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Hannicake

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 16.05.2021

Umwerfende Liebesgeschichte mit ernsten Themen und emotionsgeladener Ausgestaltung

Broken
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Der Ex-Häftling und Student Luce Snow benötigt Nachhilfe, um den Inhalt des letzten Semesters, in dem er im Gefängnis saß, aufzuarbeiten. Die Studentin Kat soll ihm dabei helfen. Doch wie geht sie damit ...

Der Ex-Häftling und Student Luce Snow benötigt Nachhilfe, um den Inhalt des letzten Semesters, in dem er im Gefängnis saß, aufzuarbeiten. Die Studentin Kat soll ihm dabei helfen. Doch wie geht sie damit am besten um? Am liebsten möchte sie es so schnell wie möglich hinter sich bringen. Doch sie hat nicht mit seinen grauen Augen und seinem attraktiven Auftreten sowie den gelegentlichen Blicken, die er sie hinter seiner Fassade gewährt, gerechnet. Ihr Vorsatz, nichts näher mit ihm zu tun zu haben und die Nachhilfe schnell hinter sich zu bringen, misslingt. Doch was nun? Kann sie sich auf ihn einlassen oder steht zu viel (Unausgesprochenes) zwischen ihnen oder wurden sie zu sehr durch weniger erfreuliche Erlebnisse geprägt?

Der Einstieg fällt durch die Erzählform sowie durch die gewählte Anfangsszene sehr leicht. Man ist sofort in der Geschichte drin, spürt die lockere Campusatmosphäre und ich hatte schon nach wenigen Seiten das Gefühl, die Charaktere länger zu kennen und bereits eine Verbindung zu ihnen zu haben, sodass ich fast von Beginn an die Geschichte genießen und mit den Charakteren mitleiden und mitfühlen konnte.

Erzählt wird die Geschichte in der Ich-Erzählform aus der Perspektive von Kat und Luce, wobei der Großteil aus der Perspektive von Kat erzählt wird. Die wenigen Kapitel aus Luce´s Sicht sind dadurch etwas besonderes und geben uns pointierte, exklusive Einblicke hinter seine Fassade. Schon auf diesen wenigen Seiten wird deutlich, dass es ihm sehr viel schlechter geht, als er seiner Außenwelt glaubhaft macht. Nach außen hin führt er sich auf wie ein gefühlloser ignoranter Mann, aber wir Leser können hinter seiner zum Selbstschutz errichteten Mauer sehen und erkennen, dass er sehr viel erlebt hat und erfahren musste, was ihn nicht gerade auf positive Art und Weise geprägt hat. Doch dadurch, dass es nur wenige Kapitel aus seiner Perspektive sind, bleiben viele Fragen zurück und wir bekommen erst nach und nach ein erstes Bild von ihm, das sich puzzleartig zusammensetzt.
Auch Kat hat Verluste in ihrem Leben erfahren, was man zunächst vielleicht gar nicht denken mag, da sie im großen und ganzen eher eine positive Seite ausstrahlt und schlagfertig wirkt. Doch Beschreibungen von Momenten, in denen sie sich nicht gut fühlt, sind vorhanden und machen sie authentisch.

Schön finde ich, dass man beim Lesen nicht das Gefühl hatte, dass die beiden etwas überstürzen oder sofort eine Verbindung zueinander hatten, sondern dass die Gefühle, in welche Richtung diese auch gehen mögen, sich langsam und somit authentisch entwickelt haben.

Darüber hinaus gibt es wunderbare Nebencharaktere wie Kat´s Mitbewohnerin Emma, die einen mit ihrer guten Laune ansteckt und eine sehr gute Freundin ist, die Kat immer zur Seite steht. Aber auch Danny, Luce bester Freund, lässt das Herz von uns Leser schneller schlagen. Er wirkt von seinem ersten Auftreten an sympathisch und steht hinter seinem Freund, unabhängig davon, wie er sich gerade verhält.

Der Schreibstil liest sich sehr flüssig und fesselt uns Leser nur so an die Seiten. Zahlreiche Dialoge und abgedruckte Chatnachrichten lockern ihn noch einmal auf. Er transportiert die Emotionen und die Atmosphäre gut und lässt uns fühlen, als ob wir direkt beim Geschehen dabei wären.
Zu beachten ist jedoch, dass auch explizite Szenen erzählt werden bzw. ein expliziter Schreibstil gewählt wurde – dieses Buch ist deshalb wahrscheinlich nur etwas für euch, wenn ihr mit solchen Szenen umgehen könnt und diese euch nicht stören, auch wenn diese zum Teil in verschiedenen Szenen hintereinander auftauchen.

Es werden ernste Themen angesprochen, mit deren Vorkommen ich nicht unbedingt gerechnet habe. Diese werden nicht lediglich nebenbei abgehandelt, sondern bekommen den Raum, den sie verdienen, das heißt auf diese wird in der jeweiligen Situation gut eingegangen. Das macht die Geschichte vielschichtiger und vermittelt dadurch einige wichtige Messages und bringt die Charaktere durch diese ernsten Erlebnisse auch näher zueinander.

Schön finde ich, dass es nicht im Fokus steht, dass Luce im Gefängnis saß und ein gefährlicher Straftäter sein könnte, sondern vielmehr, wie es dazu gekommen ist und was die Zeit dort mit ihm gemacht hat. Das vermittelt nicht den Eindruck, dass alle Ex-Häftlinge gefährlich oder böse sein könnten, sondern zeigt, dass diese auch nur Menschen sind und man sie nicht pauschal betrachten und in Schubladen einordnen darf.

Diese Geschichte lässt sich theoretisch als alleinstehendes Buch lesen, jedoch endet es mit einem Cliffhanger, der Neugier auf den abschließenden Band der Dilogie und die weiteren Entwicklungen macht. Zudem konnte ich hier schon mit den Protagonisten mitfühlen und hatte viele schöne Momente gemeinsam mit Kat und Luce sowie mit den anderen Charakteren, sodass ich mich freue, diese wiederzusehen und hoffe, dass sie ihren Schwierigkeiten und Dämonen aus der Vergangenheit trotzen können, egal was noch passieren mag. Darüber hinaus erhoffe ich mir beim nächsten Band, dass es mich auch wieder auf immer neue Art und Weise berührt und so viele Emotionen in mir auslöst.

Insgesamt hat mir dieses Buch sehr gut gefallen – es war sehr emotional mit authentischen und liebevollen Charakteren sowie mit einem guten Handlungsverlauf, erzählt mit einem fesselnden Schreibstil. Ich kann es euch nur empfehlen, denn es ist aus vielen Gründen so schön!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 15.05.2021

Emotionales, spannendes und sehr atmosphärisches Buch, das noch besser ist als Band 1

Matching Night, Band 2: Liebst du den Verräter?
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"Glück ist... das ehrliche Lächeln deines Gegenüber" - doch wessen Lächeln ist ehrlich, das heißt wem kann Cara wirklich vertrauen?

Der Einstieg gelingt super, denn das Geschehen fängt in der Szene an, ...

"Glück ist... das ehrliche Lächeln deines Gegenüber" - doch wessen Lächeln ist ehrlich, das heißt wem kann Cara wirklich vertrauen?

Der Einstieg gelingt super, denn das Geschehen fängt in der Szene an, wo Band 1 geendet hat. Man ist sofort wieder in der Szene drin und kann die Atmosphäre fühlen.
Zwischendurch werden immer wieder Stichworte bzw. Erinnerungen an Geschehnisse aus Band 1 eingeworfen, die dafür sorgen, dass man wieder in die Situation der Anwärterphase hineinversetzt wird und über gemeinsame Erfahrungen und Erinnerungen von Cara lächeln kann.

Auch sonst ist der grundlegende Aufbau gleich. Die Kapitel sind mit Datum versehen, was uns Lesern einen guten zeitlichen Überblick verschafft, der Schreibstil ist immer noch gut zu lesen und durch die gewählte Ich-Perspektive kann man sich als Leser gut in Cara hineinversetzen und ihre Gedanken bzw. Gefühle nachvollziehen. Sie wirkt authentisch und zugleich im großen und ganzen sehr sympathisch. Auch, wenn sie dem ein oder anderen im Auftaktband vielleicht ein bisschen naiv vorgenommen ist, so war hier nichts mehr davon zu spüren.

Das Buch ist wieder sehr atmosphärisch. Es gibt weitere Bälle und Spiele, was ein bisschen an die Anwärterphase erinnert und zugleich dieses Flair und diese geheimnisvolle Atmosphäre auf den Leser überträgt.

Wir können uns hier wieder auf viele Emotionen freuen und auch die Liebesgeschichte entwickelt sich weiter, sowie damit einhergehend das Gefühlschaos. Aber auch die Spannung kommt nicht zu kurz, denn die Frage, was mit Beverly passiert ist, steht immer noch ungelöst im Raum und wird für uns Leser erst Stück für Stück gelüftet. Es erwartet uns wieder eine gute Balance zwischen Emotionen und Handlung.

Auch, wenn man denkt, man hat den Überblick und weiß, was Beverly passiert ist, wird man bis zum Ende immer wieder in eine andere Richtung gelenkt, denn es kommen immer wieder neue Details ans Licht, die die vorherigen Theorien widerlegen. Dies baut Spannung auf und sorgt dafür, dass man als Leser das Buch fast nicht mehr aus der Hand legen kann, weil man immer weiterlesen möchte, um zu erfahren, was wirklich passiert ist und wer tatsächlich alles involviert war.

Dieses Buch ist ein sehr zu empfehlender 2. Band, der nicht ohne Vorkenntnisse aus Band 1 gelesen werden kann. Mir hat dieser Band noch etwas besser gefallen als der Auftakt, da man hier schon mehr Antworten erhalten hat, die Spannung aber trotzdem bis zum Schluss nicht abgeflacht ist, Band 2 legt also noch etwas auf Band 1 drauf und es ist schade, dass wir Whitefield nun verlassen müssen, denn Stefanie Hasse hat es geschafft, dass ich mich beim Lesen gefühlt habe, als wäre ich direkt dabei und und würde all das Beschriebene hautnah erleben, wodurch sehr viel Nähe zu den Charakteren aufgebaut worden ist.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 12.05.2021

Emotionaler Auftakt, der einige ernste Aspekte thematisiert

Dear Sister
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Eine Geschwisterbeziehung, die sich mit der Zeit zu weitaus mehr entwickelt. Genau bei dieser Entwicklung begleiteten wir den 17-jährigen Joe, der sich zu seiner Zwillingsschwester Jenna hingezogen fühlt. ...

Eine Geschwisterbeziehung, die sich mit der Zeit zu weitaus mehr entwickelt. Genau bei dieser Entwicklung begleiteten wir den 17-jährigen Joe, der sich zu seiner Zwillingsschwester Jenna hingezogen fühlt. Wie genau er sich dabei fühlt und welche Wirkung dies auf die Außenwelt hat, das dürfen wir Leser miterleben.

Der Einstieg fiel mir nicht so leicht. Ich war zunächst etwas verwirrt und konnte, auch nachdem ich ein bisschen weitergelesen habe, nicht ganz verstehen, warum diese Szene als Anfangsszene gewählt wurde. Aber letztendlich konnte ich da gut drüber hinwegsehen und hatte auch schnell die Orientierung über das Geschehen und die Charaktere. Falls es euch mit dem Anfang genauso geht, Weiterlesen lohnt sich auf jeden Fall – es wird besser verständlich und leichter zu lesen.
Zudem hatte ich kleine Schwierigkeiten mit der Erzählperspektive - erzählt wird die Geschichte in der dritten Person. Aber auch daran habe ich mich schnell gewöhnt und den Schreibstil später als fesselnd und sehr flüssig empfunden, wozu auch die kurzen Kapitel beigetragen haben.

Jenna und Joe sind 17-jährige Zwillinge. Sie haben eine sehr enge Bindung zueinander und stehen immer füreinander ein, egal in welchen Situationen. Diese Geschwisterbeziehung ist wünschenswert und kann fast als Idealbild gesehen werden, jedoch kamen mir die beiden an verschiedenen Stellen sehr viel jünger vor, da ihr Verhalten teilweise sehr kindlich war. Das hat mich zunächst ein bisschen irritiert und überrascht, aber letztendlich ist es auch egal, ob sie 17 oder doch einige Jahre jünger sind, da es hier um die Grundproblematik, der Entwicklung von Liebesgefühlen zwischen Geschwistern geht. Zudem konnte man im Verlauf eine Entwicklung der beiden sehen.
Die beiden Protagonisten hatten schon zu Beginn eine Bindung zueinander, die meiner Ansicht nach schon über eine gute Geschwisterbeziehung hinausgeht - ein Küsschen auf die Wange in der Öffentlichkeit, ein zärtliches Streicheln der Hand und viele ähnliche Situationen, die für mich einfach zu viel waren. Aber für die beiden scheint es wohl normal zu sein und da es gefühlsmäßig noch eine Stufe höher gehen kann, war es auch gar nicht so dramatisch.

Schön finde ich, dass neben den Protagonisten Jenna und Joe auch deren beide Freunde Julia und Jack als Nebencharaktere eine wichtige Rolle spielen und diese ebenso gut ausgestaltet worden sind und ihren Raum in der Geschichte finden. Und mehr als einmal wird deutlich, was für gute Freunde die beiden sind und wie sie eine entscheidende Rolle für den weiteren Handlungsverlauf einnehmen.

Inhaltlich passiert nicht so viel in dieser Geschichte. Der Fokus liegt eher auf emotionaler Ebene. Uns Lesern werden die Gefühle von Jenna und Joe in den unterschiedlichen Lebenslagen vermittelt, ebenso wie die inneren Konflikte und die Zerrissenheit, die durch die "verbotenen" Gefühle entstehen. Diesen Fokus auf die Gefühle finde ich gut, aber manchmal hätte ich mir gewünscht, dass es noch mehr thematisiert wird, das heißt, dass wir noch mehr die Verwirrung der beiden und ähnliche Gefühle lesen können. Dass der inhaltliche Verlauf eher nachrangig abgehandelt wird, finde ich nicht störend, jedoch wären manchmal noch einige weiterführende Hintergrundinformationen für das Verständnis und die Nachvollziehbarkeit gewisser Gefühle und Handlungen hilfreich gewesen. Zudem tauchen an einigen Stellen Personen auf oder es geschehen Ereignisse, wo ich dachte, dass dort noch etwas kommt und diese eine entscheidende Rolle einnehmen, allerdings wird ihnen nur für den Moment eine höhere Bedeutung zugemessen und schüren mehr Erwartungen, als sie letztendlich für den weiteren Handlungsverlauf relevant sind – schade, da hätte man mehr draus machen können oder aber diese Szenen und Personen nicht in dem Ausmaße erwähnen können.

Das Thema wird sensibel behandelt. Neben der Hauptthematik - den Liebesgefühlen zwischen den Geschwistern - gibt es noch zahlreiche andere ernste Themen, die passend in die Handlung mit eingebracht worden sind, beispielsweise eine ungesunde Ausgestaltung einer Beziehung, auf die der Spruch "Liebe macht blind" perfekt zutrifft.

Das Ende war noch einmal sehr überraschend und spannungsgeladen. Damit habe ich bis zuletzt nicht mit gerechnet. Es weckt definitiv Interesse auf den zweiten Band der Dilogie, denn es sind noch einige Fragen ungeklärt und mit der mit Spannung und Dramatik gesäumten letzten Szene kann noch so gut wie alles passieren.

Auch, wenn es noch etwas Verbesserungspotenzial gibt, hat mir dieses Buch schöne Lesestunden geschenkt und ich habe Jenna und Joe bei ihrer emotionalen Reise gerne begleitet. Wenn ihr ein Buch über das Thema Geschwisterliebe sucht und für euch eine spannungsgeladene Geschichte nachrangig ist, kann ich euch dieses Buch empfehlen, denn auf emotionaler Ebene ist es sehr schön zu lesen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 07.04.2021

Wichtige Themen gut umgesetzt - emotionale Geschichte mit viel Tiefe

Veilchensturm
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Egal, wie gebrochen man ist, man ist es immer wert, geliebt zu werden.

Stargeiger Maddox Madness ist zurück. Mit der Absicht, die Welt ein bisschen besser zu machen und Kindern die Chance zu geben, die ...

Egal, wie gebrochen man ist, man ist es immer wert, geliebt zu werden.

Stargeiger Maddox Madness ist zurück. Mit der Absicht, die Welt ein bisschen besser zu machen und Kindern die Chance zu geben, die sie verdienen, kauft er ein Sommercamp, das er zusammen mit seinen zumeist ebenfalls berühmten Freunden herrichtet, sodass Kinder aus "Problemfamilien" dort einen unvergesslichen, aufregenden und abenteuerlustigen Sommer erleben können. Von den Mitarbeitern sticht eine jedoch aus der Reihe - Violet, die er vor einiger Zeit durch ihre Schwester kennengelernt hat und die nun unentwegt in seinen Gedanken schwirrt. Geht es ihr genauso? Wird dieser Sommer für die beiden vielleicht viel unvergesslicher als für die Kinder? Und was ist, wenn Maddox von seiner zum Teil schwierigen Vergangenheit überrollt wird - wer steht ihm dann zur Seite?
Tauche ein in die emotionale Geschichte von Violet und Maddox und finde die Antworten auf diese Fragen selber heraus.

Zu Beginn eines jeden Kapitels sind Schlagzeilen abgedruckt, die uns Lesern immer wieder vor Augen führen, aus welcher Gesellschaftsschicht die Charaktere kommen bzw. in welchen Kreisen wir uns bewegen, wenn wir das Buch lesen. Zudem verdeutlichen sie, dass der Ruhm und die damit verbundene Bekanntheit auch seine Schattenseiten hat und die Menschen, die sich eh schon in einer schwierigen mentalen Situation befinden, zerstören kann.

Erzählt wird die Geschichte abwechselnd aus der Sicht von Violet und Maddox. Dadurch bekommen wir Leser die Möglichkeit, nicht nur das in den Protagonisten zu sehen, was sie einen wissen lassen möchten, sondern auch darüber hinaus zu erfahren, was sie wirklich beschäftigt und wie abweichend teilweise ihre innere Gefühlswelt von der Wahrnehmung durch Außenstehende ist.
Schnell wird deutlich, dass Violet und Maddox eine Vergangenheit haben, die sie nicht nur auf positive Weise geprägt hat und keine fehlerfreien und immer glücklichen Menschen sind – wer ist das schon. Sie haben beide eigene, ganz unterschiedliche Probleme und Dämonen ihrer Vergangenheit, mit denen sie zurecht kommen müssen, aber das hält sie nicht davon ab, sich besser kennen zu lernen und die Hoffnung zu haben, sich gegenseitig stützen zu können.

Maddox lässt uns nicht nur an seinen gegenwärtigen Gefühlen, sondern auch an seiner Vergangenheit teilhaben. So können wir ihn besser verstehen bzw. nachvollziehen, warum er so gebrochen und sein wahrer Charakter anders ist, als er es mit Maddox Madness allen Menschen glaubhaft machen möchte. Wir erhalten hier also nicht nur Einblicke in sein Leben als Stargeiger Maddox Madness, sondern vor allem auch in das von Maddox Reynolds - seinem wahren Ich, das er nur wenigen zeigt und bei dem er sich nicht zu verstellen braucht. Immer wieder zeigt er sich uns von dieser wahren, verletzlichen Seite und beweist, was für ein liebevoller und herzensguter Mensch er ist, was unter anderem durch die friedliche Atmosphäre, die er für die Kinder den Sommer über geschaffen hat, verdeutlicht wird. Durch seine Ehrlichkeit und das nicht Schönreden von ernsten Aspekten, traumatischen Erfahrungen und dem nicht lobenswerten Verhalten mancher Personen wirkt er sehr authentisch, sodass es mir als Leserin gelungen ist, eine gute Bindung zu ihm aufzubauen.

Violet ist ebenfalls eine sympathische Protagonistin, die sich für andere aufopfern würde, wenn es notwendig wäre. Auch, wenn ihr Kennenlernen mit Maddox, wie ihr schnell lesen werdet, nicht gerade das beste war, so lernt sie doch schnell, trotz ihrer anfänglicher Unsicherheit und ihrer Scham seine Nähe zu genießen und locker sowie auf humorvolle Art mit ihm umzugehen. Leichter gesagt als getan, wie sie herausfindet, denn das Knistern zwischen ihnen kann sie nicht lange ignorieren.

Es werden viele ernste Themen angesprochen und intensiv aufgearbeitet - wenn ihr euch unsicher seid, ob ihr damit umgehen könnt, schaut euch am besten die Triggerwarnung an. Diese Themen werden umfassend und ernst sowie sensibel behandelt, sodass zum Einen das Ausmaß, die diese Themen auf die Protagonisten haben können, deutlich wird, zum Anderen aber auch mögliche Lösungewege aufgezeigt werden. Eine zentrale Message in diesem Buch ist, dass es nie zu spät ist, um glücklich zu werden und es immer Menschen gibt, die einem zur Seite stehen und sich nicht abwenden, nur weil man gerade vielleicht durch die Dunkelheit wandert anstatt im Licht zu gehen. Zudem zeigt uns insbesondere Violet, dass es nie zu spät, seine eigenen Träume zu finden und zu verwirklichen. Diese und weitere Gedankengänge und Erkenntnisse lassen sich schön zwischen den Zeilen rauslesen, verleihen der Geschichte Tiefe und vermitteln uns Lesern immer wieder Hoffnung und Zuversicht.

Ihr könnt euch auf ein hoffnungsvolles und schönes Ende freuen, das jedoch nicht alles verklärt, sondern aufzeigt, dass es auch weniger schöne Dinge und Erfahrungen gibt, die man trotz liebevoller Menschen an seiner Seite nicht vollkommen ablegen, sondern nur lernen kann, auf gute und gesunde Weise mit ihnen umzugehen.

Es ist von Vorteil, zumindest Band 3 der Reihe gelesen zu haben, in dem Maddox das erste Mal vorkommt, damit man bestimmte Anspielungen versteht und das Buch noch mehr bzw. umfassender genießen kann, aber es ist keine Voraussetzung, um den Inhalt hier zu verstehen. Das liegt vor allem daran, dass in diesem Band die Protagonisten aus den vorhergehenden Bänden keine große Rolle spielen, anders in anderen Teilen der Buchreihe.

Nach Maddox' und Violets grandioser Geschichte finde ich es sehr traurig, dass die how to be happy Reihe schon ihren fulminanten Abschluss gefunden hat, aber die Zeit, die wir bis hierhin mit all den tollen Protagonisten verbringen durften, war großartig und lohnt sich.

Insgesamt ist diese Buch sehr berührend, wahnsinnig emotional, mit ernsten Themen, die gut in die Handlung eingebaut worden sind und bei denen nicht alles beschönigt, sondern auch mal den Ernst der Lage verdeutlicht bzw. die Schattenseiten aufgezeigt worden sind. Ich kann es euch auf jeden Fall nur empfehlen!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 07.04.2021

Spannende High Fantasy mit leicht düsterer Atmosphäre und zahlreichen expliziten Szenen

Fallen Shadows
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Tauche ein in eine liebevoll und schön erschaffene Welt, über die man schnell einen Überblick hat, die man sich bildlich vorstellen kann und in der man die Zeit dort genießen kann, zumindest wenn man sich ...

Tauche ein in eine liebevoll und schön erschaffene Welt, über die man schnell einen Überblick hat, die man sich bildlich vorstellen kann und in der man die Zeit dort genießen kann, zumindest wenn man sich nicht gerade in spannungsgeladenen kriegerischen Szenen befindet.

In diesem Buch treffen mehrere Charaktere aus unterschiedlichen Stämmen bzw. aus unterschiedlichen Königreichen aufeinander, die verschiedene Fähigkeiten besitzen, die sie zum Teil erst im Laufe der Geschichte entdecken und weiterentwickeln. Wenn auch zunächst aus unterschiedlichen Motiven schließen sie sich zusammen. Die einen, um den eigenen Onkel vom Thron zu stoßen, die anderen, um die Schattenwand wiederherzustellen und weitere wiederum aus anderweitigen Gründen. Zu Beginn herrscht unter den Charakteren Misstrauen, doch schaffen sie es mit der Zeit und den gemeinsamen Erlebnissen Vertrauen aufzubauen und falls ja, bekommt jeder dieser Charaktere dieses Vertrauen zurecht? So viele Fragen, so unterschiedliche Antworte – lies am besten selbst, was die Charaktere durchmachen müssen und ob sie das zusammenschweißt oder eher voneinander trennt bzw. ob sie ihre Ziele erreichen können.

Am Anfang weiß man noch nicht recht, was einen erwartet und in welche Richtung die Geschichte geht. Man kann sich also an der ein oder anderen Stelle überraschen lassen und gespannt das Lesen genießen. Aber keine Angst, man ist schnell in der Geschichte drin und hat einen guten Überblick. Und je weiter man liest, desto besser wird das Zusammenhangsverständnis und man fühlt sich in der Welt der Charaktere beinahe zuhause.

Zu erwähnen ist die schöne Seitengestaltung bei Kapitelanfängen, die einen inhaltlichen Bezug haben.
Zum Teil gibt es längere Kapitel. Dies ist passend, gerade am Anfang, um in die Geschichte reinzukommen und ein erstes grobes Bild von der Welt, in der die Charaktere leben zu bekommen. Von der Länge zu Beginn darf man sich nicht abschrecken lassen, auch wenn man sich zunächst vielleicht ein bisschen erschlagen fühlt oder kürzere Kapitel bevorzugt - diese gibt es auch gelegentlich - , aber wenn man längere Kapitel gar nicht mag, wird es schwierig, einen Zugang zu dieser Geschichte zu bekommen.

Der Schreibstil ist locker gehalten, lässt sich flüssig lesen und führt uns so gut durch die Geschichte. Zudem sorgt er dafür, dass wir gut in der Welt, in der die Handlung spielt, ankommen und eine bildliche Vorstellung von den Geschehnissen haben. An einigen Stellen ist es sehr vulgär, insbesondere in den expliziten Szenen oder wenn die Charaktere über solche sprechen, aber wenn es einem nichts ausmacht, dann lässt sich das Buch vom Schreibstil her gut lesen.

Es gibt mit jedem Kapitel Perspektivwechsel, die an inhaltlich passenden Stellen gesetzt wurden und jeweils einen flüssigen Übergang herstellen. Fast immer müssen wir Leser durch diese nicht in Zeit und Raum umherspringen, sondern die Wechsel sind zumeist dort gesetzt, wo die Charaktere eh aufeinandertreffen oder sogar schon zusammen unterwegs sind.

Es tauchen viele Charaktere und Völker auf. Um diese auseinanderhalten und einordnen zu können, gibt es am Ende ein Völker- und ein Personenverzeichnis. Es ist für das Verständnis nicht zwingend notwendig, aber wenn ihr zwischendurch nicht sicher seid, von wem gerade die Rede ist, schaut dort einfach mal nach, gespoilert werdet ihr dadurch nicht.
Durch die Erzählweise, das heißt durch die vielen Perspektivwechsel und daraus resultierend die Erzählung der Geschichte in der Ich-Form aus Sicht vieler verschiedener Charaktere kann es schnell passieren, dass man das Gefühl hat, zwar einen groben Überblick über die Charaktere zu haben bzw. dass man meint, diese oberflächlich zu kennen, aber denkt, dass eine persönliche Bindung kaum möglich ist. So haben wir Leser leider keinen Bezugscharakter, mit dem wir richtig mitleiden können oder bei dem wir das Gefühl haben, an seiner Entwicklung teilhaben zu können. Die Charaktere sind an sich jedoch gut ausgearbeitet und man erfährt sowohl durch ihr Verhalten als auch zwischen den Zeilen etwas über sie, aber durch die gewählte Erzählweise ist dies ein wenig gedämpft. Hoffentlich wird in den Folgebänden noch erreicht, dass wir sie besser kennenlernen und einen noch besseren Zugang zu ihnen erhalten. Bei einigen Charakteren kann man jedoch schon hier in Band Eins eine Charakterentwicklung erkennen - das ist schon einmal ein guter Anfang. Wenn ihr euch wegen der viele Perspektivwechsel nicht sicher seid, probiert es einfach mal aus und gebt dem ganzen eine Chance, es ist mal eine ganz neue Erfahrung.

Es herrscht kein schönes Frauenbild, deswegen waren mir die männlichen Charaktere zumeist nicht so sympathisch, da sich vieles auf Körperlichkeiten beschränkt und die Frauen einen geringeren Wert oder zumindest weniger Sagen zu haben scheinen, als die Männer bzw. sie sich diesen bedingungslos zu unterwerfen haben. Mit den Frauen wird teilweise fast umgegangen wie mit Gegenständen - von Romantik ist häufig keine Spur. Doch keine Angst, auch die männlichen Charaktere haben andere Seiten und einige von ihnen erfüllen schon eher das Rollenbild, das dem unseren nahekommt. Gib ihnen als Leser die Chance, dich von ihnen zu überzeugen.
In dem Zusammenhang ist zu erwähnen, dass es einige explizite Szenen mit vulgärer Sprache gibt - wenn du damit nicht so gut umgehen kannst, schmälern diese dir den Lesergenuss.
Schade finde ich, dass es in der Geschichte so gut wie keinen Charakter, den wir über einen längeren Zeitraum begleiten, gibt, der sich nicht zu einem anderen hingezogen fühlt. Manchmal war mir das too much, da wäre weniger mehr gewesen. Zum Teil waren es viele Andeutungen auf ein Knistern bzw. auf eine romantische oder körperliche Spannung, aber keine konkretere Ausgestaltung. Da hätte ich mir ein bisschen mehr Detail gewünscht, sodass es ein bisschen authentischer gewirkt hätte. Da wäre es aus meiner Sicht kein Problem gewesen, wenn nicht jeder Charakter Gefühle der Liebe oder des Verlangens verspürt hätte.

Es gibt einige unerwartete Wendungen, die immer wieder Spannung in die Geschichte reinbringen, die Handlung auf ungeahnte Wege leitet und uns Leser mitfiebern lassen.

Ich hätte mir gewünscht, dass die Magie bzw. die Fähigkeiten eine noch größere Rolle spielen würde, aber dafür, dass dies erst der Auftakt war, haben wir schon einige gute Einblicke erhalten, die bestimmt noch weiter ausgebaut werden.

Das Buch enthält einige brutale Beschreibungen, bzw. Kampfszenen, die die Vorstufe eines Kriegsszenarios sind. Wenn ihr zartbesaitet seid, solltet ihr schauen, ob euch das trotzdem zusagt.

Insgesamt ist es ein spannender Auftakt einer Trilogie, den ich euch empfehlen kann und der neugierig auf die weiteren Entwicklungen in den Folgebänden macht.

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  • Handlung
  • Charaktere