Aktuell und brisant: KI als Fluch oder Segen
DeepfakeIn “Deepfake: Das Ende der Wahrheit” konfrontiert der bekannte Autor und Journalist Darius Quinn die Lesenden mit einer erschreckenden Frage: Was passiert, wenn man Deepfakes nicht mehr als solche identifizieren ...
In “Deepfake: Das Ende der Wahrheit” konfrontiert der bekannte Autor und Journalist Darius Quinn die Lesenden mit einer erschreckenden Frage: Was passiert, wenn man Deepfakes nicht mehr als solche identifizieren kann? Auch das gelungene Cover weist auf die Übermacht der Technik hin, wobei die KI wohl als Blackbox dargestellt werden müsste.
Der spannende Plot beschreibt, wie Deepfakes die Wirtschaft destabilisieren und Existenzen ruinieren können. Nach dem Tod des CEO einer Tochterfirma von Leonydoo, einem führenden Tech- Unternehmen, befasst sich Special Agent Tom Anson vom FBI mit der Aufklärung des Falles, bei dem fraglich ist, ob ein Video mit menschenverachtenden Aussagen den CEO zum Selbstmord getrieben hat. Ebenso tauchen weitere Videos auf, die ebenfalls den Konkurs von Tochterfirmen von Leonydoo zur Folge haben. Doch Tom vermutet, dass es sich bei den Videos um Deepfakes handelt. Aber niemand kann ihm das bestätigen. Unter Zeitdruck beginnt das FBI zu ermitteln, jedoch auch hier wurde die IT angegriffen. Daher weicht das Team in ein Safehouse aus. Und Tom Anson weiß: Wenn er den Fall nicht binnen drei Tagen aufklären kann, wird er seinen Job verlieren.
In diesem raffiniert konstruierten Thriller zeigt der Autor, wie schwierig es selbst für Experten sein kann, zwischen Täuschung und Wahrheit zu unterscheiden. Durch immer neue Wendungen geraten ehemalige Mitarbeiter von Leonydoo in Verdacht, doch ist es möglich, dass auch ein Angestellter aus persönlichen Gründen Rache am Unternehmen üben will. Leider bleiben hier einige Handlungsfäden lose, obwohl die Lesenden durch den flüssigen und detailreichen Schreibstil mitten in das Geschehen gezogen werden und durchaus die Schwierigkeiten nach verfolgen können, mit denen die Agenten bei der Lösung der komplexen Fälle konfrontiert sind. Tatsächlich hält das Buch den Spannungsbogen durch wilde Verfolgungsjagden, weitere Mordanschläge und immer wieder genau beschriebene technische, hochkomplexe Abläufe bis zum Ende. Im Epilog findet sich nochmals ein völlig unerwarteter Twist, der das ganze Geschehen in einem anderen Licht erscheinen lässt.
Darius Quinn hat seine Story in präziser, klarer und dem Thema entsprechend sehr sachlicher Sprache verfasst, die dazu beiträgt, dass man sich in die Ermittlungsarbeit des Teams um Special Agent Anson hineinversetzen kann. Zur guten Verständlichkeit tragen auch die oft sehr kurzen Kapitel bei. Leider hätte dem Buch ein präziseres Lektorat gut getan. Dennoch ist die Geschichte voll Dynamik, actionreich und rasant.
Besonders hervorzuheben ist, dass der Autor an das Ende des Buches ein Kapitel Fakt & Fiktion stellt, in dem er sowohl die Rechts- wie die Faktenlage zum Ende des Jahres 2024 darstellt. Dabei erläutert Darius Quinn auch, welche Gesetze erlassen werden müssten, um klar zu kennzeichnen, welche Inhalte mit KI generiert wurden. Und als Lesender kann man sich wohl nur der Hoffnung des Autors anschließen, dass die fiktive Geschichte seines Buches auch wirklich Fiktion bleiben möge. Ein wirklich lesenswerter Thriller mit erschreckenden Erkenntnissen!