut … ohne je etwas dafür zu erwarten oder gar Bedingungen zu stellen. "Kein Stress, keine Forderungen oder versteckten Motive. Sie war Balsam für den Teil seiner Seele, der ständig in Aufruhr war."

Was dieses Buch für mich zusätzlich zu etwas Besonderem gemacht hat, sind die unvergleichlichen Southern Vibes. Die detaillierten Beschreibungen - sei es die Renovierung der alten Bibliothek oder Dorothys Zuhause - haben eine Atmosphäre geschaffen, in die ich vollkommen eintauchen konnte. Oh, how I miss the South!

Zum routiniert-flüssigen Schreibstil möchte ich anmerken: Mir ist bewusst, dass genau diese ruhige, sehr detailreiche Erzählweise nicht für jeden etwas ist - aber für mich war sie einfach perfekt. Der Fokus liegt ganz klar auf dem Erschaffen der Südstaaten- Atmosphäre sowie auf der emotionalen Entwicklung der Figuren.

Ein kleiner Wermutstropfen für mich war, dass ich mich sehr über eine Karte im Innenteil gefreut hatte, um Vallantine noch besser greifen zu können. Dafür hat mich das Rezept für Southern Pecan Pie im Anhang umso mehr begeistert - eine charmante, absolut sinnvolle Ergänzung, die perfekt zur Stimmung des Buches passt.

Für mich war diese warme und gefühlvoll erzählte Geschichte über Selbstwert, zweite Chancen und die unverhofften Wege der Liebe ein rundum unterhaltsamer Lesegenuss. Ich bin ganz verzaubert vom Südstaaten-Charme und freue mich darauf, nachträglich die Vorgängerbände zu entdecken.

𝗙𝗮𝘇𝗶𝘁:
Klare Empfehlung für Fans von dramafreien, cozy Smalltown-Romanzen!

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Veröffentlicht am 06.04.2026

Bewegend, ehrlich, inspirierend

Liza - Kids, Wait Till You Hear This!
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"Am Anfang deiner Karriere, wenn du noch kein Geld hast, und später, wenn du genug Geld hast, wirst du feststellen, dass die Kunst das Einzige ist, das bleibt."

Diese Autobiografie … wie soll ich solch ...

"Am Anfang deiner Karriere, wenn du noch kein Geld hast, und später, wenn du genug Geld hast, wirst du feststellen, dass die Kunst das Einzige ist, das bleibt."

Diese Autobiografie … wie soll ich solch eine geballte Ladung pures Leben nur in Worte fassen? - Laut, glitzernd, schmerzhaft ehrlich und gleichzeitig voller Wärme, das sind die Gedanken, die mir als erstes in den Sinn kommen.

Schon direkt zu Beginn hatte ich mein persönliches Aha-Erlebnis: Liza ist die Tochter von Judy Garland. (!) Wie konnte ich das jemals nicht wissen?! (… zumal ich doch alte Hollywood-Filme so sehr liebe.) Ich habe sogar 'Meet Me in St. Louis' gesehen – den Film, bei dessen Dreh sich Lizas Eltern begegnet sind - allein dieser Gedanke hat beim Lesen eine ganz besondere Magie für mich entfaltet. Dieses - vermeintlich - goldene Hollywood, das mich seit jeher fasziniert (zumindest in puncto Filme - die damaligen Arbeitsbedingungen, nicht nur, aber insbesondere für Frauen, waren allerdings ein Albtraum).

Man spürt in jeder Zeile Lizas tiefe Verbindung zur Bühne, zur Musik, zu all den großen Gefühlen, zu jedem einzelnen Gast ihres Publikums. Ihre unerschütterliche Liebe zur Kunst an sich.

Der Schreibstil: Einerseits herrlich direkt, ungefiltert, humorvoll, selbstbewusst, stellenweise fast schon schon frech, provokant - aber auf sympathische Weise, mit einem Augenzwinkern. Eindeutig: Sie ist eine Ikone, muss nichts und niemandem mehr etwas beweisen. Andererseits wirken ihre Worte oft so verletzlich, dass es einem stellenweise den Atem nimmt.

Die vielen, vielen Fotografien im Buch fand ich wunderschön; sie machen das Gelesene noch greifbarer, lebendiger - als würde man gemeinsam durch Erinnerungen blättern. Nostalgie pur.

Lizas Leben gleicht einem Drahtseilakt, wir lesen von schwindelerregenden Höhen und tiefsten Abstürzen, von Cabaret bis hin zu persönlichen Kämpfen, die sie nie beschönigt. Gerade dieser schonungslose Blick auf Themen wie Sucht, Trauma, Verlust und Selbstfindung hat mich ungemein beeindruckt.

To name just a few details: Der Selbstmordversuch ihrer Mutter, die Scheidung ihrer Eltern, Reichtum, Partys … aber auch Sucht, psychische Erkrankungen, Verrat, finanzielle Abstürze. Große Namen & Glamour? En masse! Frank Sinatra, Elizabeth Taylor, Michael Jackson …

Ihre Ehe mit David Gest - ich musste teilweise wirklich den Kopf schütteln. Nicht, weil man es nicht versteht, sondern weil man merkt, wie verletzlich sie in diesem Moment war. Wie sehr sie einfach jemanden brauchte, der sie auffängt, sie wieder träumen lässt. … und wie sehr diese Sehnsucht ausgenutzt wurde. Das war keine Liebesgeschichte, sondern ein Absturz mit Ansage.

Natürlich findet das Drama rund um die Academy Awards und den berühmten Verrat Erwähnung - pure Sabotage. Warum nur??! Ich konnte das beim Lesen kaum ertragen. Diese Demütigung, dieses Gefühl, die Kontrolle über das eigene Bild zu verlieren - vor Millionen Menschen. Das war so ein Punkt, wo ich wirklich gemerkt habe, wie gnadenlos diese Branche sein kann. Glanz und Schmerz liegen im Showbusiness direkt beieinander. Wie gern hätte ich Liza dieses Trauerspiel erspart. Und ich muss ehrlich sagen, dass ich auf menschlicher Ebene ein Stück weit enttäuscht von Lady Gaga bin.

Die Beziehung zu Judy Garland ist eines der emotionalen Zentren dieses Buches. So viel Liebe, Bewunderung, Lachen … und gleichzeitig Angst, Verantwortung, Überforderung eines Kindes, das viel zu früh lernen musste, stark zu sein. Ständiges Schwanken zwischen Wärme und Unsicherheit, zwischen Geborgenheit und dem Gefühl, aufpassen zu müssen. Ein kleines Mädchen, das nicht weiß, welche Version seiner Mutter es heute erwarten wird. In gewisser Weise war es - in meinen Augen - ganz eindeutig emotionaler Missbrauch. Ihr Vater, Vincente Minnelli, hat mein Leserherz hingegen im Sturm erobert! So sanftmütig und liebevoll … Er war Lizas sicherer Hafen.

Was sich durch alles zieht: Verlust. Immer wieder Verlust. Von Menschen, Gesundheit, Kontrolle, Vertrauen. Dass der Körper irgendwann nicht mehr mitmacht. Dass die Welt weiterzieht. Und trotzdem steht Liza jedes Mal wieder auf. Nicht heldenhaft, sondern irgendwie einfach, weil sie muss.

Trotz all der Schwere ist dieses Buch kein trauriges, im Gegenteil: Es strahlt Hoffnung aus.

"[…] auch in der tiefsten Finsternis ist immer irgendwo ein Licht."

Vielleicht ist genau das die Essenz dieser Geschichte: Fallen. Aufstehen. Weitermachen. Und dabei nie die eigene Stimme verlieren. Den Gedanken, dass man sich selbst immer wieder neu zusammensetzen kann - egal, wie oft man zerbrochen ist -, empfinde ich als enorm tröstlich und inspirierend.

Liza hat meinen tiefsten Respekt - nicht nur für ihre Karriere, sondern dafür, dass sie sich traut, so ehrlich zu sein in Bezug auf Dinge, die viele einfach verschweigen würden.

𝗙𝗮𝘇𝗶𝘁:
Eine bewegende und gleichzeitig lebensbejahende Autobiografie, die zeigt, was es wirklich bedeutet, nicht nur zu überleben, sondern stets voller Anmut zu strahlen.

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