Profilbild von Hermione27

Hermione27

Lesejury Star
offline

Hermione27 ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Hermione27 über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 04.01.2019

Toller hintergründiger Roman von Judith Lennox

Das Haus der Malerin
0

Rose fällt aus allen Wolken, als sie durch die Presse erfährt, dass ihr Mann in einen Skandal um eine Prostituierte verwickelt ist. Bisher war sie in ihrer Ehe mit zwei süßen Töchtern von einer Bilderbuchfamilie ...

Rose fällt aus allen Wolken, als sie durch die Presse erfährt, dass ihr Mann in einen Skandal um eine Prostituierte verwickelt ist. Bisher war sie in ihrer Ehe mit zwei süßen Töchtern von einer Bilderbuchfamilie ausgegangen.
Just in diesem Moment hinterlässt ihre Großmutter ihr ein vielfältiges Erbe, das auch ein Haus umfasst, das ehemals ihrer unbekannten Großtante Sadie, einer talentierten Malerin, gehörte.
Rose wird neugierig und recherchiert in alten Briefen, um mehr über ihre Großtante zu erfahren, die an einem Tag in den 1930er Jahren einfach verschwand…


Meine Meinung:
Judith Lennox erzählt die Geschichten von Rose und Sadie auf unterschiedlichen zeitlichen Ebenen in den 1930er und in den 1970er Jahren. Das macht die Geschichte sehr lebendig und spannend, weil man sich auch die ganze Zeit fragt, was aus Sadie geworden ist und auf der andere Seite, wie es mit Rose und ihrer Familie weitergeht.
Es hat jedoch eine Weile gedauert, bis ich mit den Protagonistinnen so richtig warm geworden bin, auch bis zum Ende blieb noch eine gewisse Distanz zu den Charakteren.

Dennoch bin ich aufgrund der spannenden Geschichte und den sich abwechselnden (langen) Kapitel die ganze Zeit am Ball geblieben, denn ich wollte unbedingt wissen, wie es ausgeht.

Auch die Beschreibungen der (insbesondere englischen) Landschaft sind – wie gewohnt von Judith Lennox – unglaublich ansprechend, wenn auch teilweise richtig unheimlich.


Fazit:
Insgesamt ist „Das Haus der Malerin“ wieder ein ganz toller Schmöker und sehr atmosphärischer Roman von Judith Lennox, den ich sehr gerne gelesen habe.

Veröffentlicht am 04.01.2019

Tolle moderne Neuauflage der klassischen Sagen

Mythos
0

Stephen Fry hat in seinem Buch „Mythos“ einen Teil der klassischen griechischen (und später adaptierten römischen) Sagen rund um Titanen, Zeus und die Götter auf dem Olymp sowie weitere (menschliche) Helden, ...

Stephen Fry hat in seinem Buch „Mythos“ einen Teil der klassischen griechischen (und später adaptierten römischen) Sagen rund um Titanen, Zeus und die Götter auf dem Olymp sowie weitere (menschliche) Helden, die mit Zeus und den Göttern interagieren, aufgegriffen, zeitgemäß nacherzählt und neu herausgegeben.
Die Erzählungen beginnen mit den Titanen und legen einen großen Schwerpunkt auf Zeus und die anderen 11 Götter, die mit ihm zusammen den Olymp bewohnten.


Meine Meinung:
Ich habe die Sagen des klassischen Altertums schon immer geliebt und auch im Lateinunterricht gerne die spannenden Geschichten verfolgt.

Mit Stephen Frys Buch kommt nun eine sehr zeitgemäße und frische Aufnahme des klassischen Stoffs heraus, die mir sehr gut gefallen hat. Dank seiner flotten, aber nicht unangemessen flapsigen Schreibweise lässt sich das Buch sehr leicht lesen. Frys Vergleiche sind zum Teil zum Piepen komisch, wobei oft Verweise auf angelsächsische Literatur, Film, Fernsehen… gegeben werden, die mir nicht immer alle sofort geläufig waren.
Aber zur Einordnung fand ich es sehr nett und hilfreich, wenn der Autor aktuelle Verweise und Vergleiche gebracht hat. Vieles aus den Sagen konnte ich mir so besser merken.

Ich habe vieles Bekannte wiederentdeckt, aber auch in jedem Kapitel noch neue Aspekte dazugelernt.


Fazit:
Insgesamt fand ich die Neuauflage der klassischen Sagen von Stephen Fry total lohnenswert. Ich habe mich gut amüsiert und auch einiges gelernt.

Veröffentlicht am 03.01.2019

Dicht erzähltes Familiendrama

Trügerischer Sommer
0

Barbara hat dem kleinen Dorf, in dem sie aufgewachsen ist, bewusst den Rücken gekehrt und lebt seit Jahren mit ihrem Sohn Tore in Berlin. Als ihr Vater im Sterben liegt, kehrt sie in den Ort zurück und ...

Barbara hat dem kleinen Dorf, in dem sie aufgewachsen ist, bewusst den Rücken gekehrt und lebt seit Jahren mit ihrem Sohn Tore in Berlin. Als ihr Vater im Sterben liegt, kehrt sie in den Ort zurück und wird mit ihrer Vergangenheit konfrontiert.
Ihr Bruder Kristian ist nie aus dem Ort herausgekommen und arbeitet dort immer noch als Tierarzt auf einem großen Bauernhof.
Während ihr Vater im Krankenhaus liegt, geraten Barbara und ihr Sohn Tore zunehmend in einen Strom von Ereignissen, die eng mit einem Familiendrama aus der Vergangenheit verknüpft sind…


Meine Meinung:
Der Roman „Trügerischer Sommer“ war mein erstes Buch der Autorin, das ich gelesen habe. Die sehr dichte Erzählweise hat mich direkt für sich eingenommen, weil durch sie die sehr beklemmende, bedrückende Atmosphäre in dem kleinen Kaff sehr gut rüberkommt.
Die handelnden Personen werden sehr eindringlich beschrieben und man erfährt als Leser/-in im Laufe der Handlung immer mehr verschüttete Fakten, auch aus der Vergangenheit.

Es fällt mir ein bisschen schwer, den Roman in ein Genre einzuordnen. Er ist Kriminalroman, Familiendrama, Bild eines Dorflebens und noch mehr. Letztlich spielt das aber auch keine Rolle, da er einfach spannend zu lesen ist und durch die dichte Erzählweise sehr viel Stoff vermittelt.

Leichte Kost ist er allerdings auch nicht, weil man schon permanent eine gewissen Anpassung und bedrückende Atmosphäre spürt.


Fazit:
Dieser Roman von Mechthild Lanfermann hat mich sehr positiv für sich eingenommen und ich werde sicherlich weiter Ausschau nach anderen Büchern der Autorin halten.

Veröffentlicht am 02.01.2019

Beeindruckender Auftakt zu einer neuen Trilogie historischer Romane

Jahre aus Seide
0

„Jahre aus Seide“ ist der erste Band einer Trilogie rund um die junge Jüdin Ruth Meyer aus Krefeld und ihre Familie. Der Roman beruht auf wahren Begebenheiten und echten historischen Personen, gemischt ...

„Jahre aus Seide“ ist der erste Band einer Trilogie rund um die junge Jüdin Ruth Meyer aus Krefeld und ihre Familie. Der Roman beruht auf wahren Begebenheiten und echten historischen Personen, gemischt mit fiktiven Charakteren und weiteren fiktiven Elementen in der Handlung.
Der erste Band beginnt in den 1920er Jahren, in denen Ruth mit ihrer jüngeren Schwester behütet in Krefeld aufwächst. Ruth ist sehr aufgeweckt und vielseitig interessiert. Insbesondere näht sie schon als kleines Kind gerne mit den Stoffresten, die sie von ihrem Nachbarn, dem reichen Fabrikanten Merländer, bekommt.
Doch so gut es der Familie am Anfang auch gehen mag, merkt man schon deutlich die zunehmende Bedrohung durch das mehr und mehr judenfeindliche Klima in Deutschland. Auch die Familie Meyer bekommt am eigenen Leib weitreichende Einschränkungen zu spüren, während immer mehr Freunde und Verwandte an eine Ausreise aus dem deutschen Reich denken…


Meine Meinung:
Dank der sehr flüssigen Erzählweise bin ich von Anfang an gut in den Roman gestartet. Ich habe mich mit der Protagonistin Ruth, die schon als Kind sehr aufgeweckt rüberkommt, sofort angefreundet, denn sie war mir gleich sympathisch. Zu Beginn der Handlung kommt die privilegierte Stellung und die behütete Kindheit von Ruth und ihrer kleinen Schwester Ilse gut rüber, später dann wird anhand vieler konkreter Erlebnisse sehr deutlich, wie die Familie Meyer sowie auch ihre Freunde und Verwandten zunehmend unter dem judenfeindlichen Klima in Deutschland und der (aufziehenden) nationalsozialistischen Schreckensherrschaft leiden.

Dadurch, dass man als Leser/-in Ruth so lieb gewonnen hat, leidet man sehr konkret mit ihr, als sie zum Beispiel das Lyzeum nicht mehr mit ihren christlichen Mitschülerinnen besuchen darf etc.
Somit bekommen Nazi-Terror und Judenfeindlichkeit bzw. ihre Auswirkungen ein besonders deutliches Gesicht.

Da es sich um den ersten Teil einer Trilogie handelt, der mit der Reichpogromnacht 1938 endet, liegen somit die „schlimmsten“ Teile der (deutschen) Geschichte noch vor uns, aber man fühlte sich dennoch teilweise beim Lesen richtig beklemmt.

Ich bin sehr froh, dass es Bücher gibt wie dieses, damit die so düsteren Kapitel der deutschen Geschichte wie der Holocaust niemals vergessen werden.
Dieses Buch ist etwas ganz Besonderes, weil es auf wahren Begebenheiten beruht.

Sehr gefallen hat mir auch, dass man so viel über Krefeld gelernt hat, eine Stadt, die in den 1920er/30er Jahren eine viele größere Bedeutung hatte als heute.


Fazit:
Diesen mitreißenden und bewegenden Roman zu diesem so wichtigen Thema kann ich nur wärmstens empfehlen. Ich freue mich schon sehr auf die nächsten beiden Teile der Trilogie.

Veröffentlicht am 02.01.2019

Informativ und gut verständlich dargestellt, dabei aufrüttelnd und sehr bewegend

Die Sprache der Tiere
0

In seinem neuen Buch „Die Sprache der Tiere“ geht Karsten Brensing, Autor des Bestsellers „Das Mysterium der Tiere“, darauf ein, ob und wie man mit Tieren kommunizieren kann.
In drei großen wesentlichen ...

In seinem neuen Buch „Die Sprache der Tiere“ geht Karsten Brensing, Autor des Bestsellers „Das Mysterium der Tiere“, darauf ein, ob und wie man mit Tieren kommunizieren kann.
In drei großen wesentlichen Abschnitten geht Brensing anhand zahlreicher Beispiele auf wichtige Aspekte der Kommunikation und des menschlichen Umgangs mit Tieren ein.
Er stellt hierbei die Vermenschlichung als Schlüsselwerkzeug dar, die zum Verständnis erheblich beiträgt.
Auch in diesem Buch werden die wissentlich belegten Darstellungen wieder durch viele Bilder und Grafiken illustiert.


Meine Meinung:
Ich war schon von dem Buch „Das Mysterium der Tiere“ ganz begeistert und habe mich daher sehr über das neue Buch „Die Sprache der Tiere“ als Weiterentwicklung ganz zentraler Fragestellungen aus dem vorherigen Buch gefreut.

Karsten Brensings neues Werk hat mich nicht enttäuscht. Wieder bin ich ganz begeistert von der Art seiner Darstellung, die gut verständlich ist, so dass auch Laien sich den biologischen Themen nähern können. Andererseits sind die Schilderungen aber immer noch wissenschaftlich fundiert und nicht so stark vereinfacht, dass sie unrichtig würden. Der Autor bringt unzählige – oft für mich völlig überraschende – Beispiele von ganz unterschiedlichen Tieren.
Mich hat es wirklich sehr überrascht, dass z.B. Meisen in Sätzen kommunizieren, und andere Tierarten einen Wortschatz von über 300 Wörtern haben…
Sehr gut dargestellt und sehr anschaulich fand ich allerdings auch die Beispiele aus dem eigenen Leben des Autors – seien es Beobachtungen aus der Familie oder Erlebnisse in seiner eigenen Jugend oder Studienzeit.

Sehr nachdenklich gestimmt haben mich bei diesem wichtigen Thema die Schlussfolgerungen, die für den Tierschutz und die heute oft abweichende Praxis gezogen werden können.
Der Autor bringt diese sehr eindringlich, aber ohne erhobenen Zeigefinger, rüber.
Somit ist das Buch ein klarer Appell sich für die Rechte von Tieren einzusetzen und auch sein eigenes Verhalten zu überdenken.


Fazit:
Ich kann das Buch wieder nur wärmstens empfehlen. Ich fühle mich sehr gut informiert und dabei auch gut unterhalten und mit vielen Impulsen versorgt.