Wunderschöne Atmosphäre, aber leider viel zu langatmig
Die Tochter des UhrmachersKate Morton gehört eigentlich zu den Autorinnen, deren Bücher ich sehr gerne lese. Ich liebe an ihren Geschichten diese bildhaften, atmosphärischen Beschreibungen, die alten Häuser, die Familiengeheimnisse, ...
Kate Morton gehört eigentlich zu den Autorinnen, deren Bücher ich sehr gerne lese. Ich liebe an ihren Geschichten diese bildhaften, atmosphärischen Beschreibungen, die alten Häuser, die Familiengeheimnisse, die melancholische Stimmung und dieses Gefühl, dass die Vergangenheit noch immer nachwirkt. Genau das findet man auch in diesem Buch wieder. Manche Kapitel haben eine richtig schöne, düstere und mysteriöse Atmosphäre, und sprachlich kann Kate Morton einfach sehr gut Stimmungen erzeugen.
Aber leider hat mich dieses Buch trotzdem ziemlich enttäuscht. Für mich war es über weite Strecken einfach viel zu langatmig. Ständig wurden neue Figuren eingeführt, neue Perspektiven geöffnet, neue Lebensgeschichten erzählt. Jedes Mal, wenn ich dachte, dass ich nun endlich den Überblick habe und mich richtig auf die Handlung einlassen kann, kam wieder eine neue Figur dazu, deren Geschichte dann ausführlich beschrieben wurde. Grundsätzlich mag ich verschachtelte Erzählungen und verschiedene Zeitebenen, aber hier hatte ich irgendwann das Gefühl, dass vieles eher ablenkt als bereichert. Einige Figuren und Nebenhandlungen hätte man meiner Meinung nach problemlos streichen können, ohne dass dem Verständnis wirklich etwas gefehlt hätte.
Besonders schade fand ich das, weil ich das Buch eigentlich nur angefangen und weitergelesen habe, weil ich Kate Mortons andere Bücher so geliebt habe. Hätte ich ihre anderen Romane nicht gekannt, hätte ich wahrscheinlich nach 100 oder spätestens 200 Seiten abgebrochen. Aber weil ich wusste, wie stark ihre Geschichten am Ende oft zusammenlaufen können, habe ich immer gehofft, dass sich die Lektüre noch lohnt und mich das Ende wie immer begeistern würde.
Leider war das für mich hier nicht der Fall. Das Ende hat mich nicht versöhnt, sondern eher wütend und frustriert zurückgelassen. Rückblickend wünschte ich sogar, ich hätte das Buch abgebrochen, statt mich bis zum Schluss durchzukämpfen.
Trotzdem kann ich dem Buch nicht alles absprechen: Die Atmosphäre ist stellenweise wirklich schön, einige Beschreibungen sind wunderbar bildhaft, und mit einigen Figuren habe ich mitgefühlt. Aber für mich war "Die Tochter des Uhrmachers" im Vergleich zu ihren anderen Büchern deutlich schwächer und am Ende leider nicht befriedigen.