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Gavroche

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 08.03.2020

Dante!

Dankbarkeiten
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Dante? Was hat der denn mit diesem Buch zu tun? Nun, gar nichts, aber Michka verliert sich immer mehr, findet nicht mehr die richtigen Worte, dabei konnte sie doch einst so virtuos mit dem Medium Sprache ...

Dante? Was hat der denn mit diesem Buch zu tun? Nun, gar nichts, aber Michka verliert sich immer mehr, findet nicht mehr die richtigen Worte, dabei konnte sie doch einst so virtuos mit dem Medium Sprache umgehen, war es ihr Beruf. Doch nun vertut sie sich, sagt "dante" statt "danke" oder "oje" statt "ok" etc. Darum kann sie nicht mehr alleine leben und Marie, um die sich Mischka immer gekümmert hat, als sie ein Kind war, kümmert sich darum, dass Mischka einen Platz in einem Seniorenheim bekommt. Marie kann gar nicht ermessen, wie dankbar sie Mischka ist. Dieses Buch hat mich sehr beeindruckt und nachdenklich gestimmt. Wir alle werden älter und Menschen, die uns früher einmal so stark erschienen, sind es nicht mehr. Haben wir ihnen rechtzeitig und genug gedankt? Und zwar aufrichtig? Delphine de Vigan hat es auch mit ihrem neuen Buch geschafft, mich zu berühren. Ich glaube, ich muss das Buch unbedingt noch im Original lesen. Ein Buch, das im Gedächtnis haften bleibt, das mich weiter beschäftigen wird. Mir gefielen auch die beiden Perspektiven gut und die Lücken, die gefüllt wurden mit dem, was Mischka wohl gedacht hat. Marie, die Mischka nun schon so lange kennt und weiß, dass sie bald Abschied nehmen muss. Aber auch der junge Logopäde Jérôme, bei dem Mischka nicht locker lässt - aber er umgekehrt auch nicht. Die Einblicke in seine Gedanken, seine Arbeit. Ein rundum tolles Buch. "Es liegt an den Wörtern [...] Es passiert nachts, dass sie sich vergraben....verlieren, nachts, wenn ich nicht einschlafen kann, ich weiß genau, das ist der Augenblick, in dem sie sich verfluchen, in dem sie sich verflüchten [...]" (S. 58/117, ePub-Version)

Veröffentlicht am 06.03.2020

Schade

Die Dunkelheit deiner Seele
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Zu Beginn eine Empfehlung: bitte vor der Lektüre nicht den Klappentext lesen, denn er verrät zu viel und passt meiner Meinung nach auch nicht in allen Punkten. Außerdem finde ich das Cover zwar schön gestaltet, ...

Zu Beginn eine Empfehlung: bitte vor der Lektüre nicht den Klappentext lesen, denn er verrät zu viel und passt meiner Meinung nach auch nicht in allen Punkten. Außerdem finde ich das Cover zwar schön gestaltet, aber dennoch unpassend zum Inhalt wegen der Person mit den Flügeln.
Lenora hat ein schweres Leben hinter sich mit Verlusten und Misshandlungen. Man erfährt erst nach und nach, was ihr passiert ist. Doch nun macht sie einen Neuanfang in der Akademie von Dunkelfelsen, um dort mit einem Stipendium kreatives Schreiben zu studieren, ihr großer Traum. Mit ihren beiden Mitbewohnerinnen versteht sie sich gut, doch was hat nur Kilian gegen sie? Sie hat ihn nie zuvor gesehen und dennoch begegnet er ihr feindselig.
So ist die Ausgangslage der Geschichte, eigentlich interessant. Doch bei mir wollte der Funke nicht recht überspringen. Ich fand es u.A. schade, dass Lenoras Halbschwester und ihr Vater eingeführt wurden, aber später gar keine Rolle mehr spielten. Viel zu viel Wert wurde für mich auf die Kleidung und das Zurechtmachen gelegt. Ich konnte keine rechte Nähe zu den Personen aufbauen und es bliebt oft oberflächig. Am Ende wurde es dann spannend, aber dann war das Buch plötzlich vorbei. Schade. Hier hatte ich mir mehr erhofft. Ich vergebe 2,5 Sterne, denn geschrieben ist es an sich nicht schlecht, aber es gibt deutlich Potential nach oben.

Veröffentlicht am 04.03.2020

Achill und Patroklos

Das Lied des Achill
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Ich kenne mich zwar einigermaßen in der griechischen Mythologie aus, war aber dennoch sehr gespannt auf dieses Buch, weil ich so viel Gutes von der Autorin gehört habe. Und ich wurde nicht enttäuscht. ...


Ich kenne mich zwar einigermaßen in der griechischen Mythologie aus, war aber dennoch sehr gespannt auf dieses Buch, weil ich so viel Gutes von der Autorin gehört habe. Und ich wurde nicht enttäuscht. Ein toller Schreibstil und es gelingt Madeleine Miller unglaublich gut, die Geschichte von Patroklos und Achill vor den Augen ihrer Leser entstehen zu lassen. Bei der Lektüre habe ich zwischendurch immer wieder meine Umgebung vergessen und war tief in die Geschichte aus der Ilias eingetaucht. Schwerpunkt dieser Geschichte, die aus Sicht von Patroklos erzählt wird, ist die Beziehung von Achill und Patroklos. Auch wenn man einiges aus der Mythologie kennt, war es dennoch eine tolle Romanadaptation.

Veröffentlicht am 01.03.2020

Mord?

Wolves – Die Jagd beginnt (Ein New-Scotland-Yard-Thriller 3)
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Finlay Shaw, der väterliche Freund von "Wolf" ist tot - und nur deswegen traut sich William Fakes nach 18 Monaten wieder an die Öffentlichkeit. Er verhandelt hart, dass er nicht sofort ins Gefängnis muss ...

Finlay Shaw, der väterliche Freund von "Wolf" ist tot - und nur deswegen traut sich William Fakes nach 18 Monaten wieder an die Öffentlichkeit. Er verhandelt hart, dass er nicht sofort ins Gefängnis muss wegen seines Verhaltens während des letzten Falls. Aber es kann einfach nicht sein, dass Finlay Selbstmord begangen hat. Er hätte nie im Leben seine Frau Maggie im Stich gelassen. Doch wie konnte der Mord geschehen in einem abgeriegelten Raum? Die Spuren führen weit in die Vergangenheit in die Anfangszeit seines Berufslebens. Sein damaliger Partner Christian ist mittlerweile Wolfs Vorgesetzter und gemeinsam mit einigen anderen, darunter Emily Baxter, ermitteln sie. Dieser Band war für mich ganz anders als die ersten beiden; der Tonfall war ein anderer und auch die Ermittlungen waren es. Mir hat das Buch sehr gefallen und bin nun gespannt, wie es weitergehen mag.

Veröffentlicht am 01.03.2020

Kunst

Die Galerie am Potsdamer Platz
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Bei diesem Buch hat mich der Klappentext schon sehr neugierig gemacht, denn die letzten Jahre der Weimarer Republik waren politisch sehr unruhig und wechselhaft und so war ich gespannt, wie die Autorin ...

Bei diesem Buch hat mich der Klappentext schon sehr neugierig gemacht, denn die letzten Jahre der Weimarer Republik waren politisch sehr unruhig und wechselhaft und so war ich gespannt, wie die Autorin diese Zeit in ihr Romangeschehen einbinden wird. Alice Waldmann kommt nach dem Tod ihrer Mutter nach Berlin. Da ihre Großmutter nichts mit ihr zu tun haben möchte, wohnt sie bei ihrer Tante. Gemeinsam mit ihrem Onkel engagiert sie sich für die Wiedereröffnung der Familiengalerie am Potsdamer Platz. Man merkt deutlich, dass die Autorin sich auf diesem Gebiet auskennt. Die Kunst spielt hier - neben der Liebe - eine große Rolle. Aber auch eine Vielzahl an weiterer Themen und für mich ist leider die "Tiefe" des Romans nicht so vorhanden wie in vergleichbaren Büchern. Vermutlich darf man die Ansprüche an den historischen Roman nicht zu hoch stellen, sondern sollte nur die Geschichte genießen.