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Gavroche

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 01.05.2019

Jula Ansorge

Auris
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Jula Ansorge versucht mit true crime podcasts ihre Vergangenheit zu verarbeiten und ist auf der Suche nach weiteren, ungelösten Verbrechen. Dabei stößt sie auf Matthias Hegel, einen phonetischen Forensiker, ...

Jula Ansorge versucht mit true crime podcasts ihre Vergangenheit zu verarbeiten und ist auf der Suche nach weiteren, ungelösten Verbrechen. Dabei stößt sie auf Matthias Hegel, einen phonetischen Forensiker, der lange für die Polizei gearbeitet hat und mittlerweile wegen eines - ehrlich gesagt stümperhaft ausgeführten Mordes an einer Obdachlosen - hinter Gittern sitzt. Jula versucht schon länger über seinen Anwalt Kontakt zu ihm zu erhalten, da das Verbrechen sie fasziniert. Doch will er sich überhaupt helfen lassen? Immerhin hat er das Verbrechen gestanden und sitzt deswegen hinter Gittern.

Das Buch wird vorrangig aus der Sicht von Jula erzählt, mit kurzen Abschnitten aus der Sicht von Hegel. Die kurzen Kapitel schaffen es, die Spannung noch zu erhöhen, denn man kann schlecht aufhören, ein Kapitel geht noch, dann ist dieser Punkt hoffentlich geklärt. Ja, ist er oft, aber dafür eröffnen sich neue Fragen, neue Perspektiven. Die Spannung wird gehalten und am Ende werden die Würfel noch einmal ganz neu gemischt. Ich freu mich schon auf die Fortsetzung.

Veröffentlicht am 01.05.2019

Summerhill

Das Leuchten jenes Sommers
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Im Sommer 1939 beginnt dieser Roman mit der Geschichte von Madeleine, genannt Maddy. Die Geschichte der zweiten Zeitebene dreht sich um die zweite Protagonistin. Ort der Handlung ist Summerhill in Cornwall.
Madeline ...

Im Sommer 1939 beginnt dieser Roman mit der Geschichte von Madeleine, genannt Maddy. Die Geschichte der zweiten Zeitebene dreht sich um die zweite Protagonistin. Ort der Handlung ist Summerhill in Cornwall.
Madeline kann es kaum erwarten, dass ihre ältere Schwester Georgina von ihrer mehrmonatigen Tour durch Europa zurück kehrt, denn diese ist ihr nach dem frühen Tod der Eltern mehr als eine Schwester. Doch Georgina hat sich verändert...
Chloe führt ihr Job als Fotografin nach Cornwall und das ist ihr gerade Recht, da sie etwas Abstand benötigt von Harem Leben und vor einer schwerwiegenden Entscheidung steht.
So treffen die beiden Frauen aufeinander und nach und nach erfährt der Leser in oftmals ruhiger Weise, aber manchmal auch mit einem Schuss Dramatik mehr über die Biografie der beiden Frauen. Höhepunkt ist die Begegnung, die die Geheimnisse ans Licht bringt.

Veröffentlicht am 30.04.2019

Schonungslos

River of Violence
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Erzählt wird die Geschichte aus Sicht der mittlerweile etwas über 20jährigen Harley. Abschnitte aus der Gegenwart wechseln sich mit Rückblicken ab, die jedoch nicht chronologisch nicht, dafür aber immer ...

Erzählt wird die Geschichte aus Sicht der mittlerweile etwas über 20jährigen Harley. Abschnitte aus der Gegenwart wechseln sich mit Rückblicken ab, die jedoch nicht chronologisch nicht, dafür aber immer direkt einen Bezug zu dem Kapitel aus der Gegenwart haben.

Harley hatte keine normale Kindheit. Als sie gerade mal 8 Jahre alt ist, wird ihre Mutter ermordet und sie ist ganz in der Nähe des Geschehens. Ihr Vater rächt sich und so sieht Harley ihren ersten Mord. Immerhin hat Duke McKenna ein Revier zu verteidigen und seine Tochter soll es auch können. Sie ist nie auf eine Schule gegangen, dafür musste sie sich aus unzähligen kniffligen, brutalen Situationen befreien, immer bereit sein, musste schießen lernen und alles, um sich behaupten zu können gegen den Clan der Springfields, vor allem gegen Carl Springfield, der ihre Mutter auf dem Gewissen hat. Doch auch als dieser im Gefängnis sitzt, darf sie keine normale Kindheit und Jugend erleben. In der Gegenwart hat Harley einen Plan vor Augen, worum es da genau geht, erfährt man erst nach und nach. Schon früh erfährt man jedoch, dass sie sich einsetzt für die "Rubys", Frauen, die misshandelt wurden von ihren Männern. Das ist ihr Herzensprojekt.

Ein brutales Buch, das nichts für Zartbesaitete ist, ein ganz anderes Leben, viele Wendungen.

Veröffentlicht am 27.04.2019

Abschlussband

AMANI - Heldin des Morgenrots
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Prinz Ahmed, Delila und Shazad wurden gefangen genommen, die Schar der Rebellen ist sehr zusammen geschrumpft und sie halten sich im Versteckten Haus auf. Hat die Rebellion überhaupt noch eine Chance? ...

Prinz Ahmed, Delila und Shazad wurden gefangen genommen, die Schar der Rebellen ist sehr zusammen geschrumpft und sie halten sich im Versteckten Haus auf. Hat die Rebellion überhaupt noch eine Chance? Vor allem gegen die Abdale sieht es schwierig aus. Amani fühlt sich nicht wohl in der Rolle der Anführerin. Außerdem hat sie nach dem Entfernen der Eisenplatten immer noch große Schmerzen, wenn sie auf ihre Demdji Fähigkeiten zugreifen will und den Sand beherrschen möchte.

Der Abschlussband dieser Trilogie hat mir gut gefallen. Auch hier gibt es wieder die kleinen „Märchenkapitel“ und ganz besonders diejenigen ganz am Ende haben mir gefallen. Das Ende finde ich sehr gelungen und nicht zu übertrieben harmonisierend und unrealistisch, wenn man bei einem Buch mit Fantasy-Elementen überhaupt davon sprechen kann. Allerdings ist es auch ein wenig schade, Amani, Jin und die anderen zu verlassen.

Veröffentlicht am 25.04.2019

Persönliche Einblicke

Adieu liberté
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Romy Straßenburg, geboren Anfang der 1980er Jahre in der damals noch DDR, ist Journalistin und lebt seit nunmehr ungefähr zehn Jahren in Paris und berichtet in diesem Buch über ihre Sichtweise auf Frankreich ...

Romy Straßenburg, geboren Anfang der 1980er Jahre in der damals noch DDR, ist Journalistin und lebt seit nunmehr ungefähr zehn Jahren in Paris und berichtet in diesem Buch über ihre Sichtweise auf Frankreich und Paris, abseits von Ulrich Wickert (über den sie auch schreibt). In einem Paris, das sich seit den Anschlägen auf Charlie Hebdo - Romy Straßenburg hat für die deutsche Ausgabe gearbeitet und in ihrem Buch berichtet sie anschaulich über die Sicherheitsmaßnahmen - und den weiteren Anschlägen, unter Anderem auf das Bataclan, die Frankreich verändert haben. Immer wieder kommt sie auf ihre Mottoparty "DDR" zurück und erklärt daran immer mehr, sei es nun über die Pariser, aber auch über die deutschen Expats.
Das Buch zeigt von guter Kenntnis, die Autorin nimmt kein Blatt vor den Mund und der Schreibstil erinnert sehr an die gesprochene Sprache; beim Lesen konnte ich die Autorin beinahe "hören". Ein sehr persönlicher Blick und für mich ein überaus interessantes Buch, das ich kapitelweise gelesen habe.