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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 31.07.2017

Tragische Besessenheit

Und draußen stirbt ein Vogel
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Rina ist eine bekannte Autorin, die keine Ahnung davon hat, dass sie einen fanatischen Psychopathen und Stalker zu ihren Fans zählen kann. Er folgt ihr nicht nur auf ihren ganzen Lesungen, sondern dringt ...

Rina ist eine bekannte Autorin, die keine Ahnung davon hat, dass sie einen fanatischen Psychopathen und Stalker zu ihren Fans zählen kann. Er folgt ihr nicht nur auf ihren ganzen Lesungen, sondern dringt auch in ihr Privatleben ein. Rache und Vergeltung für den Diebstahl seiner Ideen treiben ihn an, die sie angeblich in ihrem letzten Buch verarbeitet hat. Der Erfolg sollte seiner sein! Er reist ihr und ihrer Familie bis zu ihrem Urlaubsdomizil nach und nistet sich dort als Untermieter ein. Aus der Idylle wird ein Alptraum.

Sabine Thiesler hat einen leicht zu lesenden und spannenden Schreibstil bei dem die Seiten des Romans schnell dahinfliegen. Der Start ins Buch war aufregend und unheimlich, ging dann jedoch erst mal in einen ruhigen Aufbau der verschiedenen Erzählstränge über. Sehr psychologisch, eindringlich und mit langsam steigender Spannung entwickelte sich die Geschichte um den labilen und unzurechnungsfähigen Verbrecher Manuel, der so besessen von seiner Rache ist und seine Gefühle nicht unter Kontrolle hat. Ein unheimlicher Charakter im Buch.
Mit Rina, der zweiten Hauptprotagonistin im Buch, hat sie eine erfolgreiche und lebensbejahende Autorin geschaffen, die mit einer auseinander zu brechenden Ehe zu kämpfen hat und nur der gemeinsame Sohn Fabian diese noch zusammenhält. Ihr Alptraum beginnt, als ihr Mann abreist und sie alleine mit ihrem Sohn und Manuel zurückbleibt. Ihre Gefühle und Ängste kommen erst richtig im letzten Drittel des Buches raus und werden noch verstärkt durch das plötzliche Verschwinden ihres Sohnes. Hier hat Sabine Thiesler durch verschiedene Nebendarsteller noch eine eigene Dynamik in die Geschichte hineingebracht und der Leser wird auf eine falsche Fährte geführt. Das Ende des Buches war dramatisch und nicht vorhersehbar und ließ einen ganz zum Schluss noch mit einer offenen Frage zurück.

„Und draussen stirbt ein Vogel“ hat mich nicht vollkommen überzeugen können, da mir das erste Drittel des Buches einen zu langatmigen Aufbau hatte und die Spannung erst später startete. Rinas Charakter hätte ruhig auch noch etwas ausgeprägter sein können. Sie verblasst ein wenig gegenüber den anderen Charakteren im Buch.
Trotz meiner Anmerkungen habe ich mich gut unterhalten gefühlt und spannende Lesestunden gehabt.
Ich vergebe für das Buch 3 Sterne.

Veröffentlicht am 24.07.2017

Konnte mich leider nicht vollständig überzeugen!

... und morgen werde ich dich vermissen
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Als Thorkild Aske nach einer mehrjährigen Haftstrafe entlassen wird steht er vor einem schweren Neuanfang. Es gibt kein Zurück mehr in sein altes Berufsleben als interner Ermittler in einer Spezialeinheit ...

Als Thorkild Aske nach einer mehrjährigen Haftstrafe entlassen wird steht er vor einem schweren Neuanfang. Es gibt kein Zurück mehr in sein altes Berufsleben als interner Ermittler in einer Spezialeinheit der Polizei. Ihm fehlt der innere Antrieb und die Lust am Leben. Seelisch und körperlich am Ende und von Schuldgefühlen geplagt sucht er Hilfe bei seinen Psychiater. Er vermittelt Thorkild an eine Familie, die seit ein paar Tagen kein Lebenszeichen mehr von ihrem Sohn erhalten hat. Auf ihrer Bitte hin macht er sich auf den Weg, Rasmus auf einer einsamen Leuchtturmwärterinsel im Norden von Norwegen zu suchen. Doch ein Sturm, mysteriöse Besucher und unheilvolle Ereignisse erschweren seine Aufgabe. Sein größtes Hindernis, er selber!

Heine Bakkeid hat einen düsteren und sehr psychologisch aufgebauten Krimi erschaffen. Es fehlte mir jedoch noch mehr Spannung, um ihn als Thriller bezeichnen zu können. Sein Schreibstil ist leicht zu lesen und er schafft eine beklemmende und deprimierende Atmosphäre um Thorkild Aske, seinen Hauptcharakter im Buch. Er ist umgeben von so viel Trostlosigkeit, Angstzuständen, Schuldgefühlen und Medikamentenzwang. Manchmal waren mir seine Probleme ein bisschen zu viel des Guten und man war an seinem geistigen Zustand am Zweifeln. Die ganze Zeit ist man am Rätseln, was ihm so Schlimmes widerfahren sein könnte. Langsam aber stetig gibt der Autor mehr aus Thorkilds Leben preis und baut dies raffiniert in die Suche nach mittlerweile mehreren vermissten Personen und einer Leiche ein. Sehr verwirrende aber auch spannende Szenen durchziehen das ganze Buch.
Das Ende hat mich dann doch noch überrascht, da ich mit der Auflösung des Falles so nicht gerechnet habe.
Heine Bakkeid konnte mich mit „….und morgen werde ich dich vermissen“ nicht vollständig überzeugen. Mir war die Stimmung im Buch zu deprimierend und dem Hauptprotagonisten wurde für mich zu viel Raum im Buch gegeben, wodurch die Spannung ein bisschen gelitten hat. Ich habe mich trotz der kleinen Schwächen aber gut unterhalten gefühlt und vergebe dafür 3 Sterne.


Veröffentlicht am 20.07.2021

Hat leider meine Erwartungen an die Fortsetzung von Jagdtrieb nicht erfüllt!

Giftrausch
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Ein wichtiger Pressetermin auf Schloss Hirschenhaid steht für Rechtsanwalt Paul Colossa an. Ein Schüler des dort beheimateten Knaben-Musik Internats KIR, das weltweite Anerkennung genießt, liegt im Koma. ...

Ein wichtiger Pressetermin auf Schloss Hirschenhaid steht für Rechtsanwalt Paul Colossa an. Ein Schüler des dort beheimateten Knaben-Musik Internats KIR, das weltweite Anerkennung genießt, liegt im Koma. Bei ihm wurde nachgewiesen, dass er unter permanenten Drogeneinfluss gestanden hat und der verantwortlichen Leitung der Schule wird der Vorwurf gemacht, hier selber die Finger mit im Spiel zu haben. Paul soll im Auftrag der renommierten Anwaltskanzlei MacAlistair die Anschuldigungen entkräften und dafür ein sehr ansehnliches Honorar erhalten. Noch ehe er darüber nachdenken kann, setzt er leichtsinnigerweise seine Unterschrift unter einen Knebelvertrag und macht sich dadurch erpressbar. Wie kommt er aus dieser vertrackten Situation wieder heraus? Kann er mit seinem Gewissen vereinbaren, dass er wie gefordert, ohne eine eingehende Überprüfung einen entlastenden Bericht schreibt?

Mit freudiger Erwartung habe ich schon dem zweiten Band der Krimi-Reihe um den Anwalt Paul Colossa entgegengefiebert, nachdem mir der erste so gut gefallen hat. Doch das 614-seitige Werk hat mich leider enttäuscht. Der Roman gleicht einer Persiflage, bei der Pauls Handlungen und Gedanken ins lächerliche gezogen werden und er dadurch seine Glaubwürdigkeit als Anwalt und sein Charisma als Person verliert. Wer jedoch skurrile Geschichten liebt, kommt hier voll auf seine Kosten. Toll fand ich, dass Themen wie das Versagen bei der Fürsorgepflicht für junge Menschen, Drogenmissbrauch und illegaler Handel damit, Internet-Hetze und der Verstoß gegen Auflagen, die Knebelverträge mit sich bringen, in diesem Roman eingebunden wurden. Doch bedauerlicherweise gerieten diese teilweise in den Hintergrund, da Paul als Person präsenter war und man einfach nur den Kopf schütteln konnte, wie er von einer Peinlichkeit in die nächste stapft, seine Gedanken beim Anblick von Frauen nur in eine Richtung geht, er im Selbstmitleid zu ertrinken scheint und er mehr mit sich, seinem Umfeld und seinen Mitmenschen beschäftigt ist, anstatt sich um seine Aufgaben als Anwalt zu kümmern. Gut, dass er wenigstens so resolute Menschen wie Attila und seine Sekretärin Christiane um sich hat, die ihm den Kopf waschen und seinen Karren für ihn aus dem Dreck ziehen. Sie machen sich mehr Sorgen und Gedanken über den Blogger Babik, der Menschen aus Rache zur Hetze gegen Paul aufwiegelt. Über den Grund dafür kann man sich wirklich nur die Haare raufen. Das Paul schließlich doch noch seinem Gewissen folgt und mit den Konsequenzen aus seinem Fehler leben muss, fand ich gut.

Da für mich in diesem Roman weniger Krimi und mehr Charakterstudie steckt, kann ich hierfür nur 2,5 Sterne vergeben.


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Veröffentlicht am 28.02.2021

Hat leider meine Erwartungen an einen Thriller nicht erfüllt!

Der neunte Arm des Oktopus
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Zitat s. 99 „Der Mensch ist eingebunden in die Natur und er kann ohne sie nicht überleben“

Klappentext:
Der Klimawandel - eine Katastrophe ungeahnten Ausmaßes steht uns bevor. Verändert unsere Erde. Verändert ...

Zitat s. 99 „Der Mensch ist eingebunden in die Natur und er kann ohne sie nicht überleben“

Klappentext:
Der Klimawandel - eine Katastrophe ungeahnten Ausmaßes steht uns bevor. Verändert unsere Erde. Verändert unser aller Leben. Das Fiasko scheint unaufhaltsam. Bis die drei Supermächte China, Russland und die USA einen radikalen Weg einschlagen. Doch wird diese starke Klima-Allianz das Ruder noch herumreißen?
Die Maßnahmen der Allianz greifen gravierend in das Leben der Menschen ein, und nicht jeder will diese neue Wirklichkeit kampflos akzeptieren. Alle Mittel sind den Gegnern recht, um ihre ökonomischen und machtpolitischen Interessen zu verteidigen. Die Situation spitzt sich dramatisch zu, und plötzlich liegt das Schicksal der Erde in den Händen eines schüchternen Kochs und einer unscheinbaren Geheimagentin.

Ich lese sehr gerne auch spannende Bücher mit politischen Bezügen und der Klappentext zu diesem Roman hat mich voll angesprochen und mich neugierig auf die Geschichte gemacht. Dirk Rossmann hat ein sprachlich leicht zu lesendes Buch geschrieben, in dem er wichtige Themen wie Umweltsünden und ihre Auswirkungen, unsere derzeitige Corona-Pandemie, die Wahl in den USA und Auftritte von vielen politischen Größen der Welt mit eingebaut hat. Durch kurze und zeitlich sich abwechselnden Erzählstränge, die Gegenwart und Zukunft umfassen, erfolgen viele Zeit- und Gedankensprünge. Des Öfteren verliert sich der Autor dabei schon mal in sehr detailverliebte Beschreibungen, bei denen man in Versuchung kommt sie schnell zu überfliegen. Auch viele politische und wirtschaftliche Fakten haben für mich den Lesefluss gestört und bis zur Hälfte des Buches keinen Thrill aufkommen lassen. Sehr gut, mahnend und beängstigend beschrieben werden in seinem Roman die Darstellung der Naturkatastrophen, die einen aktuellen Bezug zur heutigen Zeit haben und die Auswirkungen des Klimawandels aufzeigen. Dieser Entwicklung wollen die Supermächte China, Russland und Amerika entgegenwirken, doch viele andere Staaten sehen sich hierbei ihrer Macht und ihren Aufgaben beraubt und wollen dem entgegenwirken. Charaktere wie Marschall Boris Michailowitsch Bukow und der Mathematiker Dr. Zhiming , der die Abteilung für Überwachung und Social Media Kontrolle unter sich hat, setzen eine Strategie dafür auf und wollen diesen Plan umsetzen, kommen aber im Buch nicht richtig voran. Ebenso sieht der nigerianische Waffenhändler Olufunmilayo seine Einnahmequellen schwinden, aber auch er bringt keinen Schwung in die Geschichte und leider hat auch der Koch Ricardo aus Sao Paolo, der die Welt retten soll, bis zur Hälfte des Buches noch keinen nennenswerten Auftritt. Irgendwie ist mir ab diesem Zeitpunkt die Lust an der Geschichte abhandengekommen und ich habe zum ersten Mal ein Buch abgebrochen.

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