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Gisel

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 28.07.2018

Absoluter Pageturner

Der Kruzifix-Killer (Ein Hunter-und-Garcia-Thriller 1)
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Das Buch beginnt gleich mit einer nervenaufreibenden Szene: Der Kruzifix-Killer hat Detective Hunters neuen Teamkollegen, Garcia, in seiner Gewalt, und nur Hunter kann ihn retten. Der Spannungsbogen ist ...

Das Buch beginnt gleich mit einer nervenaufreibenden Szene: Der Kruzifix-Killer hat Detective Hunters neuen Teamkollegen, Garcia, in seiner Gewalt, und nur Hunter kann ihn retten. Der Spannungsbogen ist für die gesamte Geschichte gesetzt und steigert sich im weiteren Verlauf. Die letzten 100 Seiten habe ich praktisch verschlungen, ohne das Buch ablegen zu können. Ein absoluter Pageturner. Allerdings nichts für schwache Nerven. Die Grausamkeiten dieses Serienmörders möchte man sich nicht so genau vorstellen…
Die Personen des Romans sind gut ausgearbeitet, man kann die anfängliche Skepsis der beiden neuen Partner spüren, genauso aber auch, wie sie zusammenwachsen zu einem unschlagbaren Team. Durch die Anfangsszene ist der Leser sofort im Geschehen drin, Rückblenden decken nach und nach die Hintergründe auf.
Die Auflösung des Killers ist verblüffend, manches davon ging mir dann allerdings so schnell, dass ich es nicht ganz nachvollziehen konnte. Hier hat das Buch zwar eine furiose Auflösung, die allerdings noch ein paar Schwachstellen hat. Dennoch ist das ein beachtliches Erstlingswerk, das ich gerne mit 4 von 5 Punkten bewerten möchte.

Veröffentlicht am 28.07.2018

Düster und schwarz

Noir
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Nino Sorokin ist als kleiner Junge dabei, als seine Eltern bei einer Autofahrt verunglücken. Er überlebt, und ihm bleibt eine besondere Gabe: Er kann den Tod anderer Menschen voraussehen. Auch dass er ...

Nino Sorokin ist als kleiner Junge dabei, als seine Eltern bei einer Autofahrt verunglücken. Er überlebt, und ihm bleibt eine besondere Gabe: Er kann den Tod anderer Menschen voraussehen. Auch dass er nur 24 Jahre alt wird, darüber weiß er Bescheid. Nun versucht er, dieses Datum zu überlisten. Dafür schließt er sich, nach mehreren Experimenten im paranormalen Bereich, einem Mentor an, der ihm Hilfe anbietet. Er verliebt sich in Noir, eine der Seelenlosen, die sich diesem Mentor angeschlossen hat.
Schwarz und bitter kommt mir dieses Buch vor, eine düstere Atmosphäre dominiert von Anfang bis Ende – so sehr, dass ich das überraschende Ende fast überlesen hätte. Dabei hatte ich anderes erwartet. Der Tod der Eltern wird ganz nebensächlich abgehandelt, überhaupt bleiben mir die meisten Figuren zu farblos. Ninos besondere Gabe spielt mir eine zu kleine Rolle, das Paranormale schafft eine Verwirrung nach der anderen, so dass ich das Interesse im wesentlichen an der Geschichte verloren habe.

Veröffentlicht am 27.07.2018

Eine Reise in die Zukunft

Earth Girl: Die Prüfung
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Jarra ist ein „Earth Girl“ und gilt als behindert. Ein Gendefekt sorgt dafür, dass sie nicht teleportieren kann, sondern auf der Erde bleiben muss. Doch sie will sich mit ihrem Schicksal nicht abfinden ...

Jarra ist ein „Earth Girl“ und gilt als behindert. Ein Gendefekt sorgt dafür, dass sie nicht teleportieren kann, sondern auf der Erde bleiben muss. Doch sie will sich mit ihrem Schicksal nicht abfinden und will studieren wie alle „Normalen“. Dafür muss sie ihre Identität verleugnen und eine andere erfinden. Das klappt zunächst ganz gut, und Jarra bewährt sich in ihrem Geschichtskurs. Doch sie muss aufpassen, dass sie sich nicht zu früh verrät.
Janet Edwards entwirft mit „Earth Girl“ eine völlig andere Welt als die, in der wir leben. Menschen teleportieren sich auf andere Planeten, die Städte, wie wir sie kennen, sind zu Ruinen verkommen, nachdem die Menschheit auf andere Planeten umzog. Sich in dieser Zukunft zurechtzufinden, verlangt vom Leser zunächst viel Aufmerksamkeit, doch danach kann man mit Jarra mitfiebern als würde man selbst in dieser Welt leben. Behutsam greift die Autorin das Thema der Außenseiterin auf, sie bewertet dabei nicht, sondern lässt Jarra bzw. ihre Mitstudenten die Konflikte erleben, die sich daraus ergeben. Damit bleiben die Personen durchweg sympathisch, die Geschichte bleibt von Anfang bis Ende glaubwürdig.
Mit „Earth Girl“ hat Janet Edwards eine intelligente Fantasy-Reihe geschaffen, und ich bin schon gespannt, wie es mit Jarra und ihren Freunden weitergeht.

Veröffentlicht am 27.07.2018

Kitsch as Kitsch can

Wie Blüten im Wind
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Lexi findet als Waise ein neues Zuhause bei ihrer Tante, und am ersten Schultag auch noch eine gute Freundin, Mia. Die beiden werden unzertrennlich und überstehen auch schwierigere Momente wie z.B. dass ...

Lexi findet als Waise ein neues Zuhause bei ihrer Tante, und am ersten Schultag auch noch eine gute Freundin, Mia. Die beiden werden unzertrennlich und überstehen auch schwierigere Momente wie z.B. dass Lexi und Mias Zwillingsbruder Zach sich ineinander verlieben. Dann aber stirbt Mia bei einem tragischen Autounfall. Wie werden Lexi und Zach und ihre Familien damit leben können?
Mit diesem Buch habe ich mich eher schwer getan. Die Geschichte schlittert immer wieder knapp an der Trivialität vorbei und erscheint mir sehr unglaubwürdig. Da die Erzählung sich fast nur in der Jugendzeit der Protagonisten aufhält, kommt sie mir wie ein Jugendbuch für amerikanische Kids vor, mit meiner Lebenswelt hat sie sehr wenig zu tun. Zuviel Herz-Schmerz, zuviel Kitsch, zuviel Druck auf die Tränendrüse, die handelnden Personen ohne besondere Tiefe… Und wer hat denn nur den Covertext geschrieben und das Ende des Buches gleich vorneweg verraten?!
Frauenliteratur mit Kitsch as Kitsch can. Kann man lesen, muss man nicht…

Veröffentlicht am 27.07.2018

Endzeit

Ein Jahr voller Wunder
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Was passiert, wenn sich die Erdrotation verlangsamt und damit ganz langsam die Welt untergeht? So langsam allerdings, dass zwar nach und nach die Vögel vom Himmel fallen und die Vegetation nicht mehr ...

Was passiert, wenn sich die Erdrotation verlangsamt und damit ganz langsam die Welt untergeht? So langsam allerdings, dass zwar nach und nach die Vögel vom Himmel fallen und die Vegetation nicht mehr genügend Sonnenlicht bekommt und damit eingeht – aber das Leben doch noch weitergehen muss. Julia verliebt sich zum ersten Mal, während ihr Vater seine Frau verlassen möchte für die Klavierlehrerin. Die Schule geht weiter, auch wenn manche Schüler weggezogen sind…
Dies ist kein Weltuntergang mit apokalyptischen Reitern, sondern einer der langsamen, hinterhältigen Sorte. Das Buch lädt zum Nachdenken an, sowohl auf der wissenschaftlichen wie auch auf der persönlichen Ebene. Es sind verblüffende Folgen, die sie schildert. Allerdings gibt es hier keine großen Wunder, die man nach dem Titel eigentlich erwarten würde, sondern es sind kleine Wunder, die aus der Sicht der Jugendlichen ganz nebenbei erwähnt werden. Dadurch bleibt die Gefahr des Weltuntergangs immer im Hintergrund gewahr. Enttäuscht war ich allerdings vom Ende der Geschichte, für mich blieben so viele Fäden offen. Damit fehlte mir letztendlich der Kick, um das Buch wirklich weiterempfehlen zu können.