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Veröffentlicht am 10.07.2022

1000 Mal berührt- Süße, romantische Liebeskomödie in Harry & Sally Manier!

Kein Sommer ohne dich
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Poppy und Alex sind beste Freunde, schon seit vielen Jahren. Allerdings leben sie in unterschiedlichen Städten und treffen sich höchstens einmal im Jahr. Dann jedoch machen sie zusammen Urlaub und dank ...

Poppy und Alex sind beste Freunde, schon seit vielen Jahren. Allerdings leben sie in unterschiedlichen Städten und treffen sich höchstens einmal im Jahr. Dann jedoch machen sie zusammen Urlaub und dank Poppys Job; sie ist als Reisebloggerin bei einer namenhaften Agentur beschäftigt, bekommen die beiden tolle Vergünstigungen auf ihren Reisen angeboten. Eigentlich dachte Poppy immer, es wären die Reisen in ferne Länder, die sie besonders begeistern und die Unabhängigkeit von allem, doch nach zwei Jahren Funkstille zwischen ihr und Alex begreift sie, dass es besonders Alex ist, der ihr fehlt.
Alex, der so völlig anders gestrickt ist, als die chaotische Poppy. Alex, der korrekte, stets pünktliche und verlässliche Freund mit dem sie zumindest eines teilt, den Sinn für schrägen Humor.

Poppy, die längst begriffen hat, dass sie etwas in ihrem Leben ändern muss, weil es ihr plötzlich fad und langweilig erscheint, geht zu einer Therapeutin und die rät ihr dazu, offene Dinge in ihrem Leben aufzuarbeiten. Und so sucht Poppy erneut den Kontakt zu Alex. Wie wird er reagieren? Und wird er sich noch einmal auf eine gemeinsame Reise mit ihr einlassen?

Vor nicht allzu langer Zeit las ich bereits einen anderen Contemporary der Autorin und zwar „Verliebt in deine schönsten Seiten“. Ich mochte damals besonders den Humor, die spritzigen Dialoge und dass die Autorin ein wenig tiefer geht, als man es bei einem normalen Unterhaltungsroman dieses Genres normalerweise erwartet.

Mit „Kein Sommer ohne dich“ gelingt es Emily Henry erneut, eine süße, witzige und romantische Geschichte zu erzählen. Zugegeben, der Plot mag nicht gerade ausgeklügelt daher kommen. Ganz in Harry & Sally Manier, legt Emily Henry ihrem Heldenpaar viele amüsante Wortgeplänkel in den Mund und lässt Poppy und Alex viel Zeit, sich auf das zu besinnen was wirklich wichtig ist im Leben. Ein wenig verwunderlich fand ich es, dass zwei erwachsene Menschen wie die beiden so lange auf der sprichwörtlichen Leitung stehen.

Besonders gilt dieser Einwand für Poppy, die schon ein wenig unreif wirkt in gewissen Situationen.
Doch gibt die Autorin dem Leser schließlich die nötigen Einblicke in Poppys bisheriges Leben, so dass man ihre Unsicherheit irgendwann besser nachvollziehen kann.

Alex bleibt leider etwas blasser, dennoch erfährt man auch über seinen familiären Hintergrund ausreichend um seine Standpunkte und sein Handeln ebenfalls nachvollziehen zu können.
Der aktuelle Roman ist eigentlich ein Zwei-Personen-Stück, das auf verschiedenen Zeitebenen spielt. Die Rückblenden beschäftigen sich genauso mit den Reisen von Poppy und Alex, wie auch der Handlungsstrang, der in der Jetztzeit spielt.
Und obwohl es durchaus wichtig für den Verlauf der Story sein mag, dass man die Vorgeschichte kennt die zunächst zu einem Bruch ihrer Freundschaft geführt hat, fand ich die vielen Zeitsprünge doch etwas verwirrend und manchmal auch zu ausufernd dargeboten. Daher habe ich auch einen halben Punkt bei meiner Bewertung abgezogen.

Das große Plus dieser Geschichte ist jedoch ihre Intensität, das Knistern zwischen dem Heldenpaar und wie tiefgründig die Liebesgeschichte erzählt wird. Man lacht und weint mit Poppy und Alex und verliebt sich beim Lesen ebenfalls in das sympathische Duo und was noch wichtig er ist, man hofft und bangt mit ihnen mit und ersehnt sich ein Happy End.

Zwar ist dieser Roman ein Tickchen schwächer, als der Vorgängerband, aber dennoch eine Empfehlung wert! Wer eine schöne Liebeskomödie in Buchform oder einfach nur eine unterhaltsame Urlaubslektüre sucht, die ein wenig mehr Substanz aufweist, sollte hier unbedingt einen Blick ins Buch riskieren.

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Veröffentlicht am 07.07.2022

Constance und Raphael- wenn aus erotischen Fantasien Realität wird. Kurzweiliger, erotisch prickelnder zweiter Teil der Lamberth Familienreihe

Constance und der Schmuggler
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Lady Constance, die Schwester des Duke of Lamberth, hat ein überaus interessantes Hobby. Sie verfasst Gedichtverse und es ist ihr bereits gelungen, diese, unter einem Pseudonym, zu veröffentlichen. Momentan ...

Lady Constance, die Schwester des Duke of Lamberth, hat ein überaus interessantes Hobby. Sie verfasst Gedichtverse und es ist ihr bereits gelungen, diese, unter einem Pseudonym, zu veröffentlichen. Momentan befindet sie sich jedoch in einer schwierigen Phase und es bleiben ihr nur noch wenige Wochen, bis zum nächsten Abgabetermin.
Als Constance sich auf dem Weg an die Küste macht, wo sich das Familienanwesen ihrer Schwägerin befindet, geraten sie und ihr Kutscher in einen schweren Sturm. Beide suchen Zuflucht in einer düsteren Herberge. Nur der Geistesgegenwart eines eingeschleusten Spions der Krone ist es zu verdanken, dass Constance und ihr Bediensteter nicht gleich an Ort und Stelle ermordet werden, denn sie befinden sich, nichtsahnend, inmitten eines Schmugglernestes.

Als Constance einige Stunden später, nachdem sie betäubt wurde, wieder zu sich kommt, glaubt sie zunächst, genau wie auch der Kutscher, an einen Unfall denn die Kutsche liegt umgestürzt am Wegesrand. Nach einigem Nachdenken kehren jedoch einige Erinnerungen zurück. Etwa an einen verwegen aussehenden Schurken mit stahlblauen Augen. Es ist, als wäre sie von der Muse geküsst worden. Doch statt Gedichtversen verfasst Constance nun eine abenteuerliche Piratengeschichte in dessen Fokus der Mann aus ihrer Erinnerung steht.

Constance staunt nicht schlecht, als sie ihm nur wenige Zeit später im realen Leben wieder gegenübersteht. Und der Mann aus ihren Erinnerungen, scheint fest entschlossen zu sein, ihre erotischen Phantasien in die Tat umzusetzen. Schneller als sie glaubt, findet sich Constance in ihrem eigenen Abenteuer wieder…

Nachdem vor einiger Zeit bereits der Duke of Lamberth, Lady Constance Bruder in seiner Elinor die Frau fürs Leben fand, steht nun dessen sympathische Schwester im Fokus des Geschehens. Felicity D’Or, hat ihrer Protagonistin eine spannende, atmosphärische Schmugglergeschichte auf den Leib geschrieben, diese mit reichlich Erotik gewürzt und zu einem prickelnden Lesevergnügen gemacht. Der Romanheld hat eine interessante Hintergrundstory zu bieten und muss nebenbei das Rätsel seiner Herkunft lüften. Man kann gut nachvollziehen, wieso Raphael nicht gut auf die Aristokratie zu sprechen ist, doch genauso fand ich, dass er zu schnell einlenkt, hinsichtlich seiner Ansichten.

Dazu geben sich Constance und Raphael zu schnell einander hin für meinen Geschmack. Liebe auf den ersten Blick, okay, aber immerhin ist sie ja noch unschuldig und hat einiges zu verlieren. Würde sie ihre Tugend tatsächlich opfern für einen Banditen? Immerhin hält sie Raphael ja zunächst für einen solchen.
Abgesehen von diesen zwei kleinen Kritikpunkten, fand ich den zweiten Band um die Lamberth Familie jedoch kurzweilig und prickelnd geschrieben.
Und die Suche nach dem Kopf der Schmugglerbande fand ich spannend umgesetzt. Geschickt führt die Autorin ihre Leser auf einige falsche Fährten, so dass man bis zum Schluss an der Nase herumgeführt wird. Zwar fand ich den ersten Band ein Tickchen besser, doch ist auch die Story um Constance und Raphael lesenswert. Und es kommt auch zu einem kleinen Wiederlesen mit dem Heldenpaar des ersten Teils.

Lamberth Familie:

1. Teil: Elinor und der Duke
2. Teil: Constance und der Schmuggler

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Veröffentlicht am 16.06.2022

Romantischer, anrührender aber auch prickelnder New Adult, der über Selbstfindung, Überwindung von Ängsten und Liebe erzählt

No Flames too wild
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Die beiden besten Freundinnen Isabel und Sophie, befinden sich auf einer Reise quer durch Australien. Obwohl sie sich ihren Aufenthalt dort hart erarbeiten müssen, in dem sie diverse Jobs annehmen, haben ...

Die beiden besten Freundinnen Isabel und Sophie, befinden sich auf einer Reise quer durch Australien. Obwohl sie sich ihren Aufenthalt dort hart erarbeiten müssen, in dem sie diverse Jobs annehmen, haben beide viel Spaß in dem außergewöhnlichen und abwechslungsreichen Land. Aber für Isabel hat die Reise noch einen anderen Beweggrund. Sie will mehr über das frühere Leben ihres bereits verstorbenen Vaters herausfinden der Australier war.
Irgendwann verschlägt es die jungen Frauen in die Kleinstadt Eden, in New South Wales und sie nehmen dort einen Job in einer Koala Rescue Station an.
Diese wird betrieben von Liam und dessen Eltern.

Die Aufpäppelstation befindet sich in einer finanziellen Schieflage, doch weigert sich der wortkarge und verschlossene Liam zunächst, Isabels Vorschlägen zur Rettung nachzugeben. Was Isabel nicht ahnt, ist, dass es einen guten Grund für sein Zögern gibt.
Dazu pflegt Liam einige Vorurteile gegenüber Saisonarbeitern. Wird es Isabel gelingen, diese auszuräumen und kann es mehr geben zwischen ihr und Liam, als nur eine platonische Freundschaft?

Mit „No Flames Too Wild“ legt Nina Bilinszki den ersten Teil ihrer neuen „Love Down Under“ Romanreihe vor, die dem New Adult Genre zugeordnet werden kann.
In ihrem Nachwort schreibt sie, dass sie die Medienbeiträge über die verheerenden Buschbrände in Australien und die vielen verendeten und schwer verletzten Tiere, dermaßen aufwühlten, dass sie daraufhin beschloss ihre Buchreihe nicht nur in Australien spielen zu lassen, sondern den ersten Teil direkt in einer Koala Aufpäppelstation anzusiedeln. Und vielleicht hat die Geschichte über Isabel und Liam letztlich den positiven Nebeneffekt, dass sich, nach dem Lesen, viele Menschen mehr für die Rettung der Tierwelt einsetzen oder zumindest spenden. Man bekommt also spannende und informative Einblicke in die Tierrettung geboten aber natürlich ist „No Flames Too Wild“ in erster Linie ein Liebesroman, das sollte man nicht vergessen.

Die Autorin lässt ihr Heldenpaar, im Wechsel, aus der Ich-Perspektive agieren, so dass man gute Einblicke in das Seelenleben und der Gefühlswelt ihrer Protagonisten erhält. Während Isabel als ein sympathisches, mitfühlendes Mädel beschrieben wird, für die die Reise nach Australien auch eine Art von Selbstfindung ist, befindet sich Liam in einem Verdrängungsmodus, seit er, zwei Jahre zuvor, in eine gefährliche und schlimme Situation geriet, für die er sich die alleinige Schuld gibt.

Zwar ist Liam ein wenig wortkarg, doch taut er im Laufe des Romans auf und man kann auch sein Verhalten gut nachvollziehen. Ich fand es schön zu lesen, wie sich Isabel und Liam langsam annähern. Lediglich zwei Punkte haben mir nicht so gut gefallen und zwar, dass der Romanheld so (zu) lange benötigt, um Vertrauen zu Isabel zu fassen. Ich hätte mir gewünscht, dass er Isabel etwas früher von seinem „Trauma“ erzählt. Noch bevor sich beide auch auf sexueller Ebene einander hingeben.
Und dass Isabels Suche nach ihren väterlichen Wurzeln etwas zu kurz kommt. Hier hätte ich mir ein paar Seitenzahlen mehr gewünscht. Vielleicht auch, dass sie womöglich ihre Großeltern kennenlernen würde, etc. Aber vielleicht wird dieser Handlungsfaden ja auch in den noch folgenden Bänden wieder aufgegriffen.

Für mich barg „No Flames To Wild“, jedenfalls ein wunderbares, kurzweiliges und anrührendes Leseerlebnis mit prickelnden Liebesszenen versehen, für das ich die volle Punktzahl vergeben möchte.
Im zweiten Teil der Reihe, „No Stars Too Bright“, der im September 2022 erscheint, wird dann Isabels Freundin Sophie auf die große Liebe treffen und im dritten Teil „No Waves Too High“ (Februar 2023), ist es dann an Alicia, der Surferin, ihr Lieben zu meistern.
Man darf also gespannt und voller Vorfreude sein!

Kurz gefasst: Romantischer, anrührender aber auch prickelnder New Adult, der über Selbstfindung, Überwindung von Ängsten und Liebe erzählt.

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Veröffentlicht am 09.06.2022

Wunderbarer, spritziger, frecher und humorvoller Regency im klassischen Gewand. Lesetipp!

Wie man sich einen Lord angelt
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Es ist nicht einfach für junge, ledige Damen von guter Herkunft die sich in einer finanziellen Notsituation befinden ihr Leben zu bestreiten ohne gezwungen zu werden, sich in eine Anstellung zu begeben. ...

Es ist nicht einfach für junge, ledige Damen von guter Herkunft die sich in einer finanziellen Notsituation befinden ihr Leben zu bestreiten ohne gezwungen zu werden, sich in eine Anstellung zu begeben. Das muss auch Miss Kitty Talbot feststellen, die zusammen mit ihren Schwestern auf dem Lande lebt. Doch die findige junge Dame weigert sich vehement, die Segel vorschnell zu streichen und wagt die Flucht nach vorn. Während ihre übrigen Schwestern daheim bleiben, um sich um Haus und Hof zu kümmern, reist Kitty zusammen mit einer ihrer Schwestern, Cecily, nach London um einen wahnwitzig klingen Plan in die Tat umzusetzen.

Wahnwitzig klingt ihr Vorhaben zumindest in den Ohren einer Ziehtante, bei der die jungen Frauen für ihre Saison in London untergekommen sind. Kitty hat es sich nämlich in den Kopf gesetzt einen Ehemann in nur wenigen Wochen zu finden der ausreichend vermögend ist, um sie und ihre Schwestern vor dem baldigen finanziellen Bankrott zu retten. Tante Dorothy macht Kitty unmissverständlich klar, dass der Radius, in dem sich Kitty unter heiratswilligen Gentlemen bewegen kann, außerordentlich überschaubar ist. Denn Kittys und Cecilys verstorbene Eltern, ein Mann von Stand der einst seine Mätresse, eine Schauspielerin, ehelichte um dann von der Familie und von der Gesellschaft verstoßen zu werden , waren nicht gerade ein Vorzeigepaar, in den Augen des tons. Und eine anrüchige Herkunft kann schnell sämtliche hochgestochene Heiratspläne zunichte machen.

Kitty weigert sich jedoch, lediglich aus den Vorschlägen der Tante zu wählen, denn die besagten Herren sind ihr nicht vermögend genug. Da kommen ihr die Geschwister Amelia und Archie gerade recht. Denn Amelia, die Schwester von Lord Radcliffe, der in der Hauptstadt momentan durch Abwesenheit glänzt, war einst zusammen mit Cecily auf der Mädchenschule für höhere Töchter. Und es gelingt Kitty mit einem findigen Einfall nicht nur die Bekanntschaft zu erneuern, sondern dazu, Archie in sich verliebt zu machen. Es scheint so, als befände sich die junge Frau am Ziel ihrer Wünsche, doch das Blatt wendet sich als Archies älterer Bruder, Lord Radcliffe, alarmiert von Briefen seiner Mutter die fürchtet dass Archie einer Betrügerin aufgesessen ist, nach London kommt. Denn Lord Radcliffe ist all das, was Archie nicht ist. Vor allem aber ist er clever und durchschaut ihr falsches Spiel sofort. Kitty will alle Register ziehen, um nicht kurz vor ihrem Ziel kapitulieren zu müssen, doch Radcliffe ist ein überaus würdiger Gegner…

Es ist nicht gerade ein außergewöhnlicher Plot, den Sophie Irwin hier erzählt. Und obwohl die Ausgangssituation nichts innovativ Neues bietet, bin ich dennoch beinahe restlos begeistert vom ersten Teil der neuen „Lady’s Guide“ Reihe, „Wie man sich einen Lord angelt“. Denn die Autorin legt einen einfach nur wunderbaren, regencytypischen Schreibstil an den Tag der seinesgleichen sucht. Viele Autorinnen und Autoren schreiben Regency Romances, eben halt auch, weil sie dank der Netflix-Verfilmungen der „Bridgerton“ Buchreihe von Julia Quinn, nun so beliebt sind. Doch nur wenigen von ihnen ist es vergönnt, so zu schreiben, wie Sophie Irwin oder Julia Quinn. Wobei man jedoch auch erwähnen sollte, dass nicht nur Julia Quinn allein gute Bücher verfasst. Es gibt so viele weitere, tolle Autorinnen und Autoren, die in diesem Genre unterwegs sind, wie etwa Jo Beverley, Lisa Kleypas oder Anne Gracie um nur wenige davon zu nennen, die man unbedingt gelesen haben sollte und die Julia Quinn in nichts nachstehen- im Gegenteil! Vielleicht sollte man Julia Quinns Bücher aber sowieso nicht unbedingt als Vergleich zu Sophie Irwins Roman heranziehen, denn Julia Quinn schreibt Historical Romances! Näheres und Erklärendes dazu erläutere ich gleich.

Wenn man sich dazu vor Augen hält, dass man es hier mit einer Debütautorin zu tun bekommt, kann man sich nur verwundert die Augen reiben. Es mögen noch einige kleine Schwächen vorhanden sein, wie etwa, das manche Nebenfiguren recht eindimensional agieren und blass bleiben, (Archies Charakterisierung fand ich wirklich schwach!) zugegeben, doch ist das wirklich nur ein kleiner Wermutstropfen der nicht weiter ins Gewicht fällt. Ich war, dermaßen angetan von Schreibstil, Ausdruckskraft und Esprit des Heldenpaars, dass ich den Roman kaum zwischendurch weglegen konnte.

Eines sollte man jedoch unbedingt erwähnen: Es handelt sich hier nicht um eine typische Historical Romance, sondern einen klassischen Regency. Das bedeutet, dass die Autorin nicht nur sehr viel Wert auf die damals bekannten Umgangsformen und Authentizität legt, wie das zum Großteil auch in Historical Romances der Fall ist, sondern, dass es in der Geschichte außerordentlich züchtig zugeht. Ausschweifende Liebesszenen sucht man hier also vergebens. Da ich aber auch ein kleiner Romantiker bin, fand ich es sehr schade, dass Sophie Irwin ihrem Heldenpaar noch nicht einmal romantische Kusszenen auf den Leib geschrieben hat, aber ich kann mich dennoch damit arrangieren, weil der Roman so wunderbar geschrieben ist und ich die spritzigen, amüsanten Wortgefechte zwischen Kitty und Lord Radcliffe so sehr mochte.
Ich vergebe also, trotz kleiner Kritikpunkte, die volle Punktzahl, denn für ein Romandebüt ist dieser erste Teil der neuen Reihe wirklich sehr stark und vor allem atmosphärisch dicht geraten.
Kleiner Tipp am Rande, wenn Ihr eher dem klassischen Regencyromangenre zugeneigt seid, dann probiert unbedingt auch mal Mary Baloghs oder Sophia Faragos Bücher aus!

Kurz noch etwas zum Coverlayout, das ich einfach wunderbar finde! Endlich scheint es ein Umdenken zu geben, denn ich finde schon seit vielen Jahren, dass Historical Romances nicht mehr mit dem so üblichen Nackenbeißercover herausgegeben werden sollten, das oftmals zu schwülstig/kitschig wirkt und den tollen Geschichten zwischen den Buchdeckeln so gar nicht gerecht wird. Und tatsächlich ist es so, dass Knaur, im Gegensatz zu den britischen und amerikanischen Verlagen, hier ein viel schöneres Buchcover gewählt hat.

Kurz gefasst: Wunderbarer, spritziger, frecher und humorvoller Regency im klassischen Gewand. Lesetipp!

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Veröffentlicht am 02.06.2022

Mein ist die Rache- Schnörkelloser skandinavischer Krimi der Kajsa Coren Reihe

Der Mann, der nicht vergessen konnte
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Norwegen, 18 Jahre zuvor:

Eine verwitwete Hausfrau und Mutter wird ermordet auf ihrem Hof aufgefunden. Kari Biteruds Mörder jedoch, lässt sich nicht ermitteln…

Gegenwart:

Ein schwer kranker Mann ist ...

Norwegen, 18 Jahre zuvor:

Eine verwitwete Hausfrau und Mutter wird ermordet auf ihrem Hof aufgefunden. Kari Biteruds Mörder jedoch, lässt sich nicht ermitteln…

Gegenwart:

Ein schwer kranker Mann ist zurückgekehrt in seine Heimat Norwegen. Zum einen will er seine von langer Hand geplante Rache in die Tat umsetzen und zum anderen in Frieden sterben.

Kajsa Coren, eine Journalistin, ist, nach einer überstandenen Krankheit, zusammen mit ihrem Lebensgefährten, Oberkommissar Karsten Kjolas und den Kindern umgezogen. Doch ihrer ältesten Tochter fällt es sehr schwer, in der Schule, Anschluss zu finden. Und immer noch ist die Familie wegen Kajsas geschwächtem Gesundheitszustand in einer Art Schockstarre verfallen. Als Kajsa das Angebot bekommt, an einer TV Reportage und Kriminaldokumentation zu arbeiten, sagt sie gerne zu, denn sie erhofft sich dadurch die nötige Ablenkung. Bei ihren Recherchen stellt sie jedoch schon bald fest, dass sich hier gleich zwei spannende Themenbereiche ergeben, die sich dazu überschneiden. Und wäre das nicht schon ausreichend, kommt sie dazu ihrem Lebensgefährten in die Quere, der in einem Mordfall ermittelt. Auf einem abgelegenen Hof bei Oslo, wurde ein toter Mann gefunden, Identität unbekannt. Doch schon bald erfahren sie nicht nur den Namen des Mannes. Als ein weiterer Toter aufgefunden wird, vor seinem Tode schwer misshandelt, scheint es zunächst, als wäre er von dem ersten Opfer ermordet worden. Doch wie kann das sein?

„Der Mann, der nicht vergessen konnte“, gehörte zu einem Buchpaket, dass ich bei einer Adventverlosung gewann. Leider ist dieser Krimi bereits der vierte Teil der Reihe um die Journalistin Kajsa Coren. Und wieder bewahrheitet es sich, dass es Serien gibt, die man wirklich nur in der richtigen Reihenfolge lesen sollte, weil einem sonst das nötige Vorwissen fehlt. Zwar geht Trude Teige auf die wichtigsten Eckpunkte in der Vita ihrer Hauptfigur ein, doch hätte ich gerne noch ein wenig mehr Privates über Kajsa und Karsten erfahren und deren Vorgeschichte, denn sie bleiben in diesem Band relativ blass.

Im Fokus dieses soliden, schnörkellosen skandinavischen Krimis, stehen der Kriminalfall und die darin verwickelten Akteure, denen man im Wechsel, als Leser sozusagen über die Schulter schauen kann. Doch was haben ein frisch gebackener Minister und ein Redakteur gemeinsam? Diese Frage werde ich freilich nicht beantworten…
Nur so viel. Die Autorin verwebt hier Vergangenes und Gegenwart gekonnt miteinander und obwohl man sich so manches relativ fix zusammenreimen kann, denn die Anzahl Verdächtiger ist dazu überschaubar, bekommt man eine ansprechende Krimikost geboten- allerdings hätten es, ob der Spannungselemente, mehr sein können. Für eine bessere Bewertung meinerseits hat es dennoch nicht gereicht, denn der Krimi hebt sich meiner Meinung nach leider nicht ab und schrappt, obwohl er gut geschrieben wurde, nur ganz knapp an der Mittelmäßigkeit vorbei.

Kurz gefasst: Mein ist die Rache- Schnörkelloser skandinavischer Krimi der Kajsa Coren Reihe.

Kajsa Coren Reihe:

1. Teil: Totensommer
2. Teil: Das Mädchen, das schwieg
3. Teil: Die Frau, die verschwand
4. Teil: Der Mann, der nicht vergessen konnte



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