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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 29.10.2025

Interessanter Thriller mit vielen Längen

Eine von uns
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Nachdem ihr Haus abgebrannt ist, ohne dass die vierköpfigen Familie zu Schaden gekommen ist, findet Gina Unterschlupf bei ihrer Freundin aus Kindertagen. Annie, mittlerweile ein gefeierter Star, befindet ...

Nachdem ihr Haus abgebrannt ist, ohne dass die vierköpfigen Familie zu Schaden gekommen ist, findet Gina Unterschlupf bei ihrer Freundin aus Kindertagen. Annie, mittlerweile ein gefeierter Star, befindet sich momentan auf Reisen und stellt ihrer Freundin mit deren Familie ihr wunderschönes, renoviertes Haus zur Verfügung.
Überraschenderweise meldet sich direkt am ersten Morgen Annies Haushälterin Mary und drängt darauf ihre Arbeit auch während Annies Abwesenheit fortzuführen, zumal Gina sicher Hilfe benötigt, um den Alltag mit zwei kleinen Kindern zu bewältigen.
Gina hat kein gutes Gefühl bei Mary Anwesenheit. Sie hat den Eindruck, dass Mary etwas verbirgt.
Außerdem liegt Annies Haus in einem Stadtteil, indem die vier Freundinnen, Gina, Annie, Laura und Sarah, die vor Jahren verschwand, aufgewachsen sind. Immer öfter wird Gina von alptraumhaften Erinnerungen heimgesucht.


Der Klappentext versprach viel, spannender Psychothriller, temporeiche Wendungen, leider hielt der Thriller nach wenigen Seiten nicht sein Versprechen.
Trotz spannendem Anfang flacht die Story immer mehr ab.
Mary zieht aus ihren Beobachtungen keinerlei Konsequenzen. Sie handelt naiv und blauäugig. Einzig wenn Mary ihren Gedanken freien Lauf lässt, kommt ein wenig Grusel auf.
Statt aufbauende Spannung zu erleben, habe ich mich über Mary Verhalten aufgeregt.
Ich denke jedem Thriller-Leser war schon nach kurzer Zeit klar, in welche Richtung die Geschichte geht, was vielleicht die Autorin dazu veranlasste zum Ende noch zwei Wendungen draufzupacken, die das Ganze konstruiert und unglaubwürdig erscheinen lässt.
Schade

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Veröffentlicht am 02.10.2025

Raffinierter Krimi

Der Gourmet
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Nachdem die totgeglaubte Elizabeth Keaton in einem Polizeirevier in Cumbria aufgetaucht ist, gerät DS Washington Poe unter enormen Druck. Poe hatte vor 6 Jahren den Vater von Elizabeth, Jared Keaton, einem ...

Nachdem die totgeglaubte Elizabeth Keaton in einem Polizeirevier in Cumbria aufgetaucht ist, gerät DS Washington Poe unter enormen Druck. Poe hatte vor 6 Jahren den Vater von Elizabeth, Jared Keaton, einem arroganten Sterne-Koch, lebenslänglich hinter Gittern gebracht. Anhand von Indizien hatte Poe, Jared den Mord an seiner Tochter nachgewiesen.
Ihre Leiche wurde allerdings nie gefunden.

Was für ein spannender und raffinierter Krimi!
Es ist mittlerweile der zweite Fall von Tilly Bradshaw und Washington Poe und die Beiden wachsen mir immer mehr ans Herz.
Die Krimis von M.W. Craven wirken, als hätte ein junger Autor die alten Tugenden des klassischen britischen Kriminalromans wiedergefunden. Seine Krimis sind spannend, manchmal etwas düster, gespickt mit britischen Humor, sind sozialkritisch und sie sind raffiniert mit unglaublichen, aber doch möglichen Wendungen.
In diesem Fall taucht eine totgeglaubte junge Frau nach 6 Jahren wieder auf. Sie beweist mittels DNA-Abgleich ihre Identität und verschwindet wieder.
Poe muss sich einerseits rechtfertigen wegen der Verurteilung, andererseits wird ihm das Verschwinden von Elizabeth zur Last gelegt. Tilly und seine Chefin Steph unterstützen ihn und halten ihm den Rücken frei.
Poes Charakter wurde im „Zögling“ schon gut ausgeleuchtet und hinterfragt, sodass seine Verhaltens- und Lebensweise keine Überraschungen und Irritationen mehr auslöst. Ähnlich verhält es sich mit der brillanten, aber manchmal sozial unbeholfenen Analytikerin Tilly. Ihre Genialität und Entwicklung konnte man schon im ersten Buch verfolgen. Ich liebe die Kombi des bräsigen, einsamen Wolfs und der analytisch denkenden, aber ansonsten unbekümmerten Helferseele Tilly.

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Veröffentlicht am 25.09.2025

Spannend, aber letztlich unbefriedigend

Stummes Trauma
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Eine junge Frau wird tot auf dem Eis gefunden. Nur oberflächliche Verletzungen und Tierzahnabdrücke sind zu erkennen.
Hat sie Selbstmord begangen?
In der forensischen Psychiatrie-Klinik, die sich unweit ...

Eine junge Frau wird tot auf dem Eis gefunden. Nur oberflächliche Verletzungen und Tierzahnabdrücke sind zu erkennen.
Hat sie Selbstmord begangen?
In der forensischen Psychiatrie-Klinik, die sich unweit des Fundorts der Leiche befindet, herrscht Unruhe und die Gerüchteküche brodelt, denn die Tote, Felicia Forst, war Patientin von Anna Varga. Sollte es sich um Selbstmord handeln, hat das Konsequenzen für die behandelnde Psychologin.
Anna Varga versucht selbst zu ermitteln und wird durch anonyme Hinweise angetrieben.

Ich kann die Begeisterung um diesen Thriller leider nicht teilen.
Sicher, er ist spannend aufgebaut und die sehr kurzen Kapitel treiben den Leser oft von einer Szene in die nächste.
Ich konnte aber zu keinem Protagonisten eine Beziehung aufbauen. Alle waren mit verschiedensten Problemen beschäftigt. Da ist die eigentlich fähige Polizistin, die nur mit der Trennung und dem baldigen Wiedersehen mit ihren Kindern beschäftigt ist. Nach der Selbstmord Feststellung durch die Pathologie, stellt sie sofort alle Ermittlungen ein.
Anna, die sich mehr um ihre berufliche Reputation sorgt und nur halbherzig Nachforschungen anstellt. Miro kümmert sich erst nach einem weiteren Verbrechen und das sehr amateurhaft. Keiner der Beiden kommt auf die Idee die Polizei einzuschalten und dass, obwohl beide mit der Polizistin befreundet sind.
Das alles reicht mir nicht für einen guten Thriller, zumal das Ende mehr als konstruiert wirkt.
Ich habe die ersten beiden Fälle der Psychologin Anna Varga nicht gelesen. Ich denke, das werde ich auch nicht nachholen.

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Veröffentlicht am 22.09.2025

Starker Krimi

Der Zögling
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Ein Serienmörder foltert und verbrennt seine Opfer in den uralten Steinkreisen der Grafschaft Cumbria. Er hinlässt keine Spuren, die Opfer haben keine Verbindung zueinander, und kein Motiv lässt sich finden.
DC ...

Ein Serienmörder foltert und verbrennt seine Opfer in den uralten Steinkreisen der Grafschaft Cumbria. Er hinlässt keine Spuren, die Opfer haben keine Verbindung zueinander, und kein Motiv lässt sich finden.
DC Washington Poe, der sich nach seiner Suspendierung in eine Schäferhütte in Cumbria zurückgezogen hat, wird bei den Ermittlungen hinzugezogen, weil man in tiefen Schichten der Haut eines der gefolterten Opfer Washington Poes Name entdeckt hat.
Wird Poe das nächste Opfer sein?

Der Zögling ist mein erster Krimi von M.W. Craven, aber sicher nicht mein letzter.
Dieser Krimi ist geprägt durch Ironie, feinsinnigem Humor, gepaart mit viel Spannung und unerwarteten Wendungen.
Die Ermittlungen und Spurensuche sind transparent, wobei dem Leser die Möglichkeit gegeben wird, an einen Fall ohne Spuren und Zusammenhänge durch Beharrlichkeit und immer tieferem Graben in der Vergangenheit, mitzuraten.
Die Figur der introvertierten Computer-Spezialistin Tilly Bradshaw ist gut angelegt. Durch der genaue Beschreibung ihrer Lebensumstände und Macken, kann man ihre Entwicklung und ihr Aufblühen sehr gut verfolgen. Ich glaube, an dem zusammengewachsen und sich gegenseitig ergänzenden Team Bradshaw/Poe werden wir noch viel Freude haben.
Der Zögling ist so unterhaltsam, spannend und abwechslungsreich, dass ich ihn viel zu schnell durchgelesen habe.
Auf ein neues Buch von M.W. Craven!

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Veröffentlicht am 19.09.2025

Zu lang und umständlich

Eine falsche Lüge – Wird es ihre letzte sein?
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Sloane Caraway ist eine Lügnerin. Sie lügt nicht um jemandem zu schaden. Es ist ihr mittlerweile zur Gewohnheit geworden.
Als die kleine Harper auf dem Spielplatz von einer Biene gestochen wird, bietet ...

Sloane Caraway ist eine Lügnerin. Sie lügt nicht um jemandem zu schaden. Es ist ihr mittlerweile zur Gewohnheit geworden.
Als die kleine Harper auf dem Spielplatz von einer Biene gestochen wird, bietet Sloane sofort ihre Hilfe an, stellt sich aber als Krankenschwester mit einen falschen Namen vor. Harpers Vater Jay Lockhart weckt sofort Sloanes Interesse.
Jay erzählt seiner Frau Violet von Harpers Errettung durch Sloane. Worauf Violet Sloane umgehend zum Essen einlädt. Die beiden Frauen verstehen sich sehr gut. Sloane bietet sich im Laufe des Abends als Babysitter für Harper an und es entwickelt sich bald eine Freundschaft zwischen den Frauen.

Die Überschrift der Paperback-Ausgabe lautet: Ein Thriller wie eine Achterbahn-adrenalingeladen und nervenaufreibend. Dem kann ich leider nicht zustimmen. Nervenaufreibend war für mich eigentlich nur die Langatmigkeit mit der Sloane über ihre Art zu lügen spricht und ihre Lebensumstände beschreibt. Erst als sie Harper und Jay begegnet kommt etwas mehr Schwung in die Geschichte. Wobei ziemlich schnell klar war, dass ihr Interesse ausschließlich Jay galt. Dass sie Violet näherkommt und anfängt sie zu kopieren gilt ausschließlich dazu, Jays Aufmerksamkeit zu erzielen.
Beim ersten Perspektivwechsel wird die ganze Entstehungsgeschichte aus einer anderen Sicht noch einmal erzählt. In den folgenden Wechseln wird wieder alles wiederholt.
Ich fand es mühsam und umständlich. Die Story an sich war nicht schlecht. Die Umsetzung mit den Perspektivwechseln war sicher eine gute Idee, aber musste alles wiederholt werden? Als Leser oder Hörer bin ich doch in der Lage mitzudenken.
Mit der Hörbuchfassung war ich zufrieden, obwohl mich die Stimme von Violet doch ziemlich genervt hat mit der Zeit. Die Klangfarbe war oft sehr hoch, schrill und theatralisch, aber so reden wahrscheinlich die amerikanischen reichen Töchter.

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