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Veröffentlicht am 28.08.2023

unspannend

Frau Holles Labyrinth
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Der Klappentext hat mich neugierig gemacht, da ich Märchenadaptionen sehr mag. Wie enttäuscht war ich, daß zu Beginn von Holle, wie sie in diesem Buch genannt wird, nicht viel erzählt wurde. Mary landet ...

Der Klappentext hat mich neugierig gemacht, da ich Märchenadaptionen sehr mag. Wie enttäuscht war ich, daß zu Beginn von Holle, wie sie in diesem Buch genannt wird, nicht viel erzählt wurde. Mary landet in einer Welt, in der zunächst alles grau ist, die Menschen, das Essen, die Umgebung. Nichts kann dort wachsen, es gibt helles Grau und die Nacht, und die Menschen sind seltsam.
Doch als Mary dann zu Holle kommt, ist alles anders. Das Essen ist nicht nur im Übermaß vorhanden, so wie der sichtbare Reichtum von Holle, sondern schmeckt auch Vollmundig, im Gegensatz zu dem Steinbrot, das sie vorher bekommen hat. Was macht es da schon, daß Mary die Zeit vergisst und den Grund, warum sie überhaupt bei Holle ist.

Ich habe schnell das Interesse an diesem Buch und seinen Charakteren verloren, was ich schade finde. Aber diese Welt im Brunnen ist furchtbar deprimierend, der Kontrast zu Holle zu extrem und alles, was danach folgt, vorhersehbar und langweilig. Weder wollte ich wissen, wer Holle wirklich ist und warum sie diese Macht hat, noch interessierte mich der Konflikt innerhalb der Stadt. Sollen sie doch alle zu Grunde gehen ...
Das Buch ist innen so grau, wie die Welt, und trübt die Wahrnehmung durch sein hübsches Äußeres. Sehr unbefriedigend.

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Veröffentlicht am 12.08.2023

der allwissende Ich-Erzähler hat mich durcheinander gebracht

Chroniken der Pfadwandler: Echos der Vergangenheit
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„Was soll das alles hier sein, Ace? Ist das so etwas wie eine Versammlung von Herr-der-Ringe-Groupies, die zu einer Convention wollen?“ (S. 150)

Die Mischung aus Phantasie und Science Fiction, gepaart ...

„Was soll das alles hier sein, Ace? Ist das so etwas wie eine Versammlung von Herr-der-Ringe-Groupies, die zu einer Convention wollen?“ (S. 150)

Die Mischung aus Phantasie und Science Fiction, gepaart mit dem Begriff Pfadwandler fand ich sehr ansprechend, weswegen ich dieses Buch vom Verlag angefragt habe. Schon beim Auspacken ist mir wieder die Schwere des Buches aufgefallen, genau wie bei Mankuren aus demselben Verlag. Dies ist also eher eine Geschichte für elektronische Ausgaben oder Leser, die ihre Bücher abstützen oder hinlegen.

Nikita ist eine Orkin und Pfadwandlerin, die für den Hüter von Crescent City freiberuflich Aufträge annimmt. So lernt sie Jane kennen, ein Mensch ohne Gedächtnis aber mit der Fähigkeit, ebenfalls das Nebellabyrinth zu durchwandern. Nur hat sie keinerlei Erfahrungen, sodaß Nikita sie „Frischling“ nennt. Der Ton der Orkfrau ist eher rau, paßt aber zum Wesen dieser Spezies. Sie erzählt die Geschichte aus ihre Perspektive (Ich-Erzähler).
Zu dem Auftrag gehören außerdem ein wortkarger, dunkler Elf namens Yanos und ein menschlicher Hacker namens Spydr. Soweit, so gut.
Auf Seite 19 dann ein Perspektivwechsel, den ich nicht nur nicht erwartet habe, der mich auch noch komplett aus dem Lesefluß gerissen hat. Ich nenne es Allwissender Ich-Erzähler. „»Achte nicht auf die Nebelphantome, schau auf den Pfad vor dir, Frischling. Du weißt, welcher Weg nach Khtonios führt«, hört sie mich vom Anfang der Kette zu ihr rufen.“ (S. 19)
Erstmal habe ich mir nicht viel dabei gedacht, doch dann spaltete sich die Gruppe auf und Nikita hat selbst den Teil der Geschichte erzählt, bei dem sie nicht direkt dabei war. Inklusive Gefühle oder Gedanken, eben allwissend. Doch mein persönlicher Knaller war ein Warnschild, das sie nicht gesehen hat. Woher weiß sie dann, daß es da war? „So gebannt bin ich von der Schönheit dieser einmaligen Landschaft, dass ich die rote, geschwungene Glyphe, die auf einen großen Felsen gezeichnet wurde, völlig übersehe.“ (S. 91)

Im vierten Kapitel (Ab S. 139) war ich mir nicht sicher, ob es in der Vergangenheit spielt, eine Erinnerung von Jane ist, oder die Gegenwart. Jane wird häufig von alten Erinnerungen überrascht, die sich ihren Weg an die Oberfläche bahnen. Mit Hilfe dieser versucht sie zu ergründen, woher sie kommt und wieso sie nichts von ihrem früheren Leben weiß. Sie weiß nur, sie wird vom Pharmariesen AC-Tech verfolgt.

Bei ihrem ersten Abenteuer werden Nikita, Jane, Spydr und Yanos sowas wie Freunde, oder zumindest Kameraden. So ist es nicht verwunderlich, daß sie zusammen weitere Aufträge annehmen. Ihre Abenteuer führen sie auf verschiedene Welten, in unterschiedliche Umgebungen, immer auch auf der Suche nach Janes Gedächtnis.
Die Beschreibungen der Umgebung sind ausführlich und bildhaft; die Charaktere individuell und so abwechslungsreich wie ihre Spezies. Doch natürlich entsprechen sie auch den Klischees: wunderschöne Elfen, aufmüpfige Orks, grummelige Zwerge.
Und trotzdem konnte mich die Geschichte nicht packen. Der Allwissende Ich-Erzähler hat mich zuweilen fertig gemacht und ich konnte nicht so recht eintauchen in das Geschehen. Jane war mir egal, Nikita zu orkisch (ich mag Orks, wirklich!) und der einzige sympathische war Yanos, weil er nur das nötigste gesagt hat und ansonsten in den Schatten verschwunden ist.
Bei Seite 335 habe ich das Buch abgebrochen, denn es hat mir keinen Spaß gemacht, es zu lesen. Es fühlte sich an wie Arbeit, und davon habe ich schon genug.

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Veröffentlicht am 01.08.2023

und nu?

Jung und Unsichtbar
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„Was Gutes hatte es aber doch, dass Rene immer bei uns rumhing. Als ich ihn mir ansah, lernte ich noch dreimal mehr, um bei uns rauszukommen. Richtig abschreckend war der für mich.“ (S. 13)

Chris Weiler ...

„Was Gutes hatte es aber doch, dass Rene immer bei uns rumhing. Als ich ihn mir ansah, lernte ich noch dreimal mehr, um bei uns rauszukommen. Richtig abschreckend war der für mich.“ (S. 13)

Chris Weiler ist 13 und wohnt in der Hugo-Luther. Wer dort lebt, ist entweder Alkoholiker oder hat Dreck am Stecken. Oder ist ein Kind, geboren in den ärmlichen Verhältnissen zwischen zwei Autobahnen, so wie Chris.
„Dass ich neuerdings zu diesem Super-Reichen-Scheißymnasium ging, hatte aber mit Frau Pietsch […] zu tun.“
Chris ist ein Kind seiner Umstände, der einfach aus der falschen Gegend kommt und nicht nur so aussieht, sondern auch so spricht, obwohl er (offenbar) sehr intelligent ist und es mit den richtigen Möglichkeiten weit bringen könnte. Eine Gelegenheit hat seine Grundschullehrerin Frau Pietsch in dem Gymnasium gesehen, und Chris wollte diese Chance wirklich nutzen. Doch ist er dort auf Grund seiner Herkunft nicht erwünscht, und ein blaues Auge setzt Dinge in Gang, die am Ende zu diesem Buch führen.
„Weißt du, ich will jemanden wie dich einfach nicht an meiner Schule haben. Ich glaube, du verlässt uns am besten sofort freiwillig oder ich berufe eine Konferenz ein und lasse dich entfernen, ja?“ (S. 55)

Ich hatte das Gefühl, daß der 13jährige Chris mir gegenüber sitzt, seine Geschichte erzählt und die Umstände begreiflich machen möchte. Dazu nutzt er Umgangssprache, Floskeln aus seiner Gegend und eine Menge Schimpfwörter. „»Mitgehangen, mitgefangen«, sagte man bei uns dazu und ich dachte daran, dass alle immer wiederkamen und nie weg konnten. Niemand konnte uns vor uns retten.“ (S. 45)
jung und unsichtbar zeichnet ein Bild eines armen Jungen, der nichts für seine Umstände kann und dem von allen Seiten Steine in den Weg gelegt werden, einfach weil er zu den „Assis“ gehört.
Und die Moral von der Geschichte? Was möchte dieses Buch mir mitteilen? Da das Ende ziemlich offen ist, man also nur erahnen kann, daß alles hoffentlich irgendwie besser wurde, weiß ich es nicht. Ich habe das Wort Ende gelesen, und den Rest gesucht. Es muß doch alles aufgelöst werden! Nein, wird es nicht.

„Arme wurden arm geboren und blieben es in der Regel, egal ob sie ein Almosen bekamen oder nicht und bei Reichen war das genauso.“ (S. 149)

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Veröffentlicht am 25.07.2023

Was für ein Schatz, mal was anderes

Die Kristallelemente (Band 1)
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„Ein Mensch definiert sich nicht immer über das, was er getan hat, sondern über das, was er bereit ist zu geben, um andere zu schützen.“ (S. 168)

Warum hat mich niemand darauf hingewiesen, was für ein ...

„Ein Mensch definiert sich nicht immer über das, was er getan hat, sondern über das, was er bereit ist zu geben, um andere zu schützen.“ (S. 168)

Warum hat mich niemand darauf hingewiesen, was für ein Schatz auf meinem SuB lagert? Ich bin froh, ihn endlich gehoben zu haben und will mehr!

Amara trägt hübsche Kleider, weil ihre Mutter das will, und plant ihre Flucht, weil ihr Vater sie mit einem gewalttätigen Earl verheiraten will. Einzig ihre Großmutter wußte um ihre Gabe und Sehnsucht, und wurde als Hexe verbrannt.
Der nahende Sturm verkündet Amara, daß er die gefürchteten schwarzen Piraten mitbringt, die regelmäßig Dörfer plündern und Frauen entführen. Sie werden ihr nicht nur die Ablenkung geben, die sie braucht, um von ihrer Familie zu fliehen, sondern auch den Grund, warum nicht nach ihr gesucht wird. Denn die entführten Mädchen kehren nie zurück, und Amaras Verschwinden wird für eine weitere Entführung gehalten werden. Bis eins dieser schwarzen Monster mit Seetanghaaren plötzlich vor ihr steht und ihren Plan von einem freien Leben voller Abenteuer zunichte macht.

Ich mag starke Frauen, die eine gewisse Macht besitzen und trotzdem ein liebenswürdiges Herz haben. Was ich nicht mag sind starke Frauen, die aufmüpfig sind um der Aufmüpfigkeit wegen, was leider mittlerweile in vielen Büchern Gang und Gebe ist. Amara provoziert ihren Entführer teilweise nur um des Provozierens willen, sie hört ihm nicht zu und bringt sich dadurch in Gefahr. Selbst wenn man denkt, man wäre nichts als eine Ware, sollte man Warnungen, die den Tod bedeuten, ernst nehmen.
Nichtsdestotrotz hat mich diese Geschichte gefangen. Es geht um Piraten, Magie, Hexen, Monster und eine Reise. Es geht um Wachstum, Freundschaft und Rache. Schon nach dem ersten Kapitel wollte ich Amara nicht mehr von der Seite weichen und war gespannt, was für ein Abenteuer das Meer für sie bereit hält und welche Magie in ihr schlummert. Was mich so gefesselt hat, ist das Neue, das Andere, das Aufregende und brauche Meer!

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Veröffentlicht am 16.07.2023

Spannend bis zur letzten Seite

Der letzte Tanz der Debütantin
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„Denn ich finde, bei Partys, auf denen wir alle anwesend sind, sollten wir einen Toast auf perfekte unvollkommene Debütantinnen ausbringen.“ (S. 166)

Lily ist 18 Jahre alt, geht in die letzte Klasse ihrer ...

„Denn ich finde, bei Partys, auf denen wir alle anwesend sind, sollten wir einen Toast auf perfekte unvollkommene Debütantinnen ausbringen.“ (S. 166)

Lily ist 18 Jahre alt, geht in die letzte Klasse ihrer Schule und hat keine Freundinnen. Ihre Beziehung zu ihrer Mutter ist ebenso steif und lieblos, wie zu ihrer Grandmama, die sie jeden Dienstag und Freitag besuchen muß. Nur durch die finanzielle Zuwendung von Grandmama kann Lily nicht nur zur Schule gehen, sondern sie und ihre Mutter können das Haus behalten in dem sie wohnen. Ihr Papa ist schon vor ihrer Geburt an Magenkrebs gestorben und ihre skandalöse Schwester wird totgeschwiegen.
Doch eines Dienstags sitzt ihre Mutter bei Grandmama, als Lily dort ankommt. Für gewöhnlich sind die Dienstage für sie und ihre Ausbildung ihres Benehmens in der Gesellschaft reserviert. Die beiden Damen eröffnen ihr, daß sie die Schule verlassen muß um in diesem Jahr, 1958, zu debütieren. Da es voraussichtlich das letzte Mal am Hof der Queen Elizabeth geschieht, und Lily keine echte Wahl hat, stimmt sie dem Ganzen zu.
Bis zur Präsentation am Hof der Königin verbringt Lily Zeit in Paris, um den richtigen Hofknicks zu lernen, und bekommt eine neue Garderobe. Ihre Grandmama finanziert die Saison, in der es nicht nur um Parties und Bälle geht, sondern auch darum den richtigen Mann zu finden und Kontakte in der adligen Gesellschaft zu knüpfen. Neben den alteingesessenen Adelsfamilien befinden sich auch sogenannte Neureiche unter ihnen, über deren Töchter nur die Nase gerümpft wird. Und Lily steckt mitten drin.

Dieses Buch mutet nicht wie eine Geschichte aus 1958 an, sonder paßt eher ins 19. Jahrhundert, oder früher, als es das Ziel von jungen Frauen war, eine gute Partie zu heiraten. Mich hat die Geschichte ein wenig an Die Wallflowers erinnert, zumindest zu Beginn.
Lily hat es nicht leicht, da sie komplett unter der Fuchtel ihrer Mutter und Grandmama steht. Sie kann keine eigenen Entscheidungen treffen, und wenn sie es doch tut, wird sie dafür kritisiert. So soll sie sich von den Hartfords fernhalten, doch lernt sie am Tag der Präsentation im Palast direkt Leana Hartford kennen und scheint von dieser Bekanntschaft erst einmal zu profitieren. Dies ist jedoch nicht das einzige, was ihrer Mutter sauer aufstößt und Lily beginnt langsam, ihre eigenen Entscheidungen zu treffen und sich zu widersetzen.

Der letzte Tanz der Debütantin hat mich überrascht. Ich habe eine Liebesgeschichte erwartet, vielleicht einen Skandal, aber definitiv nicht diesen Freiheitskampf von Lily. Sie ist ein sympathischer Charakter, ihre Entwicklungen sind bemerkenswert und ihre Entscheidungen nachvollziehbar. Die Auflösung des Familiengeheimnisses habe ich so nicht erwartet und war überwältigt. Ein sehr unterhaltsames Buch, von der ersten bis zur letzten Seite.

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