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Hannicake

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 20.06.2020

"Begangene Straftat: Ich bin ein Mädchen."

Eva
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Die 16-jährige Eva lebt auf einer Insel, die sich vor sehr langer Zeit von dem Festland abgeschottet hat. Frauen sind auf der Insel das benachteiligte Geschlecht und haben sich wie eine perfekte Inselfrau ...

Die 16-jährige Eva lebt auf einer Insel, die sich vor sehr langer Zeit von dem Festland abgeschottet hat. Frauen sind auf der Insel das benachteiligte Geschlecht und haben sich wie eine perfekte Inselfrau zu verhalten, die Zuhause sitzt und nichts mit Regierungsangelegenheiten zu tun haben. Sie leben nicht, um Wissen zu erlangen, sondern um Kinder zu gebären und so den Fortbestand der Insel zu sichern. Mit dazu gehört auch, dass sie sich ab ihrem 16. Lebensjahr auf dem Heiratsmarkt vorstellen, um dort mit einem zumeist wesentlich älteren Mann verheiratet zu werden.
Irgendwann beginnen Frauen, wie auch Männer, gegen die Zustände aufzubegehren und die Insel raus aus dem mittelalterlichen Zuständen zu bringen, um eine Gleichberechtigung zwischen den Geschlechtern zu erreichen. Werden sie es schaffen? Und wenn ja, welche Risiken und Gefahren müssen dafür in Kauf genommen werden?

EVA ist eine Geschichte, in der nicht die Handlung im Vordergrund steht, sondern vor allem zwischenmenschliche Beziehungen. Der Leser erhält einen guten Einblick in die Gefühle und in den Gewissenskonflikt von der Ich-Erzählerin Eva. Ihr Leben ist keineswegs so einfach und unkompliziert, wie es zunächst auf den ersten Blick scheint. Sie hat unter ihrer Erziehung und den Rollenbildern der Insel zu leiden und droht das ein oder andere Mal, daran zu zerbrechen.
Insbesondere als die Geschichte ihren Lauf nimmt, und Eva unter erniedrigenden Bedingungen leiden muss, nagen an ihr Selbstzweifel und Zweifel an das System. Diese Szenen, die diese Zeit beschreiben, sind jedoch nichts für schwache Nerven, da dort Szenen voller Gewalt und Erniedrigung beschrieben werden. An diesen Stellen ist der Leser fassungslos und leidet besonders mit Eva und den anderen Frauen mit und bekommt noch einmal einen ganz neuen Blick auf das System der Insel.

Neben Eva gibt es noch einige weitere Protagonisten, die eine wichtige Rolle für die Entwicklung der Geschichte bilden. Dazu gehören vor allem Eva´s Bruder Aaron und dessen Freund Chamuel, dessen grüne Augen Eva auch durch die dunklen Zeiten ihres Lebens begleiten. Der Fokus liegt jedoch auf das Leben, der Gefühlswelt und der persönlichen Entwicklung von Eva.

Hilfreich für die Orientierung während der Geschichte ist auch das Personenverzeichnis am Ende des Buches. Dort wird zudem deutlich, dass die Namen der Charaktere eine besondere tiefergehende Bedeutungen haben, als es zunächst scheint.

Der Schreibstil lässt sich gut und flüssig lesen. Er ist sehr bildhaft und voll von Metaphern und anderen sprachlichen Bildern. Zugleich werden sehr viele Emotionen übertragen. Im einen Moment freut sich der Leser für Eva und hat ein Lächeln auf dem Gesicht, im anderen schleichen sich Tränen dazu. Es ist eine Achterbahn der Gefühle kann und kann den Leser sehr fesseln. Der Leser möchte wissen, wie es weitergeht, auch wenn die Handlung grundsätzlich in den Hintergrund rückt.

Der Aufbau des Buches weist eine gute Struktur auf. Der Prolog weckt die Neugier des Lesers. Danach wird das Geschehen, das vor dem des Prologs spielt, thematisiert. Dies ist besonders hilfreich, um einen Einblick in die Inselgesellschaft und dessen Rollenbilder zu erhalten. Erst später erfährt der Leser, zu welcher Zeit der Prolog spielt, was Eva widerfahren ist und warum sie so verschreckt und ängstlich wirkt.

Dieser erste Teil bietet bereits viel Potential für den folgenden zweiten Band. Es wurden viele Türen für Entwicklungen der Charaktere oder der Handlungen offengehalten, sodass den Leser auch dort sicherlich viel Spannung erwartet. Dieser erste Teil ist jedoch an sich auch eigenständig lesbar, da Eva´s Geschichte prinzipiell fast zu Ende erzählt wurde. Trotzdem kann der Leser neugierig bleiben, wie es mit ihr und den anderen Protagonisten weitergeht.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass dieses Buch sehr empfehlenswert ist, da der Schreibstil absolut genial ist und viele wichtige Themen wie Selbstfindung, Rollenbilder, und Erwartungen sowie Gewalt gegen Unschuldige thematisiert werden.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 08.06.2020

Gelungene Fortsetzung mit vielen emotionalen Szenen.

Wenn die Wahrheit Schatten wirft
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„Ein Soldat kämpft! Ein Soldat folgt! Ein Soldat gibt niemals auf!“ - Cecilia hätte niemals gedacht, dass sie dies einmal selber im Rahmen eines Trainings sagen würde, doch um ihre Familie zu retten, würde ...

„Ein Soldat kämpft! Ein Soldat folgt! Ein Soldat gibt niemals auf!“ - Cecilia hätte niemals gedacht, dass sie dies einmal selber im Rahmen eines Trainings sagen würde, doch um ihre Familie zu retten, würde sie alles tun.
In Amerika angekommen erfährt sie Details zu ihrer Abstammung und beginnt die Gründe für ihre „Entführung“ zu verstehen. Dennoch nagt die Trennung von ihrer Familie und von den beiden Prinzen noch immer an ihr. Wird sie es schaffen, langsam wieder nach vorne zu blicken und ihre Familie wiederzusehen?

In diesem zweiten Band der Cecilia-Reihe darf sich der Leser nicht nur auf ein Wiedersehen mit Cecilia, sondern auch mit Marissa freuen. Noran und Elias spielen ebenfalls, wenn auch etwas nebensächlicher, eine Rolle.
Das Geschehen ist aus der Sicht von Cecilia und Marissa in der Ich-Form erzählt, wobei die Kapitel aus der Perspektive von Cecilia überwiegen. Dem Leser ist es somit möglich, trotz der räumlichen Trennung der beiden Schwestern zu erkennen, wie das Geschehen auf beiden Seiten weiter abläuft. Beide haben mit ihren eigenen Problemen und Gefühlen zu kämpfen und sehnen sich nach einem unbeschwerten Leben. Während es der einen langsam besser zu gehen scheint, verdüstert sich die Welt der anderen nur noch mehr. Der Leser leidet mit ihnen mit, freut sich aber auch, wenn wieder etwas Licht in die dunklen Tage kommt. Cecilia und Marissa wirken authentisch und es werden immer mehr Charaktereigenschaften von ihnen offenbart, sodass sie noch greifbarer werden.
Es gibt aber auch zahlreiche Nebencharaktere, die eine große Rolle für den Verlauf der Geschichte spielen. Diese sind ebenfalls zumeist authentisch dargestellt und entwickeln ihren ganz eigenen Charme. Zudem sorgen sie an zahlreichen Stellen für ein Grinsen beim Lesen und lockern die Geschichte auf.

Der Einstieg in die Geschichte gelingt leicht. Besonders der Prolog weckt Interesse und Spannung, da dem Leser erst viel später deutlich wird, aus wessen Sicht er geschrieben ist. Durch viele kleine Rückblenden kommen den Leser nach und nach wieder detaillierte Erinnerungen an den ersten Band, sodass dieses Buch auch unproblematisch gelesen werden kann, wenn der erste Band schon etwas länger zurückliegt. Schnell ist man wieder mit Spannung an die Welt von Cecilia gefesselt.

Der Schreibstil lässt sich gut und flüssig lesen. Durch viele detaillierte Beschreibungen ist es dem Leser möglich, sich ein gutes Bild von der Handlung, den Orten und den Charakteren zu machen. Dadurch wirkt alles authentischer und der Leser hat das Gefühl, näher am Geschehen zu sein.

Wie schon im ersten Band gibt es immer wieder unerwartete Wendungen, die für viel Spannung sorgen und das Buch keineswegs langweilig machen. Der Leser kann sich nur selten sicher sein, welchem der Charaktere er trauen kann oder wer den Plänen einen Strich durch die Rechnung macht. Das erhöht ebenfalls die Spannung, sorgt aber auch für Fassungslosigkeit und Entsetzen. Auch auf emotionaler Ebene tut sich somit sehr viel und ist ein ständiges Auf und Ab.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass dieser zweite Band mit seinen zahlreichen spannenden und emotionalen Szenen absolut überzeugen kann und empfehlenswert ist.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 01.06.2020

Spannende Geschichte mit vielen magischen Wesen und unerwarteten Wendungen

Der Legende dunkles Herz
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Nuala und Epheles stehen kurz vor ihrer Vermählung, die in ihrem kleinen Dorf bei den Jeziren unter dem Segen der Götter gefeiert werden soll. Alles scheint friedlich und perfekt, bis Epheles von dem Dunklen ...

Nuala und Epheles stehen kurz vor ihrer Vermählung, die in ihrem kleinen Dorf bei den Jeziren unter dem Segen der Götter gefeiert werden soll. Alles scheint friedlich und perfekt, bis Epheles von dem Dunklen König entführt wird. Dieser möchte Epheles´ noch verborgene Feuermagie nutzen, um wieder an die Macht zu kommen, nachdem er vor 60 Jahren durch die Macht der Eismagier gestürzt wurde. Nuala versucht alles, um ihren Verlobten zu retten. Doch gelingt es ihr? Tauche ein in ein spannendes Abenteuer rund um Formen von Magie und Gefahren, die sich von denen aus anderen Büchern unterscheiden und die überall verbogen auf die Protagonisten warten.

Erzählt wird eine durchweg spannende Geschichte mit vielen unerwarteten Wendungen.

Zu Beginn werden sehr viele verschiedene Namen und Details zu der Welt, in der sich die Geschichte bewegt, genannt. Man darf sich beim Lesen jedoch nicht davon abschrecken lassen. Mit der Zeit gelingt es zu unterscheiden, welcher Name zu welcher Person gehört, in welcher Beziehung sie zueinander stehen und welche Rolle sie einnehmen.
Am Anfang ist es noch nicht ganz möglich, mit den Protagonisten auf einer Höhe zu sein. Sie wirken ein wenig unnahbar und es herrschte noch anfängliche Distanz. Dies änderte sich jedoch relativ schnell, nachdem man erste tiefere Einblicke in ihre Schicksale und in die Handlung erhalten hat.

Die Handlung wird schichtweise Stück für Stück aufgebaut. Es kommen immer mehr magische Wesen dazu und der Leser erhält Einblicke in die Vergangenheit der einzelnen Charaktere und der unterschiedlichen Völker.

Die Geschichte wird in der dritten Person aus Nualas und Epheles Perspektive erzählt. Somit sieht der Leser trotz der räumlichen Trennung die Entwicklungen beider Protagonisten, erhält Einblicke in deren Gedanken und Gefühle und kann mit ihnen mitfühlen. Erzählt wird aber nicht nur aus dem Leben von Nuala und Epheles, sondern auch bei den anderen Charakteren kommen viele überraschende Wendungen zutage.

Der Schreibstil ist angenehm und lässt sich gut und schnell lesen. Die kurzen Kapitel fördern zudem den Lesefluss. Die detaillierten Beschreibungen sorgen dafür, dass sich die Welt und die unterschiedlichen magischen Wesen gut vorgestellt werden können und alles authentischer wirkt.
Das Buch enthält einige grausame brutale Szenen, diese werden allerdings nur an wenigen Stellen näher detailliert beschrieben, sodass dies auch zart besaitete Leser nicht abschreckt oder vom Lesen abhält.

Manche Fragen begleiten den Leser während des ganzen Buches hindurch, werden aber im Laufe der Geschichte geklärt – wenn auch erst zum Schluss.

Es handelt sich nicht um eine klassische Fantasy-Geschichte mit Liebesroman-Elementen. Die Liebe ist hier „nur“ Auslöser für die Handlungen der Protagonisten. Vielmehr überwiegen Fantasy- und Spannungselemente. Es läuft nicht alles nach Plan und erst recht nicht so, wie man es den Protagonisten wünscht – Rückschläge und Verluste gehören hier schon zu Beginn unabdingbar dazu. Neben Aspekten der Magie spielen auch andere wichtigen Themen und Werte eine wichtige Rolle, wie zum Beispiel das Vertrauen in andere Menschen und ihnen gegenüber.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass dies eine wirklich lesenswerte Geschichte ist, die sehr viel Spannung und zahlreiche emotionale Aspekte bietet.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 14.05.2020

Wenn ein Haus von weitaus geringerer Bedeutung ist als die Menschen, mit denen man zusammenlebt

Der Klang des Herzens
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Isabel ist eine begnadete Konzertgeigerin. Ihre Geige bedeutet ihr wirklich alles. Als plötzlich ihr Mann bei einem Unfall ums Leben kommt, scheint ihr Leben über sie hereinzubrechen. Ihre Kinder sind ...

Isabel ist eine begnadete Konzertgeigerin. Ihre Geige bedeutet ihr wirklich alles. Als plötzlich ihr Mann bei einem Unfall ums Leben kommt, scheint ihr Leben über sie hereinzubrechen. Ihre Kinder sind ihr beinahe fremd, da sie viel auf Konzertreisen war und Geldnöte vergrößern ihre Sorgen noch zusätzlich. Direkt in London können sie sich das Leben nicht mehr leisten. Scheinbar passend bekommt sie ein großes Haus von ihrem Großonkel vererbt. In welchem katastrophalen Zustand sich das Haus befindet, ahnt bis zum Zeitpunkt des Einzugs jedoch keiner von ihnen. Der Nachbar Matt bietet Isabel an, ihr bei Renovierungsmaßnahmen zu helfen. Dies nimmt sie dankbar an und ahnt nicht, das mehr hinter seiner Hilfsbereitschaft steckt.

Erzählt wird die Geschichte in der dritten Person. Dies hindert den Leser jedoch nicht daran, einen guten Einblick in die Gedanken und Gefühle der Charaktere zu bekommen und mit ihnen mitzufühlen. Der Schreibstil ist gut und flüssig zu lesen und durch viele detaillierte Beschreibungen kann sich der Leser das Setting und die Handlung bildlich vorstellen.

Besonders schön ist, dass nicht nur die Geschichte von Isabel und ihren Kinder erzählt wird, sondern auch die von anderen Charakteren wie die von dem scheinbar durchaus hilfsbereiten Matt oder von Byron, der sie ebenfalls bei Bauarbeiten unterstützt und sich zu Beginn eher zurückhaltend verhält. Sie alle haben eine umfassendere und tiefergehende Vergangenheit, als es zu Beginn scheint und entwickeln sich im Laufe der Zeit. Dass die Figuren ganz anders sind, als sie sich zunächst verhalten und dem Leser zu Beginn glauben lassen, hebt die Spannung der Geschichte. Schnell wird klar, dass jeder von ihnen seine eigenen ganz anderen Erfahrungen gemacht hat, die ihn auf unterschiedliche Art und Weise geprägt haben. Diese Vielschichtigkeit und die Entwicklungen sind faszinierend und ziehen den Leser in ihren Bann. Zudem ist es spannend zu sehen, wie sehr man sich in einigen Menschen täuschen kann – sei es auf positive oder auf eher negative Art und Weise.

Der Anfang der Geschichte zieht sich ein wenig und entfacht nur wenig bis kaum Spannung. Erst im Verlauf wird es besser und fängt an, den Leser zu fesseln. Je mehr man über die Charaktere und den Hintergründen für ihr Handeln erfährt, desto besser gelingt es, mit ihnen zu sympathisieren. Sie wirken dann doch relativ schnell authentisch und entwickeln ihren eigenen Charme oder ihre eigenen individuellen Charakterzüge.

Der Umgang von Isabel mit ihrer Situation ist interessant zu lesen. Sie lässt sich nicht zu sehr von den Entwicklungen und dem einfachen Leben in ihrem heruntergebrochenen Haus unterkriegen. Zwar hat sie schlechte Momente, in denen ihr alles über den Kopf zu brechen droht, aber dann schafft sie es wieder, zumeist mit der Unterstützung anderer Menschen, nach vorne zu blicken und ihr einfaches Leben, auch wenn sie nicht so viel Geld haben und von dem Leben müssen, was sie in ihrem Garten anbauen können, zu genießen. Schnell lernen sie und ihre Familie, dass ein Haus an sich oder Statussymbole weniger wichtig sind als der Zusammenhalt der Familie. Diese gelebten Werte und die Charakterstärke können durchaus als Inspiration für den Leser dienen.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass dies wieder ein sehr schönes Buch von Jojo Moyes ist, das im Verlauf spannende Familien- und Liebesgeschichten erzählt und seinen eigenen Charme entwickelt, das aber von der Geschichte und den übermittelten Emotionen nicht ganz an andere Bücher von ihr heranreicht.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 05.05.2020

Interessante Idee, aber leider ist der Funke nicht ganz übergesprungen

Gefühle im Nebel
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Als Jugendliche trifft Emely auf Mika, für den sie sofort tiefergehende Gefühle und eine starke Anziehungskraft spürt. Sie verbringen einige Tage im Sommer miteinander und verlieben sich sofort ineinander. ...

Als Jugendliche trifft Emely auf Mika, für den sie sofort tiefergehende Gefühle und eine starke Anziehungskraft spürt. Sie verbringen einige Tage im Sommer miteinander und verlieben sich sofort ineinander. Alles könnte perfekt sein, wäre Mika nicht nach schwarzen Feigen süchtig – eine Droge, die gesellschaftlich immer mehr konsumiert wird und den Konsumenten nach Einnahme in einen tiefen schwarzen Gefühlsabgrund stürzt. Emely hat sich in den Kopf gesetzt, einen Weg zu finden, ihn darauszuholen. Jahre später möchte sie als junge Frau und Journalistin eine Dokumentation über diese Droge verfassen. Erst als sie mittendrin in ihren Recherchen ist, wird ihr bewusst, auf welche Gefahr sie sich eingelassen hat und dass auch ihre liebsten Menschen nicht unbeteiligt und in Sicherheit sind. Für sie beginnt eine aufregende und nervenaufreibende Zeit.

Der Einstieg in diese Geschichte war nicht so einfach. Zu Beginn wirkte es eher wie eine Betrachtung von außen und distanziert. Der Schreibstil war sehr beschreibend, was sich zwar einerseits positiv dahingehend ausgewirkt hat, dass sich der Leser das Setting und die Atmosphäre gut vorstellen konnte, aber andererseits hat alles ein wenig nüchtern gewirkt und der Leser hat sich nicht wie ein Teil der Geschichte gefühlt. Die Protagonisten waren noch nicht ganz greifbar.

Mit der Zeit wurde es besser und man hat sich an den eher beschreibenden Schreibstil, der die Geschichte in der dritten Person erzählt, gewöhnt. Der Leser konnte so anfangen, Bindungen zu den Charakteren aufzubauen und an ihrem Schicksal und ihren Gefühlen teilzuhaben. Einige Charaktere haben eine Entwicklung durchgemacht, die dem Leser vor Augen geführt wurde. So hat sich zum Beispiel Emely stark entwickelt. Wirkte sie zu Beginn bei ihrem ersten Zusammentreffen mit Mika noch naiv, wo sie ihm sofort, ohne ihn zu Kennen, blind vertraut und ihm sehr intime Dinge anvertraut hat, ist sie im Verlauf ein wenig erwachsener und reifer geworden.

Gerade gegen Mitte und Ende haben mit zunehmender Gefahr viele Spannungselemente Platz in der Geschichte gefunden. Es gab mehrere unerwartete Wendungen, sodass der Leser unbedingt wissen wollte, wie es weitergeht und was mit den Figuren geschieht. Dass dabei nicht alles einen guten Weg nimmt, machte es umso spannender und ergreifender. Zudem war es interessant und erschreckend zu sehen, in welchen Kreisen und Milieus die Droge große Beliebtheit erlangt hat und welche gesellschaftliche Folgen dies hat.

Einige der Protagonisten haben magische Fähigkeiten. Dies spielt jedoch nur am Rande eine Rolle, sodass auch Leser, die kein Fantasy mögen, das Buch ohne Verluste lesen können.

Die Geschichte behandelt viele wichtige Themen, die vor allem Jugendliche betreffen. Dazu gehören beispielsweise die Auswirkung von Drogen, der gesellschaftliche Umgang mit diesen, die erste richtige (zum Teil blinde) Liebe, Freundschaft und Vertrauen.

Das Buch basiert auf einer spannenden Hintergrundidee, jedoch bin ich nicht so ganz warm mit der Geschichte im Allgemeinen und dem Schreibstil geworden. Dennoch kann ich mir gut vorstellen, dass viele, vor allem junge Jugendliche, Gefallen daran finden könnten und gerne in die spannende Geschichte eintauchen möchten. Die angesprochenen Themen sind sehr wichtig und die beschriebene Handlung ist auch nicht schlecht, sodass es schon empfohlen werden kann.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere