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Hannicake

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 03.10.2019

Nette Geschichte für zwischendurch - gute Hintergrundidee, aber ausbaufähige Umsetzung

Kingdoms of Smoke – Die Verschwörung von Brigant
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Fünf Charaktere aus verschiedenen gesellschaftlichen Schichten treffen aufeinander - Prinzessin Catherine, Leibgardist Ambrose, Diener March, Dieb Edyon und Dämonenjägerin Tash.

Alle führen ihr eigenes ...

Fünf Charaktere aus verschiedenen gesellschaftlichen Schichten treffen aufeinander - Prinzessin Catherine, Leibgardist Ambrose, Diener March, Dieb Edyon und Dämonenjägerin Tash.

Alle führen ihr eigenes (mehr oder weniger selbstständiges) Leben, bis Catherine den Prinzen eines anderen Reiches heiraten soll und es zum Krieg zu kommen scheint. Ab dem Zeitpunkt treffen ihre Welten aufeinander und das Drama beginnt.

Das Buch unterliegt einer sehr guten Grundidee, in der neben kriegerischen Konflikten und Liebeskummer auch Dämonen nicht zu kurz kommen.

Dem Leser wird durch zahlreiche Beschreibungen die Welt der fünf Protagonisten Stück für Stück nähergebracht. Er erhält einen tiefen Einblick in das Leben unterschiedlicher Gesellschaftsschichten und bekommt die Spannungen, die zwischen den verschiedenen Reichen herrschen, auf authentische Weise dargestellt.

Zur Orientierung und zum besseren Verständnis ist eine Übersichtskarte der wichtigsten Orte und Reiche am Anfang sowie am Ende des Buches vorhanden. Diese verhilft dem Leser dazu, die einzelnen Reiche und Lebensweisen der einzelnen Einwohner klar voneinander abzugrenzen.

Besonders hervorzuheben ist, dass die Geschichte aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt wird. Auch wenn es zu Beginn schwierig ist, den Überblick über die einzelnen Personen zu behalten, legt sich die Verwirrung zunehmend und der Leser bekommt einen sehr guten Einblick in die Gedanken und Gefühle der einzelnen Protagonisten.

Auch wenn mir die Geschichte vom Grundgedanke und der Schreibstil als solches gefällt, hätte ich mir noch mehr Spannung gewünscht. Zwischenzeitlich hat sich die Geschichte in die Länge gezogen, ohne mich als Leser wirklich mit auf die Reise zu nehmen. Dies lässt sich aber auch zum Teil damit erklären, dass dies lediglich der Auftakt einer Trilogie ist und somit erst einmal ein Fundament geschaffen werden muss, auf das die folgenden Teile aufbauen können. Deswegen ist dies nur ein minimaler Kritikpunkt an der ansonsten gut zu lesenden und unterhaltsamen Geschichte.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass dieses Jugendbuch eine schöne Fantasygeschichte ist, die sich aus unterschiedlichen Elementen aufbaut, sodass die Geschichte für jeden etwas hergibt, der kein Problem mit mehreren verschiedenen Perspektiven hat und keine action- und spannungsgeladene Story erwartet.

Veröffentlicht am 02.09.2019

Geek trifft auf erfolgreiche Geschäftsfrau - wahre Liebe?

Work Play Love
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Der Comic- und Cartoonzeichner Nathan ist heimlich in Brooke, die in der selben Firma allerdings im Büro arbeitet, verliebt und himmelt sie an. Er rechnet selbst in seinen kühnsten Träumen nicht damit, ...

Der Comic- und Cartoonzeichner Nathan ist heimlich in Brooke, die in der selben Firma allerdings im Büro arbeitet, verliebt und himmelt sie an. Er rechnet selbst in seinen kühnsten Träumen nicht damit, dass sie auf ihn aufmerksam wird und sich in ihn - den klassischen Nerd - verlieben würde. Bis sie eines Tages in einem Elektronikgeschäft auftaucht, in dem Nathan aushilft. Von da an nimmt die Geschichte der beiden ihren Lauf.

In diesem Roman wird der Leser auf eine Achterbahn der Gefühle mitgenommen. Emotionen spielen eine sehr große Rolle und werden dem Leser zunehmend näher gebracht. Auch die Funken, die zwischen den Protagonisten überschlagen, bleiben nicht unbemerkt.

Der Roman ist in Ich-Perspektive aus der Sicht von Nathan geschrieben. Dies wird ohne Brüche bis zum Ende eingehalten, wodurch dem Leser zwar Brook´s Sicht auf die Dinge verschlossen bleibt, jedoch kann sich der Leser so umso mehr mit Nathan identifizieren und mit ihm mitfühlen.

Handlung gibt es in diesem Roman kaum, vielmehr geht es um die Gefühle und die Sehnsüchte der beiden. Häufig werden intime Szene ausführlich beschrieben und detailliert dargestellt. Zu Beginn der Geschichte hält sich dies noch im Rahmen, jedoch nimmt es im Laufe des Buches an Bedeutung zu und stellt einen wesentlichen Bestandteil der "Handlung" dar.

Neben diesem kleinen Kritikpunkt gefällt es mir jedoch sehr gut, dass zu Beginn eines jeden Kapitels ein Zitat einer bekannten Zeichentrick- oder Comicfigur aufgegriffen wird. Dieses passt zumeist zum Inhalt des folgenden Kapitels. Die Zitate sorgen dafür, dass dem Leser der Einstieg in das jeweilige Kapitel leichter fällt und der Schreibstil aufgelockert wird.
Zum Schreibstil lässt sich zudem anführen,, dass er flüssig und leicht zu lesen ist und durch die vielen detaillierten Beschreibungen für ein Setting sorgt, welches sich der Leser gut vorstellen kann. Darüber hinaus ist der Schreibstil der Gemütslage von Nathan angepasst und variiert je nach Situation und Stimmung.
Auch gelegentlich im Roman abgedruckte Zeichnungen sorgen zum einen dafür, dass es dem Leser besser gelingt, in das Comic- und Cartoon-Setting hineinzufinden, aber zugleich sorgt es zum anderen dafür, dass der Schreibstil aufgelockert wird. Dies geschieht jedoch ohne, dass der Lesefluss gestört wird.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass dieser Roman eine "unanspruchsvolle" Lektüre ist, die gut zum zwischendurch-Lesen geeignet ist. Zu empfehlen ist der Roman jedem, der nicht vor detaillierten Beschreibungen intimer Szenen zurückschreckt und sich auf viele Emotionen und Gefühle einlassen kann.

Zu beachten ist jedoch, dass das Cover sowie der Klappentext nicht hundertprozentig mit dem Inhalt des Buches übereinstimmen, sondern irreführend sein können. Bei dem Protagonisten handelt es sich keineswegs um einen selbstbewussten reichen Typen, sondern um einen Nerd oder Geek, wie er sich selbst bezeichnet...

Veröffentlicht am 27.08.2019

Rückkehr ins System - Kann Naidu gerettet werden?

Das Nano-Lachen
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Nachdem Naidu eine Zeit lang unbeschwert mit Eron im Ödland leben und so den Zwängen des Systems entfliehen konnte, zwingen ihre Aktosensoren, die unbedingt gereinigt werden müssen, sie nun, in das System ...

Nachdem Naidu eine Zeit lang unbeschwert mit Eron im Ödland leben und so den Zwängen des Systems entfliehen konnte, zwingen ihre Aktosensoren, die unbedingt gereinigt werden müssen, sie nun, in das System zurückzukehren. Keine leichte Aufgabe für Ausgestoßene und Flüchtlinge, aber gemeinsam mit ihren Freunden aus dem Ödland, findet sie einen Weg in die Klinik, in der die Reinigung stattfinden soll.

Zunächst scheint alles nach Plan zu laufen, aber als sie nach dem Eingriff aus der Klinik zurück ins Ödland geschmuggelt werden soll, warten zahlreiche Probleme auf die Protagonisten. Durch den Eingriff hat sich Naidu verändert - nun ist es Erons Aufgabe, herauszufinden, was mit ihr geschehen ist und wie er sie retten kann.

Eine spannende Fortsetzung des ersten Teils. Dieser ist nicht zwangsläufig Voraussetzung, um den Geschehnissen des zweiten Teils folgen zu können, jedoch erleichtert es den Einstieg.
Es werden hier zu Beginn noch einmal wichtige Informationen aus Teil eins eingebaut, jedoch fallen diese knapp aus - gut, um die zuvor erworbenen Kenntnisse wieder ins Gedächtnis zu rufen, aber nicht ausreichend, um das komplette System erklärt zu bekommen.

Die Geschichte wird sowohl aus der Perspektive von Naidu als auch aus der von Eron jeweils in der dritten Person erzählt. So erhält der Leser Einblicke in die Gedanken und Gefühle beider Protagonisten, wobei der Anteil von Erons Perspektive überwiegt. So tappt der Leser genau wie Eron im Dunkeln und rätselt mit ihm, was Naidus Aktionen zu bedeuten haben und was sie ihm durch ihre Naturvergleiche mitteilen möchte.

Die Spannung steigt stetig. Während zu Beginn in die Situation eingeführt wird, passieren immer mehr unerklärliche Dinge. Es beginnt für die Protagonisten gefährlich zu werden und schnelles Handeln ist gefragt. Doch was ist in so einer Situation richtig? Kann Eron Naidu vertrauen? Wird es dem Ödland gelingen, die Situation zu bändigen? Dies sind nur einige der zentralen Fragen, die den Leser durch das Buch leiten.
Besonders das Ende ist überraschend und nicht vorhersehbar, was die Spannung noch einmal steigen lässt.

Der Schreibstil ist flüssig zu lesen und offenbart zahlreiche Details aus dem Leben im System und der besonderen Lage, in der sich Naidu und Eron befinden, ohne sich in diesen zu verlieren.

"Das Nano-Lachen" ist jedem zu empfehlen, der gerne eine spannende Dystopie-Dilogie liest und in eine Welt eintauchen möchte, in der die Bürger durch Veredler und weitere technische Erfindungen dem System unterdrückt werden, es aber längst nicht alle hinnehmen. Eine konfliktreiche Auseinandersetzung ist vorprogrammiert.

Veröffentlicht am 17.08.2019

Die Rettung der Menschheit liegt ganz allein auf ihren Schultern - spannender Auftakt einer dystopischen Reihe

Eve of Man (I)
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50 Jahre lang werden nur Jungen geboren. Die Freude ist deshalb umso größer, als Eve geboren wird, denn als einziges Mädchen soll sie die Retterin der Menschheit werden.
Sie hat ihr gesamtes Leben in ...

50 Jahre lang werden nur Jungen geboren. Die Freude ist deshalb umso größer, als Eve geboren wird, denn als einziges Mädchen soll sie die Retterin der Menschheit werden.
Sie hat ihr gesamtes Leben in einer Kuppel verbracht, die ihr ein scheinbar perfektes Leben beschert hat, während die Welt draußen in Naturkatastrophen und Chaos versinkt.
Lange genug hat Eve sich ihrem Schicksal gefügt, ohne ihre Aufgaben und zahlreichen Untersuchungen zu hinterfragen.
Doch als sie eines Tages Bram, ein Pilot ihrer besten Freundin Holly, welche nur eine Projektion ist, begegnet, spürt sie Schmetterlinge im Bauch und möchte unabhängig und frei werden. Sie möchte der Welt auf ihre Art und Weise helfen, ohne nur ein Spielball der Macht zu sein.

Das Buch konnte durch einen leicht zu lesenden Schreibstil überzeugen, der viel Nähe zum Detail bietet. Eves Welt wird dem Leser eindrücklich vor Augen geführt und auch ihr Tagesablauf sowie ihre Lebensumstände werden mehr als einmal dargestellt. Es ist erschreckend, wie ihr die perfekte Welt vorgespielt wird und sie keine Ahnung davon hat. Sie wird hinters Licht geführt und durch die Schönheit, die ihr vermittelt wird, gefügig gemacht.

Da das Buch sowohl aus der Perspektive von Eve als auch aus der von Bram erzählt wird, bekommt der Leser Einblick in die Gedanken und Gefühle beider Protagonisten. Zudem bietet Brams Perspektive die Möglichkeit, mehr über die Hintergründe und die Zustände in der Kuppel zu erfahren, die Eve vorenthalten bleiben. Dies sorgt beim Leser für ein besseres Verständnis der Geschichte. Beide Perspektiven nehmen nahezu den gleichen Anteil des Buches ein, sodass es dem Leser möglich ist, sich mit beiden Figuren zu identifizieren und sie gleichermaßen ans Herz zu schließen. Der Leser kann gleichermaßen mit ihrem Schicksal mitleiden und mitfiebern.

Besonders ab dem Punkt, an dem Eve die Kandidaten kennenlernt, von denen einer der Vater ihrer zukünftigen Kinder werden soll, steigt die Spannung stetig bis zum Ende. Der Leser fiebert mit Eve mit und hofft mit ihr, dass sich das Schicksal, welches ihr droht, abwenden lässt. Immer mehr Probleme und Belastungen kommen im Laufe der Geschichte auf Eve zu, aber zugleich fängt die Fassade, die um sie aufgebaut wurde, um sie gefügig zu machen, an, immer mehr zu bröckeln. Eve und mit ihr der Leser fangen an, die Pläne zu hinterfragen und der Wahrheit auf die Spur zu kommen.
Durch Brams Eingreifen kommt zusätzlich mehr Spannung hinzu, sodass das Buch ab dieser Stelle noch mehr Suchtpotenzial bekommt.

Auch wenn eine Fortsetzung geplant ist, ist dieser erste Teil weitgehend abgeschlossen, obwohl einige Fragen hinsichtlich Eves Zukunft und die der Menschheit ungeklärt bleiben. Dennoch ist es nicht so, dass der Leser genauso unwissend zurückgelassen wird, wie vor dem Lesen der Geschichte.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass mit "Eve of Man - Die letzte Frau" ein gelungener Auftakt gelungen ist, in dem neben der Spannung auch die Gefühle nicht zu kurz kommen. Das Buch ist für jeden geeignet, der gerne Dystopien liest und nicht vor Emotionen zurückschreckt.

Veröffentlicht am 30.07.2019

Ernstes Thema, aber humorvoll und zum Nachdenken anregend umgesetzt

Wir von der anderen Seite
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Nach einem Besuch bei ihrer Familie zu Weihnachten wacht die Protagonistin Rahel auf der Intensivstation aus dem künstlichen Koma auf. Eigentlich hatte sie nur Nierenschmerzen - jetzt liegt sie da mit ...

Nach einem Besuch bei ihrer Familie zu Weihnachten wacht die Protagonistin Rahel auf der Intensivstation aus dem künstlichen Koma auf. Eigentlich hatte sie nur Nierenschmerzen - jetzt liegt sie da mit Multiorganversagen.
Der Leser begleitet Rahel bei ihrer Krankengeschichte und erfährt, wie sie Stück für Stück versucht, ihr Leben und vor allem ihre Gesundheit wieder auf die Reihe zu bekommen. Dabei werden schonungslos offen Hoch- aber auch die zahlreichen Tiefpunkte, sowie die Erfolge und Misserfolge geschildert.
Erst nach und nach erfährt der Leser, was mit der Protagonistin wirklich passiert ist, sodass es spannend bleibt und dafür sorgt, das Buch unbedingt weiterlesen zu müssen und es nicht aus der Hand legen zu können...

Doch trotz dieses ernsten Themas kommt der Humor nicht zu kurz. Auf würdige Weise sowie mit ausreichender Sensibilität nähert sich die Autorin der Thematik und flechtet tiefgründige Gedankengänge in die Handlung mit ein. Mehr als einmal bringt Rahel den Leser zum Schmunzeln und regt ihn mindestens genauso oft zum Nachdenken über das eigene Leben an. Denn es geht keineswegs nur um die Krankheit - Familie, Partnerschaft und Arbeit finden ebenfalls ihren Platz in der Geschichte.

Der Schreibstil ist flüssig und leicht zu lesen. Durch die gewählte Ich-Perspektive bekommt der Leser stets einen tiefen Einblick in die Gefühle und Gedanken der Protagonistin. Dadurch wird eine Authentizität geschaffen und der Leser fiebert mit ihr und ihren Fortschritten mit. Dennoch ist das Buch nicht darauf ausgelegt, Mitleid mit Rahel zu haben, da Humor und Sarkasmus nicht zu kurz kommt. Dies wird durch die sehr bildhafte Sprache und die vielen detailreichen Beschreibungen verstärkt.

Das Buch ist jedem zu empfehlen, der eine fesselnde Geschichte mit viel Humor lesen möchte und vor ernsten Themen nicht zurückschreckt, die einem zugleich zum Nachdenken über den Umgang mit dem eigenen Leben inspirieren.
Diese Geschichte ist wichtig und verdient es, in der Öffentlichkeit großen Anklang zu bekommen!