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Gisel

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 10.12.2025

Unbedingt empfehlenswert

Zart im Nehmen
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Viele hochsensible Menschen tun sich (zunächst mal) schwer mit ihrer Sensibilität. Was allerdings manchmal schwach erscheint, trägt einen hohen Anteil an Stärke in sich.

Das Buch wendet sich an Menschen, ...

Viele hochsensible Menschen tun sich (zunächst mal) schwer mit ihrer Sensibilität. Was allerdings manchmal schwach erscheint, trägt einen hohen Anteil an Stärke in sich.

Das Buch wendet sich an Menschen, die sich mit dem Thema Hochsensibilität auseinandersetzen, sei es, weil sie selbst fühlen, dass sie eine höhere Wahrnehmungsfähigkeit haben als ihre Umwelt, sei es, weil sie in ihrer Umgebung Menschen mit hoher Sensibilität haben. Das Buch wendet sich so an eine breite interessierte Leserschaft. Die Autorin Kathrin Sohst ist selbst hochsensibel und weiß somit, wovon sie schreibt. Ihre eigene Erfahrung fließt in dieses Buch hinein wie auch die Berichte vieler hochsensibler Menschen. Man wird das Buch immer wieder neu durchblättern können und dabei neue Anregungen für den eigenen Alltag finden. Es erweitert den Blick, wendet ihn von vielen frustrierenden Alltagserlebnissen weg zu den eigenen Stärke bzw. dem Weg dahin. Gerade in einer Umwelt, in der das Thema bisher noch recht wenig bekannt ist, hilft dieses Buch unbedingt weiter.

Dieser Ratgeber besticht durch die vielen Erfahrungen, die hineingeflossen sind und durch die vielen Anregungen, die man sich daraus holen kann. Sehr gerne empfehle ich das Buch weiter und vergebe alle 5 möglichen Sterne.

Veröffentlicht am 10.12.2025

Hinreißende Fabulierkunst

Qwert
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Nach einem Sturz durch ein Dimensionsloch findet sich Qwert, der Gallertprinz aus der 2364. Dimension, in der Parallelwelt Ormia wieder, und zwar im Körper des Ritters Kaltbluth, den er aus Trivialromanen ...

Nach einem Sturz durch ein Dimensionsloch findet sich Qwert, der Gallertprinz aus der 2364. Dimension, in der Parallelwelt Ormia wieder, und zwar im Körper des Ritters Kaltbluth, den er aus Trivialromanen kennt, er liebt diese Bücher und kennt so gut wie alle Bände davon. Schon seine allererste Tat ist die eines Ritters würdig: Er befreit eine gefesselte Schönheit, die von einem Ungeheuer bewacht wird. Doch oh Graus, die Befreite ist eine gefürchtete Janusmeduse, die sofort aufbricht, um die Lebewesen in Ormia zu versteinern. Mit seinem Knappen zieht Qwert nun als Prinz Kaltbluth durch die Lande, dicht gefolgt von Bewohnern dieses Landes, die sich von ihm ins Unrecht gesetzt fühlen.

Und ab geht es auf eine wahnwitzige Reise in die mittelalterliche Welt eines Ritters, der seine ritterliche Vergangenheit nur aus den Büchern kennt, dafür aber verfolgt wird von allen Seiten! Die Reise geht durch eine Welt, die mit ganz vielen Überraschungen aufwartet. Walter Moers hat hier eine Welt zusammenfabuliert, in der er sich Anleihen genommen hat von den verschiedensten Ideen unserer Kultur, das alles einmal quer durch die Menschheitsgeschichte. So entsteht ein humorvoller Roman, der neben all den fantastischen Bildern auch mit jeder Menge Sprachwitz brilliert. Die passenden Illustrationen dazu entführen auch bildlich in die Welt von Ormia. Die Geschichte ist ein Ableger der Romane von Zamonien, ist aber in sich geschlossen und unabhängig von allen weiteren Büchern gut zu lesen.

Mich hat Walter Moers einmal mehr mit seiner hinreißenden Fabulierkunst bestens unterhalten. Sehr gerne empfehle ich das Buch weiter und vergebe voller Überzeugung alle 5 möglichen Sterne.

Veröffentlicht am 04.12.2025

Spuren eines Lebens

Meine Mutter
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Eine Lesung in Celle zu ihrem Buch “Meine Schwester” führt Bettina Flitner auf die Spuren ihrer Mutter, die vor 40 Jahren in Celle beerdigt wurde. Die Autorin lässt sich auf die vielen Fragen ein, die ...

Eine Lesung in Celle zu ihrem Buch “Meine Schwester” führt Bettina Flitner auf die Spuren ihrer Mutter, die vor 40 Jahren in Celle beerdigt wurde. Die Autorin lässt sich auf die vielen Fragen ein, die sie anspringen, und macht sich auf eine Reise voller Überraschungen, die sie in den Luftkurort Wölfelsgrund im ehemaligen Niederschlesien führt. Dort haben ihre Vorfahren bis zur Flucht 1946 ein Sanatorium geführt. Tagebücher einiger Familienmitglieder helfen ihr, die Geschichte ihrer Familie und damit das Leben ihrer Mutter neu zu begreifen, so dass sie sich mit ihrer Mutter post mortem versöhnen kann.

Es ist eine spannende Reise, auf der sich die Autorin plötzlich wiederfindet. Obwohl sie lange Zeit in ihrer Kernfamilie die Verbündete ihrer Mutter war, merkte ich beim Lesen einen Abstand, der zuletzt die Beziehung zwischen Mutter und Tochter prägte. Der Schreibstil ist von dieser Distanz der beiden Frauen geprägt, so dass es der Autorin gelingt, mit etwas Abstand eine neue Sichtweise zu gewinnen und diese auch dem Leser zu vermitteln. Zum Schluss blickt sie auf eine tragische Familiengeschichte mit vielen Geheimnissen, die es aufzudecken lohnt. Dabei springt die Erzählung zwischen mehreren Ebenen hin und her, so wie sich die Ereignisse vermutlich der Autorin selbst bei ihren Nachforschungen aufgedeckt haben.

Es ist immer wieder spannend zu lesen, wie die historischen Ereignisse so manche Familiengeschichte durcheinandergewirbelt haben. Mich hat diese biografische Erzählung in ihren eigenen Bann ziehen können. Sehr gerne empfehle ich das Buch weiter und vergebe 4 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 01.12.2025

Spannend und sehr authentisch

Mit kalter Hand
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Gerichtsmedizinerin Sabine Yao wird angefragt wegen ihrer Expertise in der Sonderkommission um den Pferderipper von Lübars. Es gibt eher wenig Informationen zu Pferderipper-Fällen, aber die Gefahr ist ...

Gerichtsmedizinerin Sabine Yao wird angefragt wegen ihrer Expertise in der Sonderkommission um den Pferderipper von Lübars. Es gibt eher wenig Informationen zu Pferderipper-Fällen, aber die Gefahr ist groß, dass der Täter irgendwann von Tieren auf Menschen umschwenkt. Auch in der Rechtsmedizin gibt es genügend zu tun, vor allem als mehrere Leichenteile im Wald gefunden werden.

Das Buch ist der dritte spannende True-Crime-Bestseller um die Rechtsmedizinerin Sabine Yao und ihre Arbeit. Wer die bisherigen Bände kennt, weiß vom Sachverstand des Autors Michael Tsokos, der selbst in der Rechtsmedizin tätig ist und deshalb genau weiß, wovon er schreibt. Auch in diesem Buch wird das schnell deutlich, wobei der Kunstgriff darin besteht, für den Laien unverständliche Begriffe der Praktikantin zu erklären, so dass es auch für jeden Leser verständlich wird, wovon hier erzählt wird. So spannend die beiden Fälle sind, die hier im Vordergrund stehen, und so authentisch auch die vielen Vorgänge in der Rechtsmedizin beschrieben werden, war es mir doch manchmal schon zu viel, wie sehr auf die vielen verschiedenen Vorgänge eingegangen wurde. Dabei ging in meinen Augen schon mal kurz der rote Faden der Geschichte verloren. Die Gerichtsmedizinerin Sabine Yao ist eine sympathische und äußerst kompetente Frau, sehr gerne folgt man ihr nicht nur in ihrer angestammten Arbeit, sondern auch in den weiteren Arbeitsbereichen, für die sie tätig ist.

Trotz einiger Längen hat mich auch dieser Band sehr schnell in seinen Bann ziehen können. Sehr gerne empfehle ich das Buch weiter und vergebe 4 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 01.12.2025

Magisch-fantastische Fantasywelt

Secret Forest Academy. Avas Bestimmung
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Als Ava wieder einmal mitten im Wald aufwacht, will sich ihr ein unheimlicher Fremder aufdrängen, um Ava mitzunehmen. Er behauptet, er wisse, wo Avas Eltern sind. Unerwartet erhält sie Hilfe von einem ...

Als Ava wieder einmal mitten im Wald aufwacht, will sich ihr ein unheimlicher Fremder aufdrängen, um Ava mitzunehmen. Er behauptet, er wisse, wo Avas Eltern sind. Unerwartet erhält sie Hilfe von einem sprechenden Bären: Urs verjagt den Fremden und nimmt Ava mit in eine geheime Schule. In der Secret Forest Academy erwarten sie magische Wesen und Mitschüler, die scheinbar viel mehr wissen als Ava – zumindest wussten sie bereits von ihren Eltern von ihrem magischen Talent. Ava beginnt zu ahnen, dass hinter dem Verschwinden ihrer Eltern eine große Geschichte steckt und ist bereit, sich ihrem Schicksal zu stellen.

Ava ist ein Mädchen, das in tiefer Trauer über das plötzliche Verschwinden ihrer Eltern ist und nun überraschend erfährt, dass sie in der Secret Forest Academy lernen kann, wie sie ihr magisches Talent entfalten kann. Auch über ihre Eltern erfährt sie einiges, was sie bisher nicht wusste. Dass ihr dieses Wissen aber so widerstrebend erteilt wird, hat mich etwas irritiert beim Lesen. Sie muss geradezu darum kämpfen, dass man ihr rechtzeitig die nötigen Informationen gibt – zu ihrem magischen Talent, zu ihren Eltern, zur Schule selbst. Ava weiß sich jedoch zu helfen, und das ist von Vorteil für alle, als die Schüler in größte Gefahr geraten. Das Ende der Geschichte ist so offen, dass man eigentlich sofort weiterlesen möchte. Schade, dass man da noch ein bisschen Geduld aufbringen muss, bis der nächste Band erscheint!

Diese Fantasy-Geschichte um Gestaltwandler und Seelentiere erzählt eine Geschichte voller Magie in einer faszinierenden anderen Welt. Sehr gerne empfehle ich das Buch weiter und vergebe alle 5 möglichen Sterne.