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Veröffentlicht am 19.05.2023

Authentische italienische Küche mit modernem Touch

La Cucina con Amore
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Zunächst einmal gefallen mir die Aufmachung und die Gestaltung des Einbandes sehr gut, es ist ein hochwertiges Hardcover in Leinenoptik mit einem Foto eines mit italienischen Leckereien voll gedeckten ...

Zunächst einmal gefallen mir die Aufmachung und die Gestaltung des Einbandes sehr gut, es ist ein hochwertiges Hardcover in Leinenoptik mit einem Foto eines mit italienischen Leckereien voll gedeckten Tisches und geprägtem Titel. Das lässt das Buch recht edel wirken und es macht auch als Geschenk viel her.

Der Autor verspricht, sizilianische Familienrezepte mit Zutaten zu kombinieren, die weitgehend aus seiner bayerischen Heimat stammen, was sehr zeitgemäß ist und es natürlich auch erleichtert, etwas nachzukochen, ohne extra dafür einen italienischen Feinkostladen aufsuchen zu müssen.

Die Zubereitungsarten sind einerseits traditionell, andererseits (obwohl diese natürlich ebenfalls eine lange Tradition haben) finden sich auch aktuelle Trends wie das Backen mit Lievito madre und langen Gehzeiten oder verschiedene Pinsa-Rezepte. Der regionale Aspekt wird zum Beispiel deutlich, wenn beschrieben wird, wie man Kapern aus Samenkapseln der Kapuzinerkresse herstellen kann, Renke statt Meeresfisch verwendet wird oder Ochsenmaulsalat und Brezen Bestandteile der Panzanella sind. Für Vegetarier (wie mich) finden sich natürlich auch einige interessante Gerichte (insbesondere die Pinsa und Risottovarianten reizen mich), allerdings überwiegen doch fleisch- und fischhaltige Rezepte und auch bei den Desserts wird teilweise Gelatine verwendet, die man aber sicher ersetzen kann.

Die Fotos sind allesamt sehr ansprechend und appetitanregend, die Beschreibungen der einzelnen Zubereitungsschritte mit etwas Kocherfahrung gut nachvollziehbar. Die Hintergrundinfos interessant und hilfreich. Immer wieder gibt es auch Fotos des Autors und seiner Familie beim gemeinsamen Kochen oder Essen, was das Ganze noch etwas authentischer macht.

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Veröffentlicht am 15.05.2023

Wenn der Sensenmann zweimal klingelt

Jetzt ist Sense
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Psychologin Liv Bentele bekommt ausgerechnet an ihrem 50. Geburtstag Besuch vom Sensenmann im Körper eines attraktiven Griechen, der dann aber vorgibt, sich in der Tür geirrt zu haben und zunächst ihre ...

Psychologin Liv Bentele bekommt ausgerechnet an ihrem 50. Geburtstag Besuch vom Sensenmann im Körper eines attraktiven Griechen, der dann aber vorgibt, sich in der Tür geirrt zu haben und zunächst ihre ältere Nachbarin ins Reich der Toten bringt. Liz bietet dem Mann, als sie sich wiedersehen, therapeutische Hilfe an, dieser bleibt aber dabei, dass er Thanatos, der griechische Gott des sanften Todes sei, auch wenn er nicht mehr wirklich glücklich mit seiner Aufgabe ist. Außerdem kommt bald heraus, dass es doch kein Versehen war, dass er zunächst bei Liz geklingelt hat.

Der Roman hat mich gut unterhalten. Neben diversen Bezügen zur griechischen Götterwelt ist auch eine ordentliche Dosis Gesellschaftskritik und etwas Humor vorhanden. Liz war mir als Protagonistin zudem sehr sympathisch, wie sie mit beiden Beinen im Leben steht und sehr souverän auf den Sensenmann und seine Pläne mit ihr reagiert. Und auch der Sensenmann selbst ist in diesem Buch keine grausame, angsteinflößende Figur, sondern hat durchaus seinen Charme. Der Schreibstil war gut verständlich und es fanden sich immer wieder schöne sprachliche Bilder.

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Veröffentlicht am 12.05.2023

Eine Frau zwischen den Fronten

Northern Spy – Die Jagd
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Tessa arbeitet für die BBC in Belfast und sieht dort plötzlich ihre Schwester Marian, die Rettungssanitäterin ist, als Verdächtige eines Raubüberfalls der IRA im Fernsehen. Sie glaubt zunächst an einen ...

Tessa arbeitet für die BBC in Belfast und sieht dort plötzlich ihre Schwester Marian, die Rettungssanitäterin ist, als Verdächtige eines Raubüberfalls der IRA im Fernsehen. Sie glaubt zunächst an einen Irrtum, da sie meinte, ihre Schwester sehr gut zu kennen und dachte, dass sie wie sie für den Frieden in Nordirland ist. Aber sie hat wohl die ganze Zeit ein Doppelleben geführt, von dem nichtmal Tessa wusste. Nun ist Tessa zwiegespalten, ob sie ihre Schwester weiterhin unterstützen soll, sollte diese ihre Hilfe brauchen, oder ob sie sich und ihren kleinen Sohn damit nur noch mehr in Gefahr bringt.

Ich fand das Thema des Buches sehr spannend, da der Nordirland-Konflikt selten im Mittelpunkt eines Romans, Krimis oder Thrillers steht. Allerdings erschien mir das, was im Verlauf der Handlung alles passierte, dann doch etwas zu extrem dafür, dass die letzten Jahrzehnte dann ja doch relativ friedlich verliefen. Da hätte ich mir lieber etwas mehr Realitätsbezug und weniger Dramatik gewünscht. Tessa war mir grundsätzlich sehr sympathisch, auch wenn ich nicht all ihre Handlungen voll verstehen konnte. Der Schreibstil war flüssig und gut verständlich.

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Veröffentlicht am 12.05.2023

Der Traum vom Steckerleis

Träume aus Eis
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Erna und Josef Pankofer eröffnen einige Zeit nach dem Ende des Ersten Weltkrieges einen der ersten Eissalons Münchens, wo sie zunächst einige Sorten Speiseeis im Becher verkaufen, aber Josef ist ständig ...

Erna und Josef Pankofer eröffnen einige Zeit nach dem Ende des Ersten Weltkrieges einen der ersten Eissalons Münchens, wo sie zunächst einige Sorten Speiseeis im Becher verkaufen, aber Josef ist ständig am Tüfteln, was neue Eissorten angeht und setzt sich irgendwann in den Kopf, der erste in München sein zu wollen, der Eis am Stiel anbietet. Währenddessen verliebt sich eine seiner Töchter ausgerechnet in den Sohn eines verhassten Konkurrenten und seine andere Tochter erleidet einen schlimmen Unfall.
Mir hat die Zeitreise ins München zwischen den beiden Weltkriegen und zu den Anfängen der Speiseeisherstellung sehr gut gefallen und ich fand es interessant, mehr darüber zu erfahren, wie man das alles unter den damaligen Bedingungen bewerkstelligte. Auch die Familie Pankofer war mir sehr sympathisch und ich habe mit ihnen mitgefiebert, sodass mich der Roman ziemlich gefesselt hat. Der Schreibstil der Autorin war gut lesbar und anschaulich. Münchener Lokalkolorit war auch ausreichend vorhanden.

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Veröffentlicht am 12.05.2023

Die Kindsmörderin

Mutterliebe
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Sylvia Bentz ist angeklagt, weil sie ihren kleinen Sohn im Wald umgebracht haben soll und das bei ihrer Tochter ebenfalls versucht haben soll. Die Familie bewohnte eine große Villa und alles schien auf ...

Sylvia Bentz ist angeklagt, weil sie ihren kleinen Sohn im Wald umgebracht haben soll und das bei ihrer Tochter ebenfalls versucht haben soll. Die Familie bewohnte eine große Villa und alles schien auf den ersten Blick in bester Ordnung gewesen zu sein. Nun will die Gerichtsreporterin Kiki Holland herausfinden, wie es zu dieser Tragödie kommen konnte und stellt auch außerhalb des Gerichtssaals Nachforschungen im Umfeld der Familie Bentz an, was nicht jedem gefällt, sodass sie sich in große Gefahr begibt.

Grundsätzlich ist der Fall sehr spannend und durch die zwei Zeitebenen erfährt man nach und nach immer mehr über die Hintergründe und Zusammenhänge. Nicht alle Begebenheiten und Zufälle erscheinen mir aber in ihrer Häufung vollkommen realistisch. Außerdem ist es mir nicht so recht gelungen, mir ein wirkliches Bild von Kiki Holland zu machen, was ihr Alter, ihr Aussehen und ihren Charakter angeht. Auch, was die Auflösung des Falls angeht, erschloss sich mir am Ende das Motiv hinter der Tat weiterhin nicht voll. Der Schreibstil war einerseits gut verständlich, andererseits hat es mich aber teilweise auch genervt, dass immer wieder entfernte Bekannte oder Erinnerungen aus der Kindheit als Vergleich herhalten mussten, was etwas an den Haaren herbeigezogen wirkte und auch, dass regelmäßig erläutert wurde, warum Kiki in dem Moment so reagierte, wie sie es tat, obwohl man sich das auch selbst denken konnte, hat mich gestört.

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