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Gisel

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 19.05.2019

Turbulentes und lustiges Kinderbuch

Finns fantastische Freunde: Trollangriff und Einhornschinken
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Finn staunt nicht schlecht, als ihm ein Fass mit einem alten Zauberer und einem Chamäleon-Drachen vor die Füße fällt. Nicht ganz freiwillig nimmt er die beiden zu sich nach Hause in den Schuppen hinter ...

Finn staunt nicht schlecht, als ihm ein Fass mit einem alten Zauberer und einem Chamäleon-Drachen vor die Füße fällt. Nicht ganz freiwillig nimmt er die beiden zu sich nach Hause in den Schuppen hinter dem Haus, nur leider sind die beiden sehr chaotisch. Den beiden sind eine Horde Trolle hinterher, und da kommt noch einiges auf alle Beteiligten zu…

Eine richtig turbulente und lustige Geschichte mit viel Situationskomik und Wortwitz wartet auf den jungen Leser. Die fantastischen Elemente sind gut in die Realität eingebunden, man könnte fast erwarten, selbst sofort einen Zauberer oder einen Chamäleon-Drachen zu entdecken. Die Hauptfiguren sind sehr sympathisch und mit viel Liebe zum Detail entworfen, der Leser wird sich schnell mit Finn und auch mit Marie-Lou identifizieren. Die Lösungen sind unkonventionell und einfach richtig gut gelungen! Spannend ist der Blick von außen auf unsere Gesellschaft, da macht man sich selbst auch mal ein paar Gedanken darüber.

Dieses humorvolle und gleichzeitig spannende Buch zieht den Leser schnell in seinen Bann, so dass man sehr gerne mitfiebert und sich über die Wortspielereien kaputt lachen kann. Die Illustrationen ergänzen den Text aufs Beste und machen Lust zum Weiterlesen. Das Buch ist der erste Band einer Reihe und nun warten wir mit ganz viel Ungeduld auf die Fortsetzung!

Veröffentlicht am 16.05.2019

Konstruktive Verwirrung

Die Leben danach
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Jim Byrd erleidet einen Herzstillstand und ist für wenige Minuten klinisch tot. Hinterher erinnert er sich an nichts: kein Licht am Ende des Tunnels, kein jüngstes Gericht. Und so beginnt er sich zu fragen, ...

Jim Byrd erleidet einen Herzstillstand und ist für wenige Minuten klinisch tot. Hinterher erinnert er sich an nichts: kein Licht am Ende des Tunnels, kein jüngstes Gericht. Und so beginnt er sich zu fragen, ob es so etwas wie ein Leben danach überhaupt gibt. Als er seiner Highschool-Liebe Annie wiederbegegnet, machen sie sich gemeinsam auf die Suche nach Antworten. Aber nicht nur der Tod, auch das Leben gibt ihnen Rätsel auf. Sie versuchen, alles ein bisschen besser zu verstehen.

Dieses Buch von Thomas Pierce hatte es anfangs schwer, meine Aufmerksamkeit zu bekommen. So langweilig empfindet Jim Byrd sein neugewonnenes Leben, dass ich dem kaum folgen wollte. Dennoch habe ich weitergelesen und wurde mit einer Geschichte belohnt, die zunehmend an Spannung gewann.

So außergewöhnlich ist Jims Leben mit seiner Frau Annie und deren Tochter Fisher gar nicht. Wären da nicht die Passagen über das Haus, in dem Clara und Robert gewohnt haben, auf deren Treppe mehrere Menschen einen kalten Hauch gespürt haben wollen. Und so taucht der Leser ein in die Leben der Menschen rund um dieses Haus. Man erfährt hier ein bisschen, dort ein bisschen, eine Prise Philosophie kommt noch hinzu, wobei vordergründig die Liebesgeschichte von Jim und Annie dargestellt wird. So scheinen die Handlungsfäden gar nicht zusammenzuhängen, doch das ergibt sich in einem überraschenden Schluss.

Dieses Buch spielt mit der Verwirrung des Lesers, doch wer nicht krampfhaft nach einem roten Faden sucht, wird mit einer äußerst überraschenden Geschichte belohnt. Dafür vergebe ich vier von fünf Sternen und empfehle das Buch gerne weiter.

Veröffentlicht am 16.05.2019

Die Apokalypse und der Wal

Der Wal und das Ende der Welt
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„Manchmal war das Leben so: Es zog einen Strich. Hinter dieser Linie, sagte das Leben, würde nichts mehr so sein wie zuvor. Die Sonne würde morgen aufgehen, aber sie würde über einer anderen Welt aufgehen.“ ...

„Manchmal war das Leben so: Es zog einen Strich. Hinter dieser Linie, sagte das Leben, würde nichts mehr so sein wie zuvor. Die Sonne würde morgen aufgehen, aber sie würde über einer anderen Welt aufgehen.“ (Kapitel 33)

Als ein nackter Mann an den Strand gespült wird und gleichzeitig ein Wal erscheint, ahnen die Bewohner des Fischerdorfes St. Piran, dass da was sonderbar ist an der Sache. Doch was da wirklich auf sie zukommt, ahnt keiner – auch nicht Joe, den es aus dem Meer zurück ins Leben spült und der sich doch bereits eindringlich mit den kommenden Ereignissen befasst hat…

Nach und nach nur erschließt sich dem Leser, weshalb es den Bankangestellten Joe aus London an diesen abgelegenen Ort verschlagen hat und was sein Leben völlig auf den Kopf stellt. Es ist nichts anderes als die Apokalypse, die ihn in dieses Dorf führt, wo die Zeit einen ganz anderen Rhythmus hat. Auch der Grund für sein besonderes Verhältnis zum Wal wird erst im Verlauf der Erzählung klar. Anfangs scheint die Geschichte nur langsam voranzugehen. Dann aber schlägt sie mit Wucht zu, das hätte ich überhaupt nicht erwartet. Es ist nicht nur die Dramatik der Ereignisse, die diese Geschichte so plötzlich verändert, sondern die Tiefsinnigkeit, die hinter dem Geschehen steckt. Der Leser findet sich unversehens mit der Frage nach der (eigenen) Menschlichkeit konfrontiert: Was würde ich in dieser Notsituation tun?

Völlig realistisch erscheint das Szenario einer solchen Apokalypse, aber auch die Charaktere in St. Pirnan sind gut eingefangen. Der Autor hat ein gutes Auge für die Menschen mit all ihren Eigenheiten und Macken, aber auch mit der Kraft, die aus den einzelnen Individuen ein großes Ganzes macht.

„Ein kleiner Ort in Cornwall und eine große Geschichte über die Menschlichkeit.“ - Nicht mehr, aber auch nicht weniger hat der Autor zu dieser Geschichte versprochen. Und genau das hat er auch eingehalten. Dieses Buch, das anfangs so harmlos und verspielt daherkommt, wie eine Welle am Strand von St. Pirnan, entfaltet die Wucht der Brandung während eines Sturms. Unbedingt empfehlenswert!

Veröffentlicht am 14.05.2019

Schöne neue Medienwelt

I can see U
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Marie freut sich, als Ben neu in die 10. Klasse kommt: Sie mag ihn sofort, und auch er scheint sie sympathisch zu finden. Doch schon nach einigen Tagen ist einiges sehr seltsam: Im Klassenchat gibt es ...

Marie freut sich, als Ben neu in die 10. Klasse kommt: Sie mag ihn sofort, und auch er scheint sie sympathisch zu finden. Doch schon nach einigen Tagen ist einiges sehr seltsam: Im Klassenchat gibt es Fake-Bilder von ihr und ihrer Freundin Elli, aber auch von anderen Klassenkameraden werden gut gehütete Geheimnisse plötzlich für alle zugänglich. Mit Hilfe ihrer Freunde Elli und Josh beginnt sie nachzuforschen, was hier auf einmal schief läuft. Bald merken sie, dass da was ganz Großes dahintersteckt…

Der Autor Matthias Morgenroth lässt in diesem Buch seine Protagonistin Marie erzählen, und mit ihr erfährt der Leser eine Geschichte, die sehr realistisch von den Gefahren der Cyberwelt berichtet. Der Spannungsaufbau geschieht so allmählich, dass man als Leser gar nicht merkt, wie schnell man in der Geschichte drin steckt, genau wie Marie auch lange nicht ahnt, was da passiert. Die Lebenswelt Jugendlicher wird realistisch abgebildet: Der Schulalltag nimmt einen großen Anteil an der Geschichte, und dazu kommt Maries Schwärmerei für den Neuen, die ersten Versuche, auf das andere Geschlecht zuzugehen. Das Thema Sicherheit im Internet und Cybermobbing gewinnt erst nach und nach an Gewicht, denn das entspricht Maries Wahrnehmung.

Diese Geschichte nimmt die Jugendlichen und ihre Lebenswelt sehr ernst und erzählt aus ihrem Blickwinkel, wie gefährlich der nachlässige Umgang mit der Cyberwelt werden kann. Maries Geschichte, die sich so plötzlich in eine andere Richtung entwickelt als sie selbst denkt, hinterlässt den Leser mit vielen Fragen, die hoffentlich aufrütteln und den eigenen Umgang mit den ach so schönen neuen Medien überdenken lässt. Als Jugendbuch und für junge Leser ab ca. 11 Jahren ist es unbedingt zu empfehlen.

Veröffentlicht am 14.05.2019

Abenteuer in der römischen Antike

Roman Quest - Flucht aus Rom
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Rom, 94 nach Christus: Mitten in der Nacht soll Juba mit seinen Geschwistern aus dem Elternhaus fliehen, denn seine Eltern werden des Verrats beschuldigt. Eine abenteuerliche Flucht beginnt, als die drei ...

Rom, 94 nach Christus: Mitten in der Nacht soll Juba mit seinen Geschwistern aus dem Elternhaus fliehen, denn seine Eltern werden des Verrats beschuldigt. Eine abenteuerliche Flucht beginnt, als die drei Kinder sich mit dem Baby auf den Weg zum Onkel nach Britannien machen, immer wieder verfolgt von Soldaten des Kaisers. Werden sie es schaffen, sicher in einem neuen Leben anzukommen?

Dieses Kinderbuch erzählt die atemlose Flucht dreier adeliger Kinder, die plötzlich auf sich gestellt sind und nicht nur für sich selbst sorgen müssen, sondern dabei auch ihres Lebensgefahr befinden. Es gibt einige Gefahren, die sie zu bestehen haben, nicht nur die Verfolgung durch die kaiserlichen Soldaten, denn auch Mörder, Banditen, skrupellose Sklavenjäger sind ihnen auf der Spur. Immer wieder muss vor allem Juba Entscheidungen fällen, die wohl bedacht sein wollen. Nebenbei erfährt der junge Leser einiges über die Lebenswelt in der römischen Antike. Das ist kindgerecht erzählt und macht neugierig auf mehr Informationen aus der damaligen Zeit. Ergänzt wird das Buch durch ein Glossar, das wichtige Begriffe aus dem Buch aufgreift und erklärt.

Dieses Buch macht Lust auf weitere Abenteuer mit den drei Geschwistern, die so unversehens aus ihrer Kindheit gerissen und auf sich selbst gestellt werden. Das Ende ist – aus Erwachsenensicht - vielleicht nicht ganz so realistisch gewählt, dennoch passt es für ein Kinderbuch. So kann Geschichte Spaß machen, und deshalb kann ich das Buch unbedingt weiter empfehlen!