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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 06.03.2026

Hat mich nicht abgeholt

Verrat der Schwäne
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Ich habe bereits ein anderes Buch von dieser Autorin aus dem Arctis-Verlag gelesen und habe es geliebt. Deswegen habe ich bei diesem Buch wohl nicht so genau den Klappentext gelesen. Doch das ist gar nicht ...

Ich habe bereits ein anderes Buch von dieser Autorin aus dem Arctis-Verlag gelesen und habe es geliebt. Deswegen habe ich bei diesem Buch wohl nicht so genau den Klappentext gelesen. Doch das ist gar nicht der Grund, warum ich bei 112 Seiten abgebrochen habe.

Odile tritt im Theater auf, doch so richtig Kontakt zu den anderen Darstellern hat sie nicht. Sie hat sowieso eine andere, größere Aufgabe. Ihr Vater, der Zauberer Regnault, möchte die Magie retten, dazu soll Odile in die Rolle der Kronprinzessin Marie schlüpfen und die verzauberte Krone stehlen. Doch bei ihrer Mission geht etwas schief, der amtierende König wird ermordet, und Odiles Bruder wird als Schuldiger eingesperrt.

Ich bin mit Odile kein Stück warm gewonnen, weder als sie selbst, noch in ihrer Rolle als Marie. Sogar ihr Bruder, der sie fünf Jahre nicht mehr gesehen hat, hat sie sofort durchschaut. Wie er das geschafft hat, wird allerdings nicht erklärt.
Odile gibt sich keine große Mühe, Marie zu verkörpern. Obwohl sie Schauspielerin ist und Marie von früher kennt, vergisst sie, dass mehr dazu gehört, als nur wie Marie auszusehen. Ihre Intrigen am Hofe wirken aufgesetzt, künstlich, und ihre Versuche, an den Prinzen heranzukommen, ebenso. Dieser Prinz ist eine Katastrophe, der Weltenbau kaum vorhanden und der Schreibstil ermüdend. So habe ich nach 26% abgebrochen.

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Veröffentlicht am 14.02.2026

ich bin nicht warm geworden

Entseelt
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Kira führt von außen gesehen ein völlig normales Leben, hat eine beste Freundin und ist mit ihren 17 Jahren recht zufrieden. Doch Kira hat keinerlei Gefühle; wenn sie lacht, dann aus logischen Gründen ...

Kira führt von außen gesehen ein völlig normales Leben, hat eine beste Freundin und ist mit ihren 17 Jahren recht zufrieden. Doch Kira hat keinerlei Gefühle; wenn sie lacht, dann aus logischen Gründen und nicht, weil sie es etwas lustig findet. Sie hat auch keine Hobbies, weil sie sowieso keine Freude verspüren kann und deswegen keinen Sinn sieht.
Trotzdem möchte sie manchmal sein, wie alle anderen, und begleitet ihre beste Freundin Riley heimlich auf eine Party. Nach etwas Alkohol überkommt sie das Verlangen, Marlow zu küssen, doch fällt er dabei in Ohnmacht. Am nächsten Tag wird bekannt, dass Marlow gestorben ist. Kira lässt das jedoch nicht, wie erwartet, kalt, denn plötzlich fühlt sie etwas und ist sehr durcheinander. An diesem Tag begegnet sie auch Kayden, der anziehende Augen hat.

Ich bin nicht warm geworden mit dieser Geschichte. Kira war mir viel zu emotional für ein Herz aus Eis. Riley hat sich viel zu schnell angegriffen gefühlt, obwohl sie Kira schon immer kennt und um ihre Gefühlslosigkeit weiß. Kayden war mir zu gewollt mysteriös, der offensichtlich mehr weiß, aber nichts erzählt. Da wäre ich auch wie Kira wütend geworden.
Die Gespräche zwischen Kira und anderen Charakteren wirken immer irgendwie steif und unecht. Nach 145 Seiten habe ich dann aufgegeben. Es sollte eben nicht sein.

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Veröffentlicht am 12.02.2026

Guter Anfang, dann wurde es stressig

A Kiss full of Magic
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Aeri findet im tiefsten Winter riesige Wolfsspuren um ihre Hütte herum und bekommt es mit der Angst zu tun. Damit sie nicht auf den Tod warten muss, macht sie sich auf die Jagd. Sie schafft es sogar, dem ...

Aeri findet im tiefsten Winter riesige Wolfsspuren um ihre Hütte herum und bekommt es mit der Angst zu tun. Damit sie nicht auf den Tod warten muss, macht sie sich auf die Jagd. Sie schafft es sogar, dem riesigen schwarzen Wolf zwei Pfeile in den Körper zu jagen. Doch dann wird sie von einem Usurpator angegriffen und der Wolf rettet sie. Aus Mitleid schleppt sie den Wolf mit in ihre Hütte und pflegt ihn wieder gesund. Anschließend sind sie Freunde und verbringen viel Zeit im Wald. Der Wolf scheint mehr zu sein, als ein riesiger Veddawolf, denn er scheint Aeri zu verstehen.

Dieses Buch hat mir anfangs richtig gut gefallen. Der Erzählstil aus Aeris Ich-Perspektive war locker und leicht und ich mochte sie in ihrer Hütte sehr gerne. Erst später wurde klar, dass sie vielleicht kein Mensch ist. Das Leben mit dem Wolf fand ich auch unterhaltsam, und sein Geheimnis wird spätestens offenbart, als Fremde die beiden besuchen.
Ab da wurde das Buch irgendwie anstrengend. Aeri war entweder krank oder verletzt oder beides; sie und der Wolf waren auf der Flucht, oder auf dem Weg nach Hause; es war einfach nur noch anstrengend. Einerseits rennt die Zeit, andererseits muss sich Aeri drei Wochen von den Strapazen erholen, nur um dann im Nachthemd wieder zu fliehen. Ich habe mich richtig gehetzt gefühlt. Und dabei ist so viel um die beiden herum passiert, aber das blieb auf der ewigen Flucht schlichtweg auf der Strecke. Das Ende war ganz nett, aber da hatte ich das Buch gedanklich schon abgeschlossen. Ich werde die Trilogie auch nicht weiterführen.

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Veröffentlicht am 08.02.2026

anders, aber wieder sehr gut

The Knight and the Moth
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„Niemand könnte gerade eine so feine Geschichte ersinnen, dass ich mich besser fühlen würde, Gargoyle.“ (S. 193)

Ich bin nicht einverstanden mit diesem Ende! Und doch ist dieses Buch bereits jetzt ein ...

„Niemand könnte gerade eine so feine Geschichte ersinnen, dass ich mich besser fühlen würde, Gargoyle.“ (S. 193)

Ich bin nicht einverstanden mit diesem Ende! Und doch ist dieses Buch bereits jetzt ein Jahreshöhepunkt. Ich mochte schon die Shepherds-King-Dilogie von der Autorin und dieses Buch hat mich nicht minder verzaubert.

Traum ist in fünf Weiler unterteilt, für jede Gottheit, genannt Omen, ein eigener Weiler. Und obwohl es einen König gibt, herrscht doch die Kathedrale Aisling über alles. Dort leben neben der Äbtissin auch sechs Weissagerinnen, ihrer Identität und Namen beraubt. Sechs ist die strebsamste unter ihnen, führt mehr Weissagungen durch, obwohl sie bei jeder ertrinkt. Doch als der neue König nach Aisling kommt, wird ihr Leben von Grund auf durcheinander gebracht.

„Es handelt von einer Frau, die ihr Bestes tut, von einem fahrenden Ritter, der sich in sie verliebt, und von einem zauberhaften Kalksteingargoyle.“ (Danksagung, S. 492)

Sechs kam als kränkliches Findelkind nach Aisling und erinnert sich nicht mehr an das Leben davor. Doch sie hofft auf eine Zukunft nach den 10 Jahren ihrer Dienstzeit, wie die Äbtissin es allen Weissagerinnen versprochen hat. Doch dann verschwinden sie Nacht für Nacht, und Sechs macht sich auf die Suche nach ihren Schwestern.

Rory ist ein schlechter Ritter. Oder vielleicht ist er auch ein besonders guter. Er ist auf jeden Fall ein fragwürdiger Charakter und fordert Sechs zu jedem Zeitpunkt heraus. Es sind nicht nur die Streitgespräche, die dieses Buch so unterhaltsam macht, sondern die pure Gewalt zwischen Sechs und Rory.

Doch das beste ist der Gargoyle, der menschliche Sprichwörter auf zauberhafte Art vertauscht (er hatte da so ein „Pogefühl“), immer ein bisschen fehl am Platz und völlig in Gedanken wirkt, und doch mehr weiß, als alle anderen.

Sechs Reise führt sie durch alle Weiler, zu jedem Omen, immer auf der Suche nach ihren Schwestern. Dabei lernt sie nicht nur viel über die Menschen und deren Gottheiten, sondern noch viel mehr über sich.

Und dann kam das Ende
, das passt, überrascht, und absolut unbefriedigend ist. Aber lest selbst!


*Ich habe erst nach dem Schreiben der Rezension gesehen, dass es einen zweiten Teil geben wird.

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Veröffentlicht am 07.02.2026

Aufregender zweiter Teil

Legenden aus dem Wunderland - Die Weiße Hexe
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„»Du bist hier«, nuschelte ich in mein Kissen und lächelte.
»Und du klingst, als wärst du froh darüber. […] Du solltest nicht so froh darüber sein.«“ S. 220)

Alyss ist 1,50m groß, hat lila Haare, trägt ...

„»Du bist hier«, nuschelte ich in mein Kissen und lächelte.
»Und du klingst, als wärst du froh darüber. […] Du solltest nicht so froh darüber sein.«“ S. 220)

Alyss ist 1,50m groß, hat lila Haare, trägt gerne weiß und malt die farbenfrohesten Bilder, die man sich vorstellen kann. Sie hat keine Familie und keine Freunde. „Ich hatte nie irgendwo dazugehört […] Ich hatte niemanden mehr, zu dem ich gehen konnte. Keine Verwandten, keine engen Freunde meiner Eltern. In dieser Welt war ich allein und ungewollt. Nur in meinem Träumen fühlte ich mich sicher. Und dann, wenn ich diese zeichnete.“ (S. 12)
Doch dann trifft sie auf einen Kater mit einer sonderbare Färbung, der sich als Drystan vorstellt und Alyss glaube lässt, sie würde träumen. Es dauert eine Weile, bis sie feststellt, dass sie wirklich in Gefahr ist und Drystan echt. Und doch findet sie sich am Ende in ihren Träume wieder, im Wunderland.

Obwohl Die weiße Hexe Band zwei der Legenden aus dem Wunderland ist, schließt er nur indirekt an den ersten an. Ging es im ersten noch um die Herzkönigin und das Wunderbiest Elion, geht es in diesem um den verbannten Bruder Drystan. Dieser kann sein Glück kaum fassen, ausgerechnet in der Menschenwelt auf die Weiße Hexe zu stoßen, auch wenn ihre Kräfte versiegelt scheinen. Sein Bestreben, die Herzkönigin zu stürzen und die Wunderbiester zu befreien, wird erneut beflügelt.

Alyss ist ein schwieriger Charakter. Obwohl sie schnell erkennt, dass das Wunderland wirklich existiert und sie magische Kräfte besitzt, ist sie unsicher und voller Zweifel. Das ist natürlich verständlich, das wäre ich in ihrer Situation bestimmt auch. Trotzdem war sie mir zuweilen zu weinerlich. Drystan dagegen war mir manchmal zu kaltherzig, doch im Laufe der Geschichte bin ich mit beiden Charakteren warm geworden. Wie ich nicht müde werde zu erwähnen, hätte es mich auch stark gewundert, wenn B. E. Pfeiffer mich nicht auch mit diesem Buch in ihren Bann gezogen hätte.

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