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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 05.09.2025

Solider Auftakt

We hunt the Flame
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Endlich mal Fantasy, das nicht im pseudo-mittelalterlichen Setting spielt! Dieses Buch entführt die Leser:innen in eine Welt, die stark von arabischen Einflüssen geprägt ist – ein Setting, das mich von ...

Endlich mal Fantasy, das nicht im pseudo-mittelalterlichen Setting spielt! Dieses Buch entführt die Leser:innen in eine Welt, die stark von arabischen Einflüssen geprägt ist – ein Setting, das mich von Beginn an begeistert hat. Es war erfrischend, in eine neue Kultur einzutauchen, mit Begriffen für Kleidung, Architektur und mehr, die das Ambiente authentisch und lebendig machten. Zwar mag dies für manche Leser:innen ungewohnt sein, doch wer sich darauf einlässt, kann viel entdecken. Für alle Fälle gibt es am Ende ein Glossar, das ich als eBook-Leserin zunächst übersehen hatte, aber als hilfreich empfand.

Die Handlung hat ihre Höhen und Tiefen. Der Einstieg lässt sich Zeit, die Welt und die Protagonist:innen einzuführen. Dabei werden ihre Beziehungen und ihr Umfeld detailliert beleuchtet, was mir geholfen hat, sie besser zu verstehen. Allerdings leidet das Buch etwas unter auffälligem Info Dumping, wodurch die Handlung gerade im letzten Drittel vorhersehbar wurde. Überraschende Wendungen blieben für mich leider aus.

Die Charaktere waren für mich ein Highlight. Die Protagonistin war angenehm abgeklärt und eine willkommene Abwechslung zur typischen „Damsel in Distress“. Der Protagonist hingegen tat mir oft leid, was ihn umso menschlicher und greifbarer machte – definitiv anders als der übliche überlegene Held. Auch die zögerliche Gruppendynamik und die Darstellung von komplexen Freundschafts- und Verwandtschaftsbeziehungen fand ich hervorragend umgesetzt.

Der Schreibstil hat mich ebenfalls überzeugt: poetisch, aber nicht trocken, sondern bildhaft und einladend. Er passt hervorragend zum Setting und der Geschichte und macht das Buch zu einem besonderen Leseerlebnis.

Das Buch ist nicht so wirklich in sich abgeschlossen. Als erster Teil einer Dilogie lässt es viele Fragen offen, sodass ich allen rate, auch den zweiten Teil einzuplanen. Für mich steht jedenfalls fest: Ich werde ihn ganz bestimmt lesen.

Alles in allem ein erfrischender Fantasy-Roman, der durch sein ungewöhnliches Setting, interessante Charaktere und einen poetischen Schreibstil überzeugt – trotz kleiner Schwächen im Plot.

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Veröffentlicht am 05.09.2025

Mehr als gelungene Fortsetzung

The Cruelest Mercy
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Oft leidet der Mittelteil einer Trilogie darunter, einfach nur als Brücke zwischen Anfang und Finale zu dienen – aber The Cruelest Mercy ist genau das nicht.
Während der erste Teil noch sehr stark auf ...

Oft leidet der Mittelteil einer Trilogie darunter, einfach nur als Brücke zwischen Anfang und Finale zu dienen – aber The Cruelest Mercy ist genau das nicht.
Während der erste Teil noch sehr stark auf die Handlung fokussiert war, stehen hier die Figuren im Mittelpunkt – allen voran die Protagonistin Zahru sowie Jet und Kasta. Viele der weiteren Charaktere kennt man bereits aus dem ersten Band, sie treten diesmal eher in den Hintergrund.
Zahru hat sich merklich verändert: Von einem naiven, idealistischen Mädchen hat sie sich zu einer vielschichtigen Figur entwickelt, deren Reifung aber auch ihre Schattenseiten zeigt. Ihre Gedanken werden zunehmend von Misstrauen und dem Wunsch nach Kontrolle bestimmt – eine spannende Entwicklung, die immer wieder die Frage aufwirft, wie weit man gehen darf, um das Richtige zu tun.

Ein zentrales Thema des Buches ist das Spiel mit der Wahrheit – oder besser gesagt: mit dem, was die Charaktere glauben, was die Wahrheit sein könnte. Wer verfolgt welche Ziele? Wem kann man noch trauen? Diese Unsicherheit zieht sich durch das gesamte Buch und macht es schwer, es aus der Hand zu legen. Ich wollte unbedingt wissen, wie sich alles auflöst – und wurde nicht enttäuscht.

Das Ende hat mich positiv überrascht. Auch wenn es natürlich nicht den Abschluss der ganzen Geschichte bildet, bleibt uns ein übertriebener Cliffhanger erspart. Es gibt genug Auflösung, um zufrieden zu sein – und trotzdem freue ich mich riesig auf den dritten Band.

Fazit:
Wer bereits den ersten Teil mochte, wird The Cruelest Mercy lieben. Und wer skeptisch ist, ob der zweite Band mithalten kann – der darf aufatmen. Für mich ein mehr als gelungener Mittelteil einer fesselnden Trilogie. Absolute Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 18.08.2025

Coming of Age Zeitreise Geschichte

Our Infinite Fates
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Dieses Buch lässt sich schwer in Worte fassen – es ist zart, leise und ruhig in seiner Erzählweise. Wer hier nach großer Action sucht, wird vermutlich enttäuscht sein.

Im Zentrum steht eine faszinierende ...

Dieses Buch lässt sich schwer in Worte fassen – es ist zart, leise und ruhig in seiner Erzählweise. Wer hier nach großer Action sucht, wird vermutlich enttäuscht sein.

Im Zentrum steht eine faszinierende Grundidee: Zwei Seelen, die immer wiedergeboren werden – nur um sich am Ende gegenseitig zu töten. Warum das so ist, bleibt lange ein Rätsel, das wie ein Schleier über der Handlung liegt und der Geschichte eine melancholische Stimmung verleiht.

Es geht in diesem Buch jedoch nicht nur über dieses übernatürliche Schicksal, sondern vor allem die Frage, wie weit man sein Herz öffnen kann oder sollte. Selbst wenn man weiß, dass es gebrochen werden könnte – lohnt es sich, sich trotzdem zu verlieben? Und wenn man sich verliebt, was ist es dann genau, in das man sich verliebt?

Die Erzählweise hat mir besonders gefallen: ein schöner, atmosphärisch dichter Schreibstil, der nie aufdringlich wird, sondern die Geschichte behutsam vorantreibt. Thematisch erinnert an Werke wie Cloud Atlas oder Letztendlich sind wir dem Universum egal: fragmentarisch, über Epochen hinweg, sodass man sich Stück für Stück ein Gesamtbild zusammensetzen muss. Gerade dieser erzählerische Ansatz, mit seinen kurzen Einblicken in verschiedene Leben, macht das Lesen besonders reizvoll.

Das Ende selbst ist weniger spektakulär als erwartet, eher bittersüß. Es bleibt eine gewisse Leerstelle zurück – nicht unbefriedigend, aber auch nicht vollständig erfüllend.

Liest man das Buch als Coming-of-Age-Roman, funktioniert es besonders gut. Die beiden Protagonisten wirken durchweg jung, fast unreif, weil sie nie erwachsen werden durften bzw. konnten.

Eine Empfehlung für alle, die stille Coming of Age Geschichten mögen.

Eckdaten:
Genre Romantasy
Alter Ab 14 Jahren
Bände Einzelband
Setting Wales Gegenwart + wechselnde historische und geografische Schauplätze
Erzähler Ich-Perspektive, nicht-linear mit Rückblenden in frühere Leben
Tropes Enemies to Lovers, Reinkarnation, Star-Crossed Lovers
Diversity LGBTQ+; genderfluide Inkarnationen der Hauptfiguren

Für Fans von:
Coming of Age Geschichten
Zeitübergreifenden Liebesgeschichten
Den Büchern Cloud Atlas und Letztendlich sind wir dem Universum egal
Reinkarnations-Storys
Star Crossed Lovers
nicht lineare Erzählweisen

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Veröffentlicht am 18.08.2025

Highlight für alle Romantasy Fans

Heartless Hunter. Der rote Nachtfalter, Band 1
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Heartless Hunter hat mich sofort noch während des Lesens der Leseprobe in seinen Bann gezogen. Besonders spannend fand die Ausgangslage zur Revolution: Hier sind es nicht die Hexen, die traditionell verfolgt ...

Heartless Hunter hat mich sofort noch während des Lesens der Leseprobe in seinen Bann gezogen. Besonders spannend fand die Ausgangslage zur Revolution: Hier sind es nicht die Hexen, die traditionell verfolgt und ausgestoßen wurden, sondern sie gehörten dem Adel bzw. sogar dem Königshaus an, und die Revolution kam von den unterdrückten nicht-magischen. Dieses Spiel mit den Machtverhältnissen hat mir richtig gut gefallen.

Was mich besonders begeistert hat, ist, dass beide Seiten – sowohl Hexen als auch Hexenjäger – nachvollziehbare Motive haben. Solche Geschichten liebe ich: komplex, nuanciert und voller moralischer Zwischentöne.

Das Enemies-to-Lovers-Trope wurde hier besonders gut umgesetzt. Die beiden Hauptfiguren sind zu Beginn wirklich Feinde, und man erlebt hautnah mit, wie sich ihre Beziehung langsam wandelt. Dabei fiebert man nicht nur mit ihnen mit – man verliebt sich fast ein bisschen mit.

Das Magiesystem ist solide, der Weltenbau stimmig und genau im richtigen Maß für einen Romantasy-Roman erklärt – nicht zu überladen, aber atmosphärisch und glaubwürdig. Die Geschichte verläuft recht geradlinig, große Überraschungen gab es für mich nicht, aber das hat meinem Lesegenuss keinen Abbruch getan. Im Gegenteil: Der Schreibstil ist sehr atmosphärisch und die Handlung stellenweise recht brutal – das hat für zusätzliche Spannung gesorgt.

Wer keine Romance mag, wird mit diesem Buch wahrscheinlich weniger anfangen können, denn die Liebesgeschichte nimmt definitiv einen großen Raum ein; für mich war es aber genau richtig.

Ich habe das Buch mit großer Freude gelesen und kann den nächsten Teil kaum erwarten! Eine absolute Empfehlung für alle Romantasy-Fans.

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Veröffentlicht am 18.08.2025

Gelungenes Märchen-Retelling

A name so cursed
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Märchen-Retellings haben bei mir sowieso einen besonderen Platz im Herzen, und insbesondere die Geschichte rund um Rumpelstilzchen fasziniert mich immer wieder. „A Name So Cursed“ hat mich daher sofort ...

Märchen-Retellings haben bei mir sowieso einen besonderen Platz im Herzen, und insbesondere die Geschichte rund um Rumpelstilzchen fasziniert mich immer wieder. „A Name So Cursed“ hat mich daher sofort neugierig gemacht.

In den Danksagungen erzählt die Autorin, wie sie auf die Idee für das Buch gekommen ist: Beim Lesen des Originalmärchens sind ihr einige Ungereimtheiten aufgefallen, und daraus hat sie ihre eigene, spannende Version entwickelt. Ich liebe ja solche Entstehungsgeschichten!

Wie es bei vielen Märchen der Fall ist, haben wir auch hier eine Protagonistin, die sich oft wie eine klassische „Damsel in Distress“ anfühlt. Sie macht zwar das Beste aus ihrer Situation, muss aber trotzdem hin und wieder gerettet werden.

Ein Highlight war für mich die Charakterentwicklung des männlichen Protagonisten. Anfangs ist er ein arroganter Schnösel, getrieben von Geld und Macht – nicht gerade jemand, in den man sich sofort verliebt. Ich habe wirklich nicht verstanden, warum die Heldin etwas in ihm sieht... bis ich ihn mir in meinem Kopf als Henry Cavill vorgestellt habe, dann ging es wieder ;) Im Verlauf der Geschichte entwickelt er sich zu einem Mann, der aus echter Liebe handelt, und dieser Wandel wird richtig schön und nachvollziehbar dargestellt.

Ein kleiner Wermutstropfen für mich: An einer Stelle driftete die Geschichte für meinen Geschmack etwas zu sehr ins Schwülstig-Kitschige ab. Aber hey, es ist Romantasy – und Fans des Genres werden daran sicher ihre Freude haben.

Und der Epilog AHHHHHH mega! Ohne zu Spoilern: das hat für mich das ganze Buch noch etwas runder gemacht - kann sein dass es manche nicht mögen werden, ich fand die Charakterentwicklung nachvollziehbar und Liebs.

Wichtig: Bevor ihr in die Geschichte eintaucht, werft unbedingt einen Blick auf die Content Notes. Märchen waren nie harmlos, und das hier ist definitiv keine weichgespülte Version. Es wird düster und brutal.

Fazit: Romantasy und Märchen-Retellings sind genau mein Ding – da kann bei mir fast nichts schiefgehen. Wenn ihr auch Fans dieser Mischung seid, dann werdet ihr „A Name So Cursed“ bestimmt genauso mögen wie ich.

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