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Hannah05

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 21.07.2019

Kann Band eins leider nicht das Wasser reichen....

Das Herz aus Eis und Liebe
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Der erste Band der Diologie hat mich letztes Jahr sehr positiv überraschen können. Ich hätte nicht gedacht, dass mich die Liebesgeschichte so packen und mich der Plot so überzeugen würde. Demnach habe ...

Der erste Band der Diologie hat mich letztes Jahr sehr positiv überraschen können. Ich hätte nicht gedacht, dass mich die Liebesgeschichte so packen und mich der Plot so überzeugen würde. Demnach habe ich mich sehr auf,, Das Herz aus Eis und Liebe" gefreut. Ich war gespannt auf all die Fragen, die in diesem Band geklärt würden. Inwiefern mich dieses Buch überzeugen konnte, erfährt ihr in folgender Rezension.

Es ist mittlerweile knapp ein Jahr her, dass ich den ersten Band gelesen habe, weswegen ich Schwierigkeiten hatte, wieder in das Buch hineinzufinden. Jetzt könnte man natürlich einwenden, dass ich,, Ein Mädchen aus Feuer und Sturm" noch einmal hätte über fliegen können, doch dazu fehlte mir die Zeit. Somit bräuchte ich ein bisschen Zeit und Geduld, bis ich wieder vollkommen in der Geschichte drin war. Das Buch ist generell durch seine japanisch angehauchte Welt und den verschiedenen, ungewohnten Namen komplex aufgebaut und eine kleine Hilfe am Anfang würde dem Leser den Einstieg in das Buch sehr erleichtern.

Doch die Schwierigkeiten beim Einstieg lagen nicht nur daran, dass die Autorin rasant in irgendeine Szene eingestiegen ist, ohne auch nur die ein oder andere Erklärung zu liefern, auch der ständige Perpektivenwechsel trug dazu bei. Auch wenn ich es gut finde dadurch die verschiedenen Ziele und Personen besser zu verstehen, hatte ich trotzdem das Gefühl, auf der Stelle stehen zu bleiben.

Was mich direkt zum nächsten Punkt bringt: Die Spannung. Hierbei muss ich sagen, dass diese beinahe immer vorhanden ist und der Spannungsbogen auf und ab geht - also genauso wie er sein muss. Mit der Zeit klärt die Autorin die verbleibenden Fragen aus Band eins auf und es ist schön zu lesen, wie sie die lang ersehnten Antworten mit in die Geschichte einfließen lässt. Dadurch dass ich stets aufmerksam gelesen habe, fiebert ich umso mehr mit und habe dem Ende quasi entgegen gesehnt.

Es ist zwar nicht genau das, was ich mir erhofft hatte, da es für meinen Geschmack ein bisschen zu viel,, Ende gut, alles gut" ist, doch rückblickend gesehen, gab es schon weitaus schlimmere. Der erwartete Showdown tritt ein bisschen weniger spektakulär, doch die gefährliche und rasante Atmosphäre ist dennoch zu spüren.

Eine Sache, die mir definitiv zu kurz gekommen ist, ist die Lovestory zwischen Okami und Mariko. Irgendwie ist diese bestimmte Chemie, die sonst immer für ein kribbeln im Bauch sorgte, wie verschwunden. Es gab in diesem Buch sehr viele Handlungen, weswegen die Geschichte der beiden leider ein bisschen rechts liegen gelassen wurde und die Gefühle dadurch nicht mehr so präsent sind wie in Band eins.

Mariko als Hauptprotagonistin könnte mich wieder einmal durch ihre Intelligenz und ihren starken Willen überzeugen! Ich bewundere ihre kämpferische Art und ihr taktisches Denken war toll zu verfolgen. Yumi und Keshin waren gerade zu Anfang sehr präsent, doch verloren sich ab der Mitte des Buches ein wenig, sodass man von jedem von ihnen zum Schluss leider nicht mehr viel erfährt.
Okami, Raidan und Roku sind spannende Charaktere und vor allem erstere könnte mich genauso wie Mariko wieder einmal begeistern. In Band zwei erfährt man viel mehr über die zwei Brüder Roku und Raidan und den Einen (ich verrate nicht welchen ?) mochte ich zum Schluss sehr gerne.

Fazit: Mit,, Das Herz aus Eis und Liebe" hat es die Autorin leider nicht geschafft an Band eins heranzukommen. Mir fehlte sowohl das Knistern zwischen Okami und Mariko, als auch der erwartete Showdown am Ende. Durch den ständigen Perspektivenwechsel gibt es zu viele Handlungen, die auch durch die grundlegende Spannung nicht interessanter werden. Positiv überrascht haben mich die Antworten auf die verbleibenden Fragen und alles im allem war es ein gutes Buch für Zwischendurch.

Veröffentlicht am 06.07.2019

Ein Buch das einfach glücklich macht - lebendige Charaktere und eine magische Geschichte

Glück und los!
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Worum es geht: In diesem Buch geht es um die 15-jährige Lina, die schon seit sie ein kleines Kind ist, die Auffassung vertritt, eine kleine ,,Glücksfee“ zu sein. Doch ihre ,,Gabe“ hat immer häufiger ein ...

Worum es geht: In diesem Buch geht es um die 15-jährige Lina, die schon seit sie ein kleines Kind ist, die Auffassung vertritt, eine kleine ,,Glücksfee“ zu sein. Doch ihre ,,Gabe“ hat immer häufiger ein paar Aussetzer, weswegen sie es sich schlussendlich zur Aufgabe macht, noch einmal ganz genau hinzuschauen, ob sie nun wirklich eine Glücksbringerin ist oder es vielleicht doch nur durch Zufall passiert. Dabei gibt es jedoch einige Schwierigkeiten zu überwinden, denn diese Aufgabe hat mehr Hindernisse zu bewältigen, als es zuerst scheint. Zudem wäre da noch Linas eigener heimlicher Wunsch sich endlich richtig zu verlieben und ihre Patchworkfamilie, die Zuwachs von zwei mürrischen Zwillingen bekommt und ihr die Sache nicht gerade leichter macht. Das alles zusammen ergibt ein turbulentes Chaos, bei dem die Ein oder Andere Sache schiefzugehen scheint… Wird Lina es schaffen alle Wünsche zu erfüllen?

Die Hauptfigur, unsere Ich- Erzählerin Lina, war mir direkt symphatisch. Sie ist lustig, liebenswert, hilfbereit und manchmal schon etwas zu gutmütig, doch ihre optimistische Art färbt direkt auf den Leser ab. Bei Glück und los handelt es sich um ein absolutes Wohlfühlbuch für mich. Lina hat eine wunderbare Patchworkfamilie, die zwar recht chaotisch und manchmal auch kompliziert ist, jedoch immer zusammenhält. Der Leser kann den Familienzusammenhalt sogar durch die Seiten hindurch spüren. Lina hat neben ihren tollen Charakterzügen auch noch eine ganz besondere Begabung, die sie in vielerlei Hinsicht besonders macht. Sie kann nämlich Wünsche erfüllen. Nicht immer aber zumindest manchmal, denn ganz so einfach ist es nicht. Nur ein paar Menschen wie Linas beste Freundin und ihr Bruder wissen von dieser einzigartigen Gabe, doch desto älter Lina wird, desto mehr zweifelt sie an ihr. Ihre Wunscherfüllungsgabe lässt sich nicht steuern und hat Launen wie die Natur. Ist es nun Lina, die die Herzenswünsche erfüllt oder doch nur ein merkwürdiger Zufall? Um der Sache ein für alle mal auf den Grund zu gehen beschließt sie aus einem Postfach die Wünsche verschiedenster Leute zu erfüllen. Der Leser begleitet Lina auf einer magischen Reise, die viele fantasyvolle Ideen hat.

Dieser Punkt hat mir auch mit am besten gefallen: die Vermischung von Realität und Fantasy. Obwohl der Leser es hier nicht direkt mit einem Fantasybuch zu tun hat und Linas Geschichte größtenteils sehr realitätsnah ist, finden wir hier trotzdem magische Aspekte wie die des Wünscherfüllens vor. Dagmar Bach ist es wunderbar gelungen, die Balance zwischen Träumen und Wirklichkeit zu finden. Zuerst steht das Wünscherfüllen eher im Hintergrund, nimmt dann im Laufe der Handlung aber immer mehr an Wichtigkeit und Präsenz zu.

Glück & los hat eine sehr abwechslungsreiche Handlung. Denn neben der Sache mit dem Glück hat Lina noch allerlei andere Dinge, die sie zum Verzweifeln bringen. Eine Sache wäre da auf jeden Fall die Liebe. Auch Lina ist bis auf ein paar Kleinigkeiten eigentlich ein ganz normaler Teenager und wie auch viele andere in ihrem Alter will auch sie endlich dieses kribbeln im Bauch spüren. Ihr älterer Bruder Mats ist ihr da aber nicht gerade eine Hilfe und auch die beiden Zwillingssöhne, die neuerdings von der neuen Partnerin ihres Vaters bei ihnen wohnen, mischen sich immer wieder in ihr Leben ein.

Tatsächlich gefällt mir nicht nur Lina, sondern auch die ganzen anderen Nebencharaktere ausßerordentlich gut. Egal ob ihre Familie, Linas beste Freundin oder auch Vicky, die der Ein oder Andere von euch vielleicht schon aus der Zimt- Reihe kennt, sie alle machen das Buch lebendiger und schöner durch ihre facettenreichen und bunten Charakterzüge.

Fazit: Glück und los ist auf jeden Fall zu einem neuen Lieblingsbuch für mich geworden. Beim Lesen strahlte das Buch so eine warme und fröhliche Atmosphäre aus, sodass es für mich ein absolutes Wohlfühlbuch ist. Sowohl das wunderschöne Cover als auch der leichte und magische Inhalt konnten mich überzeugen. Dagmar Bach hat ein sehr jugendliches, spannendes und lustiges Buch für alle jungen Leser da draußen geschrieben, die sich einen Hauch Magie in ihren sonst stressigen oder langweiligen Alltag wünsche

In einem Satz: Dieses Buch erfüllt den Wunsch nach einem Wohlfühlbuch in das man bedenkenlos für Stunden versinken kann.

Charaktere: 5/5 – Cover: 5/5 – Setting: 4,5/5 – Handlung: 5/5 – Spannung: 5/5 – Schreibstil: 4,5/5

Veröffentlicht am 24.06.2019

Eine zuckersüße Geschichte

Kiss Me Once
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In ,,Kiss me one“ geht es um die beiden Hauptcharaktere Ivy und Ryan. Das Buch wird aus abwechselnder Sicht der Beiden erzählt, sodass der Leser von ihnen einen guten Eindruck erhält. Ivy ist das typische ...

In ,,Kiss me one“ geht es um die beiden Hauptcharaktere Ivy und Ryan. Das Buch wird aus abwechselnder Sicht der Beiden erzählt, sodass der Leser von ihnen einen guten Eindruck erhält. Ivy ist das typische reiche Mädchen. Ihrem Vater gehört ein milliardenschweres Unternehmen und möchte natürlich, dass Ivy in das Familienunternehmen einstiegt. Ivy hat aber ganz andere Pläne und möchte endlich aus ihrem goldenen Käfig ausbrechen, das Leben abseits von dem ganzen Geld und Schein kennen lernen und echte Freunde finden, die nicht nur wegen ihres Geldes mit ihr befreundet sind. Deswegen entscheidet sich zum Unmut ihrer Eltern statt eine Elite Universität zu besuchen, auf ein öffentliches College zu gehen. Womit sie nicht gerechnet hat: ihrem neuen Bodyguard Ryan, der ihr Herz immer wieder höher schlagen lässt.

Ivy ist ein sehr symphatischer Charakter. Sie ist bodenständig, hilfsbereit, fröhlich und das aller wichtigste: lustig. Sie liebt Süßkram – allem voran Gatorade-, ist ein absoluter Morgenmuffel und hat eine schwäche für alles was glitzert, pink oder kitschig ist. Das Cover könnte also glatt von ihr gestaltet worden sein ? Diese ganzen kleinen Details machen sie zu einer realistischen Person, mit der sich der Leser gut identifizieren kann – wer mag schon keinen Glitzer?! Trotz ihrer manchmal quitschigen, auffälligen Art wirkt sich dennoch angenehm und nicht zu aufdringlich auf den Leser. Auch Ryan mochte ich gerne. Mit seinen ganzen Tattoos, Piercings und guten Aussehen wirkt er zwar wie der 0815 Bad Boy, vor allem da anscheinend alle Mädchen auf dem College in ihn verliebt sind und er keine Chance auslässt mit ihnen zu flirten, doch als richtigen Aufreißer würde ich ihn nicht bezeichnen. Neben Ivy beweist auch Ryan einen großartigen Humor, der ihn lebhafter und authentischer wirken lässt. Manchmal haben beide Charaktere etwas unschlüssig, naiv oder zu sorgenfrei gewirkt, wodurch es dem Buch an Tiefgründigkeit fehlt. Generell würde ich sagen, dass es sich bei ,,Kiss me once“ um eine lockere, lustige Geschichte handelt, was ich aber in keinster Weise als negativ empfinde. In dem Genre gibt es schon genug von diesen überdramatisierten, ermüdenenden Geschichten, die man schon eine Millionen mal gelesen hat. Dies ist eine süße Geschichte, die mich mehr als einmal zum Lachen gebracht hat, die mich wunderbar unterhalten hat und tolle Szenen enthält.

Bei den ca. 500 Seiten hat das Buch schon die ein oder andere Länge aufzuweisen, da es sich wirklich ausschließlich um die Liebesbeziehung von Ryan und Ivy dreht. Das Kennenlernen der beiden hätte nicht besser sein können: Ivy fährt Ryan an. Zu Anfang wissen die beiden noch nicht, wer der andere ist, was den Einstieg in das Buch sehr leicht gemacht hat. Wie schon oben erwähnt empfinde ich das Buch als eine eher leichtere Lektüre, was man auch in der Beziehung der Beidenn sieht. Sie lassen sich Zeit und lernen sich immer besser durch lustige, romantische aber auch süße Szenen kennen. Durch ein paar Nebencharaktere wird immer wieder Abwechslung in das Buch gebracht und auch der tolle Schreibstil der Autorin sorgt dafür, dass dem Leser nicht langweilig wird. Stella Tack schreibt lustig, lebhaft und hat das Talent dafür detailliert- undetailliert zu schreiben. Mein einziger Kritikpunkt ist die Wiederholung von ein paar Worten bzw. genauer gesagt von zwei Worten: Holy Moly und Jeese. Diese beiden Worte haben schon nach drei Kapiteln mir immer wieder die Haare zu bergen stehen lassen, da Ivy sie wirklich immer verwendet. Sie benutzt sie in allen möglichen Situationen, egal wann oder wo Holy Moly und Jeese beschreiben alles und jeden.

Rückblickend gesehen finde ich, dass ich in anderen New Adult Büchern mehr mit gefiebert habe, öfter verträumt aufgeseufzt habe oder die Charaktere doch noch mehr ins Herz geschlossen habe. Vor allem wenn man bedenkt, dass die Autorin schon einmal selbst am Setting gewesen ist, ist gerade das recht farblos geblieben und man hätte eventuell noch verschiedenere Schauorte mit einbringen können.

Fazit: Mit zwei lustigen Charakteren, einer lockeren, schönen Geschichte ist ,,Kiss me once“ zu einem absoluten Wohlfühlbuch geworden. Es ist schön zwischendurch mal eine etwas leichtere Lektüre zu lesen, eine Geschichte, die einen gut unterhält und nicht unbedingt zum Nachdenken anregt, sondern einfach nur dazu da ist, sich in ihr zu verlieren. Ich würde sie eher jüngeren Lesern empfehlen, da sie doch recht jugendlich und zum Teil kitschig ist. Meine Mutter hat mir das Buch beispielsweise schon nach zwei Kapiteln zurückgegeben – ich konnte es nicht aus der Hand legen.

In einem Satz: Kiss me once hat nicht nur eine zuckersüßes Cover, sondern beinhaltet auch eine süße Geschichte.

Charaktere: 4/5 – Cover: 5/5 – Setting: 3/5 – Handlung: 3,5/5 – Spannung: 3,5/5 – Schreibstil: 4/5

Veröffentlicht am 24.06.2019

Anders als erwartet....

Love to share – Liebe ist die halbe Miete
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Nach einer Trennung sucht Tiffy verzweifelt eine günstige Bleibe, während Leon nach einem/-er neuen Mitbewohner/-in sucht, um mit den Mietkosten über die Runden zu kommen. Der Plan ist, dass sich die Beiden ...

Nach einer Trennung sucht Tiffy verzweifelt eine günstige Bleibe, während Leon nach einem/-er neuen Mitbewohner/-in sucht, um mit den Mietkosten über die Runden zu kommen. Der Plan ist, dass sich die Beiden in der Wohnung nicht sehen werden, da Tiffy tags und Leon nachts arbeitet; die Wochenenden verbringt Leon bei seiner Freundin Kay. Sie werden sich nur die Wohnung teilen und in demselben Bett schlafen – zu verschiedenen Zeiten. Mit der Zeit entickelt sich aber eine Art Brieffreundschaft zwischen Tiffy und Leon durch Post- its. Alles fing damit an, dass Tiffy Leon einen Teller Kekse hinterließ mit einer netten Nachricht. Als er daraufhin einen weiteren Post-it mit einer Antwort hinterlässt, ist das der Anfang einer wunderbaren Freundschaft. Obwohl sie sich noch nie gesehen haben, kommunizieren sie über diese kleinen gelben Blätter, die später überall in der Wohnung hängen. Sie reden über alles mögliche, lernen sich immer besser kennen und lernen sogar anhand von Gegenständen zu sehen, wie es dem Anderen geht, welche Spuren er hinterlässt. Die Geschichte zwischen diesen zwei Fremden, die sich nicht über die gängigen Medien wie Instagram oder WhatsApp, sondern nur mithilfe Post its sich verständigen, hat mich allesamt berührt. Ihre Beziehung ist außergewöhnlich und der Leser kann das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen, da er immer wissen möchte, wie es mit den Beiden weitergeht.

Der Einstieg in das Buch fiel mir etwas schwer, da man mitten in eine Szene hineingeworfen wird, in der Tiffy sich gerade mit ihren Freunden eine Wohnung anschaut. Tiffy hat eine quirlige, aufgeweckte und lebhafte Art. Sie hat einen ausgefallenen Modegeschmack, sticht aus der Menge heraus und ist sehr lebhaft. Sie hat eine schwere Trennung hinter sich und trauert ihren Exfreund noch nach, als sie Leon begegnet. Mit Leon hatte ich zu Anfangs eher meine Probleme, was nicht an seiner introvertierten, wortkargen Art liegt. Viel eher lag es an den Kapiteln, die aus seiner Sicht geschrieben werden. Aus Tiffys Sicht ist der Schreibstil sehr angenehm zu lesen, er ist locker, bildlich und flüssig. Aber genauso wie Tiffy und Leon zwei ganz unterschiedliche Menschen sind, sind es auch die Schreibstile in den unterschiedlichen Kapiteln. Die Idee finde großartig, dass sich die Ausdrucksweise der Person auch in der Erzählweise widerspiegelt. Die kurzen, subjektlosen Sätze passen zu Leon’s zurückhaltender Art, weshalb der Leser ihn direkt besser vor Augen hat, Leon echter und nahbarer ist. Zuerst hatte ich zwar Schwierigkeiten mich an den Schreibstil zu gewöhnen und ein richtiger Fan davon bin ich immer noch nicht, doch nach ein paar Kapiteln hatte ich mich daran gewöhnt.

Besonders gelungen an dem Buch finde ich neben der Idee auch die umgesetzte Liebesgeschichte zwischen Leon und Tiffy. Sie beginnt ganz zart, ist langsam und süß zu lesen. Ich kann mich noch genau an eine Stelle erinnern, an der Tiffy zu Anfang sich ihren neuen Mitbewohner auf Facebook angeschaut hat und ihn da recht durchschnittlich fand, als das er nicht ihr Typ wäre. Als sich die Beiden dann aber zum ersten Mal trafen, empfand Tiffy dies ganz anders. Es ist eine Beziehung, die sich nicht auf das Äußere reduziert, sondern wirklich auf die Inneren Werte bezieht. Dies hat die Autorin wirklich wunderschön zum Audruck gebracht.

Neben der Beziehung zwischen Leon und Tiffy gibt es auch noch viele andere Themen und Handlungspunkte im Buch. Da kommt es auf die Interessen und Vorlieben an, ob man eher der Leser ist, der auch noch gerne viel um die Lovestory Drumherum liest oder dem es ausschließlich um sie geht. Andere Geschehen wären beispielsweise Tiffys Arbeit als Lektorin, ihr Verhältnis zu ihrem Ex oder der Gerichtsfall von Leons Bruder.

Fazit: Auch wenn ich zu anfangs Schwierigkeiten hatte in die Geschichte durch den Schreibstil einzufinden, machte mir das lesen allesamt Spaß. Die Autorin schafft es den Leser durch eine süße, zarte Liebesgeschichte zu verzaubern, die aus einer wunderschönen Ideen wächst. Mir gefallen sowohl die Neben- als auch die Hauptcharaktere und ,,Love to share“ ist wirklich ein Buch, was gerne geteilt werden darf.

In einem Satz: Ein Liebesroman mit einer interessanten WG und einer warmherzigen Geschichte.

Charaktere: 4/5 – Cover: 3/5 – Setting: 3,5/5 – Handlung: 4/5 – Spannung: 3,5/5 – Schreibstil: 3,5/5

Veröffentlicht am 24.06.2019

Eine erschreckend realistische Dystopie...

Ophelia Scale - Die Welt wird brennen
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Die Dystopie Ophelia Scale spielt in England 2134, eine Zukunft, die gar nicht so unvorstellbar ist. Nachdem die Technologie sich immer weiter entwickelt hatte und die Menschheit ihr noch mehr, wenn das ...

Die Dystopie Ophelia Scale spielt in England 2134, eine Zukunft, die gar nicht so unvorstellbar ist. Nachdem die Technologie sich immer weiter entwickelt hatte und die Menschheit ihr noch mehr, wenn das überhaupt möglich ist, verfallen ist, passiert etwas vollkommen unerwartetes: die ,,Abkehr“. Ein neuer Herrscher, der seine Macht über die ganze Welt ausbreitet, führt sie ein. Von heute auf morgen wird jegliche Technologie verboten, egal ob für jung oder alt, arm oder reich, Krankenhäuser oder Schulen, die Welt des Internets ist vorbei.

Auch wenn sich viele Menschen mit der Zeit mit der Abkehr abgefunden haben, gibt es natürlich auch eine Gruppe Rebellen in dem Buch. Wer würde es auch einfach so hinnehmen, über Nacht sich von all den Fortschritten der letzten Jahrzente verabschieden zu müssen? Millionen von Menschen haben ihren Job verloren und nicht nur das, auch die die durch spezielle Erkrankungen von den Fortschritten abhängig waren, haben jetzt um ihr überleben zu kämpfen. Für unserer Hauptprotagonistin Ophelia ist ihre Welt seit der Abkehr nur noch trist und grau. Durch sie hat sie nicht nur einen geliebten Menschen verloren, sondern auch ihre Familie ist an ihr zerbrochen. Sie sehnt sich nach Rache, Gerechtigkeit, das die Menschen wieder selbst über sich bestimmen dürfen. So kommt es, dass sie Teil vom Wiederstand ist und auf eine Chance wartet, etwas verändern zu können.

Ich finde die Idee des Buches durch mehrere Aspekte wunderbar umgesetzt. Lena Kiefer hat eine verständliche, realistische Welt erschaffen, in der man auch gesellschaftskritische Themen wiederfindet. Die Menschheit hat sich durch die Technologie auseinandergelebt, jeder lebt in seiner eigenen Blase, lebt in einer eigenen virtuellen Welt – ein Blick in die Nachrichten genügt und genau diese Themen finden wir in unserer heutigen Welt wieder.

Das Buch bringt den Leser zum Nachdenken. Unsere Protagonistin lebt in einer Welt ohne Technologie und es werden sowohl die positiven, als auch für negativen Aspekte beleuchtet. Es ist immer wieder zu erkennen, dass nicht alles schwarz oder weiß ist, dass diese Technologie nicht nur positive Seiten hat. Auf die ein oder andere Weise ist Ophelia Scale eine Warnung, eine Botschaft, ein Ruf uns zu fragen, inwiefern wir schon von unseren Handys und Computer abhängig geworden sind, wie viel Zeit wir mit ihnen verbringen.
Zwischen unserer und Phees Welt liegen noch hundert Jahre und es hat mich erschrocken wie realistisch und grausam diese Zukunft aussehen könnte. Damit möchte ich auf keinen Fall sagen, dass ich nach diesem Buch mein Handy verkauft und mich vom Internet verabschiedet habe (dann könnte ich auch wohl nicht diese Rezension schreiben =)), es hat mir auch nicht die Augen geöffnet, ich meine all diese Gefahren sind bereits bekannt, doch das Buch hat mich achtsamer und aufmerksamer gemacht. Die Werbung von Thalia:,, Welt bleib wach“ ist wie geschaffen für dieses Buch.

Besonders gelungen finde ich zudem die spannenden und actionreichen Szenen. In dem Buch redet man nicht lange um den heißen Brei herum und hält sich auch nicht mit unnötigen Längen oder Geplänkel auf. Das Londoner Setting ist wunderschön beschrieben und die Welt ist trotz der vielen Neuheiten und weiteren Begriffe leicht verständlich. Lena Kiefer hat die perfekte Balance zwischen neuen Ideen und fancy Dingen, die aber auch nicht zu abstrakt sind, gefunden.
Der Plot bietet neben vorhersehbaren Dingen auch einige Überraschungen und Wendungen. Der Leser hat zwar eine Ahnung wo es hingeht, doch dadurch das man des öfteren in eine Sackgasse läuft, ist man umso neugieriger, wie es weitergeht. Nicht zu vergessen ist, dass die Spannungskurve nie lange unten ist, sondern nach einem Tiefflug direkt wieder nach oben steigt. Langeweile gibt es in Ophelia Scale nicht.

Abschließend möchte ich noch einmal kurz auf die Charaktere und die Liebesgeschichte eingehen. In diesen Fall heißt es leider nicht, dass Beste kommt zum Schluss, denn überraschenderweise mochte ich den Plot und die Welt lieber als die Charakter, was sehr ungewöhnlich für mich ist. Am Anfang dachte ich, dass ich durch Phee einen richtigen Lieblingschrakter kennen lernen würde, doch auch wenn mir viele Seiten an ihr gefallen haben, konnte ich sie letztendlich nicht so ganz lieb gewinnen. Irgendetwas an ihr, schien mir nicht ganz stimmig zu sein. Phee wird als hochintelligent beschrieben, was der Leser durch viele Szenen merkt und es faszinierend ist, ihre analytisches Denken zu verfolgen, aber ich denke gerade in ihrer Intilligenz liegt mein Unzugänglichlichkeit. Ich finde es schwierig, solch eine intelligente Person realistisch und nahbar wirken zu lassen. Phee hat zwar Ecken und Kanten, doch diese wirken auf mich nicht verständlich genug und dafür das sie so eine Superhirn ist, handelt sich noch zu blauäugig und naiv. Natürlich kann ich es verstehen, dass es schwierig ist, über solch einen Charakter zu schreiben, weil sie nicht ALLES wissen kann bzw. für die Handlung auch nicht alles wissen darf, doch trotzdem fehlte mir die Indifizierbarkeit vom Leser zu Ophelia. Ich hoffe, dass ich sie in Band 2 sympathischer finden werde, da es auch Züge an ihr gibt, die ich sehr mag. Da wären einmal ihre kämpferische, nicht aufgebenede Art, ihre Neugier und ihre Eigenschaft sich für ihre Freunde einzusetzen.

Die Lovestory beginnt recht sanft und langsam und wird im Laufe der Geschichte immer wichtiger. Ich möchte nicht zu viel verraten, doch ihre Entwicklung hat mich zum Schluss verblüfft und erstaunt zurückgelassen. Ich habe so viele Fragen und bedingt durch den Schluss weiß ich leider nicht wirklich, was ich von ihr halten soll. Auf alle Fälle kann ich sagen, dass sie sehnsüchtig auf Band 2 warten lässt!

Fazit: Durch Ophelia Scale hat es die Autorin geschafft, eine Dystopie zu schreiben, die mich nicht mehr losgelassen hat. Ich liebe den abwechslungsreichen, aber immer spannend bleibenden Plot, die Welt und die großartigen Ideen in dem Buch. Obwohl ich eigentlich nicht der Science Fiction Fan bin, konnte das Buch selbst mich überzeugen und bin ganz fasziniert von dem Setting und dem Fingerspitzengefühl der Autorin.

In einem Satz: Eine spannende und abwechslungsreiche Geschichte, die einer tollen Welt mit gut ausgearbeiteten Idee spielt.

Charaktere: 3,5/5 – Cover: 5/5 – Setting: 4,5/5 – Handlung: 4,5/5 – Spannung: 5/5 – Schreibstil: 5/5