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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 22.04.2026

Ein weiteres Abenteuer für Cassandra Morgan

Cassandra Morgan, Band 2 - Die magische Flöte
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Im zweiten Teil von Cassandra Morgan befindet sich die angehende Hexe immer noch in der Ausbildung und wohnt bei ihrer Tante, der Haghexe. Sie hat sich inzwischen gut eingelebt, hat Freundinnen gefunden ...

Im zweiten Teil von Cassandra Morgan befindet sich die angehende Hexe immer noch in der Ausbildung und wohnt bei ihrer Tante, der Haghexe. Sie hat sich inzwischen gut eingelebt, hat Freundinnen gefunden und Montague ist zu einem treuen Begleiter geworden. Ihre Mutter ist hingegen immer noch verschwunden und es ist Cassandra sehnlichster Wunsch diese mit ihren wachsenden magischen Kräften eines Tages aufzuspüren.

Doch erst mal stehen neue Abenteuer vor der Tür. Ein junger Verwandter und eine neue Hexenlehrerin ziehen in das Heim der Tante und somit auch Cassandras Zuhause ein. Die Tante muss hingegen aufgrund eines wichtigen Termins für einige Zeit verreisen. Außerdem werden immer mehr Dorfbewohner von einem seltsamen Fluch getroffen. Wie Cassandra und ihre Freundinnen bald herausfinden, geht es dabei um eine magische Lanze, die der Erlkönig mithilfe seiner verfluchten Opfer in seinen Besitz bringen möchte. Da die Zeit immer mehr drängt und die Haghexe nicht da ist, beschließen die Freundinnen auf eigene Faust das Problem anzugehen und begeben sich in den berüchtigten Hagwald.

Ich fand diese zweite Folge von Cassandra Morgan sogar noch spannender als die erste. Man kennt bereits die meisten Protagonisten und weiß um die Gefahr, die im Hag lauert. Die vielen magischen Wesen machen das Buch richtig lebendig. Besonders schön finde ich auch die Verbundenheit mit der Natur, die an ganz vielen Stellen des Romans in den Vordergrund tritt.

Wirklich ganz fantastisch ist natürlich das Cover und der Farbschnitt. Auch die Innengestaltung des Buches ist sehr gut gelungen.

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Veröffentlicht am 22.04.2026

Muggle Flugga

Der letzte Leuchtturm
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Muggle Flugga heißt der Leuchtturm am äußersten nördlichen Ende Großbritanniens. Bewirtschaftet wird er von einem alten Leuchtturmwärter und seinem jungen erwachsenen Sohn. Der Vogelkundler Firth kommt ...

Muggle Flugga heißt der Leuchtturm am äußersten nördlichen Ende Großbritanniens. Bewirtschaftet wird er von einem alten Leuchtturmwärter und seinem jungen erwachsenen Sohn. Der Vogelkundler Firth kommt als Besucher auf die kleine abgelegene Insel und lernt dort nicht nur die großartige Natur, sondern auch die beiden nicht weniger beeindruckenden Bewohner kennen. Durch Rückblicke erhält man im Laufe der Handlung auch Einblicke in Firths Vergangenheit.

Es ist eine raue Welt, die in dem Roman beschrieben wird. Die Umgebung ist einzigartig und wirkt unwirklich. Der Umgang des Vaters ist oft alles andere als freundlich und umgänglich. Doch der Sohn scheint mit diesen widrigen Umständen bestens zurechtzukommen, er erscheint als ein ungeschliffener Diament und Firth ist geradezu fasziniert von ihm und der einzigartigen Natur.

Was mir an diesem Roman besonders gut gefallen hat ist die sprachliche Ausdrucksweise des Autors. In ganz wundervoller Weise beschreibt er Mensch und Natur, man fühlt sich durch die Sprache in eine andere Zeit und eine ganz eigene Welt versetzt. Auch die Charaktere hat der Autor äußerst gekonnt herausgearbeitet. Vor allem der eigenwillige Vater wird auf eindrucksvolle Weise beschrieben. Weitere beindruckende Persönlichkeiten sind natürlich auch Ouse, sein Sohn, Firth und die junge Figga. Alle haben etwas besonderes in ihrem Charakter, was sie einzigartig macht.

Wenn man sich die Bilder im Internet von Muggle Flugga, den es wirklich gibt, ansieht, kann man sich die Beschreibungen im Roman sehr gut vorstellen. Auch auf den Bildern wirkt der Ort einfach nur faszinierend und unwirklich. Der Leuchtturm thront auf einem hohen Felsen mitten im Meer und scheint jeder Widrigkeit zu trotzen. Ich fand diesen Roman sprachlich und inhaltlich wunderbar und kann ihn bestens weiterempfehlen

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Veröffentlicht am 02.03.2026

Beziehungsgeflecht

Niemands Töchter
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„Niemand Töchter“ erzählt die Geschichte zweier Töchter und zweier Mütter. Alle Frauen hadern dabei mit ihrer jeweiligen Mutter bzw. Tochter.

Wie die einzelnen Personen miteinander in Beziehung stehen ...

„Niemand Töchter“ erzählt die Geschichte zweier Töchter und zweier Mütter. Alle Frauen hadern dabei mit ihrer jeweiligen Mutter bzw. Tochter.

Wie die einzelnen Personen miteinander in Beziehung stehen wird erst mit der Zeit ersichtlich. Aufgrund dessen ist es nicht ganz einfach sich am Anfang des Buches zurechtzufinden. Erst um die Seite 120 wurde mir das Beziehungsgeflecht der vier Frauen sowie der beiden Väter, die am Rande der Handlung auch von Bedeutung sind, vollkommen klar. Daraus ergibt sich auch eine Überraschung.

Der Roman ist in einer einfachen Sprache geschrieben, so dass sich der Roman schnell und leicht lesen lässt. Die Autorin versteht es die verborgenen Gefühlsregungen der Personen einfühlsam zu beschreiben. Die Atmosphäre des Romans ist überwiegend bedrückend und melancholisch. Als erheiternde Einlage empfand ich die selbstbewusste Alma als Kind. Die nicht nur ihren Familienmitgliedern, sondern auch dem Pfarrer provokante Fragen stellt. Trotz oder gerade aufgrund der kindlichen Naivität treffen diese den Nagel jedoch auf den Kopf.

Unnötig fand ich die lange Unklarheit wie die Personen in Beziehung zueinanderstehen, schließlich handelt es sich ja nicht um einen Krimi und aus meiner Sicht verleiht es der Handlung auch keinen Mehrwert. Als Leser kann man sich aufgrund dieses Umstands zu Beginn schlecht in die Handlung hineinversetzen. Statt dem Rätselraten um das Beziehungsgeflecht hatte die Autorin vielleicht noch mehr auf die Gefühlswelt der handelnden Personen eingehen können. Vor allem die spezielle Beziehung von Marie zu Alma finde ich zu Beginn des Romanes deutlich unterbelichtet.

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Veröffentlicht am 02.03.2026

Die Schrecken des Dreißigjährigen Kriegs

TINTE und SCHWERT, Sonderedition
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Der Autor beschreibt in „Tinte und Schwert“ eine fiktionale Geschichte während des Beginns des Dreißigjährigen Kriegs, mit realistischem historischem Hintergrund. Der Krieg bestimmt die Lebensläufe der ...

Der Autor beschreibt in „Tinte und Schwert“ eine fiktionale Geschichte während des Beginns des Dreißigjährigen Kriegs, mit realistischem historischem Hintergrund. Der Krieg bestimmt die Lebensläufe der handelnden Personen und prägt ihren Charakter. Der Schwerpunkt der Auseinandersetzungen findet als Religionskrieg zwischen den Machtansprüchen der Katholiken und der Protestanten statt.

Der 17jährige empathische Jacob wollte eigentlich ein geistliches Amt anstreben, um sich um das Seelenheil anderer Menschen zu kümmern. Doch es kommt ganz anders. In den Wirren des heraufziehenden Krieges wird seine Familie, so wie viele andere Menschen, auf brutalste Weise umgebracht. Er selbst findet sich nach dem verehrenden Überfall als Söldner auf dem Schlachtfeld in Böhmen wieder.

Als charakterlicher Gegenpol steht dem jungen Jocob der General Heinrich gegenüber, der für seine Karriere und sein Ansehen wortwörtlich über Leichen geht. Am Anfang des Romans entsteht so ein Schwarz-Weiß-Bild zwischen Gut und Böse. Doch nach einem Drittel der Handlung und auf dem Höhepunkt Jacobs Leidenswegs findet schließlich ein Wendepunkt statt, als dieser sich dem Rachefeldzug gegen seine Peiniger verschreibt. Eine Mitstreiterin findet er in der als Hexe verfolgten Anna.

Die Charaktere des Romans sind gut ausgearbeitet und man kann sich gut in die Personen hineinversetzen. An vielen Stellen sind die Schilderrungen sehr brutal. Man mag sich gar nicht vorstellen unter welchen Entbehrungen und Leiden die Menschen in dieser Zeit lebten. Die Epoche die der Autor hier beschreibt fand ich sehr interessant, da der Dreißigjährige Krieg in historischen Romanen eher selten verarbeitet wird und man sich viele Romane eher mit dem Mittelalter befassen. Der religiöse Fanatismus steht dieser Zeit jedoch in nichts nach, die Brutalität ist hingegen eher größer.

Das Cover sowie die ersten Innenseiten mit Bildern von Jaques Callot sind sehr passend und verbildlichen die Atmosphäre die den Leser im Roman erwartet. Eine schöne Überraschung war das Autogramm im Buch sowie die beigelegte Postkarte mit dem eindrucksvollen Galgenbaum.

„Tinte und Schwert“ ist als Auftakt einer Trilogie gedacht. Ich bin gespannt auf die kommenden Bände.

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Veröffentlicht am 02.03.2026

Sprache als Kunst

Schleifen
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In dem Roman „Schleifen“ steht die Sprache im Mittelpunkt. Als Rahmenhandlung dient die Geschichte um Franziska Denk, die jede Krankheit bekommt von der sie hört und die diese seltsame Krankheit zu überwinden ...

In dem Roman „Schleifen“ steht die Sprache im Mittelpunkt. Als Rahmenhandlung dient die Geschichte um Franziska Denk, die jede Krankheit bekommt von der sie hört und die diese seltsame Krankheit zu überwinden scheint, indem sie sich intensiv mit Sprache beschäftigt.

Der Autor stellt in seinem Roman immer wieder Theorien über Sprach aber auch über Zahlen auf, die zu Beginn sehr interessant klingen, die ein oder andere Theorie hat man sogar schon einmal gehört. Diese Theorien werden im weiteren Verlauf immer weiter vertieft und schlussendlich ad absurdum geführt. Das Sprichwort „die Katze beißt sich in den Schwanz“ würde sämtlich vorgestellte Theorien bestes auf den Punkt bringen.

Um seine Theorien zu untermauern werden zahlreiche Quellenangaben geliefert, die größtenteils erfunden sind. Zahlreiche kleine skurrile oder paradoxe Geschichten und Nebenhandlungen werden erzählt. Die darin vorkommenden Personen haben größtenteils nie existiert.

Insgesamt kann man den Roman als ein Kunstwerk der Literatur ansehen, vergleichbar mit einem modernen Gemälde, in das man unendlich viel reininterpretieren kann oder auch nichts, indem man vor lauter Farben und Formen nichts mehr ausmachen kann.

Der Roman besteht aus vielen, anfänglich klugen, Theorien, die ich zunächst auch interessiert zur Kenntnis genommen habe. Mit zunehmender Ausdifferenzierung wurde das Lesen jedoch immer schwieriger. Da sich das Schema über fast 400 mehr oder weniger wiederholt, gestaltet sich das Lesen des Romans zunehmend schleppend. Der Autor hat mit seinem Werk jedoch etwas Einzigartiges geschaffen. Das Buch zeugt von großer Kreativität und anspruchsvollen Gedankenspielen, die bis ins Äußerste getrieben werden. Sicher kein Buch für jeden und auch keine Lektüre zum Entspannen.

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