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Veröffentlicht am 22.03.2026

Trauer und Schuld

Unter Wasser
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Unter Wasser – genau diesen Eindruck habe ich, spielt sich Marissas Leben seit am 2. Weihnachtsfeiertag 2004 ab. An diesem Tag überschwemmte ein Tsunami Thailand und riss auch Marissas altes ...

Unter Wasser – genau diesen Eindruck habe ich, spielt sich Marissas Leben seit am 2. Weihnachtsfeiertag 2004 ab. An diesem Tag überschwemmte ein Tsunami Thailand und riss auch Marissas altes Leben mit sich. In ihrem neuen Dasein in New York scheint sie nie angekommen zu sein. All ihre Handlungen und Gefühle sind seltsam getrübt, so als würde sie sich noch immer unter Wasser befinden. Nur wenn sie sich an ihr altes Leben, ihre Kindheit und Jugend und an ihre Seelenfreundin Arielle erinnert, dann ist Melissa klar. Arielle der Fixpunkt und beste Freundin (eher Seelenschwester) fehlt ihr und nicht nur das – Schuldgefühle fressen Marissa auf – wenn sie nicht aufpassst, dann überrollt die Welle sie doch noch. Ein Buch, was sich sehr sensibel mit dem Thema Trauer und Trauma; Freundschaft und Verlust befasst und nebenbei die Schönheit und Fragilität der Natur im Auge behält. Dieses Buch hat mich sehr berührt; es ist traurig; es ist berührend, über die Freundschaft der beiden Mädchen zu lesen und es vermittelt trotzdem Zuversicht. Ich fand es sehr berührend und empfehle es gern weiter.

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Veröffentlicht am 17.03.2026

Wenn Träume platzen

Unser Haus mit Rutsche
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Laylas Papa hatte so viele Träume. Doch all seine Hoffnungen, Wünsche und ‚Träume werden von der Realität zerbrochen und daran zerbricht auch er.

Diese Dunkelheit, diese Traurigkeit zieht sich ...

Laylas Papa hatte so viele Träume. Doch all seine Hoffnungen, Wünsche und ‚Träume werden von der Realität zerbrochen und daran zerbricht auch er.

Diese Dunkelheit, diese Traurigkeit zieht sich durch die Geschichte – zieht sich durch Laylas Leben und das ihres Bruders. Es ist eine melancholische Grundstimmung, die mich eingesogen hat. Laylas Art zu erzählen, hat mir ihre Kindheit und Jugend so angenehm bildhaft vor Augen geführt. Ihre Maman sehr chic, die Großmutter mütterlicherseits sehr streng, die väterlicherseits lieb und doch so fremd (Layla trifft sie nur einmal) und ihr Babe, der selbst seinen Platz im Leben noch suchte und der dann immer weiter in seine Religion abgedriftet ist.
Auch die Jugendjahre von Layla und ihrem Bruder, die in mir ein Gefühl der Verlassenheit aufkommen lassen haben. Die Autorin zeigt eindringlich auf, wie Probleme der Eltern, die erst verdrängt dann mit Macht ans Licht kommen, eine ganze Familie ins Unglück stürzen.

Mit hat das Buch trotz seiner Schwermut sehr gut gefallen und ich habe es nahezu am Stück gelesen. Ich empfehle es gern weiter – nur depressiv sollte derjenigen, der es liest aus meiner Sicht nicht sein.

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Veröffentlicht am 02.03.2026

Zwangsfreude

Happy Head
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Alle meinen, es ist eine riesige Chance, dass Seb am HappyHead Programm teilnehmen darf. Endlich kann er zeigen, was alles in ihm steckt.

Nur im Programm angekommen, warten merkwürdige Prüfungen ...

Alle meinen, es ist eine riesige Chance, dass Seb am HappyHead Programm teilnehmen darf. Endlich kann er zeigen, was alles in ihm steckt.

Nur im Programm angekommen, warten merkwürdige Prüfungen auf die Jugendlichen und auch das Zusammenleben ist weit weg von Lagerfeuerromantik -dafür ist das ganze Gelände nahezu unüberwindbar eingezäunt. Und warum lebt die Gründerin abgeschieden im Wald? Aber immerhin trifft Seb hier den geheimnisvollen Finn und lernt die Dinge mit neuen Augen zu sehen.

Ein interessantes Buch, wie schnell ein Experiment sich verselbständigen kann. Wie weit die Jugendlichen für ihre Gruppe gehen werden. Eindrucksvoll erzählt durch Seb selbst, der mit leisem Sarkasmus und einer schönen bildhaften Sprache aufwartet. Ein Buch, welches alle Facetten widerspiegelt wie Ehrgeiz, Egoismus, Wut, Verzweiflung aber auch das ein zartes Aufkeimen von romantischen Gefühlen. Es ist auch für ältere Leser geeignet und man stellt sich immer wieder die Frage, wie man selbst reagiert hätte. Ich bin froh, dass mir so ein mentales Training in meiner Jugend erspart geblieben ist.

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Veröffentlicht am 18.02.2026

Ich hätte mehr erwartet

To Cage a Wild Bird
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Die Idee fand ich sehr spannend. Ein Teil der Bevölkerung Arm, der andere reich. Wer gegen irgendeine Regel verstößt, landet im Gefängnis Dividim. Die Gefangenen werden von den Reichen ausgesucht, ...

Die Idee fand ich sehr spannend. Ein Teil der Bevölkerung Arm, der andere reich. Wer gegen irgendeine Regel verstößt, landet im Gefängnis Dividim. Die Gefangenen werden von den Reichen ausgesucht, um dann von ihnen wie Wild gejagt und erlegt zu werden. Als Ravens kleiner Bruder verhaftet wird, lässt sich die Kopfgeldjägerin ebenfalls festnehmen um ihm beizustehen. So weit so gut. Leider ist die Geschichte ab dem Gefängnisteil aus meiner Sicht zusammengebrochen. Am Anfang war es interessant, den Gefängnisalltag und die Hierarchien kennenzulernen und die ersten Jagden mitzuerleben bzw. den Hass nachzuvollziehen, der Raven dort entgegenschlug. Hat sie doch mehrere Insassen selbst dorthin gebracht. Aber dann lief die Geschichte mit Längen dahin. Auch die Handlungen von Vale dem Wärter, der Raven hilft, wurden vorhersehbar und das Ganze driftete in die Richtung Spice und Liebesgeschichte ab. Man brauchte ab der Mitte des Buches eigentlich keine hellseherischen Fähigkeiten um die weitere Handlung vorherzusagen. Dieser Mangel an Unvorhergesehenen hat mich richtig gestört und das ist auch der Unterschied zu den „Tributen von Panem“, die aus meiner Ansicht um Welten besser sind.

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Veröffentlicht am 05.02.2026

Älter werden ist Nix für Feiglinge

SO JUNG BRECHEN WIR NICHT WIEDER ZUSAMMEN
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In kurzen und knackigen Kapiteln und mit einem Augenzwinkern zeigt Dagmar Schönleber, dass man mit ü50 noch weit entfernt von vergreist ist. Die eigenen Befindlichkeiten (Altersweitsicht, Elternsprüche ...

In kurzen und knackigen Kapiteln und mit einem Augenzwinkern zeigt Dagmar Schönleber, dass man mit ü50 noch weit entfernt von vergreist ist. Die eigenen Befindlichkeiten (Altersweitsicht, Elternsprüche über die aktuelle Jugend) man erkennt sie und sagt sich jetzt erst recht. Lassen wir es krachen. Ein Buch, was man aufgrund der Kurzgeschichten auch mal schnell Abends im Bett oder in der Bahn zur Arbeit lesen kann. Gute Laune garantiert.

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