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Veröffentlicht am 19.01.2026

Prügelmädchen

A Fire in the Sky - Feuerschwur-Chroniken, Band 1
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Tamsyn wächst gemeinsam mit den drei Prinzessinnen von Penterra auf und ist in vielen Dingen mit ihnen gleich gestellt, allerdings nicht in allen entscheidenden Aspekten. Denn wenn eine Prinzessin etwas ...

Tamsyn wächst gemeinsam mit den drei Prinzessinnen von Penterra auf und ist in vielen Dingen mit ihnen gleich gestellt, allerdings nicht in allen entscheidenden Aspekten. Denn wenn eine Prinzessin etwas Falsches getan hat oder sich ungebührlich verhalten hat, dann muss Tamsyn an ihrer Stelle die Prügel einstecken und die Prinzessin muss bei der Bestrafung zuschauen.

Eigentlich hat sich Tamsyn dennoch recht gut mit diesem Leben arrangiert, denn sie kennt ihre leibliche Familie nicht, wurde als Baby im Palasthof abgelegt.

Doch dann muss sie den Fell, den Krieger der Grenzlande, heiraten, da der König keine seiner Töchter hergeben möchte. Fell wird getäuscht und ist zwar wütend, allerdings spüren die beiden dennoch eine Anziehung zueinander, die über das normale Maß hinausgeht. Tamsyn begleitet Fell in seine Heimat, der mit einer Prinzessin als Pfand Pläne hatte, die sich so jetzt allerdings nicht umsetzen lassen.

Ihr bester Freund am Hof schafft es nicht, Tamsyn zum Bleiben zu überreden.

Die Geschichte lässt sich Zeit und ja, es ist eine Geschichte mit Drachen, die allerdings schon lange nicht mehr gesichtet wurden, genau wie die Hexen. Doch die Magie ist nicht verschwunden.

Erzählt wird die Geschichte vorrangig aus der Sicht von Tamsyn, aber auch einige Kapitel aus der Sicht von Fell und aus der Sicht ihres Freundes. Gut gefallen haben mir jedoch die Sprecher und ich mag es, wenn es pro Perspektive immer einen anderen Sprecher bzw. eine Sprecherin gibt.

Die Sexszenen waren nicht so mein Ding und manches konnte ich nicht unbedingt nachvollziehen. Insgesamt recht gut, aber nicht überragend. Dennoch bin ich neugierig, wie es weitergehen wird.

Veröffentlicht am 19.01.2026

Wunderschön

Mathilde und Marie
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Ich habe bereits die Sachbücher von Torsten Woywood über die Bibliotheken gelesen und waren sehr neugierig auf seinen ersten Roman.
Marie lebt in Paris und ist ganz in dem „gefangen“, was die Pariser Métro-Boulot-Dodo ...

Ich habe bereits die Sachbücher von Torsten Woywood über die Bibliotheken gelesen und waren sehr neugierig auf seinen ersten Roman.
Marie lebt in Paris und ist ganz in dem „gefangen“, was die Pariser Métro-Boulot-Dodo nennen, war jedenfalls mein erster Gedanke. Keine Freizeit, nur Hektik, nur in der Métro sitzen, arbeiten und schlafen. Aber damit ist nun Schluss und sie setzt sich einfach in einen Zug, steigt um in einen kleineren Zug und trifft dort zufällig auf die Isländerin Jónina, die sie überredet, doch mit ihr nach Redu zu kommen. Und da ist sie nun. Der schweigsame Bäcker Thomas holt die beiden ab und Marie lernt die Natur zu schätzen, kommt zur Ruhe und lebt nun ohne Smartphone und wlan (gibt es nur eine Stunde pro Tag), stattdessen nach der Kirchturmuhr, die zwei Uhrzeiten anzeigt. Und dann ist da noch der Labrador Anneliese, der sich an Marie „hängt“ und so nach und nach verändert sich Marie.
Redu in den Ardennen ist ein Bücherdorf und auch wenn die Personen fiktiv sind, so beschreibt Torsten Woywood dennoch gut dieses Dorf mit seinen vielen Buchhandlungen und dem ganz eigenen Leben.
Auch Mathilde spielt im Verlauf des Buches eine Rolle, auf die ich ohne Spoiler nicht eingehen mag.
Ein wunderbar poetischer Schreibstil, ein Roman, um die innere Ruhe zu finden, ein Buch über Bücher und (Bücher-)Menschen. Von mir gibt es eine große Empfehlung.

Veröffentlicht am 19.01.2026

Mythologie Mix

Loki − Her Twisted Heart
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Die Kriegerin Harlow ist eine sogenannte Agrai, deren Aufgabe es ist, die Welt der Menschen zu beschützen. Doch Harlow kennt ihre Mutter nicht, da diese als Verräterin gilt, weil sie sich mit einem Gott ...

Die Kriegerin Harlow ist eine sogenannte Agrai, deren Aufgabe es ist, die Welt der Menschen zu beschützen. Doch Harlow kennt ihre Mutter nicht, da diese als Verräterin gilt, weil sie sich mit einem Gott eingelassen hat. Harlow hat es nicht einfach in der Gesellschaft der Kriegerinnen, aber zum Glück hat sie ihre Freundin Asra.
Die Agrai wurden einstmals von der Göttin Artemis geschaffen und sind nun die Letzten, die in der Welt der Menschen existieren und übernatürlicher Herkunft sind. Da sie von Artemis abstammen, ist es ihnen nicht erlaubt, sich zu verlieben.
Als die Agrai angegriffen werden, wird Asra verwundet. Die Freundin schickt sie nach Abyssos, um ihr zu helfen und so trifft Harlow dann auf Loki. Der Roman wird vorrangig aus der Sicht von Harlow erzählt, so dass wir auf dem Wissensstand wie sie sind. Aber einige Kapitel gibt es auch aus der Sicht von Loki, was eine gute Abwechslung war.
Eine interessante Verknüpfung unterschiedlicher Götterwelten, der griechischen und der nordischen Mythologie, die mir gut gefallen hat und die interessant ausgestaltet wurde.
Ein guter erster Teil, der manchmal ein wenig spannender hätte sein können, mir aber insgesamt doch gut gefallen hat und ich freue mich schon, wenn der Folgeband erscheinen wird.

Veröffentlicht am 14.01.2026

Langsamer Spannungsaufbau

Minnesota
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David Nathan ist ein toller Hörbuchsprecher und ich freue mich immer, wenn ich sehe, dass er der Sprecher ist.
Mit seiner neuen Reihe führt uns der Autor nach Minnesota, wie der Titel des Buches besagt. ...

David Nathan ist ein toller Hörbuchsprecher und ich freue mich immer, wenn ich sehe, dass er der Sprecher ist.
Mit seiner neuen Reihe führt uns der Autor nach Minnesota, wie der Titel des Buches besagt. Ins Jahr 2016, mit einigen Abschnitten, die in der Gegenwart spielen.
Jo Nesbø beweist, dass er ein großer Erzähler ist und seine Geschichte baut sich ganz langsam auf. Es gibt zwar recht früh einen Anschlag und der Täter wird auch genannt. Aber dieser entzieht sich immer wieder ganz knapp der Polizei. Es wirkt so, als ob er es darauf anlegen würde.
Bob Oz ist ein Protagonist, der es einem nicht leicht macht. Nach dem Tod seiner Tochter hat er sich von seiner Frau Alice getrennt, belästigt sie doch weiterhin vor allem telefonisch und rastet dabei regelmäßig aus. Auch bei der Arbeit macht er sich nicht nur Freunde, aber er ist hartnäckig und unkonventionell. Jemand, bei dem man länger braucht, um auch die guten Seiten zu entdecken.
Der Roman ist meiner Meinung nach auch der Roman einer Stadt und eine Kritik an den USA, vor allem an der Gewalt und dem Umgang mit Waffen.
Sehr komplex und mit einer konstanten Steigerung.

Veröffentlicht am 14.01.2026

Mörderischer Sommer in Freiburg

Bächle, Gässle, Rache
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Es ist ein heißer Sommer in Freiburg und schon im Prolog geht es spannend zu.
Journalistin Katharina graut davor, wenn ihr Chef bald in den Ruhestand gehen wird und ärgert sich über ihre esoterisch angehauchten ...


Es ist ein heißer Sommer in Freiburg und schon im Prolog geht es spannend zu.
Journalistin Katharina graut davor, wenn ihr Chef bald in den Ruhestand gehen wird und ärgert sich über ihre esoterisch angehauchten Nachbarinnen, die als Gemüse verkleidet gegen ein neues Restaurant demonstrieren.
Aber dann findet ausgerechnet ihr Kollege eine Leiche, dabei hatte er eigentlich einen Interviewtermin mit dem Mann, dessen Hochsitz angesägt wurde.
Und wie es aussieht hat die Journalistin schon häufiger Kriminalfälle gelöst, gemeinsam mit ihrem Freund, der Kriminalkommissar ist.
Unterstützung erhält sie dann von der Nichte ihres Lebenspartners, die ein Praktikum in der Redaktion macht. Die jüngere Schwester Marie hingegen, hochbegabt, langweilt sich im Unterricht, findet überraschend Anschluss in der Theatergruppe. Und auch diese beiden jungen Mädchen sind in die Aufklärung involviert, denn es bleibt nicht bei dem einen Toten.
Ein unterhaltsamer Krimi mit viel lokalem Flair, bei dem man im Winter den Sommer herbeisehnt. Die Auflösung ist genial gemacht und darauf wäre ich nun wirklich nicht gekommen - so etwas mag ich immer sehr. Die angesprochenen Themen sind breit gefächert, tauchen allerdings zum Teil erst im späteren Verlauf der Handlung auf.