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Veröffentlicht am 16.04.2018

Eine runde Sache für Fans von historischen Romanen

Das Lied des Nordwinds
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Schlesien, Anfang des 20. Jahrhunderts: Karoline ist mit dem schlesischen Adeligen Moritz verheiratet, der sie kaum beachtet und offenbar nur wegen ihrer Mitgift geheiratet hat. Karoline fühlt sich in ...

Schlesien, Anfang des 20. Jahrhunderts: Karoline ist mit dem schlesischen Adeligen Moritz verheiratet, der sie kaum beachtet und offenbar nur wegen ihrer Mitgift geheiratet hat. Karoline fühlt sich in dem großem Schloss, in dem sie mit ihren Schwiegereltern wohnt, zunehmend unwohl.

Zur selben Zeit in Norwegen: Liv tritt eine neue Arbeitsstelle als Dienstmädchen im Haushalt eines Lehrers an, der mit seiner Frau, dem achtjährigen Elias und der kleinen Margit in einem kleinen Städtchen lebt. Seinem Sohn Elias begegnet der Lehrer mit unnachgiebiger Strenge.


Meine Meinung:
Dieser historische Roman wird abwechselnd aus der Perspektive der beiden Protagonistinnen, Karoline und Liv, erzählt. Die Abschnitte sind in genau der richtigen Spannung gehalten, so dass man begierig auf das nächste Kapitel wartet und gleichzeitig immer traurig ist, wenn wieder ein Kapitel zu Ende ist.

Christine Kabus versteht es, in einer sehr flüssigen fesselnden Schreibweise die Handlung mit wahren historischen Hintergründen zu verknüpfen, so dass man als Leserin viel über die (mir bisher weitgehend unbekannte) Geschichte Norwegens erfährt, aber auch etwas über Schlesien oder Görlitz zur Zeit des beginnenden 20. Jahrhunderts.

Die Figuren sind so warmherzig und behutsam beschrieben, dass man sie sofort liebgewinnt und es genießt, Zeit mit ihnen zu verbringen. Ich habe mich sehr über die beachtliche Entwicklung gefreut, die die beiden jungen Frauen im Laufe des Romans hinter sich bringen.

Ein besonderes Highlight war es für mich, dass das Thema Frauenrechte und der Kampf für diese im Roman einen schönen Raum einnimmt.
Der Roman war für mich an keiner Stelle langatmig; er hatte immer wieder, auch zum Ende hin, noch spannende und überraschende Wendungen zu bieten.


Fazit:
„Das Lied des Nordwinds“ hat für mich alles, was ein historischer Roman braucht. Er bietet genau die richtige Mischung aus Spannung, historischen Hintergründen und tollen Protagonistinnen. Ein Muss für alle Fans historischer Romane!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Atmosphäre
  • Charaktere
  • Gefühl
  • Handlung
Veröffentlicht am 16.04.2018

Vielschichtiger solider Krimi

Krokodilwächter
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In Kopenhagen wird eine junge Studentin brutal verstümmelt und getötet. Die Ermittlungen scheinen relativ schnell zu einem Verdächtigen zu führen.
Parallel schreibt die Vermieterin des Opfers an einem ...

In Kopenhagen wird eine junge Studentin brutal verstümmelt und getötet. Die Ermittlungen scheinen relativ schnell zu einem Verdächtigen zu führen.
Parallel schreibt die Vermieterin des Opfers an einem Krimi-Manuskript, das beängstigende Parallelen zu der Tat aufweist.


Meine Meinung:
Der Krimi "Krokodilwächter" wartete von Anfang an mit einer Fülle handelnder Personen auf, der die Handlung sehr unübersichtlich und knifflig machte. Somit war es von Anfang an extrem spannend, bezüglich der Ermittlungen mitzufiebern.
Hierbei ist es besonders geschickt konstruiert, dass sich die Handlung mit Stellen aus dem Krimi-Manuskript der Vermieterin abwechselt.

Allerdings bin ich mit den handelnden Personen, insbesondere dem Ermittlerduo Jeppe und Anette, bis zuletzt nicht ganz warm geworden. Es gibt wirklich eine große Fülle an auftretenden Personen, die in unterschiedlichen Beziehungen zueinander stehen, wie nach und nach herauskommt.

Gut gefallen haben mir einige Anspielungen auf der Metaebene, die sich z.B. darauf ergeben, dass auch handelnde Personen einen Krimi schreiben.

Letztendlich habe ich jedoch schon bessere Krimis und Thriller gelesen, auch wenn das Buch recht spannend war.


Fazit:
Der Krimi ist spannend und hintergründig geschrieben, konnte ich jedoch nicht in allen Teilen restlos überzeugen.

Veröffentlicht am 13.04.2018

Bezaubernder Roman, der mich berührt und bereichert hat

Die Fäden des Glücks
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Der neue Roman von Julia Fischer spielt in Turin und dreht sich um das Schneiderhandwerk, schöne Stoffe und noch viel mehr.

Carlotta und ihre beiden kleinen Schwestern betreiben eine kleine individuelle ...

Der neue Roman von Julia Fischer spielt in Turin und dreht sich um das Schneiderhandwerk, schöne Stoffe und noch viel mehr.

Carlotta und ihre beiden kleinen Schwestern betreiben eine kleine individuelle Schneiderei, mit der sie es schaffen, vielen Menschen eine ganz andere Ausstrahlung zu schenken, weil sie für sie passende Kleidung schneidern.
Daniele, Carlottas Jugendfreund, kommt zurück in die Stadt, um die Firma seines Vaters, die schöne Stoffe herstellt, zu übernehmen.
Wird es zwischen den beiden wieder funken?
Wie passt es damit zusammen, dass Daniele den Firmensitz nach Mailand verlagern will.


Meine Meinung:
Der Roman hat mich von der ersten Seite an in seinen Bann gezogen. Die Erzählweise ist flüssig, aber nicht flach. Man nimmt bei der anspruchsvollen Lektüre sehr viel Informationen auf und kann gleichzeitig in Formulierungen, Bildern und Gefühlen schwelgen.
Das ganze Buch hat etwas Märchenhaftes: Dies liegt sowohl in den Motiven des Romans, der auf Märchen oder auch die Aufnahme in Opern anspielt, als auch in den tollen Schauplätzen in Turin, an denen die Handlung spielt.

Die handelnden Figuren werden - wie auch in "Die Galerie der Düfte" der Autorin - wieder sehr behutsam und entwicklungsfähig beschrieben, dabei doch immer authentisch und glaubwürdig.

Besonders Carlotta und ihre aufkeimende Liebe haben mich sehr berührt und dabei habe ich auch die eine oder andere Träne der Rührung geweint.

Ganz besonders gut gefallen hat mir, dass man zwischen jeder Zeile merkt, wie genau und detailliert Julia Fischer für den Roman recherchiert hat. Die Schauplätze oder auch die Beschreibung der Stoffe, des Schneiderhandwerks und der Umgebung von Oper / Theater atmen mit jedem Wort so viel mehr Details, die noch hinter der Romanhandlung stecken.
Dabei bringt der Roman dies nicht trocken an die Leserin, sondern so gefühlvoll, dass man an den Seiten klebt und die Lektüre von vorne bis hinten einfach nur genießt.


Fazit:
"Die Fäden des Glücks" ist ein wunderschönes Buch, das mir unheimlich viel gegeben hat - für den Kopf und für das Herz! <3

Veröffentlicht am 13.04.2018

Wunderschönes behutsam erzähltes Jugendbuch

Herzmuschelsommer
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Kim ist 16 Jahre alt, als sie erfährt, dass sie als Baby kurz nach der Geburt im Krankenhaus vertauscht wurde und ihre leiblichen Eltern in Frankreich leben.
Nach einem Streit mit ihrer Mutter, bei der ...

Kim ist 16 Jahre alt, als sie erfährt, dass sie als Baby kurz nach der Geburt im Krankenhaus vertauscht wurde und ihre leiblichen Eltern in Frankreich leben.
Nach einem Streit mit ihrer Mutter, bei der sie 16 Jahre lang gelebt hat, macht sie sich auf dem Weg, um die Sommerferien bei der anderen Familie in der Bretagne zu verbringen.
Ihrem Freund Titus aus Deutschland vermisst sie in Frankreich komischerweise nicht, dafür läuft ihr ständig der junge Padrig über den Weg....


Meine Meinung:
Ich liebe die tolle Erzählweise von Julie Leuze, und auch dieses Jugendbuch hat mich in dieser Hinsicht nicht enttäuscht.
Es ist unglaublich flüssig und spannend geschrieben, dabei wird die - doch teilweise schwierige und komplexe - Thematik sehr behutsam erzählt.
Die 16jährige Kim und die handelnden Personen sind sehr differenziert beschrieben und so, dass man sowohl die Entwicklung als auch manch dunkle Seite der Personen mitbekommt.

Besonders gut gefallen haben mir die Schilderungen zu Kims Gefühlswelt und wie sie zwischen ihren beiden Familien, zwischen Deutschland und Frankreich, zwischen ihren Freunden und Padrig... hin- und hergerissen ist.

Zum Ende hin bekommt die Geschichte nochmal so richtig Dramatik, so dass ich gar nicht mehr aufhören konnte zu lesen.
Da mich die Erzählung richtig berührt hat, habe ich auch die eine oder andere Träne verdrückt.


Fazit:
"Herzmuschelsommer" ist ein wunderschönes Jugendbuch, das für mich alles gehalten hat, was der Titel verspricht.

Veröffentlicht am 09.04.2018

Wunderschönes Buch über Orte auf Mallorca, die glücklich machen

Glücksorte auf Mallorca
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Martina Vogt und Katharina Richter stellen in ihrem Buch „Glücksorte auf Mallorca“ 80 Tipps vor, die über die gesamte Insel verstreut sind.
Jedem Ort ist eine ganze Seite für die Beschreibung und zusätzlich ...

Martina Vogt und Katharina Richter stellen in ihrem Buch „Glücksorte auf Mallorca“ 80 Tipps vor, die über die gesamte Insel verstreut sind.
Jedem Ort ist eine ganze Seite für die Beschreibung und zusätzlich ein ganzseitiges Foto gewidmet. Die Tipps sind nach Lage angeordnet, beginnend in Palma, über den Südwesten, die Inselmitte, den Westen/Nordwesten bis in den Süden/Südosten und Norden/Nordosten.

Meine Meinung:
Wie die anderen Bücher aus dieser Reihe ist das frisch erschienene „Glücksorte auf Mallorca“ wieder hochwertig gestaltet, was sich in der Haptik, den tollen großformatigen Fotos und sehr ansprechenden Gestaltung der Schrift widerspiegelt.
Die Tipps umfassen ganz unterschiedliche Kategorien – von Kultur über nette Ortschaften, Berge und andere Landschaften bis hin zu Restaurants, Bäckereien, Märkten und anderen Shopping-Highlights. Vieles wird dem Mallorca-Kenner schon wohlbekannt sein, z.B. die Kathedrale in Palma oder der Aussichtspunkt Talaia de ses Animes, aber es wird auch für jeden Besucher unter den 80 vorgeschlagenen Sehnsuchtsorten etwas sein, was er oder sie neu für sich entdecken kann.
Dabei sind die Beschreibungen genau richtig von der Detailtiefe her, so dass man sich inspirieren lassen kann.
Mir hat besonders die vorgeschlagene Wanderung von der Cala Fornells zum Cap Andritxol gefallen.
Das Buch macht richtig Lust auf den Urlaub auf Mallorca und hilft dabei, die Vorfreude zu steigern und auch nach den Ferien noch darin zu schwelgen.

Fazit:
Ein Muss für den genussvollen Mallorca-Urlauber!