Wenn Drachen erwachen ...
Palineas: Zweites Buch - AufstiegDrachen erwachen aus ihrem ewigen Schlaf und richten nichts als Tod und Zerstörung an. Die Bannkette wird gestohlen und niemand weiß so recht, wie das hat geschehen können. Und dann ist da noch Alprey, ...
Drachen erwachen aus ihrem ewigen Schlaf und richten nichts als Tod und Zerstörung an. Die Bannkette wird gestohlen und niemand weiß so recht, wie das hat geschehen können. Und dann ist da noch Alprey, der ein doppeltes Spiel zu spielen scheint ...
Wer eine Geschichte mit viel packender Action erwartet, der wird hier fündig. Action gibt es viel, von Kämpfen über Verfolgungen bis zu Entführungen durch die Luft. Hackel kann all das schreiben und er tut es auch. Was dabei herauskommt ist ein packender Roman.
Aber ... hier komme ich wieder mit dem erhobenen Zeigefinger, ich weiß. Leser sollte wissen, worauf er/sie sich einlässt. Ich würde nicht unbedingt behaupten, Band 1 ist notwendig, ich zumindest kannte ihn nicht (was ich demnächst nachzuholen gedenke), aber ich war vor allem im ersten Teil des Buches mehr als froh über das Personenregister am Ende des Bandes, an dem ich mich entlanghangeln konnte. Es sind so viele Personen an der Handlung beteiligt, dass einem leicht der Kopf zu schwirren beginnt. Dazu sind einige Namen einander so ähnlich (okay, zwei Namen, ich geb's zu, es sind zwei Namen, die ich immer wieder durcheinanderwarf), dass das zu Verwirrung führt.
Das ist allerdings auch schon meine ganze negative Kritik, sofern man sie negativ nennen kann. Eine schiere Überzahl an Personen kann ich schwerlich als böse bezeichnen. Und all diese Personen sind offensichtlich wichtig, vielleicht nicht für diesen Teil, wohl aber für den nächsten, der den Abschluss der Trilogie bilden wird.
Was erwartet den Leser also? Eine Menge spannender Handlung mit nachvollziehbaren Charakteren, entweder das, oder sie sind Enigmas in sich, was wohl auch so gedacht ist. Palineas selbst hat seine Kraft noch nicht vollständig unter Kontrolle, was immer wieder hervorkommt, wenn er schläft. Ein Charakter, der sowohl Licht wie auch Dunkelheit verkörpert ist an sich gesehen schon interessant, dieser Junge ist es wirklich. Ich würde gern wissen, wer nun was ist in seinem Leben, denn Dinge stimmen hier und da nicht richtig. Aber, wie gesagt, das ist augenscheinblich auch so gewollt vom Autoren.
Der Weltenbau ist schlüssig in sich und ich kann es kaum erwarten, mehr darüber herauszufinden. Allein das Konzept der Drachen ist interessant. Wieder einmal nicht die feuerspeienden Monster, die wir alle in Game of Thrones gesehen haben, sondern empfindungsfähige Wesen mit ihrer eigenen Magie. Okay, empfindungsfähig bis zu einem bestimmten Punkt offensichtlich, wenn ich mich speziell an eine Szene erinnere, einen Kampf zwischen einem Drachen und einer Hüterin.
Was mich wirklich faszinierte war der offensichtlich tief verwurzelte Hass auf Elfen unter den Menschen. Dass Elfen in vielen Romanen gern auf Menschen hinabsehen ist alt bekannt. Hier scheint allerdings die Mehrzahl der Spitzohren helfen zu wollen, während die Menschen in ihnen eine Bedrohung oder Abschaum sehen. Offensichtlich gab es vor nicht allzu langer Zeit Krieg zwischen den beiden Rassen, den die Elfen am Ende für sich entschieden haben. Aber, wie gesagt, ich habe nicht einen Elf oder eine Elfe im Roman gefunden, die nicht versuchten, wenigstens zu helfen. Mag sein, weil man sich in den von Menschen besiedelten Gebieten aufhielt, ich weiß es nicht. Ich fand es nur eigenartig und hoffe, wenn ich Band 1 in die Finger bekomme, dass sich das Rätsel lösen lässt.
Ich nahm mein Fazit eigentlich vorneweg hier, doch ich bleibe dabei: ein guter Roman mit einer guten Portion Action und jeder Menge Spannung.